Bluffen auf den micros

    • snape1
      snape1
      Bronze
      Dabei seit: 03.12.2009 Beiträge: 31
      sklansky schildert ein konzept, das man aus einer Zufallsauswahl einfach bluffen soll, unabhängig von der tatsächlichen Hand und das man dadurch sein Gesamtergebnis signifikant verbessert.Also z.b. jedes 30. Mal oder bei einer bestimmten kartenkombi etc.
      Gilt dies auch für die Micros oder heißt es hier:kein bluff.?
      Wer von euch hat auf den micros schon systematisch mit pure bluff experimentiert und wenn ja, mit welchen ergebnis.
      Grüße
      Snape
  • 7 Antworten
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Hängt vom Gegner ab. Auf den Mikros wird nach raises und cbets gerne mal "gefloated", meistens wenn man AK und nix gehittet hat.
      Wenn man den Turn dann checkt setzen sie häufig selbst. Ob's ein Bluff is kann ich nicht sagen, gegen Regs funktioniert das aber umgekehrt auch ganz gut^^ Mach ich aber nur selten und obv in Position wenn der Raise auch relativ late und klein kam. Und die Hand sollte einigermaßen Postflop-Potenzial haben. Dann call ich die cbet auch ohne hit einfach mal und wenn er am Turn checkt setz ich selber. Klappt super, aber ist wirklich nur seeehr selten der Fall.
    • p00s88
      p00s88
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2007 Beiträge: 8.947
      auf den micros callt eh jeder depp jedes pair ;)
    • csTFG
      csTFG
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2007 Beiträge: 6.456
      @Romeryo
      Im FL gibt es keine variablen Betsizes. ;)
    • snape1
      snape1
      Bronze
      Dabei seit: 03.12.2009 Beiträge: 31
      sklansky behauptet,daß man durch unregelmäßige Bluffs sein gesamtergebnis steigert.er leitet dies aus der spieltheorie ab.oder gilt dies nur gegen immer den selben gegner oder auch bei fullring.
      ich spreche nicht vom semibluff, der ja eine gewisse Wahrscheinlichkeit beinhaltet,daß man z.b. seinen draw bekommt u.s.w.. sondern von einen willkürlichen Bluff z.b einmal von 20 spielen.
    • Schnullerbacke
      Schnullerbacke
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2007 Beiträge: 524
      also ich weiß nicht....alle 20 Hände hieße ja, du riskierst mal eben 5 BB/100, damit kannst dir deine winrate nachhaltig versauen. Solche nicht situationsbedingten Purebluffs würde ich deshalb nicht ohne spezielle Reads machen (z.B. dass villain ui oft foldet). Mit der Theorie eines Sklansky habe ich mich allerdings noch nicht auseinander gesetzt.
    • renominono
      renominono
      Bronze
      Dabei seit: 04.04.2010 Beiträge: 222
      Ich habe ganz am Anfang recht einen Maniac Stil gespielt und habe damit gehörig auf die Fresse bekommen. Pure Bluffs machen in meinen Augen überhaupt keinen Sinn, der einzige Weg den ich vielleicht als erfolgreich ansehen würde wäre wenn man preflop gegen einen raise und eine 3-bet cappen könnte, nur so verschafft man sich ein bisschen Respekt bei den Villians und sie treffen auch mal den fold button, dies ist beinhaltet aber ein grosses Risiko und gegen unknown überhaupt nicht zu empfehlen. Auf diesem Limit sehe ich pure Bluffs als krass -EV an.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.496
      Diese Überlegung ist theoretischer Natur und ist auch nicht direkt eine Empfehlung Sklanskys. Die Ausgangssituation ist eine Situation, bei der der Gegner sich im Ungewissen darüber ist, ob er Hero schlagen kann. Das bedeutet, seine Range besteht nur aus einem Bluffcatcher und sonst nichts. Das ist eine recht künstliche Voraussetzung.

      Mit dieser Voraussetzung kann man für Hero eine optimale Blufffrequenz finden, bei der es für den Gegner keinen Unterschied macht, ob er foldet oder callt. Sein Erwartungswert ist Null, sowohl für Call als auch Fold. Hero macht dann Gewinn mit seinen Bluffs, weil er den Gegner entweder dazu zwingt, Calls gegen Heros Valuebets zu machen oder ab und zu den Pot gegen einen Bluff zu verlieren. Diese Frequenz ist 1 geteilt durch die Odds, die der Gegner für den Call bekommt. Wie auch immer der Gegner sich entscheidet, Hero wird so oder so Geld dazugewinnen.

      In der Praxis besteht die Range des Gegners nicht nur aus Bluffcatchern. Ein Bluff ist nur dann etwas wert, wenn der Gegner eine bessere Hand folden kann. Befindet sich keine solche in der Range des Gegners, kann sich ein Bluff nicht lohnen. Es lohnt sich auch nicht, schlechtere Hände des Gegners zum folden zu bringen. Wir gewinnen zwar dann den Pot, aber den hätten wir auch mit dem Showdown gewonnen. Wir können also immer nur gegen bessere Hände bluffen, die der Gegner in der Lage ist zu folden. Das ist nur ein Teil der gegnerischen Range. Nur gegen diesen Teil lässt sich das Konzept der spieltheoretisch optimalen Blufffrequenz anwenden.

      In der Praxis macht man es sich meistens etwas einfacher. Hier fragt man sich: hat man selbst Showdownvalue? Wenn ja, lohnt sich ein Bluff meistens nicht, weil man den Pot auch mit einem Showdown gewinnen kann und der Gegner fast nur schlechtere Hände folden wird. Hat man keinen Showdownvalue, dann überlegt man sich, wie viele besseren Hände sich in der Range des befinden, die er auf eine Bet folden könnte. Je mehr, desto besser. Erst dann überlegt man sich, ob sich ein Bluff auf Grund der Pot Odds lohnt. Dabei muss man auch beachten, dass der Gegner bei besseren Pot Odds mehr Hände callen wird.