Gap zwischen Vpip und PFR verkleinern

    • Bobsapp10
      Bobsapp10
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 681
      Hallo, ich spiel NL20 SH und meine Stats nach 32k Händen sind 23 Vpip, 16 PFR, 3.0 AF, 26.5 WTS, 34% Steal und 5% 3Bet, soweit so gut.
      Jetzt würde ich aber gerne die Gap zwischen Vpip und PFR verringern und dazu hab ich ein paar Fragen:

      Was callt ihr IP gegen UTG/MP Raises von TAGs/LAGs?
      Was callt ihr OOP gegen UTG/MP Raises, was callt ihr auf CO/BU/SB Raises?
      Mit welcher Range isoliert ihr 30/10 Spieler?
      Mit welcher Range isoliert ihr 60/5 oder 60/30 Spieler?

      Oder gibt es vllt. einen Artikel oder ein Video, der auf meine Fragen eingeht?

      mfG.
  • 6 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Mal andersrum gefragt: Wieso willst du das Gap zwischen Vpip und Pfr verkleinern?


      Was callt ihr IP gegen UTG/MP Raises von TAGs/LAGs?
      Was callt ihr OOP gegen UTG/MP Raises, was callt ihr auf CO/BU/SB Raises?
      Mit welcher Range isoliert ihr 30/10 Spieler?
      Mit welcher Range isoliert ihr 60/5 oder 60/30 Spieler?


      Was callst du dort und wieso?

      Es würde dir nicht im aller geringsten weiterhelfen, wenn ich dir meine Range aufliste, da ich einen vollkommen anderen Ansatz als du wahrscheinlich verfolge. Wenn du mir allerdings erklärst wieso du dein Gap reduzieren willst und was du dadurch erreichst, kann ich dir bestimmt weiterhelfen.
    • Bobsapp10
      Bobsapp10
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 681
      Naja was ich so von anderen Leuten höre, macht bei ihnen der PFR meist über 3/4 des Vpips aus, bei mir sinds nur knapp 2/3.
      Mein eigentliches Problem ist, dass ich Hände wie KQ, AJ und kleine Pockets ohne Preflopaggressor zu sein nicht +EV spielen kann und das sind halt die Hände, die ich gegen Regs calle.
    • Hergen13
      Hergen13
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2008 Beiträge: 1.271
      Grundsätzlich spricht nichts dagegen Hände mit denen du die gegnerische range dominierst zu coldcallen wenn du dich mit einer 3bet gegen eine bessere range isolierst. OOP ist hier allerdings Vorsicht geboten wenn du dich postflop unsicher fühlst. Vielleicht solltest du statt auf Zwang die gap zwischen VPIP und PFR verkleinern zu wollen eher an deinem postflop Spiel arbeiten?
      Wenn du unbedingt die gap verkleinern willst, ist es sicherlich erstmal ein guter Ansatz die marginaleren derjenigen Hände die du coldcallst lieber 3bet oder fold zu spielen, hat auch den Vorteil dass deine 3bet range nicht ganz so polarisiert ist (was auf dem limit wohl eher nicht so eine große Rolle spielt aber für später sicherlich hilfreich sein kann) - das macht aber nur Sinn, wenn du postflop mit marginalen Händen in großen Pötten auch umzugehen weißt!

      Generell gilt: Was andere Leute sagen, z.B. darüber wie dein VPIP/PFR-Verhältnis aussehen sollt, wie viel du 3betten solltest oder mit welchen Händen du wie spielen sollt muss immer vor dem Hintergrund des jeweiligen Gameplans betrachtet werden - wenn du lieber kleine Pötte spielst ist das erstmal nichts schlimmes, dementsprechend muss dein Spiel allgemein dann aber auch ausgerichtet sein und dein postflop-Skill muss passen.
    • Bobsapp10
      Bobsapp10
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 681
      Es muss doch beim Isolieren von limpenden loose/passiven Spielern eine Range geben, die overall den meisten EV verspricht. Klar ist das sehr pauschalisiert, aber ich hätte halt zumindest gerne irgendwelche Anhaltspunkte.

      Und dass ich Hände, die ich Preflop coldcalle nicht +EV spielen kann, liegt ja obv. daran, dass ich zu selten improve bzw. improved zu wenig Payout bekomme, also muss ich entweder Preflop einfach Folden, oder Bluffraises am Flop einbauen und da wüsste ich gerne welche Gegnertypen und welche Boardtexturen sich dafür eignen.
    • Hergen13
      Hergen13
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2008 Beiträge: 1.271
      Womit du limper isolieren kannst hängt vom limper ab und davon was hinter dir noch für Spieler sitzen - ich isoliere limp/call-Fische gerne mit equitystarken Händen (A/K/Q-High) die gutes Toppair Potenzial haben, limp/folder auch mit spekulativeren Händen, wenn hinter mir allerdings Regs sitzen die gerne Isoraises 3betten insgesamt deutlich tighter.

      Wenn du openraises coldcallst, kannst du nicht einfach fit or fold Spielen - dafür hast du idR zuwenig implieds. Auf welchen Boards du bluffraisen oder floaten kannst oder vllt. mit Ahigh oder second pair noch oft vorne bist kann man nicht mal eben so abhandeln. Es gibt genug Artikel und Videos die dir helfen können dein Postflop Spiel zu verbessern. Du kannst nicht erwarten hier in ein paar Forenpost einen kompletten Gameplan serviert zu bekommen.
      Wie gesagt, wenn du dich in den Postflop Spots ohne initiative unsicher fühlst lieber preflop folden.
      Du musst ja von den Stats her nicht unbedingt 23/20 anstreben sondern kannst auch auch auf 19/16 hinarbeiten. Looser muss man definitiv nicht sein auf dem Limit und man vermeidet schwierige Spots. Man kann wahrscheinlich mit 26/22 profitabler spielen, aber eben nur wenn man postflop auch richtig gut ist.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von Bobsapp10
      Es muss doch beim Isolieren von limpenden loose/passiven Spielern eine Range geben, die overall den meisten EV verspricht. Klar ist das sehr pauschalisiert, aber ich hätte halt zumindest gerne irgendwelche Anhaltspunkte.
      Wenn du eine Range findest, die in JEDEM Spot einen EV von mindestens 0 hat, dann hast du Poker gelöst. ;)

      Die Frage ist WARUM willst du isolieren:

      Isolationraises sind dann sinnvoll, wenn du einen HU Pot mit dem Gegner spielen kannst. D.h. wenn die Tischbedingungen (deine Position, deine Gegner hinter dir, zuviele Limper etc.) gegen einen Isolationraise sprechen, dann ist er möglicherweise nicht sinnvoll.
      Zu beachten ist auch, dass lighte Isolationraises zu knappen Postflopsitutionen führen und man schon ein Gespür fürs Handreading mitbringen muss, wenn man die Isolationrange öffnet.

      Grundsätzlich gilt: Je näher du am BU sitzt, desto eher kannst du isolieren. Weiterhin solltest du die Stacksizes beachten. Ich sehe oft in den Handbewertungsforen, dass so Hände wie 55 oder 78s gegen Spieler mit 25BB im Stack isoliert werden. Das dies Unsinn ist, sollte klar sein.

      Für den Anfang kann man halt auch erstmal Hände nehmen die sich Postflop einfach spielen lassen (sprich Hände die Potential haben solide Toppairs zu floppen) und die Range nach und nach erweitern.



      Und dass ich Hände, die ich Preflop coldcalle nicht +EV spielen kann, liegt ja obv. daran, dass ich zu selten improve bzw. improved zu wenig Payout bekomme, also muss ich entweder Preflop einfach Folden, oder Bluffraises am Flop einbauen und da wüsste ich gerne welche Gegnertypen und welche Boardtexturen sich dafür eignen.
      Viele Spieler haben nie gelernt in Ranges zu denken, sondern denken nach wie vor in absoluten Termen. Sie denken nur in bestimmten Handkategorien und durchlaufen ihr Muster und entscheiden danach. (ala: ich hab hier Toppair, ich calle. Ich hab hier Midpair, ich folde etc.)

      Wenn du mit Coldcalls spielst (was am aller sinnvollsten ist), dann gibt es massiv Raum dafür den Gegner zu exploiten. Meistens callen wir IP (OOP haben wir eher starke Ranges, das macht es noch ein bisschen einfacher) und mit einer entsprechend weiten Range können wir auf bestimmten Boards natürlich glaubhaft diverse Hände repräsentieren.

      Die Frage dabei ist primär: Wie denkt der Gegner? Ist der Gegner in der Lage uns auf Hände zu readen oder denkt er auf Level 1 und sieht nur seine Hand und den Flop?

      Hier kannst du dir auch selber mal überlegen gegen welche Art von Gegner es sinnvoller ist welche Boardstruktur anzugreifen und vor allem WIE du am glaubhaftesten starke Hände vermitteln kannst. (das brauchst du nicht praktisch umsetzen, sondern kannst es auch als Gedankenexperiment durchführen)

      Das Thema Ranges ist ohne Initiative besonders wichtig, weil du ungefähr wissen musst wie du auch ohne Improvement gegen eine bestimmte Range auf bestimmten Boardtexturen da stehst (Übungssache mit dem Equilator, nach Sessions per Hand etc.) und dir überlegst, ob es sinnvoll ist eine Hand weiterzuspielen.

      Z.b. hast du AQs coldgecalled Preflop und dein Gegner cbettet mit hoher Frequenz unabhängig der Boardtexturen. Der Flop ist 952r (schwierig für beide Spieler zu treffen), du hast noch einen Backdoorflushdraw dabei.

      Jetzt überlegst du dir, dass es mal an der Zeit wäre dem Gegner eins auszuwischen und denkst drüber nach wie du am glaubhaftesten gegen ihn hier spielst. Du weisst folgende Dinge über ihn:

      1. er doublebarreled nicht allzu oft

      2. wenn er doublebarreled, dann ist seiner Range credit zu geben

      Die Mischung aus Backdoorequity, den potentiellen reverse Implied Odds des Gegners (kommt ein A am Turn, dann kann er AJ, AT, A9s, A8s etc. doublebarreln - evtl. sogar als bluff; kommt eine Queen ebenso, kommt unser Flushdraw dann können wir nochmal callen).
      Interessant ist aber der Zeitpunkt in denen der Gegner nicht doublebarreled und du den Pot runtercheckst mit der besten Hand oder versuchst den Pot vor dem Showdown zu gewinnen.


      Grundsätzlich ist es im Prinzip aber gar nicht nötig so weit auf den Microlimits zu gehen, sondern primär ist es erstmal wichtig, dass du in der aktiven Position in der Lage bist richtige Valuebets zu setzen. Das passive Spiel mit Händen kannst du dann nach und nach in dein Spiel integrieren.



      Wieso das ganze überhaupt? Wenn du eine "in meinen Augen gute" Preflopstrategie verfolgen willst, dann bist du gezwungen deine Range Preflop etwas zu polarisieren, um mögliche Fehlentscheidungen zu minimieren. D.h. 3-bet/Fold mit AJ oder AQ sollten ohne spezielle Reads nicht vorkommen. Da AJ und AQ natürlich zu stark zum Fold sind, aber zu schwach, um auf eine 4-Bet weiterzuspielen bleibt nur der Call.

      Du zwingst dich also künstlich in eine Postflopsituation (hälst auch künstlich die Range des Gegners weit), um dort MEHR Geld zu gewinnen.

      Natürlich bleibt auch weiterhin immer 3-Bet/Fold mit solchen Hände eine Optione (auch mit SCs und Pocketpairs), aber man "vereinfacht" sein Spiel etwas auf Kosten des EVs.