2 Fragen zum Thema 'Tilt'

    • Siete777
      Siete777
      Black
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 5.686
      1) Wie zeigt sich Tilt in Handeln, Kommunikation, Denken und Fuehlen?

      2) In welchen Situationen kommt tilt vor?

      Bitte nur ernsthafte Antworten. Die besten Antworten werden in einer Videoserie verewigt. ^^
  • 13 Antworten
    • MrMarv89
      MrMarv89
      Bronze
      Dabei seit: 03.01.2009 Beiträge: 2.657
      1)

      in der kommunikation äußért sich tilt oft durch "...ja aber-phrasen". also der unwille andere lines anzuerkennen, bzw sie im vergleich zu der gewählten, als die bessere zu sehen.


      2)

      Tilt kommt in situationen vor, in denen man sich von der varianz "ungerecht" behandelt fühlt. sprich nicht nur wenn man mit AA gegen KK pre AI kommt und der miracle 2 outer am river ankommt, sondern vielmehr wenn man 10 mal hintereinander vom BU AA raised und immer die blinds bekommt und wenn man dann im 11 stealversuch mit K8 dann n call vom sb und n shove vom bb kassiert :P
      persönlich tilte ich am häufigsten wenn, nl10 sei dank, im 3 bet pot am showdown dann 73o als geflopptes 2 pair auftaucht :P
      auch lines wie limp/call pre 1bb donk/call flop und turn um dann am river ne ps bet abzufeuern lassen meine hand oft verkrampfen :D


      morgen gibts noch n edit---> atm zu müde ^^
    • neNULLr
      neNULLr
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2009 Beiträge: 2.013
      ich fluche auf französisch (ich spreche gar kein französisch)
    • NamenIos
      NamenIos
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2007 Beiträge: 1.009
      Ich denke mal du willst die individuellen Antworten eines jeden haben und keine allgemeinen Muster.

      Zu 1:Bei mir zeigt sich Tilt indem ich in Situationen mit einer bösen Vorahnung hineingehe, obwohl ich weiß, dass sie +EV sein. Es ist mehr eine Frustration und ein allgmeines genervt sein von der Welt und sich selbst(!! - obwohl man sich bewusst über Varianz Verdienst etc ist und das ganze sich in durchaus "normalen Dimensionen" abspielt), allerdings werde nicht agressiv gegenüber anderen.

      Tilt ist auch unüberlegtes automatisiertes Handeln, ohne die Situation so gut zu durchleuchten wie es nötig ist.

      In Kommunikation äußert sich das ganze außerhalb des Tisches nicht, manchmal bin ich halt genervt, aber das lasse ich egal aus welchem Grund nicht an Mitmenschen aus. Liegt aber eher daran, dass ich allgemeint wenig über genaueres beim Pokern spreche.

      Wenn ich auf Tilt bin, quitte ich eher.

      edit: Extremer langanhaltender Tilt = eine neue Variante austesten ;)

      Zu 2: Man selbst spielt schlecht, egal ob die äußeren Umstände stimmen oder nicht.

      Es geht unverhältnismäßig über längere Zeit runter. Gerade wenn man 3-5 mal vom gleichen (vllt auch noch schlechteren) Reg mäßig an der Bubble gecallt wird und er jedesmal den Flip gewinnt / aussuckt. Für mich ist das auch ärgerlicher als gegen Vollfische die superschlecht callen zu verlieren.

      Teilweise ist man auch auf sehr leichten Tilt und trifft eine mittelmäßige Entscheidung und hasst sich selbst dafür und geht dann erst "richtig auf Tilt".

      Flames von anderen muntern mich eher auf.

      Man setzt sich unmotiviert an die Tische, das begünstigt Tilt - was ein Teufelskreis ist.


      Ich glaube nicht, dass ich der typische Tilter bin, allerdings ist bei diesen Zerstörungstiltern sowieso Hopfen und Malz verloren und diese sollten sich überlegen ob sie für das, was momentan im Poker zu holen sich das ganze antun sollten.

      Ach ja tighteres BRM und gefestigtere Entscheidungen am Tisch helfen bei mir an stärksten Tilt zu vermeiden.

      Da du uU monetär von diesem Beitrag Nutzen ziehst, spende bitte 5$ irgendwohin, wenn du das ganze im Video nutzt. Ich stell das obv nicht als Bedingung für die Verwendung meiner Zeilen aber als Anregung.
    • Casper23
      Casper23
      Bronze
      Dabei seit: 23.10.2006 Beiträge: 695
      Original von neNULLr
      ich fluche auf französisch (ich spreche gar kein französisch)
      :heart:
    • Sim87
      Sim87
      Black
      Dabei seit: 29.10.2006 Beiträge: 8.692
      tilt ist 100% gefühl und 0% verstand.

      a-game ist umgekehrt.
    • IronPumper
      IronPumper
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 14.838
      Ist die Frage nur auf Pokern bezogen?

      Ich nehms einfach mal an, da es ja für eineVid-Serie gut sein soll.

      zu 1.) ist natürich individuell und es gibt zahlreiche Erscheinungsformen.

      Paar Bsp.:

      - reultatsortientiertes Denken.
      - Zynismus
      - Wut, die nach außen sichtbar wird (Schlag auf den Tisch, Schrei...)
      - schneller werdende, flache Atmung (Puls erhöht sich)
      - Unsicherheit
      - Schuldgefühle (Bsp. bei marg. Entscheidungen, bei denen man sich nach Ausgang dann doch nicht mehr so sicher ist)
      - Frustration (das kann sehr tief gehn -> so kann man zb. frustiriert darüber sein, dass Abwehrmechanismen, Suggerieren von "Tiltblockern" nicht mehr so funzen)
      - Beschwichtigung
      - Rechtfertigung


      zu 2.) Ist wiederum individuell und hängt von den Auslösern (Tilt-Triggers) einer jeweiligen Person ab, oder wie schwer einzelne wirken.


      Bekannt sind:

      - Bad Beats (schwacher Trigger, außer bei Leuten mit sehr wenig Erfahrung und Freizeitspielern)
      - SetUps/Coolers (schwacher Trigger)
      - Downswings (immer stärker werdender Trigger) - (längere Perioden, in denen es resultattsechnisch nciht wie gewünscht läuft, zerren vor allem zb. an der Motivation -> Gegenmaßnahmen wie z.b. mentale Sessionvorbereitungen sind hier wichtig - Aber auch diese werden immer schwieriger...)
      - Handverläufe, deren Resultat ganz klar zeigt, dass die getroffenen Annhamen und somit die Entscheidungen schlichtweg inkorrekt gewesen sind (auch für erfahrene Leute, wohl der stärkste Trigger -> Gegenmaßnahme: Man muss langsam versuchen zu erlernen sich Fehler verzeihen zu können)

      btw.,
      Machst du praktsich eine Psychologie/Mindset-VidSerie?

      Wenn ja,
      :f_thumbsup:

      Lg,
      IronPumper =)
    • Knallo
      Knallo
      Bronze
      Dabei seit: 30.05.2006 Beiträge: 4.906
      Original von Sim87
      tilt ist 100% gefühl und 0% verstand.

      a-game ist umgekehrt.
      Kann ich nur unterschreiben.
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Original von Sim87
      tilt ist 100% gefühl und 0% verstand.

      a-game ist umgekehrt.
      Und was ist dann 90% Gefühl und 10% Verstand?^^


      @Topic:

      Ich denke mein Mindset ist inzwischen schon recht stabil. Von dem Gesichtspunkt her:

      1) Wie zeigt sich Tilt in Handeln, Kommunikation, Denken und Fuehlen?


      Bei mir registrier ich öfters mal Formelhaften Tilt. Das heißt wenn ich nach einer Session nur noch robotermäßig das Set runtergrinde und ich den Autopiloten laufen hab. Passiert sowohl dann wenn es sehr schlecht läuft als auch wenn es sehr gut läuft. Da letzteres unter Umständen auch schon enorm erfolgreich war seh ich den Tilt weniger dramatisch an.
      In der Push or Fold Phase kann es durch kurzfristige Erfolgs- oder Verlustphasen dazu führen dass ich entweder anfange zu tight oder zu loose zu pushen oder zu callen. Inwiefern mich das Geld kostet hab ich aber noch nicht analysiert^^
      In der early Phase fällt es anhand von "Hand-Charts" recht einfach weder zu loose noch zu tight zu sein.
      Bei Bad Beats verdreh ich meist nur die Augen und sag "obv is obv" eher scherzhaft. Ob ich dadurch tilte denk ich nicht wirklich. Manchmal freu ich mich sogar drüber und sehe meine Pflicht, den Fish zu füttern als erfüllt an :D




      2) In welchen Situationen kommt tilt vor?


      Meist wenn es wirklich ekelhaft schlecht läuft. Wenn ich beispielsweise in 25er Sets spiele erwarte ich im Schnitt in etwa 6~8 Fällen ITM zu kommen. Ein komplettes Set ohne Cash wirkt dann schnell mal dämpfend aufs Gemüt. Oder mehrere Sets mit unterdurchschnittlichen ITM Werten. Noch schlimmer ist es auf mehrere 100 Spiele scheiße zu runnen.

      Oder kurz gesagt: Je heftiger und "unnormaler" die Varianz, umso eher kommt Tilt vor. Vermutlich noch eher wenn man noch anderen Umständen ausgesetzt ist, zB einer Challenge oder ein bestimmtes finanzielles Ziel. Und ganz besonders auch wenn man sich reinhängt, Theorie macht und auch viel spielt und das nicht belohnt wird. Oder einfach nervige Umstände wie eine Mücke, Fliege oder wenn man beim masstablen durch irgendwen gestört wird...und vor allem bei Disconnects :D

      Was ich für mich persönlich festgestellt hab ist, dass man bei der Theorie manchmal an der falschen Stelle operiert. Da kann es wieder helfen einem sehr guten Spieler über die Schultern zu schauen um zu erkennen wo die wahren Schwachstellen liegen (natürlich in der gleichen Disziplin und ähnlichen Limits). So hätte ich mir viel Tilt und Unmut ersparen können wenn ich die richtigen Stellen vor den 2000 Spielen gefixt hätte :D


      Grade bei Anfängern wird der Tilt vermutlich am stärksten zuschlagen, da diese weder Erfahrung mit der Varianz haben noch ihr wahres grässliches Ausmaß begreifen können; zudem sind sie verunsichert wegen ihres Spiels und fragen sich, ob nicht doch Fehler schuld daran sind.
      Jemand mit mehreren Hunderttausend Händen auf dem Kerbholz wird seine Winrate schon eher kennen und den ein oder anderen fiesen Down durchgemacht haben, sodass es ihm wohl leichter fällt (oder fallen sollte) auch künftige wegzustecken.
    • 18487
      18487
      Bronze
      Dabei seit: 07.11.2008 Beiträge: 1.880
      Wenn ich n Pes Match verlier schaltet sich bei mir alles aus und ich Tilte komplett...
      Da kenn ich keine Freunde oder Verwandte mehr...
      Ein Gefühl von Hass kommt auf...Hinterher muss ich über mich selbst lachen...

      Beim Poker tilt ich nicht. :s_cool:
    • Sim87
      Sim87
      Black
      Dabei seit: 29.10.2006 Beiträge: 8.692
      Original von Romeryo
      Original von Sim87
      tilt ist 100% gefühl und 0% verstand.

      a-game ist umgekehrt.
      Und was ist dann 90% Gefühl und 10% Verstand?^^

      teils auf wenn du möchtest. 50/50 wäre zB c-game, 80/20 b-game etc etc.
      ändert nix an meiner definition.
    • Apep
      Apep
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2007 Beiträge: 1.670
      Original von Siete777
      1) Wie zeigt sich Tilt in Handeln, Kommunikation, Denken und Fuehlen?
      Tilt ist das emotional bedingte Abweichen vom A-Game.
      Wie sich das im Detail äußert, ist unterschiedlich. Typische Gefühle sind Wut, Verzweiflung und Angst. Viele fangen an, immer ergebnisorientierter zu denken oder ihre Entscheidungen überhastet zu fällen. Auch der krampfhafte Versuch, Verluste unbedingt wieder ausgleichen zu wollen ist oft ein Zeichen von Tilt. Später kommt es dann zu regelrechten Wutausbrüchen von reinem Schimpfen bis hin zum Zerstören von Gegenständen.

      Als Zeichen für eine etwas andere Form von Tilt kann man Selbstüberschätzung und Euphorie sehen. Die Auswirkungen auf die Spielweise sind dabei ähnlich. Wutanfälle bleiben aber natürlich aus, allerdings kann die Gefühlslage schnell kippen, wenn die schlechtere Spielweise zu schnellen Verlusten führt.

      Original von Siete777
      2) In welchen Situationen kommt tilt vor?
      Tilt baut sich meistens über einen gewissen Zeitraum auf. Die hauptsächliche Ursache ist ganz einfach gesagt, dass "es schlecht läuft", sich also die normalen Bad Beats, Setups und Cooler eine Weile besonders stark häufen. Auch von der Angst, einen zwischenzeitlichen Gewinn nicht bis zum Ende des Tages halten zu können, wird berichtet.
      Beschleunigt werden kann Tilt zudem noch durch negative äußere oder innere Einflüsse wie Störungen, Müdigkeit oder vorhergegangene negative Erlebnisse.

      Wie schnell jemand zum Tilt neigt, ist natürlich zunächst mal von der Persönlichkeit abhängig. Manche Menschen neigen stärker zum Tilt, manche weniger stark.
      Es gibt aber noch mehr Einflüsse. Poker-Erfahrung ist vielleicht der wichtigste Faktor zur Senkung der Tilt-Gefahr. Nicht unterschätzen sollte man auch die Auswirkungen eines guten Bankrollmanagements. Viele Spieler neigen kurz nach einem Limit-Aufstieg eher zum Tilt, weil sie Angst haben, gleich wieder absteigen zu müssen.

      Die andere Variante ist, dass kurzfristige große Erfolge zu einer Art Tilt führen. Wenn für eine Weile jeder Bluff durchgeht und jeder Draw ankommt, neigen einige Spieler dazu, immer gewagtere Moves oder Calls bei schlechten Odds zu machen.
    • groovechampion
      groovechampion
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2009 Beiträge: 1.947
      Original von Siete777
      1) Wie zeigt sich Tilt in Handeln, Kommunikation, Denken und Fuehlen?
      Tilt ist Selbstzerstörung wider besseres Wissen. Ich merke selbst, daß ich angefressen bin und auf Tilt komme, mache aber trotzdem munter weiter.

      Original von Siete777
      2) In welchen Situationen kommt tilt vor?
      Wenn man sich weigert, die ungerecht erscheinenden Fakten zu akzeptieren und das "Unrecht" wieder ausgleichen möchte.
    • Pris0n
      Pris0n
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2007 Beiträge: 8.603
      Original von Siete777
      1) Wie zeigt sich Tilt in Handeln, Kommunikation, Denken und Fuehlen?

      2) In welchen Situationen kommt tilt vor?

      Bitte nur ernsthafte Antworten. Die besten Antworten werden in einer Videoserie verewigt. ^^
      1) Man wird aggressiv sowohl verbal als auch physisch, wobei sich die Gewaltaktionen je nach Typus unterscheiden. Der eine zerstört was der andere klatscht die Hand auf den Tisch usw...
      Gedanklich s. 2)
      In der Regel ist es so, dass, man einem Hände minutenlang noch sauer aufstoßen wenn man an sie denkt und diese Gefühlsausbrüche erneut hochkommen.
      Dazu gesellen sich in er Regel Sprüche wie:
      "Kann doch nicht sein!"
      "Total sinnlos"
      "Was ein scheiss"
      ....



      2) Wenn man schlecht runnt/Bad Beats kassiert und dadurch schlechte Gedanken ala "Wird eh nix" "Verlier eh" zulässt.


      Gestern erst wieder erlebt....