Der Wert der Intuition

    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.380
      Sowas ist natürlich immer sehr schwer zu formulieren und über die Wichtigkeit gültige Aussagen zu treffen, da jeder schon von Haus aus eine andere Wahrnehmung hat. Aber dennoch, man ertappt sich doch hin und wieder dass man weg von rationalen Gedanken einen gefühlsmäßigen Raise, Call, Fold macht. Wie wichtig ist Euch Eure Intuition?

      Ein Indiz dafür dass ich persönlich die Intuition für enorm wichtig halte ist folgender Fakt. Bei steigender Tischanzahl fällt die Winrate obwohl man sich sicher ist alle klar erfassbaren Fakten immer noch mitzubekommen. Man kann es sich einfach nicht erklären warum man mit 6 Tischen nicht so gut performed wie mit 4 Tischen (beispiel) obwohl man eben 100prozentig überzeugt ist, dass man eben wirklich alles an Daten mit einfließen hat lassen.
      Aber eben das Gefühl was durch diverese TimingTells unterstützt wird und der Art und Weise wie ein Gegner seine Lines wählt gebildet wird, wird eben nicht mehr so gut bedient, mit Informationen gefüttert.

      Nun ist aber die Frage, ist dies dann wirklich Intuition im klassischen Sinne, also ein nicht in der Entstehung nachvollziehbares Gefühl, oder eben auch nur die Summe und die Qualität der Eindrücke die verarbeitet werden. Dann wäre der Ansatz aber falsch und ich hätte keine Erklärung für die schlechtere Perfomance mit mehr Tischen. Was dann bedeutet der Wert der Intuition = 0 und alles ist doch nur nachvollziehbaren Dingen zuzuschreiben.

      Das bedeutet für mich da Intuition = Talent ist, dass es kein Talent im Pokern gibt.

      Sry alles etwas wirr, aber sind grade meine Gedanken ;)


      Brainstorming please zu Intuition, Talent und dicken Titten ^^
  • 11 Antworten
    • hasufly
      hasufly
      Black
      Dabei seit: 01.12.2006 Beiträge: 7.370
      Original von Nani74
      Brainstorming please zu Intuition, Talent und dicken Titten ^^
      Intuitiv würd ich sagen sagen du hast zwar kein Talent, aber dafür dicke Titten.
    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.380
      willst mal dran lecken?
    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.459
      Original von Nani74
      Nun ist aber die Frage, ist dies dann wirklich Intuition im klassischen Sinne, also ein nicht in der Entstehung nachvollziehbares Gefühl, oder eben auch nur die Summe und die Qualität der Eindrücke die verarbeitet werden.
      Wieso oder?

      Intuition ist für mich das Gleiche wie Instinkt, oder auch Gefühl.
      Was ist das Gefühl? Ich würde sagen: Denkprozesse, die im Unterbewusstsein stattfinden, die zu komplex für das bewusste, verstandesmäßige Denken ist.
      Wiki sagt:
      "Die Intuition ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes, also etwa ohne Schlussfolgerungen, zu erlangen."

      Einfaches Beispiel Liebe: Niemand kann das Gefühl des Verliebtseins in Worte definieren, zumindest nicht vollends. Es kann auch passieren, dass wir, obwohl nichts geschehen ist, irgendwann nicht mehr verliebt sind.
      Warum küssen wir den Partner?
      Was wollen wir später beruflich machen, welches Auto kaufen wir uns, welche Farbe finden wir toll? usw. usw.

      Beim Poker ist es witzig, dass man sich in Spots wiederfindet, in denen man einerseits überlegt Bottom-Set auf nem Board zu folden, auf dem man irgendwann auch Ace high callt, obwohl es exakt die selbe Situation scheint.

      Meines Erachtens sind Ivey und Antonious so dermaßen gut, weil sie Bewusstsein und Unbewusstsein so optimal eingestellt haben, dass sie das Bewusstsein im A-Game so runterfahren, dass es nur noch als Grundgerüst wirkt und sie dadurch die Fähigkeit haben, ihr Unbewusstsein "laufen" zu lassen.
      Hierzu ein interessantes Video: Folge 104
      Edit: Ups, postete das falsche Video, was aber auch nicht so schlecht ist, deshalb lasse ich´s drin.
      Hier das "Richtige": Folge 82

      Ein netter Selbsttest zu Timingtells:
      Man mache sich den Plan 15 Minuten in einem Raum zu verbringen, in dem keine Uhr oder sonst was, was die Zeit verraten könnte. Nach 15 Minuten geht man raus aus dem Raum und schaut dann, wie man schätzte.
      Kennt bestimmt Jeder, dass man nen Plan macht, wann man irgendwohin los muss, sich sagt, dass man z. B. 19:45 Uhr los muss, dann irgendwas anderes macht und bei 19:45 es irgendwie Klick im Hirn macht, oder man gerade auf die Uhr schaut.
      Hatte das bei nem Film, den ich auf Youtube sah. Ich bemerkte (Bewusst) es erst nach dem 3. oder 4. mal. Irgendeinen Film war immer in 10-Minutenparts aufgeteilt. Irgendwann bemerkte ich, wie meine Hand und mein Körper bereits zur Maus griffen, obwohl der Teil (im Vollbildmodus) noch liefen. Das Lustige ist, dass die Parts oft nur noch ca. 10 Sekunden liefen.
      Das ist für´s Pokern recht optimal denke ich.


      Allerdings kann die Intuition auch ma ziemlich ausfallen, wenn man irgendwelche Probleme oder sowas hat, sodass man sich für gewisse Zeit fast gar nicht auf sie verlassen kann.
    • Nichtschwimmer
      Nichtschwimmer
      Black
      Dabei seit: 19.02.2007 Beiträge: 6.974
    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.380
      gut? ein paar thoughts dazu wären nice ;) auch gerne per ct wenns zu offtopic is
    • Nichtschwimmer
      Nichtschwimmer
      Black
      Dabei seit: 19.02.2007 Beiträge: 6.974
      Grundthese des Buchs ist, dass intuitiv getroffene Entscheidungen im Durchschnitt mindestens genauso gut sind wie Entscheidungen, die durch rationale Analyse getroffen wurden. Außerdem argumentiert er, dass man die Intuition durch rationale Analyse schulen kann. Wenn du also häufig im Pokerstove Ranges durchgehst, Equities und Foldequities kalkulierst wirst du am Tisch ohne Hilfsprogramm intuitiv bessere Entscheidungen treffen. Insgesamt ein sehr interessantes Buch, auch wenn er für meinen Geschmack noch viel mehr in die Tiefe hätte gehen können.

      Das Offtopic-Zeugs was ich dir eigentlich schreiben wollte lasse ich nun doch wieder. Würde dich nur ärgern und mich mittelfristig meinen Zeigefinger kosten ;) Aber falls du dich noch für Typology interessieren solltest lies am Besten personality type: an owner's manual, ich hab Please Understand Me 2 auch gelesen und halte es für ziemlich schwach. Keirsey geht auf die Funktionen und ihre Bedeutung überhaupt nicht ein, dabei sind sie meiner Meinung nach das, was typology überhaupt ausmacht.
    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.380
      wenn dus mir nicht schickst, kostet es dich deine ganze hand btw. ;)
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.511
      Blink ist nen gutes Buch.

      Vor allem das Konzept der rational geschulten Intuition trifft 1a auf Poker zu.
    • Settra
      Settra
      Bronze
      Dabei seit: 09.07.2007 Beiträge: 859
      Original von Korn
      Blink ist nen gutes Buch.

      Vor allem das Konzept der rational geschulten Intuition trifft 1a auf Poker zu.
      Rational geschulte Intuition trifft es sehr gut, beim Poker ist Intuition doch nur das Unterbewusstsein, was aufgrund von Erfahrungswerten eine Entscheidung trifft die nicht aktiv vom Bewusstsein beeinflusst wird. Eben der "Herocall" oder der Bluff den macht hin und wieder mal einfügt, obwohl man ihn nicht wirklich begründen kann.
      Insofern ist die Entscheidung die man intuitiv trifft in ihrer Entstehung schon begründet (weil sie auf Erfahrungswerten basiert), jedoch für den Ausführenden nicht zwingend nachvollziehbar.

      Die schlechte Perfomance am Tisch lässt sich damit begründen, dass das Unterbewusstsein nicht mehr mit allen Informationen gefüttert wird, weil die Informationsflut bei 4-6 Tischen einfach zu groß ist, d.h. die Entscheidungen können nur noch durch die Informationen getroffen werden, die aktiv wahrgenommen und verarbeitet werden und das sind viel zu wenige.

      Wer bei welcher Tischanzahl dann die optimale Winrate hat, liegt imho daran wie gut er aktiv (bewusst) und unterbewusst Informationen aufnehmen und verarbeiten kann.
    • KingScal
      KingScal
      Black
      Dabei seit: 10.04.2008 Beiträge: 794
      Ist es nicht auch schlicht so, dass man bei steigender Tischanzahl den gameflow der einzelnen Tische nicht mehr im Auge hat? Aus mathematischer Sicht mag das dann zwar noch A Game sein, aber wenn du z.B. verpasst das villain gerade am tilten ist fehlen dir einfach diese Informationen um richtig zu adapten.
    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.459
      Habe dieses Buch nun gelesen. Habe 1-2 interessante Dinge rausziehen können, was schon viel ist, da ich eigentlich wirklich neue Erkenntnisse sehr selten nur von anderen erfahre. Das Meiste hat man eh schon im Kopf, sofern man gerne denkt.

      Ich glaube, dass die Intuition, auch wenn sie im Buch recht gut beschrieben ist, wie man mit ihr umgehen kann, noch so komplex ist, dass man es niemals in ein Buch packen kann, sodass man am Besten damit fährt, in dem man selbst über die Dinge und Menschen in der Welt (nach)denkt, reflektiert, genauso sich selbst und sein Wesen in der Welt, und seine Talente fördert.

      Selber (er)finden ist das Beste, was man machen kann, finde ich. Immer stetig den Willen fördern, sich zu verbessern.


      Also das Buch kann man sich durchlesen, auf jeden Fall.
      Einiges mag ich dadrin überhaupt nicht, aber ist ja egal, da es wichtig ist, sich die guten Dinge rauszufiltern und mitzunehmen.