Frage zur Standardlinie mit Ace high im BB

    • Anticlock
      Anticlock
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2007 Beiträge: 27
      Folgende Situation habe ich öfter (FL-SH):
      Ich bin im Big Blind mit z.B. A7. Mp3 (normaler TAG/LAG) openraist, ich calle als BB-Defense lt. ORC.
      Flop bringt ein A.
      2 Linien sind ja jetzt möglich:
      1. c/r und turnbet. Vorteil: Ich gewinne die Initiative. Problem: Turnraise des Gegners (als Standardmove nach call am flop) macht's teuer.
      2. c/c und passiv weiter. Vorteil: Ich lass ihn bluffen, wenn er kein A hat, bette den Turn selbst, wenn er Angst bekommt. Problem: Am River entgeht mir eine Bet, wenn er behind checkt.

      Was ist in solchen Ahigh-BB-Situationen die Standardvorgehensweise? Wahrscheinlich die aggressive Variante 1, oder? Beim turnraise dann aber folden?
  • 7 Antworten
    • dwade1984
      dwade1984
      Bronze
      Dabei seit: 19.01.2007 Beiträge: 8.292
      Ich habe lange nicht mehr intensiv FL gespielt, aber diesen monat ein wenig wieder.
      Die c/r flop, lead turn Variante ist imho zu aggro für eine relativ tighte OPR Range von MP3 auf dry boards. Wenn er dich auf dem dry board nach Flop c/r callt, ist ein raise am turn so wahrscheinlich, dass ich da eher die passive line wählen würde.

      Auf wet boards kann er dich easy mit 2nd, 3rd pair downcallen, auch ein Turnraise kann einfach nur ein combodraw zb. bedeuten.

      Aber wie gesagt, bin sehr eingerostet, was das Spiel und vor allem die aktuelle Dynamik angeht.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Schau mal ein wenig ins HB-Forum, dort findest du viele Beispiele zu der Situation.

      Eine kleine Diskussion zu c/r vs. WA/WB z.B. hier:

      1/2: c/r Flop vs WA/WB

      Zwar ein capped Pot, aber geht in die Richtung.

      Generell ist die Situation zu stark vom board abhängig, auf trockenen boards würde ich auch eher WA/WB spielen und Villain entweder bluffen, oder für dich value-betten lassen. Auf draw-lastigen boards spiele ich auch lieber aggressiv, um am Turn keine freecard zu verteilen. Die Sache ist ja auch die, dass du auf draw-lastigen boards nicht nur TP c/r b b spielst, sondern auch draws, wodurch Villain häufiger eine schlechtere Hand runtercallen wird, als auf trockenen boards.
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.997
      Kommt halt auch immer stark auf den Gegner an. Du solltest gegen TAG's aber grundsätzlich beide Lines im Reportoire haben. Würdest du mit dem A immer checkraisen, kann der Gegner deinen Check/call sehr wahrscheinlich immer als Midpair oder schlechter deuten. WEnn ein Gutshot möglich ist, ala AQx AJx, dann würde ich aber immer checkraisen, weil dein Gegner dann auch häufiger das Midpair hat, dich auszahlt und mit broadway-Händen noch GUtshots, die am Turn ja auch häufiger ein Pair machen, der Gegner dann ein Pair mit nem Gutshot hat und den Turn auch noch callt. Wenn du aber nur c/c spielst, folgt häufig ein cb am Turn und cc c/r möchtest du ja nicht mit A7 auf einem AQJx-Board spielen.

      Auf drawheavy-Boards würde ich immer checkraisen, weil du lighter downgecallt wirst und der Gegner selber mehr Outs gegen dich hat.

      Auf dry Boards wie A63rainbow A84rainbow gegen solide TAG's ist durchaus auch ein c/r + bet/fold am Turn möglich. Es kommt in dieser Situation drauf an, ob er dich

      a) mit Pocketpairs downcallt

      wenn er tight foldet, würde ich lieber c/c spielen und ihn CB spielen lassen, um dann den River zu betten

      Wenn er nämlich die medium PP's foldet und die Mehrheit seiner Hände aus Ax besteht, kannst du mit A7o nicht profitabel valuebetten.

      Vorteil des c/c ist weiterhin, dass er zur second best Hand improven kann und ggf. bet/fold turn oder cb, call River mit KJ spielt, wenn am Turn ein K oder ein J fällt.

      b) wie loose sein Valueplay ist

      ist er einer,der zwar TT JJ QQ KK zum Showdown bringt, im Gegenzug aber mit A8+ den Turn raist und den River bettet, solltest du auch lieber passiv spielen.

      c) auf dein Image

      wenn du ihn die letzten Hände geblufft hast (und er das auch am Showdown registriert hat) und ein looses Image hast, würde ich auch checkraisen. Wenn dein Gegner anzunehmen hat, dass einige Bluffs in deiner Range sind, wird er wohl Ax for Bluffinduce auch nur downcallen oder erst am River raisen (oder auc nicht, um den Bluff am Showdown zu sehen) und könnte dich aber mit KJ oder KQ runtercallen auch mal downcallen.

      Gegen TAG's die ein zu tightes Valueplay haben und zugleich einen hohen WTS (was widersprüchlich aber nicht unmöglich ist), würde ich auch checkraisen, da die PP's downcallen und du gegen einige bessere Asse nur 1SB mehr verlierst und bei dem Read den Turn auch bet/fold spielen kannst.

      Gegen viele TAG's klappt Bluffinduce nicht mehr so gut aber gegen LAG's, die auch mal mit QJ durchknallen können, auf checkraise aber nicht wild 3betten und cappen mit Air, eignet sich auch sehr gut ein c/c.

      Es ist also - wie immer - stark vom Read und vom Verhalten des Gegners abhängig und grundsätzlich muss man beide Lines mal spielen, um seinen c/c und c/r am Flop wechselseitig zu balancen.
    • Schelm
      Schelm
      Bronze
      Dabei seit: 13.12.2006 Beiträge: 5.199
      Original von Anticlock
      Folgende Situation habe ich öfter (FL-SH):
      Ich bin im Big Blind mit z.B. A7. Mp3 (normaler TAG/LAG) openraist, ich calle als BB-Defense lt. ORC.
      Flop bringt ein A.
      2 Linien sind ja jetzt möglich:
      1. c/r und turnbet. Vorteil: Ich gewinne die Initiative. Problem: Turnraise des Gegners (als Standardmove nach call am flop) macht's teuer.
      2. c/c und passiv weiter. Vorteil: Ich lass ihn bluffen, wenn er kein A hat, bette den Turn selbst, wenn er Angst bekommt. Problem: Am River entgeht mir eine Bet, wenn er behind checkt.
      Was ist in solchen Ahigh-BB-Situationen die Standardvorgehensweise? Wahrscheinlich die aggressive Variante 1, oder? Beim turnraise dann aber folden?
      am river ist eine donk oft sehr gut! verhindert das behind checken des gegners und bessere Asse raisen meist nicht mehr weil sie Angst vor gerivertem 2pair oder so haben. wenn er dich dann noch raised kannst du top pair easy folden. dazu kommt, dass deine donk komisch wirkt und er vieles noch callen wird, was er sonst behind gecheckt hätte.
      also c/c c/c donk ist oft die beste lösung mMn!
    • Aerox88
      Aerox88
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2007 Beiträge: 2.906
      ich hab kein plan von FL, aber wenn c/r zu stark ist, du aber nicht die bet am River verliernen willst, spiel doch c/c F/T, d R. ob man dann auf nen raise am River folden muss hab ich aber kein plan. wenn manns folden muss sollte man aber wohl nicht den River donken. dann is die lein wohl schlecht. aber kann man doch auch Riverabhängig machen, je nach dem wie viele draws am River busten, ...
    • MorchManN
      MorchManN
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2005 Beiträge: 2.012
      Das problem an der donk am river ist halt dass sie eigtl ueberhaupt nicht gebalanct ist.. Wir wuerden doch bei jedem gerivertem 2pair auf einen c/r gehen, oder?
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.997
      Das ist ein berechtigtes Problem. WEnn eine Blank kommt und wir c/c c/c donk spielen, ist unsere Hand oft sehr transparent und die Line ist durch bluffraises exploitable. Komischerweise hat mir die Erfahrung aber gezeigt, dass viele Gegner ehrlich raisen, obwohl unsere Hand recht face-up ist.

      So kann man gegen viele nonbluffy straightforward-TAG's recht guten Gewissens donk/fold spielen, wenn die Annahme zutrifft, dass er nicht viele busted Draws bluffen kann und mehr schlechtere Hände callen, die sonst behind checken, als bessere Hände, die auf eine scarecard am River auch CB spielen könnten.


      Aber man muss trotzdem aufpassen mit seinen unbalanced-Lines. Wenn der Gegner auf Grundlage von mehreren Situationen einen Read gepickt haben sollte, muss man auch mal bet/call am River spielen.

      Gegen Gegner die am River zu tight als zu loose valueraisen, verpasst man halt häufig Value, donkt man A2 auf einem A7492 Board, nach cc cc. Da callen halt viele TAG's mit einem 1-card Ace nur, was sie ansonsten bet/call spielen.


      Da man sich aber nie genau sicher sein kann, ob der Gegner jetzt nicht doch adapted, sollte man ab und an auch mal donk/call oder die donk/3bet-Line bei 2 oder 5-outer-improve spielen, damit man sich nicht so häufig exploitet fühlt, wenn der Riverraise dann kommt und man denkt "damn, hat ers oder hat ers nicht?"

      Gegen Unknown würde ich grundsätzlich immer eine showdowngebundene Line mit donk/call oder c/c spielen.

      Ich habe es auch noch nicht hinreichend gebalanced aber ich arbeite dran. :)