Superturbo - Notes, Software etc.

    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Nach längerer Abstinenz von SnGs werde ich einen Versuch machen, die Superturbos auf FullTilt zu schlagen, auch wenn ich dort nicht getrackt spielen kann.

      Installiert sind HEM und Wizard - die Spieler, die dort auftreten kenne ich nicht. Da ich mich mit der Struktur erst vertraut machen möchte, beginne ich ganz konventionell auf den $ 1+0.10 Turnieren.

      Frage 1: Stats und HUD
      HEM hat bekanntlich ein Hud, das in irgendeiner Weise eingesetzt werden will. Zunächst habe ich das Hud so eingestellt, dass die angezeigten Stats sich nur auf Hände mit gleicher oder ähnlicher Spieleranzahl beziehen, weil es offensichtlich unsinnig ist, einen VPIP-Wert anzuzeigen, der 3handed und 9handed Situationen miteinander vermischt.

      Da sich das Spiel bei den Superturbos im Wesentlichen Preflop abspielen sollte, verzichte ich auf alle Postflop-Werte. Anzeigen lassen ich mir VPIP und PFR, dazu die Werte für Limp/Fold, Limp/Call und Limp/Reraise, damit ich einigermaßen einschätzen kann, ob ein Limper nun ein hohes Paar verheimlichen will oder mit einem Connector billig den Flop sehen will.

      Gibt es weitere Stats, die hier sinnvollerweise angezeigt werden sollten und wie wären sie zu interpretieren?

      Frage 2: VPIP
      Die wichtigste Aufgabe des VPIP ist wohl die Unterscheidung von tighten und loosen Spielern. Das Hud bietet hierzu auch an, diese Werte farblich zu markieren, etwa grün für loose, rot für tight o.ä. Was aber ist "tight" für einen Spieler in früher Position in einem 7handed Super-Turbo-SnG? Offensichtlich hängt das auch von der Stack-Größe ab, zu der die HEM-Werte aber nichst sagen. Kann mir hier jemand Ratschläge für Durchschnitts- oder Richtwerte geben, anhand derer ich die Gegner klassifizieren kann?

      Frage 3: Notes
      Was sind in einem von Push-or-Fold-Entscheidungen geprägten Spiel die Auffälligkeiten, die in Notes niedergelegt werden sollten? Das Thema Openlimping hoffe ich über die Stats herausfiltern zu können. Für die Notes eignen sich daher noch die Tendenzen bei einem 3-BB-Openrise statt einem AllIn.

      Gibt es weitere signifikante Spielweisen, die einen Spieler kennzeichnen oder bleibt es hier bei dem Versuch, die Pushing- und Calling-Ranges zu erkennen?

      Frage 4: Markierungen
      Die Möglichkeiten, Spieler farblich zu markieren ist zunächst ein schönes Spielzeug. Wie lässt es sich sinnvoll einsetzen? Ob ein Spieler tight oder loose ist, sollten mir die Stats sagen, so dass es hier keine zusätzliche Markierung braucht, oder?

      Wichtig wäre vielleicht, ob ein Gegner winning oder loosing player ist, weil das die Turnierauswahl beeinflussen kann. Ebenso könnte es sinnvoll sein, die Regulars zu markieren, obwohl auch hier die Anzahl der Hände in den Stats recht schnell Aufschluss gibt.

      Gibt es weitere Markierungsvorschläge?

      Frage 5: Opponent-Modell
      Der wizard frage bekanntlich nach einer Grundeinstellung für die Pushing- oder Callingranges der Gegner und bietet hier so vielsagende Modelle wie "tight", "average" "loose" usw. an.

      Welche Standard-Einstellung empfiehlt sich für die Gegner in den Superturbos?

      (Ich weiss, dass man die Ranges selber einstellen soll, weil der Wizard einem díe Einschätzung der Gegner gerade nicht abnimmt und so fort, aber solange ich die Gegner nicht kenne, wäre ein ungefährer Richtwert sehr schön).
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    • WicKeDWiEseL
      WicKeDWiEseL
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 105
      Nach längerer Abstinenz von SnGs werde ich einen Versuch machen, die Superturbos auf FullTilt zu schlagen, auch wenn ich dort nicht getrackt spielen kann.

      Da das Rakeback bei den SuperTurbos einen nicht unerheblichen Teil der Winnings darstellt, würde ich dir eher zu den normalen Turbos raten. Das sollte dann wohl Gewinn bringender sein.

      Frage 1: Stats und HUD
      HEM hat bekanntlich ein Hud, das in irgendeiner Weise eingesetzt werden will. Zunächst habe ich das Hud so eingestellt, dass die angezeigten Stats sich nur auf Hände mit gleicher oder ähnlicher Spieleranzahl beziehen, weil es offensichtlich unsinnig ist, einen VPIP-Wert anzuzeigen, der 3handed und 9handed Situationen miteinander vermischt.

      Da sich das Spiel bei den Superturbos im Wesentlichen Preflop abspielen sollte, verzichte ich auf alle Postflop-Werte. Anzeigen lassen ich mir VPIP und PFR, dazu die Werte für Limp/Fold, Limp/Call und Limp/Reraise, damit ich einigermaßen einschätzen kann, ob ein Limper nun ein hohes Paar verheimlichen will oder mit einem Connector billig den Flop sehen will.

      Gibt es weitere Stats, die hier sinnvollerweise angezeigt werden sollten und wie wären sie zu interpretieren?


      Es ist zwar nicht sinnvoll, 3handed und 9handed Stats zu vermischen, allerdings bekommst du wohl kaum die nötige Sample Size um die 3handed Stats einigermaßen sinnvoll interpretieren zu können. Ich lasse mir hier alle Stats anzeigen und versuche zu bewerten, wie der Spieler overall spielt und kann ihn anhand dessen auch in anderen Situationen halbwegs einschätzen.

      Die angegebenen HUD-Werte sind sinnvoll gewählt, allerdings fehlt dort das meiner Meinung nach Wichtigste: Die Steal-Werte (sb/bu/co/foldtosteal) !

      Sie geben dir Aufschluss, wie loose du stealen und Steals callen kannst.


      Frage 2: VPIP Die wichtigste Aufgabe des VPIP ist wohl die Unterscheidung von tighten und loosen Spielern. Das Hud bietet hierzu auch an, diese Werte farblich zu markieren, etwa grün für loose, rot für tight o.ä. Was aber ist "tight" für einen Spieler in früher Position in einem 7handed Super-Turbo-SnG? Offensichtlich hängt das auch von der Stack-Größe ab, zu der die HEM-Werte aber nichst sagen. Kann mir hier jemand Ratschläge für Durchschnitts- oder Richtwerte geben, anhand derer ich die Gegner klassifizieren kann?

      Overall sollte der VPIP-Wert imo zwischen 16-22 liegen. PFR so bei 12-18.

      Frage 3: Notes Was sind in einem von Push-or-Fold-Entscheidungen geprägten Spiel die Auffälligkeiten, die in Notes niedergelegt werden sollten? Das Thema Openlimping hoffe ich über die Stats herausfiltern zu können. Für die Notes eignen sich daher noch die Tendenzen bei einem 3-BB-Openrise statt einem AllIn. Gibt es weitere signifikante Spielweisen, die einen Spieler kennzeichnen oder bleibt es hier bei dem Versuch, die Pushing- und Calling-Ranges zu erkennen?


      Dinge wie gelimpte Aces, loose early pushes, loose calls, compl/fold im SB etc. Was dir grad so auffällt ; )

      Frage 4: Markierungen Die Möglichkeiten, Spieler farblich zu markieren ist zunächst ein schönes Spielzeug. Wie lässt es sich sinnvoll einsetzen? Ob ein Spieler tight oder loose ist, sollten mir die Stats sagen, so dass es hier keine zusätzliche Markierung braucht, oder? Wichtig wäre vielleicht, ob ein Gegner winning oder loosing player ist, weil das die Turnierauswahl beeinflussen kann. Ebenso könnte es sinnvoll sein, die Regulars zu markieren, obwohl auch hier die Anzahl der Hände in den Stats recht schnell Aufschluss gibt. Gibt es weitere Markierungsvorschläge?

      Das Einfachste wäre erst einmal zwei Farben zu benutzen, die zwischen schlechtem Spieler und Reg unterscheiden. Siehst du einen schlechten Move, kannst das sofort mit der Farbe markieren. (Vorsicht hierbei, nur weil jemand einen schlechten Move macht, heißt das nicht zwangsläufig, dass er ein schlechter Spieler ist). Es kann aber eine gute Orientierung sein.

      Wenn du von jemandem eine hohe Anzahl an Händen hast und die VPIP, PFR und Steal-Werte stimmen, kannst du ihn als Reg markieren. Ansonsten kannst du natürlich noch sharkscopen.

      Mit den Markierungen kannst du dann ggf. tableselecten, z.B. nicht mit mehr als 3 Regs an einem Tisch. Auf den niedrigen Limits muss das aber wohl nicht unbedingt sein.

      Frage 5: Opponent-Modell Der wizard frage bekanntlich nach einer Grundeinstellung für die Pushing- oder Callingranges der Gegner und bietet hier so vielsagende Modelle wie "tight", "average" "loose" usw. an. Welche Standard-Einstellung empfiehlt sich für die Gegner in den Superturbos? (Ich weiss, dass man die Ranges selber einstellen soll, weil der Wizard einem díe Einschätzung der Gegner gerade nicht abnimmt und so fort, aber solange ich die Gegner nicht kenne, wäre ein ungefährer Richtwert sehr schön).

      Ich rate ganz stark davon ab, eine der Standard-Einstellungen zu übernehmen! Da kann nichts sinnvolles bei raus kommen. Es ist wie du schon sagtest, die Gegner-Ranges musst du selbst einschätzen. Einen ungefähren Richtwert kann ich dir auch nicht nennen, da der viel zu abhängig von der jeweiligen Situation wäre.

      Allerdings wirst du nach einiger Zeit selbst in der Lage sein, die Ranges vernünftig einzuschätzen. Dazu musst du nur ein wenig daddeln ; )
    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Danke für die ausführliche Antwort! Trotzdem würde ich einige Punkte gern noch einmal vertiefen:

      Original von WicKeDWiEseL

      Es ist zwar nicht sinnvoll, 3handed und 9handed Stats zu vermischen, allerdings bekommst du wohl kaum die nötige Sample Size um die 3handed Stats einigermaßen sinnvoll interpretieren zu können. Ich lasse mir hier alle Stats anzeigen und versuche zu bewerten, wie der Spieler overall spielt und kann ihn anhand dessen auch in anderen Situationen halbwegs einschätzen.
      Das Argument mit der SampleSize ist schon richtig, aber wie ich die von Dir angesprochene Einschätzung vornehmen soll, weiß ich nicht. Einfaches Beispiel: Villain hat overall einen VPIP von 28%, spielt also tendenziell zu loose. Welche Ableitungen kann ich daraus für das 3handed-Spiel gewinnen? Ich weiß doch nicht, ob er Hände wie KTo allgemein überbewertet oder mit SH-Situationen nicht klar kommt usf. Sicher kann ich versuchen, das durch notes auszugleichen, aber bis ich hier einen aussagefähigen read habe, bedarf es auch einer ziemlichen SampleSize.

      Vielleicht sollte man grüßere Grupppen bilden, etwa wie folgt:

      - solange 7-9 Spieler am Tisch sind, lassen wir die Stats für 6-9handed Situationen einspielen
      - bei 5-6 Spielern die Stats für 4-7handed Situationen
      - bei 3-4 Spielern die Stats für 3-5 handed Situationen

      Die HU-Stats würde ich aber auf jeden Fall isolieren, weil HU nun einmal eine andere Art von Spiel ist.

      Original von WicKeDWiEseL

      Wenn du von jemandem eine hohe Anzahl an Händen hast und die VPIP, PFR und Steal-Werte stimmen, kannst du ihn als Reg markieren. Ansonsten kannst du natürlich noch sharkscopen.

      Mit den Markierungen kannst du dann ggf. tableselecten, z.B. nicht mit mehr als 3 Regs an einem Tisch. Auf den niedrigen Limits muss das aber wohl nicht unbedingt sein.
      Ab wieviel SnGs sind solche Einschätzungen denn belastbar? Die enorme Swingigkeit der Superturbos betrifft doch nicht nur mich, sondern auch die Gegner.

      Original von WicKeDWiEseL

      Frage 5: Opponent-Modell Der wizard frage bekanntlich nach einer Grundeinstellung für die Pushing- oder Callingranges der Gegner und bietet hier so vielsagende Modelle wie "tight", "average" "loose" usw. an. Welche Standard-Einstellung empfiehlt sich für die Gegner in den Superturbos? (Ich weiss, dass man die Ranges selber einstellen soll, weil der Wizard einem díe Einschätzung der Gegner gerade nicht abnimmt und so fort, aber solange ich die Gegner nicht kenne, wäre ein ungefährer Richtwert sehr schön).

      Ich rate ganz stark davon ab, eine der Standard-Einstellungen zu übernehmen! Da kann nichts sinnvolles bei raus kommen. Es ist wie du schon sagtest, die Gegner-Ranges musst du selbst einschätzen. Einen ungefähren Richtwert kann ich dir auch nicht nennen, da der viel zu abhängig von der jeweiligen Situation wäre.

      Allerdings wirst du nach einiger Zeit selbst in der Lage sein, die Ranges vernünftig einzuschätzen. Dazu musst du nur ein wenig daddeln ; )
      Aber ich werde doch regelmäßig mehrere unbekannte Spieler an den Tischen haben, die ich auch in der Nachanalyse meiner Spiele irgendwie einschätzen muss. Wenn ich denen keine Standard-Einstellungen zuweisen kann, müsste ich eigene Schätzungen vornehmen, die aber - wenn Villain tatsächlich unbekannt ist - auch nur (allerdings selbstentwickelte) Standardwerte wären, oder sehe ich hier etwas falsch?
    • WicKeDWiEseL
      WicKeDWiEseL
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 105
      Original von Midas
      Das Argument mit der SampleSize ist schon richtig, aber wie ich die von Dir angesprochene Einschätzung vornehmen soll, weiß ich nicht. Einfaches Beispiel: Villain hat overall einen VPIP von 28%, spielt also tendenziell zu loose. Welche Ableitungen kann ich daraus für das 3handed-Spiel gewinnen? Ich weiß doch nicht, ob er Hände wie KTo allgemein überbewertet oder mit SH-Situationen nicht klar kommt usf. Sicher kann ich versuchen, das durch notes auszugleichen, aber bis ich hier einen aussagefähigen read habe, bedarf es auch einer ziemlichen SampleSize.

      Vielleicht sollte man grüßere Grupppen bilden, etwa wie folgt:

      - solange 7-9 Spieler am Tisch sind, lassen wir die Stats für 6-9handed Situationen einspielen
      - bei 5-6 Spielern die Stats für 4-7handed Situationen
      - bei 3-4 Spielern die Stats für 3-5 handed Situationen

      Die HU-Stats würde ich aber auf jeden Fall isolieren, weil HU nun einmal eine andere Art von Spiel ist.

      28% VPIP sagt bei entsprechender Hands size relativ sicher aus, dass es sich um einen loosing player handelt, der vermutlich auch nicht allzu viel von ICM versteht. Das bedeutet dann für dich, dass du dich z.B. auf loose bubble calls gefasst machen musst.

      Die HU-Stats habe ich auch isoliert. Allerdings habe ich auf 2k SNGs kaum von jemandem genug Sample Size, um die Werte sicher einsetzen zu können.

      Ansonsten bleibt es dir überlassen, wie genau du die Verteilungen vornimmst, das ist sicher auch ein wenig Geschmackssache ; )

      Original von Midas

      Ab wieviel SnGs sind solche Einschätzungen denn belastbar? Die enorme Swingigkeit der Superturbos betrifft doch nicht nur mich, sondern auch die Gegner.
      Ab 1k kann man ungefähre Einschätzungen treffen, hier sind aber durchaus noch nicht zu unterschätzende Schwingungen möglich.

      Wenn du von jemandem 2k Hands hast, sind die Stats schon ziemlich aussagekräftig.

      Original von Midas

      Aber ich werde doch regelmäßig mehrere unbekannte Spieler an den Tischen haben, die ich auch in der Nachanalyse meiner Spiele irgendwie einschätzen muss. Wenn ich denen keine Standard-Einstellungen zuweisen kann, müsste ich eigene Schätzungen vornehmen, die aber - wenn Villain tatsächlich unbekannt ist - auch nur (allerdings selbstentwickelte) Standardwerte wären, oder sehe ich hier etwas falsch?
      Das ist richtig. Hier musst du einfach Erfahrung sammeln, was der "Standardspieler" auf welchem Limit macht. Dies braucht ein wenig Zeit, lässt sich wohl aber nicht vermeiden.



      Ansonsten könntest du dir ein private Coaching für die SuperTurbos nehmen, da kann man sicher einiges rausziehen.