Richtige Adaption gegen Megafisch!?

    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.155
      ich habe schon ins Handbewertungsforum 2 Threads gepostet, wollte aber hier nochmal etwas zur allgemeinen Spielweise gegen so einen Spieler nachfragen.

      Und zwar habe ich gegen einen Fisch gespielt mit den Stats 98/8/2,2/56 auf 142 Hände


      ich kopiere einfach mal die Reads auf ihn hier rein:


      Dass er NUR 98 VPIP hat, liegt daran, dass er ein oder zweimal ein Freeplay im BB bekommen hat. Ich bin mir sicher, er hätte auch 72o für 4 bets gecoldcallt preflop.

      Er hat NIE geopenraist preflop, 5-mal Limp/3-bet gespielt mit guten bis Premium Hände (2-mal KK, 1-mal TT, 1-mal AQs, 1-mal KTs und 1-mal noch ne Hand schlechter als Ahigh, da er sie nichzt zum SD gebracht hat).
      Ein einziges Mal hat er regular ge3-bettet, das war mit KK.


      Er bettet/donk ABSOLUT JEDEN Flop, egal welche Hand, egal welches Board und egal welche Preflopaction, wenn er first to act ist oder wenn zu ihm gecheckt wird bettet er zu 100% am Flop.
      Für den Turn gilt dies nicht mer zu 100% aber die Frequency ist vor allem HU immer noch sehr hoch, ich tippe mal 90%, auch wenn er keine Initiative hat, wie gesagt völlig egal welche Action, welches Board und wie seine Hand aussieht.
      Am River bettet er wieder etwas seltener, trotzdem vor allem HU immer noch 90%.


      Am Flop foldet er fast nie. Es kam hin und wieder mal vor, dass er auch für 1 SB gefoldet hat, wenn vor ihm gesetzt wurde, aber wenn er selbst gebettet hat, foldet er quasi zu 0% auf ein raise hinter ihm.
      Am Turn kann er jedoch durchaus auch bet/folden, ebenso am River, aber speziell am Turn habe ich ihn für seine Verhältnisse oft bet/fold spielen gesehen.


      Er overplayed starke Madehands, spielt auch mit dem 3rd-1-card-Nutflush 3-bet River, aber kann auch mit 2ndpair den River 3-betten, dies war aber eher nicht die Regel, vielleicht hatte er auch zu selten die Möglichkeit dazu.


      Er spielt mit starken Draws (meist FDs) fast immer bis zum cap am Turn, auch wenn er 0 FE hat.





      Wir hatten folgende Konstellation am Tisch:


      direkt links vom Fisch saß ein recht guter, wenn auch (für meinen Geschmack) etwas zu weaker TAG mit 25/19/1,7/40, auf den ich 1,2k hands hatte. Dieser war in der Lage zu adapten.

      Dann wieder eins links davon kam ich.

      Links neben mir saß ein TAGLAG mit 35/20/1,0/44 auf 422 Hände, der nicht sehr aggrssiv for Value gespielt hatte bisher und auch in der Lage war, auf das Play des Fisches zu adapten, sprich z. B. c/r am Flop mit Initiative mit starken Händen, auch und gerade multiway, wenn er OOP gegen den Fisch war.

      Links daneben saß ein 29/20/1,7/40 Spieler auf 157 Hände, der mir allerdings bisher als eher weak aufgefallen war.

      Dahinter waren während der Session einige verschiedene Spieler, zu Beginn ein 30/0/0,4/40.






      Was sind so generell die bestn Lines, die man spielen sollte?


      Meine Adaption sah folgendermaßen aus:

      1. loose completen im SB nachdem der Fisch gelimpt hat (meistens war es nur der Fisch als Limper, wenn mit ihm noch einer gelimpt hätte, hätte ich glaube ich any2 completet), da der im BB zwar looer als ein TAG war, aber nicht aggressiver preflop, er hat im BB nach 2 Limpern jedenfalls nicht sehr viel geraist.
      Zudem loosere overlimps und coldcalls.

      2. Looses Isolieren des Fisches preflop, also auch mal K8o im CO nachdem dieser geopenlimpt hat.

      3. Looseres Openraisen als Chart, wenn ich vor dem Fisch dran war (sonst wäre ich ja nicht dazu gekommen, um openraisen zu können ;) ), as heißt QJo in MP2, KTo MP3, A4s-A2s in MP3 K8o/K7o im CO (vielleicht zu loose?), insbesondere suited connectors und 1-gappers wesentlich looser, aber ich bin nicht so weit gegangen, dass ich A3o/A2o aus dem CO gestealt habe, also eben etwas aufgeloost. (Sind jetzt nur ein paar Beispiele wie ich es mir vorgenommen habe).


      4. Looseres Isolieren des Fisches postflop
      vor allem in diesem Punkt bin ich mir nicht so sicher. Ich habe z. B. Ahigh und Khigh ebenso A5 auf Q :heart: 9 :club: 5 :heart: oder so fast immer geraist, wenn das Board icht ganz schlecht war, der Fisch gedonkt, ich danach dran war und hinter mir noch einer war, um den hinter mir rauszubekommen und mir der oft besten Hand HU (IP) gegen den Fisch spielen zu können.


      5. direkt am Flop Gas geben und den Turn erneut checken, vor allem aber nicht so oft mit starken Valuehänden den Turn raisen auf nicht so drawy Boards, da er dort folden kann (s.o.), sondern auf den River delayen, um von seinen Air-Hands noch 1 BB mehr zu bekommen.
      Auf drawy Boards habe ich am Turn Action gegeben, um eine 3-bet zu inducen oder weil er auch mit schwachen Draws bet/call Turn spielt und nicht foldet.


      6. Semibluffs und Free-SD-raises am Turn vor allem mit SD-value 3handed, um den 3. hinter mir von besseren Händen zu kicken und gegen den Fisch oft genug ahead zu sein, ihn seine schwachen Hände folden lassen und die Draws bezahlen, 3bet wäre natürlich eklig, ich hätte wohl meist Ahigh downgecallt. Also kein klassisches Free-SD-raise.


      7. auch nachdem ich preflop gecappt habe, habe ich HU gegen ihn c/r Fop gespielt, um mit Initiative den Turn erneut zu check/raisen oder check/call Turn check/raise River, auf drawy Boards eher c/r Turn, auf drawlss c/r River (um ihn am Turn max. zahlen zu lassen bzw. nicht zu verdrängen).



      Das waren so die hauptsächlichen Adaptions, die ich gemacht habe, ich hoffe ich habe nichts Wesentliches vergessen.


      Sind diese sinnvoll?

      Was kann man sonst noch tun?


      Ist c/r Flop multiway mit Initiative sinnvoll? Dazu habe ich eine Hand, die ich nicht ins HB-Forum poste, weil sie einfach zu der Frage passt, sorry dafür ;)




      Known players:
      Position:
      Stack
      Hero:
      $219,5
      MP2:
      $283,77
      BU:
      $112,75

      2/4 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Elephant 0.86 by www.pokerstrategy.com.

      Preflop: Hero is BB with A:club: , Q:heart:
      MP2 raises, 2 folds, BU calls, SB folds, Hero 3-bets, MP2 calls, BU calls.

      Flop: (9,50 SB) A:diamond: , Q:club: , J:diamond: (3 players)
      Hero bets, MP2 calls, BU folds.

      Turn: (5,75 BB) 6:diamond: (2 players)
      Hero bets, MP2 calls.

      River: (7,75 BB) 9:diamond: (2 players)
      Hero bets, MP2 calls.

      Final Pot: 9,75 BB




      hätte ich hier check/raise Flop spielen sollen? Vorteil: ich protecte ggen Kx, Tx von dem hinter mir.
      Nachteil: Der hinter mir riecht oft den Braten (speziell, da er es selbst gerne gemacht hat, mit Ini zu c/r am Flop gegen den Fisch multiway) und ich könnte mit bet mehr Action inducen. Zudem bringe ich den hinter mir in schwierige Spots, wenn ich bette, wenn er z. B. ein schwaches Ax hat, ist ein call nicht so toll für ihn auf dem drawheavy Board, er kann hier for Protection raisen und ich daraufhin 3-betten oder den Turn check/raisen. Zudem kille ich mit c/r Flop die Action, da der hinter mir sieht, dass das fast immer ein Monster ist mit dem Trapplay. Eventuel raist ja auch der Fisch am Flop mit nem Draw und ich kann value3-betten oder alternativ wieder den Turn c/r, was natürlich perfekt wäre (wie gesagt, er checkt den Turn da niemals behind).




      Sind meine Adaptions und Gedanen so wichtig, oder welche Anpassungen hättet ihr sonst noch gemacht?
  • 9 Antworten
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.998
      Deine Adaption hört sich doch schon sehr gut an. Wenn er im BB ist, würde ich wohl auch jedes suited-Ass und QJo und 44 aus UTG raisen. Nur um mit ihm HU zu kommen. Mit solchen implied Odds, würde ich im SB auch fast alles completen. Außer Hände, die halt totaler Müll sind wie 27o^^

      Zur Postflop-Adaption IP:

      Wenn er jeden Flop donkt und eine fast nahezu 100%ige Range hat, ist die Adaption doch sehr einfach. Du kennst nämlich seine Range.

      Dann nimmst du dir einfach Stove, tust ein paar starke Hände heraus, weil er die ja ab und an auch 3-betten würde und lässt ihn einfach mit den restlichen Händen donkbetten oder nimmst am besten noch ein paar Trashhände heraus, da er ja denke ich nicht mit 100% zu 100% donken wird oder doch?

      Dann kannst du mit Stove ja relativ gut bestimmen, wie gut deine EQ ist. Gerade Hände wie J-high und Q-high werden sicher interessant. Gar J-high kann man auf manchen Boards wie 44283 auch mal downcallen, wenn er am River auch noch so bluffy ist, wie an Flop und Turn. Bei deiner geschätzten Frequenz von 90% sollte es dann für den Call am River reichen. Musst du wie gesagt mal stoven aber da seine Range einfach zu definieren ist, wirst du deine EQ auch recht genau treffen.

      Deine Adaption auf dry -Boards mit delay auf den River, finde ich gut. Du sagst, dass er häufig bet/fold gespielt hat. Das ist klar, weil er ja häufig einfach nichts hat. Die Frage ist aber noch, ob er relativ zu seiner Range, häufig bet/fold spielt.

      Wenn das Board kleine Karten enthält und du davon ausgehst, er callt einen Turnraise auch mit Overcards, dann würde ich jedenfalls bei Boards, wo der Gegner selber noch häufig 6Outs hat, den Turn raisen.

      Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, gibt er schon Credit auf den Turnraise und callt nicht bedingungslos 2 Ovis zum Board und callt loose down mit K- und A- high, gar mit Q-high?

      Wenn das der Fall wäre, würde ich die Action doch auf den Turn konzentrieren.

      Auf dry Boards mit einem Toppair J/Q-A würde ich diese delay-Strategy auch anwenden und häufig cc cc c/r spielen. Protection ist ja nicht so wichtig. Er ist halt meist ui und bettet auf passive Reaktion, kann aber auf Aggression dann selber folden. Da hat Bluffinduce max. Value

      Da er ja gerne mit mittelstarken Händen und Draws aggressiv spielt, solltest du auf drawheavy-Boards nie delayen, sondern mit TPTK dann auch den Turn cappen.

      Im SB, wenn er im BB sitzt und sich ein BVB anbahnt, würde ich mit schwachen Händen wie 57o 25s 64o etc. completen. Ich würde eigentlich 100% gegen ihn spielen, weil die implieds es einfach rechtfertigen.

      Wenn du selber mit einer Hand wie 78s openraist, würde ich bei non Hit und einfach JQK-Board einfach c/f-Flop spielen. Selber also nur betten wenn du vorne bist.

      Mit OESD's und Flushdraws IP eignet sich ein Freecard-Raise auf eine Donkbet von ihm am Flop. WEnn du sagst, er foldet eh nichts, dann würde ich versuchen, so günstig wie möglich zu drawen. Nur wenn er dann den Turn erneut donkt, ist es schlecht. Wenn er den Turn dann oft ui checken kann, raise Flop und Freecard am Turn nehmen.

      Dein Postflop-Play finde ich auch gut. Ich würde ihn auf Donkbets auch mit jeder showdownwürdigen Hand isolieren. Gute K-high und A-high. Je nach Board. Natürlich nicht mit A2 auf 789 ;)

      A5 auf dem Q95 Board ist ein klarer Raise. Hätte ich auch so gespielt. Mit nem Pair biste gegen seine Range ja meilenweit vorne. :)

      In 3-handed Situationen, wo du ein Freeplay im BB bekommst, nehmen wir an K:spade: 2:diamond: auf K53-rainbow, würde ich auch immer checken und for Betinduce spielen.


      Kannst du eine Situation schildern, wo du am Turn mit A-high ffsd raist? Grundsätzlich gut gegen eine fast 100%-Range. :)

      C/R Flop mit Initiative kann man durchaus spielen. Das würde ich aber nur machen, wenn die relative Position gut ist. Also wenn er direkt hinter dir kommt und danach noch 1-2 andere. Das Board sollte auch nicht drawheavy sein. Semi-drawheavy ala K95 oder K58 mit nur einem Flushdraw. Könnte mir sowas gut mit AK auf K57 rainbow oder so vorstellen. Meistens ist es aber besser zu betten, um noch mehr Action zu induzieren und nach Cap Preflop wird der Typ doch eh nichts folden am Flop? OOP ist bet/3bet meistens die bessere Line.

      Was auch noch spielbar wäre. Auf lowcard-Boards mit nem Pair checkraisen, den Turn betten (wenn er noch rel. häufig mit Overcards callt) und den River dann checken, um ihn ui noch bluffen zu lassen. Gute Line?

      In dem Beispiel mit AQ würde ich eher betten, da jemand raisen könnte und viele Gutshots noch callen. Bet/3-bet finde ich auch hier besser.

      Habe jetzt meinen Post nicht mit all deinen Punkten nach und nach abgeglichen. Mir fallen spontan keine weiteren Punkte mehr ein und ich denke du hast schon alle wichtigen Adaptions selber geschildert und ich habe jetzt vieles wiederholt aber ich wollte es selber nochmal durchdenken, daher ist jetzt das meiste deckungsgleich. :P

      Post ist auch recht unstrukturiert. Sry :D
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.155
      Dankeschön für die ausführliche Antwort!!


      Also am Flop donkt er tatsächlich 100% aus seiner 100%-Range, daher ist das sehr einfach zu stoven, er hat tatsächlich absolut random cards.

      Ist halt die Frage wie gut meine Equity sein muss!? Im HB-Forum habe ich bei einer Hand 45% Equity am Flop (mit Ahigh), damit habe ich ihn isoliert, weil ich ja nicht in 50% gewinnen muss, da der Pot bereits eine gewisse Größe hat.
      Wie gut muss die EQ deier Meinung nach sein sagen wir in einem raised Pot 3handed? Einfach ungefähr, dass ich nen Maßstab habe.

      Jo Qhigh habe ich hin und wieder downgecallt, Jhigh einmal fast, aber da kam ein ekliger River...Zudem habe ich Jhgh ungerne gegen ihn gespielt, weil da muss man halt hitten. Aber klar, completet im SB schon oder imm BB dfedent mit JT, J9, J8s-J5s usw.

      er hat oft bet/fold gespielt am Turn, ich denke nicht, dass er ein Pair weggelegt hat, das st nahezu ausgeschlossen, aber Qhigh+ eben, also kann mitr durchaus vorstellen, dass er 2 Overcards oder 2 OCs zu 3 Boardkarten weggelegt hat.

      Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie loose er zum SD geht, da er meistens die Initiative hatte. Sieht man auch an seinem AF von 2,2. Aber denke schon, dass er Qhigh+ zum SD bringt, das heißt auf Lowcard-Boards wäre wohl Action am Turn die beste Line, sehe ich auch so. Aber nicht, wenn ein K oder A liegt, weil dann hat er selbst weniger Möglichkeiten nur Highcards zu halten (da er mit K/A ein pair hat) und außerdem könnte er Qhigh evtl. folden, ich habe ihn damit nie runtercallen sehen, da er wie gessgt meist selber gebettet hat.

      Im SB war ich ja nie, wenn er im BB sitzt, ich war 2 Posis nach ihm. Aber kann ja zukünftig noch vorkommen (wpbei ich befürchte, dass ist so ein Fisch, den man 1-mal sieht und dann nie wieder :( )

      c/f Flop ist ne gute Idee, wenn man nicht hittet, klar.


      Zum Free-SD-raise:

      ich habe im 2/4, 3/6-HB-Forum einige Hände gepostet, da ist ein Free-SD-raise mit Khigh drin, mit Ahigh hatte ich glaube ich gar keinen in der Session, da ich das meist direkt am Flop geraist habe oder gefoldet, eigentlich nie gecallt, wenn ich direkt hiter ihm war und wir 3handed waren (wenn wir HU wären, bringt ja das Free-SD-raise nichts).


      Am Flop hat er sehr selten gefoldet, vor allem bet/fold hat er quasi nie gespielt, kann mich nicht dran erinnern.



      Original von firsttsunami
      Was auch noch spielbar wäre. Auf lowcard-Boards mit nem Pair checkraisen, den Turn betten (wenn er noch rel. häufig mit Overcards callt) und den River dann checken, um ihn ui noch bluffen zu lassen. Gute Line?

      finde ich nicht so gut, da fände ich eher nen doppelten c/r an Flop und Turn besser, weil er wie gesagt an Flop und Turn sehr gerne entgegen der Initiative bettet und sich auch nichts draws macht, wenn einer ne komische Line wie check/raise chck auspackt, er bettet einfach. Am River kann er jedoch durchaus auch mit Initiative behindchecken (was nicht heißt, dass er es oft macht, aber ich habe es 3-mal gesehen oder so). Daher eher check/raise Flop check/raise Turn bet River oder check/raise Flop check/call Turn check/raise River, weil er nicht oft den River behindcheckt, aber ich ihn am Turn eben nicht folden lassen will. Wieder auf drawy Boards die 1. Line, auf drawless die 2.


      Freecardraises sind nicht gut, da er wie gesagt entgegen der Initiative oft auch den Turn donkt.



      Aber in den meisten Punkten stimmen wir überein, nur hatte der Fisch eben seinen Stack am Ende ver-1,5-facht und ich habe 40 BB verloren, daher wollte ich die Bestätigung, dass es nur Varianz war ;)



      wobei auch einige Hände dabei waren, die ich ziemlich "waghalsig" gespielt habe sage ich mal, wenn du Zeit hast, schau mal ins HB-Forum 2/4 und 3/6, siehe oben.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.614
      So einen hatte ich auch mal. Absolut unangenehm, wenn sie oft treffen, weil sie mit dieser Taktik extrem leicht valuebetten und man sie mit A high ausbezahlt.

      Da du schreibst, der Fisch kann auf Aggression adapten, hier eine Idee: isoliere ihn in erster Linie mit Händen mit Showdownvalue. Pockets, Asse, hohe Ks. Deceptionraises mit suited Connectors und ähnlichem absolut lassen. Du hast keine Foldequity. Man kann sie aber hinterherlimpen.

      Auf dem Flop dann die Donks fast immer raisen, wenn keine Spieler zwischen dir und dem Donk gecallt haben. Mit A high und gutem K hast du gegen eine random Hand meistens einen guten Vorteil. Du kannst diese Hände wie made Hände spielen, weil sie im Prinzip eine ähnliche Qualität gegen seine Range haben. Du musst lediglich auf die übrigen Gegner achten und deren Ranges berücksichtigen.

      Auf diese Weise kannst du ihn gut isolieren. Der Equityvorteil, den du gegen ihn hast, muss sich dann früher oder später auswirken. Es kann ausserdem sein, dass der Fisch nach einiger Zeit seine Donkbets einstellt, aber weiterhin loose bleibt. Wenn er loose passiv wird, dann ist er grundsätzlich angenehmer zu spielen. Man muss aber aufpassen, falls er anfängt, tighter zu donken.

      Wie reagierst du dann auf Turndonks? Wenn du eine made Hand hast, dann raist du nochmal. Das gilt auf jeden Fall für mittleres Paar, vielleicht auch noch schlechter. Es werden sich oft Draws unter seinen Händen befinden und du musst dich schützen. Ein unverbessertes Ass würde ich erst dann prinzipiell raisen, wenn ich rausgefunden habe, ob ich damit im Schnitt noch vorne bin. D. h. ich sehe mir erst mal mit ein paar Calldowns an, wie oft Villain am Turn schon eine made Hand hatte, wenn er dort donkt.

      Grundsätzlich sollten Raises auf dem Turn Value- und Schutzraises sein. Der free Showdown Raise lohnt sich meiner Meinung nach weniger, weil man keine Foldequity gegen bessere Hände hat. Die ist der free Showdown Theorie nach aber notwendig. Etwas anderes ist es, wenn noch andere (wenige) Gegner im Pot sind, die auf dem Flop passiv waren. Die bekommt man mit einem Raise durchaus noch aus dem Pot, auch wenn sie bessere Hände haben. Showdown-Bluffraises sind grundsätzlich spielbar, solange sie sich nicht gegen den Donker richten. Das nutzt auch aus, dass Multitabler in der Regel nicht mehr genau hinschauen, wenn sie aus dem Pot sind und sich ihren anderen Tischen widmen. So kriegen sie oft nicht mit, dass du sie rausbluffst. Man sollte es aber nicht übertreiben. Ein Multiwayraise mit unverbesserter Hand sollte nur gemacht werden, wenn die Chance gut ist, dass man alle weiteren Spieler aus der Hand bekommt. Die Bedingung ist also: du hast Showdownvalue gegen den Donker und du hast Foldequity gegen dritte.

      Ein Problem sind Riverdonks. Durch die vorherige Spielweise ist der Pot schon recht gross geworden. Heads up sollte man oft einen Call finden können, wenn du nicht nach einigen Händen rausfindest, dass er jedesmal eine made Hand hatte. Multiway wird es viel schwieriger. Der dritte Spieler wird eine made Hand nicht aufgeben, denn der hat ja auch mitgekriegt, wie schlecht der Donker spielt. Unverbessert wird man hier in der Regel folden müssen. Ausnahmen kannst du auf Boards machen, wo alle Draws platzen. Auf jeden Fall foldest du, wenn schon jemand anderes gecallt hat, aber das ist wohl klar.
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.155
      @cjheigl:

      ich meinte auch Free-SD-raiss mit A7Khigh nur wenn ein anderer noch hinter mir ist, um den zum Folden zu bekommen, den Fisch obv nicht, aber gegen den bin ich ja oft ahead.

      Auf Turndonks...kommt auf das Board an. So ein 2237 Board würde ich mit Ahigh HU gegen ihn definitiv raisen, aber T987 triplesuited eher nicht... Auch Highcardboards sind nicht so schön, also 27TQ, da die donk dann öfter ein donk/fold ist, dann spiele ich lieber calldown for Blufinduce, auch wenn ich möglicherweise sogar >50% EQ habe.

      Man muss aber auch sehen, dass ich nichtmal unbedignt Favorit bin gegen eine random Range, zB. mit A6 habe ich auf einem 2237 Board gerade 50% Equity, da lohnt sich ein raise kaum., zuml er TP+ auf jeden Fall 3-betten kann. Und schlechtere Hände folden. mit AK sieht das anders aus, aber auf einem 237Q-Board bin ich auch kein Favorit mehr. Pais sin eben auch bei random hands gar nicht so unwahrscheinlich an Turn/River.

      Jo multiway am River wirds tricky, aber das ist nict so oft der Fall, da ich wie gesagt 2 Posis hinter ihm war, somit ihn meist isolieren konnte und es waren keine anderen sehr loosen Spieler dabei, wenn wir dann 3handed an Turn/RIver waren hatte der 3. oft 2 bets coldgecallt, da bekommt man recht schnell raus, wann man folden kann, eben wenn draws ankommen, ein TAG würde TP+ 3-betten und schlechter oft folden, weils einfach zu teuer für ihn wird, auch wenn er weiß, dass ich das mit A/Khigh mache.
      Daher war das Riverplay gar nicht so ein großes Problem.
    • uwemoehrle69
      uwemoehrle69
      Bronze
      Dabei seit: 11.09.2009 Beiträge: 730
      wo findet man so einen FISH?
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.557
      auf diesem limit überall
    • Scherben
      Scherben
      Silber
      Dabei seit: 07.12.2007 Beiträge: 991
      naja so oft gibts sowas extremes aber nicht.
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.155
      Original von Scherben
      naja so oft gibts sowas extremes aber nicht.

      gibt es nicht oft, das stimmt, aber eben deshalb ist es kein so Nobrainer, wie man gegen ihn am besten spielt.


      Ich habe in der Session halt ziemlich viel verdonkt und weiß zwar, dass das auch gegen so megaschlechte Gegner Varianz sein kann, aber ich hatte eben ein ungutes Gefühl.


      Daher der Thread, mir gings auch einfach darum, ob ich in der Lage bin, mich richtig an einen sehr außergewöhnlichen Spieler anzupassen, nicht weil ich erwarte, ihn noch einmal zu sehen, wobei man sieht sich immer 2mal im Leben oder wie sagt man so schön ;)
    • caeci
      caeci
      Bronze
      Dabei seit: 13.05.2007 Beiträge: 10
      Sehr schön adaptiert,ja die Fische pushen die Varianz.