Interessante Debatte beim Economist: Sollte Gambling rechtl. Einschränkungen unterliegen?

  • 12 Antworten
    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.386
      deutsche cliffnotes?
    • kearney
      kearney
      Global
      Dabei seit: 13.04.2007 Beiträge: 6.694
      Original von Xantos
      Ein Thema, welches hier in der Community in den letzten Jahren sowohl aus praktischer, rechtlicher und auch moralischer Sicht oft diskutiert wurde, wird hier interessant aufgearbeitet:

      http://www.economist.com/debate/debates/overview/178?fsrc=scn/fb/wl/db/gambling
      Was genau soll uns diese Diskussion in einem Pokerforum bringen?

      Die Fakten sprechen nun mal eine deutliche Sprache - Glückspiel verursacht durch diverse Externalitäten enorme soziale Kosten, folglich muss dieser Sektor staatlichen Regulationen unterworfen werden.

      Streitpunkt ist eigentlich nur wie streng diese Regulationen sein müssen - das die Industrie sehr gut darin ist die Gesetzeslage zu ihren Gunsten zu manipulieren sieht man ja am neuen Glücksspielgesetz in Österreich welches imo eine gravierende Verschlechterung zum Status Quo darstellt.
    • Xantos
      Xantos
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 8.763
      @Nani: Gerade nicht viel Zeit leider, daher war mein Eingangspost auch so kurz. Hoffe, dass ich Di oder Mi dazu komme, mehr zu schreiben. Kann allgemein aber Google Translate empfehlen ;)

      @kearney: Damit formulierst du einfach nur eine der Positionen. Da es eine offene Diskussion mit vielen Meinungen ist, sprechen "die Fakten" offensichtlich keine "deutliche Sprache".
    • Betrunkener
      Betrunkener
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2006 Beiträge: 5.186
      Wieso geht ihr davon aus, dass jeder perfekt englisch kann? Das ist ein deutsches Forum.

      Wenn es so intressant ist, dann kann man wenigstens Cliffnotes in deutsch posten.
    • kearney
      kearney
      Global
      Dabei seit: 13.04.2007 Beiträge: 6.694
      Original von Xantos

      @kearney: Damit formulierst du einfach nur eine der Positionen. Da es eine offene Diskussion mit vielen Meinungen ist, sprechen "die Fakten" offensichtlich keine "deutliche Sprache".
      Also wenn du dir empirische Untersuchungen zu dem Thema ansiehst dann wird ganz klar deutlich das Glückspiel soziale Kosten verursacht - das ist unbestreitbar. Fraglich ist nur die Position ob es trotz der sozialen Kosten dennoch einen größeren sozialen Nutzen erzeugen.

      Wenn wir also das Verhältnis soziale Kosten vs. sozialer Nutzen quantifizieren können (und das ist ziemlich kompliziert) können wir daraus folgern ob bzw. wie der Markt reguliert werden muss.

      Wenn du meine Position schon anzweifeln willst wäre es vielleicht sinnvoller dies mit "Argumenten" zu tun als mit "billiger Polemik".
    • Sportbernd
      Sportbernd
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2005 Beiträge: 22.447
      sehr interessante diskussion, das vom Party-Mitarbeiter fand ich ziemlich schwach aber insgesamt sehr erhellend

      das problem an deiner aussage kearney ist der absolut-anspruch, das thema zocken hat viel mehr seiten als nur eine, du sprichst von sozialen implikation die offensichtlich ein wichtiger aspekt sind, aber nicht weniger wichtiger sind die folgen für das freiheitsstreben das menschen - müssen wir den menschen vor schlechten sachen schützen? hier stellt sich schon wieder die frage was sind überhaupt schlechte sachen? mcdonalds ist zum beispiel in meinen augen eine sehr schlechte entwicklung, trotzdem würde ich sie nicht verbieten ....

      dieses ganze debatten-angebot beim economist ist soooooooo geil, hab mich direkt verliebt
    • Skyhand
      Skyhand
      Global
      Dabei seit: 04.09.2006 Beiträge: 2.057
      Original von kearney
      Die Fakten sprechen nun mal eine deutliche Sprache - Glückspiel verursacht durch diverse Externalitäten enorme soziale Kosten, folglich muss dieser Sektor staatlichen Regulationen unterworfen werden.
      Du verursachst auch nen Haufen soziale Kosten durch diverse Externalitäten. Z.B. atmest Du ständig und bläst dadurch CO2 in die Luft, worunter alle anderen Menschen leiden. Folglich musst Du dringend staatlich reguliert werden.
    • chefko
      chefko
      Global
      Dabei seit: 08.02.2007 Beiträge: 7.985
      Original von Skyhand
      Original von kearney
      Die Fakten sprechen nun mal eine deutliche Sprache - Glückspiel verursacht durch diverse Externalitäten enorme soziale Kosten, folglich muss dieser Sektor staatlichen Regulationen unterworfen werden.
      Du verursachst auch nen Haufen soziale Kosten durch diverse Externalitäten. Z.B. atmest Du ständig und bläst dadurch CO2 in die Luft, worunter alle anderen Menschen leiden. Folglich musst Du dringend staatlich reguliert werden.
      der vergleich ist zwar schlecht, allerdings ist der ansatz der richtige. wenn du glücksspiel regulierst, also den zugang, wieviel man eincashen kann, wie lange man spielen darf--> dann sollte man dies genauso bei zbsp alkohol tun. der ist nämlich nicht nur schädlich für die geldbörse, sondern auch für die gesundheit.

      muss sportbernd recht geben, die seite ist einfach gut gemacht....
    • astericks79
      astericks79
      Bronze
      Dabei seit: 30.06.2005 Beiträge: 689
      ja,interessant?
    • kearney
      kearney
      Global
      Dabei seit: 13.04.2007 Beiträge: 6.694
      Original von Sportbernd

      das problem an deiner aussage kearney ist der absolut-anspruch, das thema zocken hat viel mehr seiten als nur eine, du sprichst von sozialen implikation die offensichtlich ein wichtiger aspekt sind, aber nicht weniger wichtiger sind die folgen für das freiheitsstreben das menschen - müssen wir den menschen vor schlechten sachen schützen?
      Das größte Problem an der Sache ist der Ausgangspunkt Mensch. In den Wirtschaftswissenschaften gehen wir immer von einem streng rationalen Menschen aus - Glücksspiel ist vollkommen irrational, siehe Lotto welches die bei weitem schlechtesten Auszahlungsquoten hat aber den größten Umsatz erzeugt.

      Glücksspiel kann sehr wohl auch positive Externalitäten erzeugen (Unterhaltungswert, Anstieg der Beschäftigungszahlen usw.), jedoch existiert der Spielerschutz (wenn oft auch nur auf dem Papier) aus guten Grund...

      Jetzt muss man also abwägen ob positive Effekte > negative Effekte, wenn nein muss der Staat regulierend eingreifen - da es durch pathologische Spieler zu massiven sozialen Schäden und Kosten kommt muss es Maßnahmen geben welche es verhindern dass Spieler überhaupt so tief fallen.

      Die Tatsache dass ich atme wird wohl kaum so sozialschädlich sein dass man es mir verbieten müsste. Wenn ich hingegen so viel saufe dass ich jedes Wochenende Prügeleien anfange oder im Verkehr eine Gefährdung für die Umwelt darstelle wird man Wege und Mittel finden das zu sanktionieren (Entzug der Fahrerlaubnis, usw. usw.).
      Pathologische Spieler müssen dann eben entmündigt oder wenn es schon zu spät ist und sie straffällig geworden sind in Haft gesteckt + therapiert werden.
    • Sportbernd
      Sportbernd
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2005 Beiträge: 22.447
      Naja eine Haftstrafe hilft meistens nicht so viel, ist wohl eher der amerikanische Ansatz, lustigerweise ist das aktuelle Titelthema vom Economist genau das, ich kann dazu im Audio-Bereich "Erik Luna on overcriminalisation" empfehlen. Dem Rest stimme ich natürlich zu und ich bin immer wieder erstaunt wieso meine heiß geliebte Zeit nicht auch mal solche Internetdiskussion auf die Beine stellt.
    • kearney
      kearney
      Global
      Dabei seit: 13.04.2007 Beiträge: 6.694
      Original von Sportbernd
      Naja eine Haftstrafe hilft meistens nicht so viel
      Haftstrafe ist auch so ziemlich die letzte Maßnahme die dann solche Leute trifft die auf Grund ihrer Spielsucht straffällig geworden sind und in die klassische Beschaffungskriminalität abrutschen (Spielsüchtige sind da kaum von stoffabhängigen Personen zu unterscheiden).

      Einen Junkie der einen Arzt ausraubt um Medikamente bzw. Rezepte zu bekommen kann man auch nicht anders behandeln als einen Automatenzocker der ein Wettbüro überfällt.

      Aber selbst wenn man noch rechtzeitig helfen kann kommen die Therapiekosten für einen Spielsüchtigen auf mehrere 10k € - die üblicherweise nicht vom Spielanbieter sondern der Allgemeinheit getragen werden -> Internalisierung sinnvoll!