Lösung für das alte Problem: Varianz

    • QueenBeaver
      QueenBeaver
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2010 Beiträge: 361
      Hallo liebe Liebenden,

      natürlich ist der Post mit einem zwinkernden Auge zu lesen, selbstverständlich gräbt hier nicht ein XX-Post-Newbie mit 3 Monaten Pokererfahrung den Gral aus. Aber ich wollte die Idee auch nicht undiskutiert lassen. Ich vermute, dass die meisten erfahrenen Spieler dies bereits in sinnvollen Mengen nutzen, und zwar, um in wahrgenommenen Trockenphasen ("Downswings") der Varianz ein Schnippchen zu schlagen, aber wie und ob die Idee als Strategie funktioniert, wollte ich mal diskutieren.

      Varianz ist in meinem kleinen Spielverständnis die Möglichkeit, dass Wahrscheinlichkeitsentscheidungen wie Karten oder Würfel problemlos auch gegen den wahrscheinlichsten Ausgang des Spieles fallen können. Da hier der nächste Versuch (nächste Hand, neu würfeln) nicht vom alten Ergebnis abhängig ist und es wiederum die Möglichkeit gibt, in die unwahrscheinlichere Richtung zu schlagen, kommt es zu den wahrgenommenen "Downswings" - und natürlich auch zu deren Alternative, den "Upswings".

      Wenn ich mir Poker betrachte, so gibt es nicht nur Entscheidungen, die auf diesem Prinzip basieren. Faktisch ergeben sich jedoch auch Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeiten der Karten aus dem Spiel zu entfernen - mindestens temporär. Ein Bluff, der den Gegner zum Folden bringt, ist die üblichste Art, die Varianz aus dem entsprechenden Blatt zu verbannen.

      Kommen wir also zu meinem Vorschlag, dem heiligen Gral, der bei genauerer Betrachtung vielleicht doch nur aus Katzengold ist: Trifft man wieder einmal auf eine solche Duststrecke, in der man glaubt, dass die Varianz einen ganz hart negativ am Wickel hat, so

      Entfernt man die Varianz aus dem Spiel, indem man nie zum Showdown geht.

      Das ist die grundsätzliche Idee. Ich weiß nicht mehr, wo, aber ich glaube, gelesen zu haben, dass "ein guter Spieler auch mit zwei Schnitzeln in der Hand im Poker gewinnen kann". Wenn ihr überzeugt seid, dass ihr selbst mit den besseren Karten am Showdown hinten liegen werdet, so spielt so hart an, dass sich der Gegner fragt, ob er selbst mit KK Pre-Flop hinten liegt. Habt ihr trotz harter Bets/Raises offensichtlich keinerlei Fold Equity, so foldet die Hand. Spielt jede Hand an, als hättet ihr die Nuts!

      Natürlich beinhaltet diese "Theorie" auch Probleme: Sie funktioniert nicht bei 0 FE. Jeder halbwegs sinnvolle Gegner wird spätestens, wenn eure Stats 50/50 erreicht haben, mit any PP callen.

      Ideen? Meinungen? Hinweise? Flames? Facepalm-Bilder?

      Indy
  • 36 Antworten
    • Att0r
      Att0r
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2007 Beiträge: 3.800
      Wie du schon selbst sagst, werden die Gegner schon nach kurzer gegen dein Spiel adapten, deswegen bringt es nichts....

      Varianz kann man net verhindern PUNKT.
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      ist halt quatsch, weil ich ja nich weiß, ob ich in einem Downswing stecke (ein Downswing lässt sich immer nur auf bereits gespielte hände betrachten)...
      außerdem ist es auch varianz ob der gegner gerade eine Hand seiner Calling- oder seiner Folding-Range auf der Hand hat ;)
    • BlackFlush
      BlackFlush
      Global
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 2.879
      Und was machst du, wenn der Gegner hittet. Der legt halt nen Set nicht weg, nur weil du hart anspielst.
    • xkinghighx
      xkinghighx
      Gold
      Dabei seit: 25.10.2007 Beiträge: 4.439
      ist nichts neues. polarisieren der eigenen range. immer nuts or nothin. _> gegner fangen mit der zeit an viele viele herocalls zumachen. _> man blufft weniger _> gegner folden wieder mehr weil man nur noch valuebetten_> man blufft wieder mehr_> gegner herocallen mehr_> usw. immer 1lvl vor dem gegner sein =edge.

      dein ganzer ansatz ist kompletter trash weil das folden der gegner nur zu einer wahrscheinlichkeit eintritt und diese hat wieder eine varianz.
    • shaddiii
      shaddiii
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 05.04.2009 Beiträge: 6.900
      Die Idee in einem auf Zufall basierenden Spiel die Varianz zu entfernen ist in etwa so logisch wie die Idee, mal eben den Erdmagnetismus abzustellen.
    • Nimrod87
      Nimrod87
      Bronze
      Dabei seit: 03.01.2007 Beiträge: 70
      Varianz ist doch das Beste am Pokerspiel!
      Ohne sie würden die Fische viel zu schnell raffen das sie nur Geld verlieren.
      Natürlich fühlt sich das nicht gut an, aber genau darin liegt ja der Reiz beim pokern.....
    • QueenBeaver
      QueenBeaver
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2010 Beiträge: 361
      Hallo Junx und Mädels,

      alles klar. Ich hatte gehofft, dass die Meisten meinen Post mit dem nötigen (und explizit angesprochenen) zwinkernden Auge lesen und beantworten würden. Nicht mit "PUNKT"-Geschrei oder mit Vergleichen, die mir zeigen sollen, wir abgrundtief dämlich ich bin.

      Freue mich, dass NoSekiller noch einen Smilie dazueditiert hat, vielen Dank. Auch der Punkt, dass man einen Downswing immer erst im Nachhinein deklarieren kann, ist interessant und darüber hatte ich bisher noch nicht nachgedacht.

      Besonders interessant, auch wenn viel zu ernst, ist das, was kinghigh gepostet hat. Es dürfte sich dabei wohl um eine Taktik handeln, die einen Spieler tatsächlich phantastisch machen kann, solch schnelle Anpassungen an Spieländerungen, dass auch die entsprechenden Tools nicht mitkommen (würden).

      Schönen Dienstag noch.
    • mafi1968
      mafi1968
      Bronze
      Dabei seit: 09.07.2008 Beiträge: 1.204
      Mit zwei Schnitzeln in der Hand würde ich am River immer schmatzend aber mit leeren Händen dastehen. :D Damit habe ich nicht genug Fold Equity. ;)
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      Original von QueenBeaver
      Freue mich, dass NoSekiller noch einen Smilie dazueditiert hat, vielen Dank. Auch der Punkt, dass man einen Downswing immer erst im Nachhinein deklarieren kann, ist interessant und darüber hatte ich bisher noch nicht nachgedacht.
      Glück hat eben kein Gedächtnis. Wenn ich die letzten 10k Hände einen DS hatte, kann sich das halt ab der nächsten Hand direkt wieder ändern...wenn auch vllt. nur für eine Hand^^ Überlegungen in der Richtung "Da ich zur Zeit eh immer ausgesuckt werde..." machen daher halt wenig Sinn.
    • QueenBeaver
      QueenBeaver
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2010 Beiträge: 361
      Original von NoSekiller
      Original von QueenBeaver
      Freue mich, dass NoSekiller noch einen Smilie dazueditiert hat, vielen Dank. Auch der Punkt, dass man einen Downswing immer erst im Nachhinein deklarieren kann, ist interessant und darüber hatte ich bisher noch nicht nachgedacht.
      Glück hat eben kein Gedächtnis. Wenn ich die letzten 10k Hände einen DS hatte, kann sich das halt ab der nächsten Hand direkt wieder ändern...wenn auch vllt. nur für eine Hand^^ Überlegungen in der Richtung "Da ich zur Zeit eh immer ausgesuckt werde..." machen daher halt wenig Sinn.
      Das ist ja das Lustige daran. Genau dieses oder Aussagen der Art finden sich doch massiv im Frustabbauforum. Da steckt eben der kleine versteckte Teil Ironie in meinem Vorschlag:

      Wenn (du derzeit IMMER NUR ausgesuckt wirst) -> Dann (Spiele einfach, wie ich beschrieben habe)

      Bin gespannt, wieviele von den Frustschiebern dem folgen würden :)

      Ja, ich weiß, Frustabbau ist oftmals einfach notwendig, und das Forum ist ein nicht allzu schlechtes Ventil. Danke.
    • Toerke79
      Toerke79
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 6.133
      Original von QueenBeaver
      Hallo liebe Liebenden,


      Original von QueenBeaver
      Hallo Junx

      Wie ich am liebsten gleich hart anspielen würde...
    • Apep
      Apep
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2007 Beiträge: 1.670
      Also erstmal: Wer zwei Schnitzel hat, hat sowieso schon gewonnen.

      Davon abgesehen sind es genau solche Gedankengänge, die im Downswing gefährlich sind. Wenn man das genau so umsetzt, verliert man nicht mehr nur, weil man gerade im Down ist, sondern auch noch, weil man schlecht spielt. Wenn es zur eigenen Beruhigung beiträgt, wenn man sich sagen kann: "Da habe ich vollkommen zurecht verloren", mag das hilfreich sein. Die Bankroll dürfte da aber anders drüber denken.

      Ein wenig verwandt ist allerdings die Idee, in knappen Spots (und zwar wirklich nur in knappen, nicht in welchen, die man nur auf Tilt dafür hält) eher mal zu folden. Der Gedankengang dabei ist: Wenn eine Aktion minimal +EV ist, mache ich langfristig nur minimalen Gewinn, egal um welchen tatsächlichen Betrag es geht. Auf diesen minimalen Gewinn (der bei einer leichten Fehleinschätzung durchaus auch ein Verlust sein kann) zu verzichten, kann durchaus Sinn ergeben. Besonders wenn man sich generell eine deutliche Edge geben kann, muss man nicht jedes Bröckchen EV zusammenkratzen und dafür eine besonders große Varianz in Kauf nehmen.
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Original von QueenBeaver
      Varianz ist in meinem kleinen Spielverständnis die Möglichkeit, dass Wahrscheinlichkeitsentscheidungen wie Karten oder Würfel problemlos auch gegen den wahrscheinlichsten Ausgang des Spieles fallen können. Da hier der nächste Versuch (nächste Hand, neu würfeln) nicht vom alten Ergebnis abhängig ist und es wiederum die Möglichkeit gibt, in die unwahrscheinlichere Richtung zu schlagen, kommt es zu den wahrgenommenen "Downswings" - und natürlich auch zu deren Alternative, den "Upswings".
      Vergiss deine Theorie, du hast obig genanntes verstanden und bist somit weiter als 95% der registrierten Ps.com-User.
    • QueenBeaver
      QueenBeaver
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2010 Beiträge: 361
      Original von Th0m4sBC
      Original von QueenBeaver
      Varianz ist in meinem kleinen Spielverständnis die Möglichkeit, dass Wahrscheinlichkeitsentscheidungen wie Karten oder Würfel problemlos auch gegen den wahrscheinlichsten Ausgang des Spieles fallen können. Da hier der nächste Versuch (nächste Hand, neu würfeln) nicht vom alten Ergebnis abhängig ist und es wiederum die Möglichkeit gibt, in die unwahrscheinlichere Richtung zu schlagen, kommt es zu den wahrgenommenen "Downswings" - und natürlich auch zu deren Alternative, den "Upswings".
      Vergiss deine Theorie, du hast obig genanntes verstanden und bist somit weiter als 95% der registrierten Ps.com-User.
      :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :D
    • pascal1337
      pascal1337
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2010 Beiträge: 548
      die varianz is so eine harte nuss -.- in den letzten 2 tagen 15 stacks down und davon fast alle nur dank ihr 8x AA zb ...
      its all one session =)
    • TheKami
      TheKami
      Global
      Dabei seit: 01.03.2009 Beiträge: 31.579
      Das beste, um die Varianz zu minimieren ist, gar nicht zu spielen.
    • IclickButtons
      IclickButtons
      Bronze
      Dabei seit: 26.10.2008 Beiträge: 3.516
      Original von NoSekiller
      Original von QueenBeaver
      Freue mich, dass NoSekiller noch einen Smilie dazueditiert hat, vielen Dank. Auch der Punkt, dass man einen Downswing immer erst im Nachhinein deklarieren kann, ist interessant und darüber hatte ich bisher noch nicht nachgedacht.
      Glück hat eben kein Gedächtnis. Wenn ich die letzten 10k Hände einen DS hatte, kann sich das halt ab der nächsten Hand direkt wieder ändern...wenn auch vllt. nur für eine Hand^^ Überlegungen in der Richtung "Da ich zur Zeit eh immer ausgesuckt werde..." machen daher halt wenig Sinn.
      wenn das stimmen würde wäre der verdopplungstrick beim roulette ja schwachsinn...gibt aber ne menge yt vids die beweisen das er klappt.
    • jo69
      jo69
      Bronze
      Dabei seit: 30.11.2009 Beiträge: 1.242
      Der ist ja auch Schwachsinn!

      Viele Grüße
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      Original von IclickButtons
      Original von NoSekiller
      Original von QueenBeaver
      Freue mich, dass NoSekiller noch einen Smilie dazueditiert hat, vielen Dank. Auch der Punkt, dass man einen Downswing immer erst im Nachhinein deklarieren kann, ist interessant und darüber hatte ich bisher noch nicht nachgedacht.
      Glück hat eben kein Gedächtnis. Wenn ich die letzten 10k Hände einen DS hatte, kann sich das halt ab der nächsten Hand direkt wieder ändern...wenn auch vllt. nur für eine Hand^^ Überlegungen in der Richtung "Da ich zur Zeit eh immer ausgesuckt werde..." machen daher halt wenig Sinn.
      wenn das stimmen würde wäre der verdopplungstrick beim roulette ja schwachsinn...gibt aber ne menge yt vids die beweisen das er klappt.
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