[MTT] Wie mit misplayten Händen umgehen?

    • Mati312
      Mati312
      Bronze
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 1.009
      Hallo,
      viele werden es sicherlich schon erlebt haben, man verliert einen großen Pot, und fragt sich danach, warum man diese Hand nur so unglaublich falsch spielen konnte.

      Beim Cashgame und SnGs ist es nicht so wichtig, da hat man halt mal einen Fehler gemacht, aber mir geht es vorallem um sehr späte Phasen eines MTTs (< Top 1-2%).

      Ich bin zum Beispiel heute langer Chipleader am Final table, selbst als nur mehr 3 andere left waren. Session dauert schon 5 Stunden. Verliere ein wenig an einen loosen Player der mit any2 fast immer das Board trifft, und ziemlich viel callt. Sagen wir mal so 25%. Die entscheidende Hand waren dann aber falsch gespielte Asse am Button, 3 handed, die mich meinen Sieg kosteten und wodurch ich nur dritter wurde.

      Gleich direkt nach einer solchen entscheidenden Hand die einem sehr viel kostet, bekommt man Schuldgefühle und fragt sich, warum man sie nur so schlecht spielen konnte. Es fällt einem auch schwer die Hand gutzureden ("ach der hatte nur Glück").

      Ich meine, 30 BBs left, AA am Button, raise auf 3.5 BBs, SB und BB callen... am flushdraw flop mit König setzt der SB 3.5 BBs, BB fold, und ich raise nur auf 7 BBs, um dann am Turn sein allin zu callen.... in dem Moment dachte ich mir am Flop halt "musst ja nicht gleich overbetten und allin am flop gehen", aber im Nachhinein fragt man sich warum man so blöd war und nicht direkt reingestellt hat, der SB hätte mit seinem paar + low kicker net bezahlen können.

      Nunja, wie geht man damit um? Man kann es sich nicht schönreden, man hat es einfach falsch gespielt und dass hat einen den Sieg gekostet, und das ganze als "Lehrgebühr" zu sehen stimmt mich auch nicht grad viel positiver...



      Danke für eure Tipps.
  • 4 Antworten
    • highside
      highside
      Bronze
      Dabei seit: 23.04.2009 Beiträge: 2.281
      Soviel darauß lernen wie möglich und dann abhacken, mehr kann man eh nicht machen.

      Und die Hand die du grad beschrieben hast, klingt von der Bewertung her extremst resultorientated. Es sollte dir wichtig sein, ob du die Hand gegen seine Range richtig gespielt hast und gegen Teile der Range ist man halt auch beat.
    • eltomb4rrr
      eltomb4rrr
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2008 Beiträge: 1.718
      poste doch einfach die Hand im Handbewertungsforum, dann bis du schlauer und hast vllt keine Schulegefühle mehr.
    • Mati312
      Mati312
      Bronze
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 1.009
      @eltomb4rrr: Das brauche ich nicht, weil ich ja weiß das die Hand sowas von misplayed war.


      @highside: Seine Range war ein nicht so wahrscheinliches Flushdraw und irgendwas am Flop gepaired (aber nicht TPTK). Lag damit auch richtig, top pair low kicker.

      Mit meinem minraise am Flop habe ich ihn zum callen eingeladen, und hatte schon die hälfte meiner Chips drinnen, und von meinen Assen bin ich ab da eh schon net mehr weggekommen (3-handed).

      Am Turn mit seinem Allin war ich dann so ziemlich beat, aber ich war schon zu sehr commitet, und 3handed Asse folden ist nicht leicht.

      Das einzig richtige wäre ganz klar raise-allin am Flop gewesen. Sicherlich war es eher unwahrscheinlich dass er wieder irgendwas hittet, aber mit dem Allin hätte ich ~15 BBs ohne Turn-Risiko gewonnen.

      Aber gerade Shorthanded wollte ich gar nicht so sehr dass er folded, und beim minraise am flop hang noch der Slowplay-Gedanke preflop dabei. Ich muss zugeben, All-In war mein allererster Gedanke (und der ist bekanntlich meist der richtige :/). Aber als ich meine Chips zählte merkte ich dass ein Allin ein ziemlicher Overbet wäre, und ich mehr Chips von ihm bekommen könnte.



      Naja, solche Hände merkt man sich wohl am besten und mehr als die Hand so nicht mehr zu spielen kann man eh nicht machen.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Hallo Mati312,

      ich denke, highside hat es genau richtig gesagt: Daraus lernen und dann abhaken. Was soll es bringen, wenn Du Dich danach selbst geißelst und vor Schuldgefühlen umkommst?

      Du hast natürlich recht: Der eine wichtige Fehler in einem MTT wird härter bestraft als beispielsweise das eine dumme AI im Cashgame, was Dich einen Stack kostet. Das Prinzip ist aber dasselbe: Du bist zum Zeitpunkt X nicht dazu in der Lage gewesen, Dein A-Game abzurufen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass Du bereits 5h Poker in den Knochen hattest, aber das ist nun einmal der Lauf der Dinge bei einem MTT. Nimm die Erfahrung mit, eigne Dir noch mehr Wettkampfhärte und Konzentrationsfähigkeit an, dann wird Dir so ein Fauxpas am nächsten Final Table hoffentlich nicht mehr passieren.


      Gruß,
      michimanni