Equity und Gewinnchancen

    • Krella
      Krella
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2006 Beiträge: 33
      Hallo zusammen,

      schon wieder ich mit einer "Wer nicht fragt bleibt dumm"-Frage:

      Ich verstehe irgendwie noch nicht so den Zusammenhang zwischen Recht am Pott und Gewinnchance.

      Wenn ich mal ganz unbedarft an die Sache rangehe, wie kann ich da sagen, das ich aufgrund meiner Gewinnchance ein anteiliges Recht auf den Pott hätte? Raff ich nich.

      Ich kann zwar sagen, das ich eine prozentuale Gewinnchance habe, den Pott zu holen, aber ein Recht darauf? Hm...

      Vielleicht kann mir das auch jemand näher bringen,
      1. warum ich ein Recht auf den Pott habe und
      2. was ich mit diesem Recht anfange

      Zur Vereinfachung unten nochmal die Einträge, auf die ich mich beziehe.

      Danke schonmal vorab für Eure Geduld.

      Aus dem Glossar:

      "Equity
      Eines Spielers "rechtmäßiger" Anteil am Pott. Angenommen der Pott enthält 100 Dollar und ein Spieler hat eine Gewinnchance von 50 %, so beträgt seine Equity 50 Dollar."

      Und aus dem Thread "Drawing Hands auf dem Flop:

      "Die Equity ist der Anteil am Pot, der einem gemäß der Gewinnchancen zusteht. Ein Straightflush Draw hat am Flop 15 Outs und damit eine Equity von 54,12 Prozent bis zum River. Obwohl er noch keine fertige Hand besitzt, gehören dem Straightflush Draw Holder über 50 Prozent des Potts (angenommen, es ist kein Draw zu einen höheren Flush oder einer größeren Straight unterwegs). Bereits bei einem einzigen Gegner sollte man daher so viel Geld wie möglich in den Pot werfen. Es ist ja unmittelbar profitabel (Value) und bereitet zudem einen Turnbluff vor, sollte die nächste Karte nicht helfen. Wichtiger ist folgende Situation, da sie häufiger vorkommt. Man hat einen Nutflush- oder Secondnutflush Draw auf dem Flop und drei Gegner. Mit seinen 9 Outs besitz man eine Equity von 34,97 Prozent (Odds von 2 zu 1, bis zum River die beste Hand zu haben). Auch hier sollte man den Pott füttern (wenn man dadurch keine Flushkunden vertreibt), da man ja nur 25 Prozent des Geldes beiträgt, jedoch statistisch gesehen zu 34,97 Prozent am Gewinn partizipiert (an jedem Dollar, der zusätzlich in den Pott kommt gewinnt man knapp 10 %)."
  • 10 Antworten
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      nicht ohne grund ist es in anführungszeichen. dir "gehört" ein teil des pots - langfristig gesehen zb 40% (entsprechend deiner gewinnchancen). von "gehören" zu "besitz" zu "anspruch/recht" ist es nur ein kleiner sprachlicher sprung. einklagen wirst du deinen anspruch nicht können und auch anderweitig hast du kein wirkliches recht auf den pot (ausser nach dem gesetz der wahrscheinlichkeit ;) ).

      betrachte es als blumige umschreibung der gewinnchancen auf lange sicht und mach dir keinen kopf ;)
    • Krella
      Krella
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2006 Beiträge: 33
      hallo hazz,

      also kann ich den begriff equity bei meinen strategischen überlegungen ganz aus meinem kopf streichen?
    • EddieNewman
      EddieNewman
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 490
      Nein, solltest du eher nicht streichen. Bei drawing hands ist das Verhältnis zwischen den Spielern, die am Pot beteiligt sind und deinem Anteil am Pot oft entscheidend dafür, ob es sich für dich lohnt, den Pot zum wachsen zu bringen, oder ob du lieber billig gucken solltest, ob sich dein draw materialisiert. Gegen einen Gegner, der dich auf dem Flop mit seiner made hand schlägt (top pair, etc.), ist es meiner Meinung nach bei eigenen mittleren drawing hands (oesd, flush oder gar set) nicht angebracht, den Pot fett zu machen, weil dir anteilig oft weniger vom Pot "gehört" als dem Gegner. Ein gutes Tool, dir die verschiedenen Equities mal anzugucken, ist Pokerstove.
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      nein, den begriff "recht" kannst du streichen ;)
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      vielleicht hilft dir das:

      Du beteiligst dich zu einem gewissen prozentsatz an den einzahlungen in den pot. callen zb alle 9 gegner und du auch, dann hast du dich mit 10% beteiligt (1/10).

      ist jetzt deine equity besser als 10% hat sich das ganze gelohnt.
      zb eine equity von 20% würde aussagen, dass du in 20% aller möglichen fälle (mögliche kartenkombination der gegner und des flop/turn/river) das beste blatt und somit den ganzen pot gewonnen hast. langfristig (=häufige wiederholung) gewinnst du also zu 20% (jeden 5ten) den pot. rechnet man das auf den aktuellen pot runter "gehören" dir halt 20% davon.

      da du nur 10% eingezahlt hast, aber im schnitt 20% rausbekommst lohnt sich das ganze.

      neben preflopüberlegungen kommt die equity besonders bei sehr starken draws zum tragen: hast du eine chance von mehr als 50% am ende das beste blatt zu haben und den pot zu gewinnen lohnt sich jede einzahlung. denn entweder die gegner steigen aus und du gewinnst den pot so oder sie zahlen auch ein. dann wird der pot grösser, du beteiligst dich an den einzahlungen aber nur zu 50% ( bei 1 gegner, 33% bei 2 gegner usw.), wobei dir laut equity über 50% auszahlung zusteht. das ganze fällt unter den begriff "raise for value".
    • Krella
      Krella
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2006 Beiträge: 33
      equity ist begrifflich also gleichzusetzen mit gewinnchance?

      d.h. errechne ich meine gewinnchance, habe ich auch gleichzeitig den wert meiner equity?
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      ja fast: die equity bezieht sich auf den anteil am pot (geld-orientiert); der anteil entspricht hier der gewinnchance (sieg-orientiert).


      PS: dein "..dh.." ist korrekt.
    • tommeyman
      tommeyman
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2006 Beiträge: 92
      Hi!
      das mit der equity hab ich ja auch noch nicht ganz raus.. =)

      wie genau errechne ich denn meine gewinnchancen?
      also ich bei drawing hands ja über die outs?

      aber wie ist das wenn ich beispielsweise am flop sitze und vielleicht ein overpair habe.. also quasi ne made hand?
    • Kugelfang
      Kugelfang
      Bronze
      Dabei seit: 24.05.2005 Beiträge: 5.942
      deine equity kannst du theoretisch nur dann absolut genau bestimmten, wenn du alle karten der gegner kennst.
      geht natürlich nicht.
      aber kannst ja handranges und damit auch die equity abschätzen.

      preflop kann man handrange von limper an vpip eingrenzen, bei nem nutflushdraw ohne andere outs / chancen mit der jetzigen hand kannst dus an den outs ausrechnen ect
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      die equity rechnest du dir mit pokerstove.com aus. brauchst du aber noch nicht, da das schon viele vor dir gemacht haben und daraus das SHC entstanden ist.