Purebluffs/Adaption

    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      Hiho, ich bins mal wieder =)


      bin gerade die interessanten Hände meiner letzten Session durchgegangen und bin dabei auf eine gestoßen, in der ich nen Purebluff gemacht habe:


      Known players:
      Position:
      Stack
      Hero:
      $122
      BU:
      $189

      3/6 Fixed-Limit Hold'em (4 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Elephant 0.87 by www.pokerstrategy.com.

      Preflop: Hero is BB with Q:heart: , T:spade:
      CO folds, BU raises, SB folds, Hero calls.

      Flop: (4,33 SB) A:heart: , 3:spade: , 2:club: (2 players)
      Hero checks, BU bets, Hero raises, BU folds.

      Final Pot: 3,67 BB



      denke, der Spot ist hier ziemlich günstig, da Villain recht nitty ist, wenn auch 42 WTS, aber das ist nach knapp 30 Händen kaum aussagekräftig, ich meine, der kann auch noch bei 38 liegen.


      Mir geht es aber hier allgemein um solche Spots, egen beliebige TAGs.

      Erstmal zur Hand:
      Es ist hier nicht entscheidend, dass bessere Hände folden, es reicht, wenn Villain any2 foldet, da ich eh nicht zum SD kann, ich habe <30% Equity und musste den Flop folden, wenn ich nicht bluffe.

      Nachträglich habe ich nun ausgerechnet, wie oft der Bluff klappen muss. Dazu habe ich ihm einfach mal genau die Range wie im Chart gegeben:
      33+, A2s+, K2s+, Q6s+, J7s+, T8s+, 98s, 87s, 76s, A2o+, K7o+, Q9o+, J9o+


      Nun habe ich berechet, wie oft er direkt am Flop (!) folden muss, damit der Bluff profitabel ist, das Turn- und Riverplay (welches sich ja zumindest nicht negativ für mich auswirken kann, da ich entscheide, ob ich weiterbluffe oder nicht und ich daher nur noch mehr rausholen kann aus dem Bluff) habe ich erstmal verachlässigt.

      Ich investiere 2 SB in einen nach seiner Cbet 5,33 SB großen Pot, das heißt, er muss direkt am Flop zu 2/7,33 = 1/3,66 = 0,2727 = 27,27% folden.


      Das sind erst mal feststehende Faktoren. Nun kommen die Assumptions ins Spiel:
      ich nehme an, Villan contibettet 100% und foldet jede Hand schlechter als Khigh direkt auf meinen c/r am Flop. Er hat die Range (s.o.)
      33+, A2s+, K2s+, Q6s+, J7s+, T8s+, 98s, 87s, 76s, A2o+, K7o+, Q9o+, J9o+

      ich berechne nun erst die Gesamtzahl der Handkombos dieser Range unter Berücksichtigung meiner Hand und des Boards.

      PPs:
      44-99, JJ, KK sind 8*6 = 48 Kombos.
      33, TT, QQ, AA sind 4*3 = 12 Kombos.
      Zusammen 60 Kombos.

      Ahigh:
      A2, A3, AT, AQ sind 4*9 = 36 Kombos.
      A4-A9, AJ, AK sind 8*12 = 96 Kombos.
      Zusammen 132 Kombos.

      Khigh:
      K2s, K3s sind 2*3 = 6 Kombos.
      K4s-K6s sind 3*4 = 12 Kombos.
      K7-K9, KJ sind 4*16 = 64 Kombos.
      KT, KQ sind 2*12 = 24 Kombos.
      Zusammen 106 Kombos.

      Qhigh:
      Q6s-Q8s sind 3*3 = 9 Kombos.
      Q9, QJ sind 2*12 = 24 Kombos.
      QT sind 1*9 = 9 Kombos.
      Zusammen 42 Kombos.

      Jhigh:
      J7s, J8s sind 2*4 = 8 Kombos.
      J9 sind 1*16 = 16 Kombos.
      JT sind 1*12 = 12 Kombos.
      Zusammen 36 Kombos.

      Thigh:
      T9s, T8s sind 2*3 = 6 Kombos
      Zusammen 6 Kombos.

      <Thigh:
      98s, 87s, 76s sind 3*4 = 12 Kombos.
      Zusammen 12 Kombos.


      Also insgesamt besteht seine Range nach der Cbet am Flop aus 394 Kombos.



      davon muss er nun direkt am Flop 27,27% folden, also 0,2727*394 = 107 Kombos.

      Foldet er jedes Qhigh und schlechter direkt, dann foldet er 96 Kombos. Es fehlen noch 11 Kombos, sagen wir einfach, er foldet zusätzlich nur die Hand K7, dann kommen 16 Kombos dazu und es reicht schon...
      Zudem stealen viele looser vom BU, aber eben meist nicht die Khighhände, sondern eher die suited connectors und gappers, wenn man die Range dahingehend npasst, kann es schon reichen, dass er nur Qhigh direkt am Flop foldet!!


      Nehmen wir nun an, ich hätte QJo anstatt QTo.
      Selbst wenn ich ihm nun sagen würde "ich check/raise hier QJo", kann er auf den ersten Blick nichts dagegen machen, er kann ja nicht mit Qhigh zu callen anfangen, da er damit behind ist.


      Natürlich ist es nicht so einfach. Villain hat 2 Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken:

      a) er 3-bettet den Flop als Rebluff.
      das würde meine Line hier erstmal exploiten. Allerdings muss er dann auch seine Valuehände direkt am Flop 3-betten un nicht mehr cFrT spielen. Das macht es mir dann mit meinem Madehands, die ich c/r günstiger. Er kann es obv mixen, mal cFrT, mal 3-bet Fop spielen, aber er kann nicht mehr 100% seiner Valuehände cFrT spielen, wenn er sich nicht dauernd rausbluffen lassen will.

      b) er macht Floats gegen meinen c/r am Flop.
      Dies hat zur Folge, dass nun tatsächlich Turn + River zum Nachteil für mich werden können oder ich eben nicht mehr so viel bluffen kann, denn ich muss dann am Turn eine weitere BB investieren, ansonsten fallen meine Bluffs natürlich schnell auf.
      Ich denke, es wird kompliziert, das zu berechnen, ob es profitabel ist, den Turn weiterzubarreln, schon allein deshalb, weil ich nicht weiß, was er hier floatet.

      Ich kann jedoch einfach sagen "ich bette eben nicht mehr 100% meiner Holdings am Turn nach dem c/r Flop, sondern ich checke den Turn, sowohl mit Madehands als auch mit Air". Mit Madehans spiele ich dann c/c oder c/r und mit Air c/f oder auch mal c/r, wenn ich merke, dass er immer b/f spielt...


      Insofern wird für Villain erstmal die Line call Flop fold Turn sinnvoll mit 100% seiner Holdings, der Bluff wird für mich teurer, ich muss nun 2 BB für den Bluff bezahlen, um einen Pot von (nach seinem Flopcall vs mein c/r) 4,16 BB zu gewinnen (ohne Rake), das heißt, der Bluff muss schon fast in 1 von 3 Fällen klappen, ich brauche 33% Foldequity, die ich nicht mehr habe, wenn er Khigh+ downcallt, ich hatte ja nur knapp die 27% (s.o.). Wenn er jedoch Khigh und schlechter am Flop zu 100% peelt und am Turn zu 100% foldet, dürfte es wiederum reichen, c/r bet wäre wider die beste Line für mich.
      Wenn er Khigh komplett downcallt, adaptet er auch dagegen, dann muss ich wieder anfangen, mehr Value-c/r zu machen und durchzubetten oder ebe den Turn mit Ini checken, um meine Bluffaufgaben zu balancen, habe aber den Nachteil, dass ich dann den alue nicht mehr bekomme.



      Die Frage ist, wie merkt man, ob Villain adaptet? Gerade in diesem Spot merkt man das ja nicht so schnell, das heißt, wenn man 2mal geblufft hat in Folge, dann kann Villain diese Floats machen, er kann es aber auch sein lassen, weil er denkt, dass wir denken, dass er adaptet und wir uns dann selber leveln, wenn wir weiterbluffen und den Turn c/f, wissen wir auch nicht, ob er jetzt gefloatet hat oder nicht, man kann es wohl mit den Valuehänden rausbekommen, aber auch das könnte schwierig werden...



      In der Theorie ist das alles ausrechenbar, aber am Tisch, wie merkt man, ob und wie Villain adaptet?
  • 16 Antworten
    • Alph0r
      Alph0r
      Black
      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      Ich frage mich, ob er überhaupt adapten müsste. Immerhin ist dein Bluff hier nur ungefähr BE, das ist es doch, was er mit einer gebalancten Range erreichen möchte.
      Villain sollte auch nicht zu schnell adapten. Die Wahrscheinlichkeit, dass du viel bluffst, erhöht sich aus seiner Sicht nicht so schnell, weil du genausogut eine MH haben kannst.

      Man kann auch nie sagen, dass Villain jetzt adapted, oder dass er es nicht tut. Vielleicht war es schon immer seine Strategie mit bestimmten Händen zu rebluffen, und er hätte es unabhängig von dir gemacht, seine Reblufffrequenz ist aber eigentlich immernoch gleich und eher niedrig. Vielleicht hat er auch einfach nur Madehands gehabt.
      Man kann aber zumindest ein wenig was über wahrscheinlichkeiten sagen. Man muss hier afaik mit Bedingten Wahrscheinlichkeiten Arbeiten, schau dir mal den Satz von Bayes an.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Ich denke, um seine Adaption brauchst du dir erst mal keine Sorgen machen. Die machst du dir dann, wenn deine Linie in der Lage ist, den Gegner auszubeuten. Dann beutet seine Adaption dich aus. Ist sie nicht profitabel, braucht der Gegner sich nicht anzupassen, da du damit eh schon Geld an ihn verlierst. Deine Linie beutet den Gegner dann aus, wenn sie gegen seine momentane Standardantwort profitabel ist. Genau hier liegt das Problem.

      Du hast ausgerechnet, dass er mit seiner Standardantwort möglicherweise nicht genügend Hände foldet, um den Bluff profitabel zu machen. Nicht berücksichtigt hast du deine Outs. Triffst du die Q oder T auf dem Turn, bekommst du gegen seine Callingrange zwischen 45,5 und 48,5% Equity. Du kannst damit kaum noch aufgeben. Du hast aber (geringe) negative implied Odds. Seine schlechteren Hände werden dich vielleicht nicht immer auszahlen, gegen seine besseren musst du immer zahlen. Du gewinnst aber auch in knapp 50% der Fälle den Pot, wenn du Q oder T auf dem Turn triffst. Das wirkt sich auf deine benötigte Foldequity aus.

      Hättest du keine implied/negative implied Odds, dann berechnet sich die benötigte Foldequity zu

      EV = Foldequity * 7,33 + 6/47 * 45,5% * 8,33 - 2 > 0 <=>
      Foldequity > (2 - 6/47 * 45,5% * 8,33) / 7,33 = 20,7%

      20,7% * 394 = 82 Hände sind also das Minimum. Wegen der negativen implied Odds müssen es allerdings ein paar Hände mehr sein.

      Es bleibt knapp.

      Board: ah3s2c td
      Dead:

      ..................Equity..........Hand
      Spieler 1: 45.439 % QhTs
      Spieler 2: 54.561 % 33+, A2s+, K2s+, A2o+, K7o+ (Callingrange)

      Board: ah3s2c qd
      Dead:

      ..................Equity ....... Hand
      Spieler 1: 48.529 % QhTs
      Spieler 2: 51.471 % 33+, A2s+, K2s+, A2o+, K7o+
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      danke für die Antworten.

      @cjheigl:

      stimmt, meine Chncen für Improve habe ich vernachlässigt.


      Ich habe ja eingangs geschrieben, dass wenn Villain hier nur Qhigh zu 100% foldet, ist es schon fast profitabel, durch die Improve-Chancen reicht es auf jeden Fall, wenn Villain Qhigh zu 100% foldet.


      Ich habe hier jedoch eine recht pessimistische Annahme gemacht, ich meine Qhigh muss er einfach folden hier...!?


      Ich meine, viele folden doch auch Khigh und dann wird der Bluff halt richtig profitabel.

      Würdest du Khigh an Villains Stelle in dem Spot downcallen? Allein gegen Bluffs?
      Weil wenn er das nicht tut (oder zumindest nicht einmal peelt mit Gutshots, K4s, K5s), dann foldet er viel zu viel weg und ich kan 100% bluffen.


      Aber es ist für ihn ja auch schon -EV, wenn er Qhigh und schlechter ohne Draw zu 100% am Flop foldet, wenn ich nur etwas mehr als 20,7% FE brauche!?

      Und das kann ja nicht in Villains Sinne sein, dass ich mit 100% meiner Holdings einen +EV-Bluff machen kann, auch wenn er nicht stark +EV ist, wenn ich hier 100% profitael c/r kann, summiert sich das doch schnell.
    • Umumba
      Umumba
      Black
      Dabei seit: 22.04.2006 Beiträge: 2.019
      Original von cjheigl
      Ich denke, um seine Adaption brauchst du dir erst mal keine Sorgen machen. Die machst du dir dann, wenn deine Linie in der Lage ist, den Gegner auszubeuten. Dann beutet seine Adaption dich aus. Ist sie nicht profitabel, braucht der Gegner sich nicht anzupassen, da du damit eh schon Geld an ihn verlierst. Deine Linie beutet den Gegner dann aus, wenn sie gegen seine momentane Standardantwort profitabel ist. Genau hier liegt das Problem.
      Ich find "ausbeuten" statt "exploiten" sooo schrecklich. ^^
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Ich würde Kx nicht immer runtercallen, aber das ist auch gar nicht nötig. Wenn ich weiss, dass mein Gegner bluff-checkraisen kann, dann calle ich oft den Flop, um seine Bluffs teuer zu machen (er muss dann eine weitere BB auf dem Turn investieren). Seine Bluff-Odds sind dann 5:2 statt 7:2, wodurch er deutlich öfter Erfolg haben muss.
    • hasufly
      hasufly
      Black
      Dabei seit: 01.12.2006 Beiträge: 7.371
      Von dieser neuen deutschen Schreibweise kriege ich Krebs. Was soll denn der Scheiss? Poker ist ein internationales Spiel. Und mal ganz ehrlich: Einem Einsteiger hilft das eh nicht. Wer die englischen Begriffe nach einmaliger Erklärung nicht versteht, ist eh zu dumm, jemals ein guter Rakeproduzent zu werden :f_confused:

      Gruß,
      hasu
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Ich mag dieses Werber-Denglisch gar nicht. Es finde es völlig grauenhaft, englische Verben auf deutsch zu deklinieren. Ganz besonders dann, wenn ein deutsches Verb zur Verfügung steht, das den gleichen Sachverhalt mindestens genau so gut ausdrücken kann. Das ist dann weder englisch noch deutsch, sondern Faulheit. Ein bischen Mühe kann man sich bei der Formulierung von Sätzen schon geben. :P Aber ich schätze, wir kommen etwas vom Thema ab ;)
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      naja, exploiten ist für mich fast schon deutsch ;) also ich verstehe es...und ist ja auch ein Gold-Forum hier. Naja doesn't matter, wenn mans versteht =)


      Original von cjheigl
      Ich würde Kx nicht immer runtercallen, aber das ist auch gar nicht nötig. Wenn ich weiss, dass mein Gegner bluff-checkraisen kann, dann calle ich oft den Flop, um seine Bluffs teuer zu machen (er muss dann eine weitere BB auf dem Turn investieren). Seine Bluff-Odds sind dann 5:2 statt 7:2, wodurch er deutlich öfter Erfolg haben muss.

      aber genau das wäre ja schon die Adaption auf die ich in meinem EIngangspost hingewiesen habe. Genau damit adaptet er gegen meine loosen Flop-c/r und will mich exploiten und dann muss ich ihn wieder versuchen zu reexploiten, sofern ich die Bluffs nicht sein lassen will.

      Das sind dann seine Floats gegen meine c/r am Flop, gegen die ich dann readapten muss, zB. durch check Turn mit Ini nach dem c/r, entweder mit Madehans oder mit Air, somit ist einerseits mein check gebalanct und wenn ich dann sowohl Madehands als auch Air c/r am Turn, kann Villain auch nicht einfach sagen, ich calle den Flop und bette den Turn gegen Bluffs.
      Seine cFrT-Line mit Madehands wird damit exploitet, weil ich den Turn oft checke, dann muss er den Flop wieder 3-betten IP mit Madehands, kann das auch mit Air machen usw.


      aber genau da fängt doch die Adaption an, wenn Villain anfängt den Flop mit sehr viele Holdings af c/r zu callen, einfach um mir den Bluff teuer zu machen.
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.556
      Original von cjheigl
      Ich mag dieses Werber-Denglisch gar nicht. Es finde es völlig grauenhaft, englische Verben auf deutsch zu deklinieren. Ganz besonders dann, wenn ein deutsches Verb zur Verfügung steht, das den gleichen Sachverhalt mindestens genau so gut ausdrücken kann. Das ist dann weder englisch noch deutsch, sondern Faulheit. Ein bischen Mühe kann man sich bei der Formulierung von Sätzen schon geben. :P Aber ich schätze, wir kommen etwas vom Thema ab ;)
      Es geht ja nicht nur um das Konjugieren von Verben.
      Sondern auch um Substantive wie z.B "Überkarten".
      Dessen Bedeutung ist zwar jedem, der das Synonym "Overcards" kennt, sofort klar.
      Dennoch ist es überflüssig und extrem häßlich.

      Im Sport gibt's Foul, Penalty, Tie-Break usw.
      Niemand regt sich darüber auf.

      Sogar im sprachprotektionistischen Frankreich wird z.B. "le Zugzwang" benutzt, ein Schachbegriff der international üblich ist, obwohl ihn kaum einer richtig aussprechen kann.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      @HamburgmeinePerl: teils, teils. Ursprünglich ging es ja darum, wie oft der Gegner den Flop callt. Von Calldowns war da noch nicht die Rede. Prinzipiell gehört es jedoch zum balancierten Spiel, Flopcalls ohne die Absicht eines Calldowns zu machen. Das ist noch nicht Adaption, sondern Balancing, um sich weniger angreifbar zu machen. Also das genaue Gegenteil von Exploitation.

      Exploitation hat zum Ziel, den eigenen EV zu maximieren. Balancing hat zu Ziel, den gegnerischen EV zu verringern, in dem man sich weniger exploitable macht.

      (Ich hoffe, alle sind mit den Begriffen zufrieden ;) )
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      Original von Marvl
      Sogar im sprachprotektionistischen Frankreich wird z.B. "le Zugzwang" benutzt, ein Schachbegriff der international üblich ist, obwohl ihn kaum einer richtig aussprechen kann.
      echt? wow, interessant, hätte ich nicht gedacht, dass sich as deutsches internatienal durchsetzt und das sogar in Frankreich...Respekt!


      @cjheigl:

      okay, man kan es sich so hindrehen wie man will ;) ich meine exploiten und Balancing gehen ach Hand in Hand, aber unter Balancing verstehe ich schon eher, dass man eine ganze Line mit Air, Draws, Madehands gleich spielt und nicht nur eine Street.

      Aber ich gebe dir recht, call Flop ist schon eine Art balancing, allerdings würde ich es trotzdem eher als exploit bezeichnen, unter Balancing verstehe ich eigentlich, dass man eine Line auch gegen unknown so spielt, um sich nicht angreifbar zu machen, das heißt zB. semibluffen von Draws eben so wie man auch Madehands spielt oder eben auch Purebluffs.

      Allerdings würde ich gegen unknown hier nicht mit Qhigh- den Flop callen auf den c/r, weil ich einfach davon ausgehe, dass am Turn zu nahezu 100% die bet kommt und ich dann 1 SB verschenkt habe, daher nenne ich das nicht mehr Balancing, sondern schon expoiten, wenn man den Flop hier callt mit Qhigh-, aber wie gesagt, die Übergänge sind fließend, nur weil du bei deiner ersten Antwort gesagt hast um Adaption müsse ich mir keine Sorgen machen, ich denke, das ist schon eine Art von Adaption, oder würdest du generell gegen jeden TAGlike Player ohne History (!) den Flop callen?!

      Also ich nicht, da c/r bet eben doch bei fast allen Spielern eine FBS ist, wie gesagt unter der Voraussetzung, dass man keine History miteinander hat.
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.556
      Dann bin ich wohl eine Ausnahme.
      Egal, ob vs c/r vom unknown TAG oder Donk von Fisch.
      Ich cFrT zu 100% in diesem Spot.
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      Original von Marvl
      Dann bin ich wohl eine Ausnahme.
      Egal, ob vs c/r vom unknown TAG oder Donk von Fisch.
      Ich cFrT zu 100% in diesem Spot.

      willst du damit sagen, dass du nie IP 3-bettest in dem Spot oder dass du any2 cFrT spielst?

      Letzteres wäre wohl ziemlich schlecht, daher nehme ich ersteres an...!?


      Grundsätzlich kann man das denke ich so spielen, nur ist der Pot halt ziemlich klein und wenn du dann deine Value cFrT mit Purebluff cFrT balöancen musst, wird das schon sehr teuer.
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.556
      Ja, any2 vs c/r von unknown (GTO ist das natürlich nicht)..

      Damit riskiert man 5 SB, um 9 SB zu gewinnen.
      Sobald man merkt, wie verblüffend oft die wegfolden, kommt einem das fast schon geschenkt vor.

      Weak Aces spielen sie oft WA/WB, starke 3-betten sie preflop oder spielen manchmal c/c Flop, c/r Turn.

      Daher ist Unknown's Value-Range bei diesem Board dünn und seine c/r-Frequenz viel zu hoch.
      Also gehe ich da mit any2 drüber
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      also im BB vs BU sollte man jedes A auf dem Board c/r (und das machen denk ich auch die meisten).


      Aber wenn du das tatsächlich zu 100% machst, ohne Rücksicht auf den Gegner?! (damit meine ich, ohne Rücksicht, ob du den Gegner kennst, gegen 100 WTS fische oder maniacs machst du es obv nicht), ist das imo auf jeden Fall -EV wenn du mindestens 2/4 spielst, das merkt man doch sofort, sobald es 2 SDs gegeben hat und du Air hältst, wenn die Leute dann sehen, mi welcher Frequency du das machst wird das ziemlich schnell exploitet denke ich.


      Meinst du eigentlich any Ahighboard oder auch Khighboards und andere?


      Original von Marvl
      Damit riskiert man 5 SB, um 9 SB zu gewinnen.
      Sobald man merkt, wie verblüffend oft die wegfolden, kommt einem das fast schon geschenkt vor.

      ich werfe dir da einfach mal subjektive Wahrnehmung vor, da man eben nach der Line kenen Fold erwartet und dann die Fälle in dene Villain doch foldet besser in Erinnerung bleiben, sorry wenn ich dir unrect tue.

      Aber es muss zu 5/14 = 35,7% klappen, das ist gegen kaum jemanden gegeben imo, auch wenn er unknown ist.
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.556
      Nur ideale Ace High Boards, so wie die Beispielhand, BU vs BB, vllt auch CO.
      Der Game Flow muss stimmen, Unknown muss oft genug aggro sein, Range nicht respektieren, preflop möglichst viele Aces und Pockets 3-betten, so dass er bei dry boards im Gegensatz zu mir nix reppen kann.
      Pokerstars + Sabber-Baby-Avatar = no-go.

      Bei King High Boards sind pure Rebluffs wohl viel zu spewy.
      Selbst wenn er alle Aces 3-bettet, ist er bei seinen Kings im Schnitt viel zurückhaltender.
      Da ist seine c/r-Range schon zigmal seriöser.

      Und klar, sobald es 2 SDs gegeben hat ist er natürlich ein anderer Spieler als Mr. Unknown.