Pokerturnier organisieren

    • BTVS
      BTVS
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2008 Beiträge: 5
      Hallo,

      ich habe in der Suchfunktion leider nicht genau das gefunden, was ich gesucht habe, deshalb hier meine Frage.

      Ein Freund ist Vorsitzender eines Vereins und hat vor, ein Pokerturnier zu veranstalten, das für alle zugänglich ist, die Lust haben (wird auf der Homepage des Vereins veröffentlicht). Das Buy-in soll ca. 5 € pro Person betragen und als Preise sind Geldpreise gestaffelt nach Plätzen angedacht, finanziert aus den Buy-ins. Er hat mich nun gefragt, ob das rein rechtlich überhaupt erlaubt ist und was man sonst noch beachten muss bei der Organisation.

      Soweit ich das sehe, gilt dieses Turnier schon als öffentliche Veranstaltung und muss unter Umständen dann auch angemeldet werden. Außerdem sehe ich die Geldpreise sehr problematisch, da Poker nach wie vor (leider) vom Gesetzgeber als Glücksspiel deklariert wird. Hier wären vielleicht Sachpreise die Lösung.

      Hat von euch schon jemand Erfahrung mit so einer Situation gemacht oder eventuell auch schon ein Turnier organisiert? Es soll in Baden-Württemberg stattfinden, falls das irgendwie relevant sein sollte.

      Was genau muss man beachten und sind Buy-ins überhaupt erlaubt?
  • 11 Antworten
    • MeSk4LiN
      MeSk4LiN
      Bronze
      Dabei seit: 04.05.2007 Beiträge: 2.717
      also soweit ich weiß ist es verboten geldpreise auszuschütten wenn man öffentlich werbung für das turnier macht

      /halbwissen inside
    • wosinddiehirsche
      wosinddiehirsche
      Bronze
      Dabei seit: 25.11.2008 Beiträge: 1.333
      spielt doch einfach ohne einsatz und lasst dann den klingelbeutel rumgehen^^ da soll jeder 5 euro reinwerfen und der sieger darf mit der linken hand einmal reinlangen. der zweite auch und der dritte bekommt das kleingeld.

      den klingelbeutel natürlich während des turniers verstecken^^
    • Kurvenbieger
      Kurvenbieger
      Bronze
      Dabei seit: 13.07.2007 Beiträge: 300
      Wir haben das auch mal vor ein paar Jahren mit ein paar Leuten gemacht, aber dann gelassen weil es uns zu gefährlich war falls uns mal ein anscheissen sollte Ordnungsamt ...

      Soweit ich weiss kann man sowas machen, muss dies aber mit dem Ordnungamt abklären und genehmigen lassen (die werden dann auch garantiert vorbeikommen! Was bestimmt gut für die allg. Laune ist).

      Buy-ins darf man wohl kassieren aber man darf das Geld nicht ausschütten sondern nur Sachpreise!!!



      Ich komme aus Niedersachsen das kann natürlich bei dir in BW ganz anders sein und diese Infos habe ich vor ca. 3 Jahren gehabt kann sich also viel verändert haben.
    • ameisenmann
      ameisenmann
      Bronze
      Dabei seit: 01.12.2007 Beiträge: 2.787
      Habe mal in Berlin solche Turniere gesehen, die Buy-in nahmen, aber es gab immer nur Sachpreise, die meistens total der Witz waren. Glücksspiel darf halt nur das Casino betreiben, da sie auch horrende Steuern zahlen...
      Was spräche denn dagegen, Amazon-Gutscheine in entsprechendem Geldwert als Preise anzubieten? ;)
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 12.197
      Original von ameisenmann
      Habe mal in Berlin solche Turniere gesehen, die Buy-in nahmen, aber es gab immer nur Sachpreise, die meistens total der Witz waren. Glücksspiel darf halt nur das Casino betreiben, da sie auch horrende Steuern zahlen...
      Was spräche denn dagegen, Amazon-Gutscheine in entsprechendem Geldwert als Preise anzubieten? ;)
      Würde mich nicht wundern, wenn Gutscheine als Geldpreise gelten.
    • JokersBest
      JokersBest
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2007 Beiträge: 12
      Ich selber komme aus Hessen und veranstalte Turniere dieser Art regelmäßig. Wie schon gesagt wurde ist es definitiv nicht erlaubt um Geld zu spielen, vor allem wenn ihr das auch noch bewerben solltet.

      Mit einer Genehmigung des Ordnungsamtes ist es i.d.R. bei uns möglich, Turniere bis zum Buy-In von 15 € zu veranstalten, mit Ausnahmen gibt es auch die Möglichkeit, diese für 30 € anzubieten - dafür bedarf es aber schon einem sehr guten Kontakt zum Ordnungsamt.

      Da es bisher noch keine 100%ige gesetzliche Regelung zu diesem Thema gibt, ist dem Ordnungsamt vor allem wichtig, dass keine Teilnehmer unter 18 Jahren an diesen Turnieren teilnehmen.

      Die Preise müssen von 3. Stelle gesponsort sein und das genommene Buy-In kann als "Aufwandsentschädigung" für den Veranstalter veranschlagt werden. (z.B. als Bezahlung für die Kartengeber, Kellner, Abnutzung des Materials)

      Ein Turnier mit Geldpreisen ist meines Wissens nach nur in Spielbanken und Casinos erlaubt, wo wie gesagt eine Lizenz im Vorfeld vergeben wurde.

      Etwas anders verhält es sich in einer geschlossenen Gesellschaft, dort ist es meines Wissens nach auch erlaubt um Geldbeträge zu Pokern, solange der Ort nicht jedem frei zugänglich ist - spielt aber für euch wohl keine Rolle.

      Mit welcher Teilnehmerzahl rechnet ihr denn?
    • BTVS
      BTVS
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2008 Beiträge: 5
      Erstmal danke für eure Antworten, sind schon mal sehr hilfreich.

      @ Jokersbest:

      Es sollen maximal 24 Teilnehmer werden laut Aussage.

      Wir haben uns Bezug nehmend auf diesen Thread jetzt auf Sachpreise geeinigt, die Altersgrenze dürfte auch kein Problem darstellen. Nur dass die Preise von Dritten gesponsort sein müssen, wird eventuell schwierig.

      Ist das gesetzlich so vorgeschrieben oder verlangt das Ordnungsamt dies?

      Wann ist überhaupt eine Genehmigung vom Ordnungsamt notwendig? Es gibt nämlich auch noch die Überlegung, das ganze komplett ohne Geldbeträge zu machen, falls es zu Schwierigkeiten kommen könnte. Wie sähe es bei dieser Konstellation aus?

      Handelt es sich, mal vorausgesetzt, dass das Turnier an einem Ort stattfindet, bei dem nur die angemeldeten Teilnehmer und die Verantwortlichen zugelassen sind, auch noch um eine öffentliche Veranstaltung oder fällt das schon unter eine geschlossene Gesellschaft? Nur mal, um die rechtlichen Unterschiede zu verstehen.
    • JokersBest
      JokersBest
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2007 Beiträge: 12
      Der Unterschied von "frei zugänglich" und "geschlossene Gesellschaft" habe ich bei einem bekannten Pokeranbieter kennengelernt.

      Bei denen ist es so, dass die Spieler, die an einem Termin des Veranstalters automatisch durch die Anmeldung auf der Homepage zu einem "Mitglied" der Spielgesellschaft werden. Somit sind alle angemeldeten Spieler der "geschlossenen Gesellschaft" zuzuordnen und somit ist man rechtlich auf der sicheren Seite. Die Mitgliedschaft hat aber keine weiteren rechtlichen Konsequenzen - sprich in der nächsten Woche steht niemand mit ner Waschmaschine vor deiner Tür und will das du die abnimmst :D

      Spaß beiseite - unser Spielbetrieb läuft jetzt seit mittlerweile 3 Jahren so, dass die Spieler bei uns pro Spieltag 5 € bezahlen und dieses Geld dann in gleichwertige Sachpreise umgewandelt wird - wir spielen mit 30-40 Leuten und haben dafür auch keine extra Genehmigung eingeholt. Zu Beginn hatten viele von uns gewisse Bedenken, dass das Ordnungsamt mal bei uns reinschauen könnte, ich stelle aber ehrlich gesagt fest, dass die wohl besseres zu tun haben als ein Turnier, wo im Gegenwert von 100 € gespielt wird, mal unter die Lupe zu nehmen.

      Wir kommen aus der Nähe von Kassel, wo noch wichtig ist zu beachten, dass Pokern in Kassel selbst durch eine Verordnung im privaten Rahmen, selbst mit Sachpreisen verboten ist, da die Spielbank in Kassel das alleinige Monopol auf Pokern haben will und da unter staatlicher Aufsicht auch kein Problem hat, dieses zu erhalten. Unser Spielbetrieb findet aber nicht in Kassel statt, sondern im Umkreis davon - wo es eine solche Regelung wie in der Stadt nicht existiert.

      Interessant wird es erst, wenn ihr an die Grenze zur Legalität kommt, sprich 15 € Turniere veranstaltet. (Weiß nicht wie das in Bawü ist, denke aber vergleichbar).

      Bei uns ist das Risiko sehr überschaubar, da wir eher im Dorfbereich spielen und dort das Ordnungsamt eher bei uns mitspielt als uns anzuklagen - um aber rechtlich auf der sicheren Seite zu sein kann ein Besuch des für euch zuständigen Ordnungsamtes von Vorteil sein, ich kenne leider eure Umgebung nicht und weiß nicht wie das Ordnungsamt bei euch drauf ist.

      Wir hatten jedenfalls kein Problem uns eine entsprechende Genehmigung für die regelmäßige Durchführung dieser Turniere zu holen - und ich glaube die Ordnungsämter haben auch besseres zu tun, als euch auf die Finger zu schauen wenn ihr um 120 € spielt...Einfach freundlich nachfragen - Karten offen auf den Tisch legen und dann klappt das ;-)

      Wenn nicht ist die Risiko-Option sicher auch ne Variante, da kann ich allerdings für nix garantieren...

      Was Sachpreise angeht haben wir ne clevere Regelung gefunden, die auch in direktem Zusammenhang mit Pokern steht. Ich könnte dir in dieser Richtung eine Empfehlung geben, kann die allerdings nicht hier posten weil das glaub ich unter die Rubrick Werbung fällt...
    • BTVS
      BTVS
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2008 Beiträge: 5
      Der Kollege wird jetzt mal beim Ordnungsamt nachhaken und fragt, was genau er machen darf und was nicht.

      Die Informationen hier sind definitiv sehr hilfreich, jetzt kann er wenigstens schon etwas planen.
    • flobob
      flobob
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2006 Beiträge: 908
      Original von BTVS
      Der Kollege wird jetzt mal beim Ordnungsamt nachhaken und fragt, was genau er machen darf und was nicht.

      Die Informationen hier sind definitiv sehr hilfreich, jetzt kann er wenigstens schon etwas planen.
      Vllt wäre es dann nett wenn du diese Erkenntnisse hier allen zur Verfügung stellen würdest ...
    • LaGuNaSeCa
      LaGuNaSeCa
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 2.405
      War auch mal für nen Sachpreisturnierveranstalter tätig. Hier die Vorgehensweise und Regelungen aus (Nord-)Bayern (Infos aus 2009):

      Das "Buyin" durfte nicht dafür verwendet werden Sachpreise zu kaufen, sondern lediglich zum die Kosten der Veranstaltung zu decken (Personal, Equipment, Miete). Das Buyin bzw. der Unkostenbeitrag durfte i.d.R. 15€ nicht überschreiten, außer man konnte die entstehenden Mehrkosten exakt deklarieren. Manche Städte und Gemeinden verlangten auch eine Kostenkalkulation.

      Wenn ihr aus der ganzen Geschichte Profit ziehen wollt, gründet einen Verein und eine Firma welche die Veranstaltung durchführt. Die Firma schickt dem Verein dann einfach ein Angebot über xx€ (erwartete Einnahmen aus Buyins) an den Verein, der es dann wiederum ans Ordnungsamt weiterleitet und seine Kosten somit offengelegt hat. Die Veranstalterfirma kümmert sich dann natürlich auch um die ordnungsgemäße Anmeldung des Personals. Am besten habt ihr natürlich Personal welches selbst ein Kleingewerbe betreibt und euch einfach eine Rechnung geben kann.

      Die Sachpreise durften ausschließlich von Sponsoren zur Verfügung gestellt werden. Einige Gemeinden verlangten vor der Veranstaltung Kopien von Sponsoringverträgen aus welchen hervorgeht, dass die Preise tatsächlich gesponsert wurden. Am besten hat man hier ein paar kleinere Firmen (z.B. Fahrschulen) an der Hand die euch die Sachen "sponsern", bzw. den Vertrag unterschreiben. Meist machen die auch noch paar 100er locker wenn ihr deren Werbung auf eure Printmedien packt.

      Ansonsten brauchte man keine Erlaubnis oder Genehmigung für so ein Pokerturnier. Man muss(te?) eine solche Veranstaltung lediglich beim Ordnungsamt anzeigen. Nach ein paar Tagen kommt dann ein Schreiben über den Erhalt der Anzeige und der Information, dass eine Kopie davon an die örtliche Polizeidienststelle geht. Diese schauen auch öfters mal vorbei. Ganz spießige Gemeinden schicken auch einen Sesselfurzer zum Turnier welcher versucht den Überblick über Buyins und Rebuys zu behalten. Gute Kontakte zur Stadtverwaltung sind hier Goldwert! =)

      Nochwas:
      Ganz schlimme Gemeinden haben zu den letzten Turnieren noch die Auflage erteilt, die Teilnehmer elektronisch zu erfassen. Diese Liste musste unmittelbar nach der Veranstaltung zurück an das Ordnungsamt gesendet werden. Wenn dann natürlich ein viel höherer Umsatz entsteht als in der vorher gesendete Kalkulation geschätzt muss man etwas improvisieren (höherer Personalaufwand, etc.).

      Falls du noch irgendwas wissen willst fragste einfach ;)