Variantenwechsel im Downswing?

    • Kraese
      Kraese
      Bronze
      Dabei seit: 20.09.2009 Beiträge: 8.821
      Moin Strategen!

      ich stecke mittlerweile in einem üblen Downswing, schätze ich. nachdem ich mich von NL2 FR nach NL10 FR hochgespielt hatte und meine Br auf 320$ ausbaute kam der Downswing. Nichts geht mehr, alles läuft schief. Obwohl ich regelmäßig die Strategieartiekl lese und öffentliche coachings besuche geht es immer weiter bergab. als ich dann gestern die 200$ unterschritt bin ich lieber mal abgestiegen.

      Tilt ist denke ich nicht mein Problem. Ich rege mich nicht besonders über Bad Beats etc auf, eher über schlechtes Spiel von mir. Dazu kommt, dass ich schnell die Tische verlasse, wenn ich merke, dass ich doch tilte, deswegen denke ich, es ist momentan einfach nur etwas pech gepaart mit ein paar leaks.

      Da ich jetzt auf NL5 wieder absteige habe ich mir überlegt doch mal SH anzufangen. ich habe bis jetzt noch recht wenig erfahrung in SH, aber irgendwann muss man ja mal anfangen!

      denkt Ihr der Wechsel von FR zu SH wäre jetzt angebracht? oder soll ich mich doch erstmal noch auf FR konzentrieren um meine Leaks herauszufinden? Ich verspreche mir eben von Sh höhere Gewinne /bzw natürlich auch Verluste in kürzerer Zeit, damit ich bald wieder aufsteigen kann. Außerdem soll SH ja mehr Aktion sein.


      Ich würde mich über viele Antworten freuen!


      PS: Eigentlich will ich nur schnellstmöglich aufsteigen, damit ich irgendwann mal NL HU Cashgame spielen kann. Dazu allerdings meine Frage: Welches BRM empfiehlt sich für HU? leider kann man bei Pokerstars ja erst ab NL50 HU spielen....
  • 3 Antworten
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Gibt glaube ich nur wenige Leute hier im Forum die so oft die Variante gewechselt haben wie ich und man wechselt obv. immer nur dann wenn man nicht zufrieden ist - Downswing ist ein typischer Auslöser.

      Allerdings SOLLTE man es NICHT tun.

      1. Varianz gehört zum Pokern dazu und lässt sich mit keiner Variante vermeiden.
      - SH ist zudem deutlich varianzreicher als FR.

      2. Wenn man im Downswing steckt spielt man nie sein A-game (würde man wirklich A-game spielen würde man gar nicht von einem Downswing sprechen^^)
      - dann auch noch eine neue Variante zu spielen bei der man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (zunächst) noch schlechter ist als in der alten bei der man wenigstens etwas konnte ist eine vorprogrammierte Abwärtsspirale, ein Teufelskreis.

      3. SH ist deutlich(!) anspruchsvoller als FR, die Ranges sind weiter, du musst mehr postflop in marginalen Spots spielen und genau hier macht man die meisten Fehler, im Downswing macht man noch deutlich mehr Fehler als ohnehin schon...

      4. Denke mal an die Phasen zurück in denen es gut lief bei FR, wolltest du da auch schon zu SH wechseln?! ;)

      -> Arbeite lieber an deinem FR Spiel, überprüfe dein Spiel, hinterfrage es, analysiere es (z.B. Hände bewerten lassen, deine Stats hier posten, eventuell einen starken Spieler finden der dir in einer Session über die Schulter guckt, denn der wird grobe leaks sofort erkennen).

      Wenn du dann dein Spiel in den Griff bekommst, wirklich A-game spielst und dann immer noch meinst, dass SH dir mehr zusagt kannst du es ja gerne versuchen, aber deshalb wechseln, weil es bei FR nicht läuft ist keine gute Idee... und wie gesagt, ich spreche aus Erfahrung :P
    • Martschl
      Martschl
      Silber
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.170
      Kurzum: nein.

      Gerade auf den Micros ist FR wegen der höheren Spieleranzahl und den geringeren Blindkosten unschlagbar. Ein 13/10 Style rockt da halt härter als ein sehr swingiger LAG Style an den SH Tischen. Außerdem kann man FR besser grinden.

      Einziger Nachteil ist, dass man nicht so häufig mit dem Fisch am Tisch in eine Hand verwickelt ist, allerdings sehe ich das auf den Micros als kleineres Problem, weil es eh mehr als genügend Fische gibt.

      Hab auch lange für diese Einsicht gebraucht, aber fancy play und advanced Zeugs bringt leider tatsächlich nichts.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Im Downswing die Variante zu wechseln ist halt nicht besonders sinnvoll, da du psychisch wahrscheinlich eh belastet bist und wenn die neue Variante nicht läuft, deine Psyche höchstens noch weiter in Mitleidenschaft gezogen wird.

      Wichtig: Downswings kann man halt immer perfekt dazu nutzen, um das eigene Wissen zu erweitern (sollte man auch sonst immer machen, aber viele Spieler brauchen erst einen Downswing dazu^^).

      Wenn du unbedingt NL HU Cashgame spielen willst (das ist wohl erst so ab NL50 gut möglich), dann empfehle ich dir so schnell wie möglich auf HU SNGs umzusteigen, da du dort zumindest in den Microlimits "relativ" gut Geld gewinnen kannst und erste Postfloperfahrung sammeln kannst und gegen den durchschnittlichen Fisch dort auch die Push or Fold Phase gut und einfach spielen kannst.

      Ansonsten: Der Umstieg von FR auf SH in deiner jetztigen Phase wird dir langfristig nicht viel bringen, da du allerhöchstens noch ein bisschen gefrusteter wirst, wenn es nicht sofort so läuft, wie du gerne möchtest.

      BRM für HU Cashgame: 50 bis 100BuyIns würde ich persönlich als Minimum ansehen. Die Swings die man dort erlebt sind manchmal nicht von schlechten Eltern und vor allem, wenn du darauf angewiesen bist wirklich autark zu spielen, dann ist ein umfangreiches BRM zu empfehlen.

      Und noch was: Grade in der Anfangsphase ist es natürlich wichtig Leaks auszumerzen und daher halte ich persönlich HU SNGs für ziemlich sinnvoll, da du dort relativ günstig und schnell ein Verständnis für Ranges aufbaust, die dir später auf jeden Fall weiterhelfen.
      Ich spiele mittlerweile (selten nur wenn ein Fisch am Tisch sitzt) NL1k SH und die meisten Regs dort sind halt auch HU Spieler. Kann man also gar nicht früh genug mit anfangen meiner Meinung nach.

      Du solltest dich allerdings auf eine Variante spezialisieren und dann dabei bleiben. Ich habe am Anfang auch den Fehler gemacht, dass ich mal 10k Hände FL SH gespielt habe, dann 30k Hände NL10 FR etc. Dabei kommt nichts rum, es ist viel sinnvoller sich auf irgendeine Variante zu spezialisieren und sich möglichst lange damit zu beschäftigen und anschliessend das bereits erworbene Wissen auf andere Varianten zu übertragen. (du findest dich dann in andere Varianten viel einfacher ein)

      Ein Problem bei vielen FR Spielern ist halt nach wie vor, dass sie einfach zu spielen sind. Da sie nicht viele Postflopspots spielen (wenn man nur Setmined und mit TPTK+ Action macht, dann kommt es halt nicht zu vielen marginalen Situaitonen) haben sie entsprechend wenig Erfahrung. Das bricht grade auf Limits ab NL400+ vielen "reinen" FR Spielern das Genick, da dort die Dynamiken urplötzlich aggressiver werden und sie nicht mehr gewinnen, weil sie viele Spots einfach nicht spielen können.