Equity errechnen?

    • 7ommy81
      7ommy81
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2010 Beiträge: 118
      da ich von hause aus schon relativ neugierig bin.
      hab ich ma wieder was gefunden wo ich hintersteigen will, um es vieleicht auch mal anwenden zu können oder einfach nur für mein verständnis mancher anderer berechnungen.

      wie der titel sagt die equity berechnung

      ich hoffe man kann es so einfach beschreiben

      ich habe einen OESD am flop bekommen und hab somit 8outs und eine equity von 31%

      wie komme ich zu diesen 31%? diese 31% sind so nehm ich an bis zum river gerechnet. gibts dafür in den artikel tabellen die mir sagen wieviel equity in % ich für die verscheidenen outs bekomme?

      danke im voraus
  • 18 Antworten
    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 8.019
      Du kannst die sog. 2+4 Regel anwenden. Diese ist zwar nicht 100%ig exakt richtig, aber gibt dir gute Richtwerte. Für Draws kannst du deine Outs x 4 rechnen um deine Equity zu ermitteln, am Turn x 2. 8 Outs am Flop ergeben somit ~32% Equity, am Turn hast du noch ~16%. Es gibt so einen Artikel mit Tabllen von approx (oder so), wo die genauen Zahlen stehen.


      Wichtig: Diese Equity bezieht sich lediglich auf deine Outs, vs eine Handrange stehst du meistens sogar besser da weil du ja noch evtl. noch Livecards hast
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.766
      Die Equity bei einem Draw entspricht der Wahrscheinlichkeit, ein Out zu treffen. Die Mathematik dahinter ist recht einfach. Um die Wahrscheinlichkeit des Treffens eines Outs von einer Strasse zu nächsten zu bestimmen, teilst du einfach die Zahl der Outs durch die Zahl der unbekannten Karten.

      Beispiel: oesd auf dem Turn, keine weiteren Outs. Du hast 8 Outs, die kommen mit einer Wahrscheinlichkeit von 8/46 = 17,4% auf dem River. Deine Equity ist also 17,4%.

      Mit zwei ausstehenden Karten wird es komplizierter. Das Out kann auf dem Turn oder dem River kommen. Die Formel für eine "oder"-Wahrscheinlichkeit ist kompliziert (man kann nicht einfach addieren). Einfacher ist "und" zu berechnen: man multipliziert einfach die Teilwahrscheinlichkeiten. Das nutzt man aus, in dem man das Gegenteil berechnet. Die Wahrscheinlichkeit, ein Out zu Treffen, entspricht der Wahrscheinlichkeit, kein Out nicht zu treffen (doppelte Verneinung).

      Die Wahrscheinlichkeit, kein Out zu treffen ist von Flop zu Turn: (47-Outs)/47 (soviele Karten helfen dir nicht weiter) und vom Turn zum River (46-Outs)/46. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, einen oesd am Flop bis zum River nicht zu komplettieren (du triffst nicht auf dem Turn und auch nicht auf dem River)

      (47-8)/47 * (46-8)/46 = 0,685 = 68,5%

      Das Gegenteil davon ist 100% - 68,5% = 31,5%

      Die 31,5% sind also die Wahrscheinlichkeit, den Draw zu treffen. Das ist auch deine Equity.
    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 8.019
      Meine Antwort ist für die Praxis praktikabler :p
    • beg0r
      beg0r
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2006 Beiträge: 3.118
      einfach pokerstove oder den equilator beim spielen laufen lassen :f_cool:
    • perfectjava
      perfectjava
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2008 Beiträge: 851
      Original von beg0r
      einfach pokerstove oder den equilator beim spielen laufen lassen :f_cool:
      Mal ehrlich machst Du das? Wenn ja wie hoch ist Deine Mutitablerate?

      Nur zur Info für mich wie ihr so spielt... :s_cool:
    • beg0r
      beg0r
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2006 Beiträge: 3.118
      damals hab ich das beim 4 tablen gemacht.. heute verlass ich mich eher auf mein gefühl, was aber echt ne scheißidee ist :D . bei der nächsten session is stove dabei.
    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.772
      [quote][i]...
      Die 31,5% sind also die Wahrscheinlichkeit, den Draw zu treffen. Das ist auch deine Equity.[/quote]also bei Wahrscheinlichkeit geb' ich Dir ja recht, aber Equity bedeutet was anderes.

      Ich glaube einige Mißverstehen hier den Begriff "Equity".
      Die Equity gibt die Gewinnwahrscheinlichkeit an (zusammengesetzt aus Gewinn- und aus anteiliger Splitwahrscheinlichkeit).

      Die Equity Deiner Hand wird immer in Relation zu mind. einer anderen Hand/Range betrachtet/berechnet.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.766
      Schon richtig. Aber bei einem Draw mit sauberen Outs geht man davon aus, dass man gewinnt, wenn man trifft und verliert, wenn man nicht trifft. Die Equity ist der Anteil am Pot, der dir gehört, und zwar auf Grund der Wahrscheinlichkeit, den Showdown zu gewinnen. Bei einem Draw beruht diese Equity im auf den Outs.
    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.772
      Nö, jetzt redet euch mal nicht raus ;)

      Da spielen so viele andere Dinge rein ... Splits, Reverse Implieds, Pair-Outs etc, etc.

      Equity ist nunmal was anderes als die Wahrscheinlichkeit Outs zu treffen.
    • Keiji
      Keiji
      Bronze
      Dabei seit: 15.01.2007 Beiträge: 2.372
      was haben implieds mit equity zu tun? splits spielen sicher eine rolle. aber die outs zum split zählt man ja auch dazu, einfach nicht vollwertig.
    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.772
      ja, stimmt ... streng nach Terminologie hat Du recht.

      mit RI meinte ich, dass wir halt unser Magic-Out treffen und trotzdem noch überholt werden können.
      Trotzdem bleibe ich bei meiner Grundaussage:
      - Equity ist nunmal was anderes als die Wahrscheinlichkeit Outs zu treffen.
      - Equity kann man nur gegen andere Hände/Ranges berechnen.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.766
      Diese Redraw Outs, split Outs usw. berücksichtigen wir aber dadurch, dass die Outs diskontiert werden. Wenn wir uns nur auf die diskontierten Outs beschränken, dann entspricht die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese Outs treffen der Equity. Es gibt ausserdem noch die Equity durch Showdownvalue, aber die schliessen wir bei einem reinem Draw ja aus.
    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.772
      Original von cjheigl
      ... Wenn wir uns nur auf die diskontierten Outs beschränken, dann entspricht die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese Outs treffen der Equity. ...
      und nochmal ... NEIN

      Die Equity ergibt sich anhand der Range der/des Gegner(s).

      Nehmen wir das Anfangsbeispiel OESD:
      Hero Q:heart: J:diamond:
      Flop: T:club: 9:spade: 2:diamond:
      a) Villain: random => Heros Equity ist 59.1%
      b) Villain: TT+ => Heros Equity ist 31.3%
      c) Villain: TT => Heros Equity ist 25.9%

      Da kannst hin- und herdiscounten, wie Du willst. Die Equity hat nichts mit der Wahrscheinlichkeit zu tun die Outs zu treffen.

      und nochmal ... ich bleibe ich bei meiner Grundaussage:
      - Equity ist nunmal was anderes als die Wahrscheinlichkeit Outs zu treffen.
      - Equity kann man nur gegen andere Hände/Ranges berechnen.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.766
      Das Diskontieren bezieht die Range des Gegners ein. Anders wäre es ja nicht sinnvoll.
    • Frab85
      Frab85
      Bronze
      Dabei seit: 18.12.2007 Beiträge: 61
      equity hat ja nicht unbedingt was mit outs zutun.
      gibt man seinem gegner bei einer 4-bet AA,KK und AK sind das jeweils 6 kombinationen für die paare und 16 für AK, insgesamt also 28. kommt der flop 289 und du hälst TT, bist du zu 57% vorn falls der gegner AK hält und zu 43% hinten bei den Paaren. hier sollte man setzen, um zu gucken ob man vorne ist oder nicht.
      interessanter wird bei einer 3-bet. gibst du deinem gegner die "standard"range von AA,KK,QQ, AK, AQ mit 50 kombinationen und du hälst wieder TT, bist du auf einem 289 flop mit 64% (32 kombinationen vorne). kommt im flop ein K oder Q hast du nur noch 32%. hier sollte man testen, wo man steht. bei einem A gibt es in der range nichts mehr was du schlagen könntest und solltest mit 0% folden.
      pauschal bist noch zu sagen, umso weiter die range des gegners ist, umso wahrscheinlicher bist du vorn.

      das ist natürlich nicht die komplette equity, sondern nur eine primitiv variante da es outs nicht mit einbezieht. man hat zwar nicht die equity die hand bis zum ende zu gewinnen, aber eine einschätzung wo man steht. komplizierter wirds mit mehr als einem gegner und auf suited boards.

      gibt es eigentlich eine möglichkeit das ohne simulation exakt zu berechnen?
    • churib
      churib
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2006 Beiträge: 465
      Es gibt keine Moeglichkeit, von Hand die Equity in "endlicher Zeit" exakt zu bestimmen. Wenn wir davon ausgehen, dass wir immer hinten sind (keine SD-Eq), kann man mit Outs sich der exakten Equity annaehern. Das "diskontieren" der Outs ist dabei ein weiteres Hilfsmittel. Outs helfen aber nur, wenn wir uns als hinten betrachten.

      Ich habe es mal woanders versucht, meine Equity abzuschaetzen:
      "Ich moechte hier in einer Beispielhand mal per Pen&Paper meine Equity berechnen.
      Folgende Annahmen:
      Hero: 77
      Villain: JJ+, AK (einfache Range, sagen wir seine UTG-Capping-Range)
      Flop: QJx
      Nach Kombinationen haben uns 3+3+6+6 (JJ+) beat und wir sind ahead gegen 16 (AK).
      AK hat aber noch 10 outs (A,K,T). Ich schaue also in die Outs/Odds/Equity-Tabelle und sehe, dass Villain damit 38% Equity hat.
      Dann rechne ich:
      16/(16+18) * (1-0.38) = 0.29 haben wir an Equity gegen seine AK, welche er in 16/(16+18) Faellen haelt.
      Wir haben noch ein paar Outs auf das Set gegen 12 Kombos (AA,KK). Ich schaue wieder in die Tabellen und erhalte 8%.
      Dann rechne ich:
      12/(16+18) * 0.08 = 0.028
      Insgesamt ergibt sich das zu:
      16/(16+18) * (1-0.38) + 12/(16+18) * 0.08 = 0.32
      Equilab liefert mir 32.2% was sich recht gut deckt.
      Was habe ich alles nicht bedacht? Wenn A oder K fallen, habe ich dagegen auch Outs auf das Set, ..."

      Was ich hier nicht beruecksichtigt habe, sind die ganzen weiteren Redraws von Villain. Sie fallen nicht stark ins Gewicht, genau wie unsere Set-Outs gegen AA und KK. Aber ich denke, dass dieses kleine Beispiel es schon deutlich macht, wie stark der Baum explodiert, moechte man alle Moeglichkeiten mit reinnehmen.
      Andererseits zeigt die Rechung auch, dass es in der Praxis ausreicht, die Equity zu ueberschlagen, da es ausreichend genau ist.
    • Frab85
      Frab85
      Bronze
      Dabei seit: 18.12.2007 Beiträge: 61
      eine sehr schöne rechnung. gute arbeit!
      vorrausgesetzt man kann das so rechnen und es ist nicht nur zufall, dass es passt. ^^
      aber es macht durchaus sinn die teil-equities zu einer gesamt-equity zusammen zu fassen.

      wo findet man die equitytabelle?
    • churib
      churib
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2006 Beiträge: 465
      Hmm bei den approx-charts ist ne Odds-Tabelle mit den entsprechenden Equities. Oder du rechnest die Equity einfach selbst nach odds outs aus (wkeit, am flop zu hitten + (gegenereignis davon) * wkeit, am river zu hitten ... die Geschichte halt).