Capping-Range im Blindbattle

    • BassoContinuo
      BassoContinuo
      Bronze
      Dabei seit: 25.01.2010 Beiträge: 374
      Welche Hände sollte ich cappen, wenn ich gegen einen TAG, der weiß, daß ich nach Bronze-Chart zum Blindsteal ansetze, eine 3-Bet kassiere? (FR)

      Hängt natürlich auch von meiner Position ab. Aber sich mit JJ oder AQ die Initiative abnehmen zu lassen, finde ich nicht so prickelnd.

      Wenn es dazu einen Artikel gibt, zum dem ich Zugang habe, oder einen Thread, den ich übersehen habe, wäre mir auch schon geholfen.
  • 1 Antwort
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.496
      Die einfachste Strategie ist, mit allen Händen zu cappen, mit denen du gegen die Range des Gegners mehr als 50% Equity hast. Angenommen, der Gegner 3-bettet dich auch nach dem Bronzechart. Dann kannst du seine Range gut bestimmen.

      Beispiel:
      Du bist auf dem Button, der Gegner reraist aus dem SB. Seine Range ist nach Chart 55+, A2s+, K9s+, QJs, A7o+, KJo+. Diese Range gibst du in den Equilator ein. Dann stellst du im Bereich Handbereich-Berechnung (mitte unten links) den Wert 50% ein und lässt die Hände berechnen, die mindestens 50% Equity gegen seine Range haben. Du erhältst 77+, ATs+, AJo+. Das sind die Hände, die du cappen kannst.

      Wenn der Gegner postflop tight ist, dann kannst du sogar noch etwas looser werden, weil durch den ausgestiegenen big Blind dead money im Pot liegt. Da deine Odds für die Preflop-Gesamtinvestition niedriger ist als 1:1 ist, brauchst du nicht ganz 50% Equity. Das nutzt du am besten aus, in dem du Hände mit guter Playability cappst, die Karten enthalten, die deine sonstige Cappingrange nicht enthält. Damit erweiterst du die Anzahl möglicher getroffener Flops erheblich, womit auch Flops mit niedrigen und mittleren Karten für den Gegner gefährlich werden. Er kann dann nicht auf dem Flop so einfach zurückspielen. Die zusätzlich gespielten Hände sollten die Zahl deiner Caps nicht all zu sehr vergrössern, damit der Gegner es nicht so schnell merkt. Eventuell cappst du hohe Pockets auch mal nicht. Gut geeignet sind suited Connectors von JTs-87s. Das sind nicht so viele Hände, aber damit deckst du eine ganze Menge weiterer Flops ab. Du profitierst mit diesen Händen von der Foldequity durch deine guten anderen Hände und triffst auch die Flops, von denen es der Gegner nicht erwartet. Du brauchst aber Reads für so eine Strategie. Insbesondere brauchst du Foldequity auf dem Flop. Wenn der Gegner keinen Flop foldet, dann wird das schnell zweifelhaft.