Quiz der Woche: Draws ohne Initiative

  • 18 Antworten
    • tzare
      tzare
      Black
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 5.316
      Hand 2 kann man am river nciht raisen da villain nciht bettet ;)

      Hand 4 find ich die begründung mit dem babyflush nicht gut , die meisten tags würden hier jeden FD Contibetten --> unser FD ist idr. gut. Die 6 und die 7 können ebenfalls ncoh gut sein so das hier imo ein c/c am turn gut wäre da Villain meistens Kx oder Qx hält.
    • iseekyou
      iseekyou
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2007 Beiträge: 217
      und bei der antwort auf aufgabe 3 haben wir nicht A high sonder K high.
    • David
      David
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2006 Beiträge: 1.114
      Beides gefixt, danke euch :)
    • grml1234
      grml1234
      Bronze
      Dabei seit: 14.11.2007 Beiträge: 1.518
      Hab nur bei den beiden Blindbattle-Fragen jeweils einen Punkt liegen lassen.

      Meine Überlegung bei der ersten (Frage 5, QT auf 8424 turn nach Zuchecken): Würde Villain nicht die meisten A highs selbst for Value+Protection betten? Also ich würde es machen, vielleicht hab ich da ein Leak. ^^ Will ja gerade nicht zwei möglichen Flushdraws, Gutshots und Overcards eine Freecard geben. Check mit K high, ok, vielleicht auch mit Q highs? Und wenn man dann noch ein paar Hände dazu packt, die er aufgibt, ginge eine Bet FFSD noch eher durch.
    • tzare
      tzare
      Black
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 5.316
      Genau die gleiche Überlegung hatte ich bei der Frage auch
      A high und gute K highs spielt er meist b/c ---> sein check ist weak ---> bet.
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      wollte auch betten, ist auch Bluffprevention gegen Jx-, das er aufgibt, aber evtl. am River doch nochmals blufft. Kostet ja fast nichts die bet. Andererseits bettet Jx- auch oft, weil wir nicht mehr die Pot Odds zum peelen haben mit OCs und daher sogar bessere Hände folden könnten.
      Ich weiß nicht, was der check bedeutet, ich würde hier nie checken, weil man immer FE hat oder mit Ahigh protecten kann, aber okay, vielleicht ist es wahrscheinlicher, dass er mit SD-value checkt, um nen raise zu vermeiden, Bluffs zu inducen evtl. und weil Protection bei nem kleinen Pot nicht so wichtig ist.


      Hand 3 würd ich aber c/r, erstens denke ich schon, dass er Khigh folden kann, wenn ne 2 oder 3 kommt oder auch ne 7 und zweitens auch wegen Bluffprevention, ich will nicht von QJ, QT, JT, 98s, 87s, 76s rausgeblufft werden, das kann er schon 3barreln als PF-3better.

      Finde da c/r besser.

      Hand 1 find ich close, erstmal muss er ja Ahigh ui betten amTurn und dann folden auf ein raise, schlechtere Hände als Ahigh hat er fast nie, außer QT, da würden wir nen Splitpot zum Folden bekommen, aber das wars, T9s, 87s sind halt die einzigen Kombos, die folden könnten und gegen die wir damit nen Bluff preventen, aber auch die könnten aufgeben am River, man foldet halt fast nie die beste Hand mit call fold und mit raise folden kaum bessere.

      Wenn Ahigh foldet ists ein Nobrainer, aber wenn nicht, dann find ichs den Semibluff nicht gut.


      Wenn hier kein FD möglich wäre, würdest du dann eher geneigt sein zu bluffen (weil weniger Draws in unserer Range sind und Villain öfter foldet) oder eher wenn der FD möglich ist (wegen Implied FE auf :diamond:) ?
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      in den comments wurde es schon angesprochen:
      warum ist der flopcall bei der 1) so klar? :)
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      1) Flopcall: man hat Outs und man kann den Gegner floaten.

      3) Es geht um den Showdownvalue. Man bekommt kaum stärkere Hände zum folden und schwächere Hände zum folden zu bringen ergibt nicht viel Sinn. Die haben kaum Outs, können aber noch eine weitere BB liefern. Hätte man einen niedrigeren Flush Draw, dann wäre c/r gut. Einen Equityvorteil hat man nicht, weil die 3-bet Range von Assen und Pockets dominiert wird.

      4) ist tricky, das Problem ist der sehr kleine Pot und der ungewöhnliche check behind auf dem Flop. Für c/c braucht man diskontierte 12 Outs. Es ist nicht klar, ob man die hat.
    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.708
      Original von cjheigl
      1) Flopcall: man hat Outs und man kann den Gegner floaten.
      ...
      toll, das hab ich sogut wie immer ... das ist kein Argument.

      Fakt ist, dass wir gegen Villains Range (ich nehme mal { 22+, A2s+, K9s+, QTs+, A3o+, KTo+ }) megacrusht sind. Wir sind gegen kein einziges Holding vorne, wir haben nur 19.5% Equity, wir haben nur einen BDSD, wir sind u. U. hart dominiert, und nur callen, um evt. einen sehr knappen Semibluff zu treffen ist doch viel zu teuer.

      Soll das tatsächlich +EV sein, in der Hoffung Villain gibt noch auf?
      Bitte erklär das mal jemand einem MicroLimiter.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      1) Man hat nicht nur den backdoor Straight Draw, auch Q und T sind heads up noch Outs. Das zeigt schon deine Equityanalyse. In deiner Range liegt man gegen alles hinten. Die Equity kann also nur von Outs kommen. 19,5% entspricht knapp 5 diskontierten Outs. Die reichen mit den implied Odds alleine schon zum Call. Wenn man keine implied Odds hat, dann checkt der Gegner oft auf dem Turn, was den Call erst recht profitabel macht. Es stimmt allerdings, dass das nicht für Micros gedacht ist. Der Test bezieht sich auf das Spiel in den Limits 5/T und höher.
    • opabumbi
      opabumbi
      Black
      Dabei seit: 07.01.2007 Beiträge: 22.396
      Original von grml1234
      Hab nur bei den beiden Blindbattle-Fragen jeweils einen Punkt liegen lassen.

      Meine Überlegung bei der ersten (Frage 5, QT auf 8424 turn nach Zuchecken): Würde Villain nicht die meisten A highs selbst for Value+Protection betten? Also ich würde es machen, vielleicht hab ich da ein Leak. ^^ Will ja gerade nicht zwei möglichen Flushdraws, Gutshots und Overcards eine Freecard geben. Check mit K high, ok, vielleicht auch mit Q highs? Und wenn man dann noch ein paar Hände dazu packt, die er aufgibt, ginge eine Bet FFSD noch eher durch.
      es hängt halt immer auch davon ab, was du ihn hier betten siehst.
      imo würde hier halt trash sehr oft 2nd barreln, da du diesen flop mit einer weiten range peelst, so dass sein check schon oft SDbound ist und gegen eine SDrange hast du mit QT kaum equity (vom draw abgesehen)
    • opabumbi
      opabumbi
      Black
      Dabei seit: 07.01.2007 Beiträge: 22.396
      Original von HamburgmeinePerle
      wollte auch betten, ist auch Bluffprevention gegen Jx-, das er aufgibt, aber evtl. am River doch nochmals blufft. Kostet ja fast nichts die bet. Andererseits bettet Jx- auch oft, weil wir nicht mehr die Pot Odds zum peelen haben mit OCs und daher sogar bessere Hände folden könnten.
      Ich weiß nicht, was der check bedeutet, ich würde hier nie checken, weil man immer FE hat oder mit Ahigh protecten kann, aber okay, vielleicht ist es wahrscheinlicher, dass er mit SD-value checkt, um nen raise zu vermeiden, Bluffs zu inducen evtl. und weil Protection bei nem kleinen Pot nicht so wichtig ist.


      Hand 3 würd ich aber c/r, erstens denke ich schon, dass er Khigh folden kann, wenn ne 2 oder 3 kommt oder auch ne 7 und zweitens auch wegen Bluffprevention, ich will nicht von QJ, QT, JT, 98s, 87s, 76s rausgeblufft werden, das kann er schon 3barreln als PF-3better.

      Finde da c/r besser.

      Hand 1 find ich close, erstmal muss er ja Ahigh ui betten amTurn und dann folden auf ein raise, schlechtere Hände als Ahigh hat er fast nie, außer QT, da würden wir nen Splitpot zum Folden bekommen, aber das wars, T9s, 87s sind halt die einzigen Kombos, die folden könnten und gegen die wir damit nen Bluff preventen, aber auch die könnten aufgeben am River, man foldet halt fast nie die beste Hand mit call fold und mit raise folden kaum bessere.

      Wenn Ahigh foldet ists ein Nobrainer, aber wenn nicht, dann find ichs den Semibluff nicht gut.


      Wenn hier kein FD möglich wäre, würdest du dann eher geneigt sein zu bluffen (weil weniger Draws in unserer Range sind und Villain öfter foldet) oder eher wenn der FD möglich ist (wegen Implied FE auf :diamond:) ?
      zu hand 3:

      hmmm also gross bessere hände folden sehe ich da nicht. klar auf ne 3 oder 2 mal, aber ansonsten...
      und man spielt ja hier nicht stur nur cc cc cf- je nach range und equity kann man auch mal über nen calldown nachdenekn auf gute karten und oft geben leute am river nach cc cc auch auf
      wenn man sich nicht zutraut die hand nach cc cc am river gut zu spielen, ist wohl aus einfachheitsgründen ein cr am flop besser

      zu 1)

      zum flopcall hat ja cjheigl schon geschrieben.
      und zum turn... also wennd u nicht gewillt bist uach mal zu moven, ist der flopcall schon sehr dünn. hinzu kommt, dass du halt am river wenn der FD ankommt auf jeden fall auch fe hast und er hat hier halt nicht nur acehigh drin, sondern auch viele kleine sachen die er fodlen muss, und auch acehigh oder pockets haben am turn nicht unbedingt einen blinden snappcalldown
      er spielt ja auch nur mit wts 39
    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.708
      Original von cjheigl
      1) Man hat nicht nur den backdoor Straight Draw, auch Q und T sind heads up noch Outs. Das zeigt schon deine Equityanalyse. In deiner Range liegt man gegen alles hinten. Die Equity kann also nur von Outs kommen. 19,5% entspricht knapp 5 diskontierten Outs. Die reichen mit den implied Odds alleine schon zum Call. Wenn man keine implied Odds hat, dann checkt der Gegner oft auf dem Turn, was den Call erst recht profitabel macht. Es stimmt allerdings, dass das nicht für Micros gedacht ist. Der Test bezieht sich auf das Spiel in den Limits 5/T und höher.
      Ich habe immer noch Probleme mit dem Flopcall. Wie gesagt, ich bin ein Nano-Player, also bitte dumme Fragen nicht flamen.
      Ich schreibe einfach mal so runter, was mir in den Kopf kommt ... was dabei am Ende resultiert, weiß ich jetzt noch nicht. Und falls ich mich verrechne, verrenne oder so, bitte alles was danach steht ignorieren =)

      1. Frage: Warum überhaupt?
      Für mich stellt sich das Szenario so dar:
      - Hero callt den Flop, weil
      a) Hero kann ein Pair treffen:
      => Implieds, aber auch reverse Implieds
      b) Hero trifft einen Semibluff (OESD, GS):
      => Hero semiblufft
      c) Villain checkt den Turn
      => Hero nimmt sich die Freecard (das laß ich hier mal komplett außen vor)
      => Hero bettet, in der Hoffnung Villain foldet.

      So ... jetzt müsst man diese Varianten quantifizieren .. erstmal rein die Wahrscheinlichkeiten:
      a) 6/47 Karten (12.8%)
      b1) 4/47 Karten zum OESD (8.5%)
      b2) 8/47 Karten zum GS (17%)
      c) 29/47 Karten zum Trash (61.7%)
      (imo sind a und b etwas kleiner, da anhand der Range von Villain die Wahrscheinlichkeinten für diese Karten etwas abnehmen, das vernachlässige ich hier aber mal)

      Jetzt muß man wohl diese Teile mit dem jeweiligen EV wichten ...
      a) Schwierig alle Implieds und Reverse Implied zu quantifizieren (geht bestimmt mit Razor o. ä.), ich machs mal über die Equity. Im Mittel erhält Hero beim Pair-Hit eine Equity von ca. 62%. Annahme: Es gehen an Turn und River von beiden Spielern jeweils 3BB in den Pot. Hero gewinnt also ca. 60% von den 7.5BB (Pot 4.5 BB + 3BB von Villain) = 4.5 BB
      Ich weiß .... das ist nur ein Näherungswert, aber irgendwo muß man ja anfangen. ... und ich denke, das ist das Maximum für Hero, da ich hier die Reverse Implieds nicht voll drin habe.
      b1) Ich will das hier jetzt nicht komplett ausrechnen, aber es liegt ja in der Natur der Sache, dass ein Semibluff für sich nicht sehr stark +EV ist. Ich nehme hier mal im Mittel für die OESDs und die GSs an, EV = +1BB
      c) Hmmm ... hier müsste man jetzt irgend die check/fold-Wahrscheinlichkeit von Villain "greifen" ... schwierig.

      kurze Zusammenfassung:
      Hero callt den Flop, weil
      - in 12.8% gewinnt er 4.5 BB
      - in 25.5% gewinnt er 1.0 BB
      - in 61.7% muss Villain wieoft aufgeben, damits profitabel wird?
      sprich: Wieoft muß Hero den 4.5 BB Pot einsammeln?

      So ... jetzt versuche ich mal auszurechnen wie der EV für Fall c) sein muß, damits BE wird. Ich habe in alle drei Fälle jeweils die Kosten am Flop (0.5 BB) reingerechnet, da Hero ja erstmal diese 0.5 BB zahlen muß, um überhaupt in dieses Szenario zu kommen. Ich bin mir aber ehrlich gesagt überhaupt nicht sicher, ob der Rechenweg so stimmt.
      0.128 * (4.5 - 0.5) BB = +0.512 BB
      0.255 * (1.0 - 0.5) BB = +0.128 BB
      => 0.512 BB + 0.128 BB + 0.617 * (x - 0.5) = 0 BB (BE-Point)
      => 0.617 * (x - 0.5) = - 0.576 BB - 0.128 BB
      => 0.617 * (x - 0.5) = - 0.704 BB
      => x - 0.5 = -1.14 BB
      => x = -0.64 BB

      Da heißt doch, dass Hero im Fall c) im Schnitt 0.64 BB verlieren darf, damit das Ganze noch BE ist, oder? Sprich ... man kann das Ganze am Turn ja als Purebluff von Hero sehen, also gilt:
      Pot = 4.5 BB
      Kosten = 1 BB
      p (fold) * Pot - Kosten = 0
      => p (fold) * 4.5 - 1 = 0
      => p (fold) * 4.5 = 1
      => p (fold) = 1 / 4.5 = 0.22
      => Villain muß in mind. 22% der Fälle check/fold Turn spielen.

      Und jetzt nochmal zur o. g. Hand. Ich bezweifle hier mal, dass Villain tatsächlich fast ein Viertel seiner Range (ich gebe ihm streng nach Chart { 22+, A2s+, K9s+, QTs+, A3o, KTo+ }) foldet. Daher stelle ich hier den Flopcall nochmal öffentlich in Frage.

      2. Frage: Wo ist die Grenze?
      ... und ... nach der genannten "Equity entspricht Outs"-Argumentation müsste man theoretsich einen riesen haufen Modder callen sprich "floaten", also auch sowas wie z. B. "9c4s", oder? Denn damit haben wir z. B. noch über 16% Equity, und die benötigten mind. 4 Outs kann man sich da auch locker zusammenargumentieren (Pair-Outs + Backdoors). Irgendwo muss doch da eine Grenze sein.

      Resume:
      Was ich noch gar nicht drin habe ...
      - Hero kann FC nehmen, was dann?
      - Villain kann auch check/call am Turn spielen.
      - ...
      Versucht doch mal dieses "Floaten" irgendwie zu erkären bzw. einen Strategieartikel daraus zu basteln. Ich denke, ich bin nicht der Einzige, der damit Probleme hat. Und außerdem wäre es doch wirklich interessant so ein paar Eckannahmen zu haben, die erfüllt sein müssen, damit diese Floats profitabel werden.

      Danke für eure Aufmerksamkeit =)
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Den Strategieartikel gibt es für Platin: Heads-up am Flop OOP: C/C Flop ohne Initiative - Ohne Showdownvalue. Das ist zwar nicht die selbe Situation, weil Hero in Position ist, aber das kann ja nur zu seinem Vorteil sein. Ich will jetzt nicht die komplette Rechnung offenlegen (weil man dafür einen bestimmten Status braucht), aber die Essenz ist, dass man mit 4,5 diskontierten Outs immer callen kann. Sobald der Gegner auf dem Turn auch mal checkt, benötigt man weniger Outs.

      Was deine EV-Rechnung betrifft:

      Den EV eines getroffenen Outs rechnest du am besten so:

      EV = Equity * (Pot nach Flopcall + 2 * implied Odds) - investierte Summe bis zum River.

      Geht man davon aus, dass ab dem Turn nur noch im Schnitt 2 BB pro Spieler in den Pot fliessen, für ab dem Turn:

      EV(getroffenes Paar) = 6/47 * (62% * (4,5 BB + 2 * 2 BB) - 2 BB) = +0,42 BB

      Für den Semibluff:
      Wir gehen von dem vereinfachten Fall aus, dass der Semibluff nur auf einen Check des Gegners erfolgt. Für die Equity nach einem Check gebe ich Hero ausser dem Straight Draw noch 3 Paar-Outs dazu, was eine pessimistische Annahme ist.

      EV(Semibluff) = 12/47 * (Foldequity * Pot am Turn + Equity * (Pot am Turn + 2BB) - 1 BB (Kosten Semibluff am Turn))
      = 12/47 * (Foldequity * 4,5 BB + 19% * 6,5 BB - 1 BB)
      = 12/47 * (Foldequity * 9 BB + 0,23 BB)

      Für den totalen Bluff:

      EV(pure Bluff) = Foldequity * Pot am Turn - 1 BB = Foldequity * 4,5 BB - 1 BB

      Damit ergibt sich insgesamt:

      EV = getroffenes Out + Semibluff + totaler Bluff - 0,5 BB
      = 0,42 BB + 12/47 * (Foldequity * 4,5 BB + 0,23 BB) + 29/47 * (Foldequity * 4,5 BB - 1 BB) - 0,5 BB
      = 0,42 BB + 0,06 BB - 0,6 BB - 0,5 BB + 41/47 * Foldequity * 4,5 BB
      = -0,62 BB + 41/46 * Foldequity * 4,5 BB

      Foldequity > 0,62 BB / (41/46 * 4,5 BB) = 15,5%


      Lässt man den pure Bluff auf dem Turn weg, reduziert sich die Rechnung zu

      EV = -0,02 BB + 12/47 * Foldequity * 4,5 BB. Das ist so gut wie immer > 0.

      Der Call auf dem Flop ist daher auf jeden Fall gut, ob man den Bluff auf dem Turn spielen will oder nicht.
    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.708
      Original von cjheigl
      Den Strategieartikel gibt es für Platin: Heads-up am Flop OOP: C/C Flop ohne Initiative - Ohne Showdownvalue. Das ist zwar nicht die selbe Situation, weil Hero in Position ist, aber das kann ja nur zu seinem Vorteil sein. Ich will jetzt nicht die komplette Rechnung offenlegen (weil man dafür einen bestimmten Status braucht), aber die Essenz ist, dass man mit 4,5 diskontierten Outs immer callen kann. Sobald der Gegner auf dem Turn auch mal checkt, benötigt man weniger Outs.
      Den Artikel kenn ich, wobei hier bei Villain als PF3Better OOP wohl eine deutlich höhere Bettingfrequenz haben wird.

      Original von cjheigl
      ...
      Für den Semibluff:
      Wir gehen von dem vereinfachten Fall aus, dass der Semibluff nur auf einen Check des Gegners erfolgt.
      nee ...
      check Villain + bet Hero wäre der von mir genannte Purebluff.
      unter Semibluff in diesem Zusammenhang meine ich
      bet Villain + raise Hero, das ist ja auch die Intention den Flopcalls.

      Hier wäre überhaupt erstmal zu ermitteln, ob ein Semibluff auf den J oder 9, und vor allem auf A oder 8 überhaupt profitabel sein kann. Hierzu müssten wir mal erheben, was Villain tatsächlich folden könnte ... bitte schön ... viel Spaß: P(F) > ( 1 – 2 * EQ ) / ( P + 3 – EQ * ( P + 4 ) )

      anyway ... wir kriegen ja ungefähr das Gleiche raus.
      Original von cjheigl
      ...
      Wir bekommen beide das gleiche raus, was ziemlich gut ist :)
      schick =)

      Aber jetzt sei mal ehrlich ... in diesem Spot hat Villain keine so hohe Foldequity, oder? ... immerhin muss er check/fold spielen.

      Original von cjheigl
      Lässt man den pure Bluff auf dem Turn weg, reduziert sich die Rechnung zu

      EV = -0,02 BB + 12/47 * Foldequity * 4,5 BB. Das ist so gut wie immer > 0.

      Der Call auf dem Flop ist daher auf jeden Fall gut, ob man den Bluff auf dem Turn spielen will oder nicht.
      keine Ahnung, was Du da rechnest (woher kommt die 0.02 ?), ABER: "Lässt man den pure Bluff auf dem Turn weg, ...", d. h. Hero nimmt sich den check-behind, dann ist man zu 100% hinten und hat am Turn eine Durchschnittsequity von unter 10%!
      Jetzt kann man noch philosophieren, inwieweit Hero die Equity am River realisieren kann, und inwieweit Hero am River dann purebluffen kann.
      Ich behaupte einfach mal, dass check-behind << Bluffbet, auch wenn ich Hero eine nicht so sehr hohe Foldequity gebe.

      Also nochmal zusammengefasst mit meinen Worten:
      Wenn Hero den Flop callt, muss Villain in mehr als 22% den Turn check-fold spielen. Das ist imo nicht gegeben. Daraus folgt für mich, dass der Flopcall -EV ist.

      Vielleicht habe ich ja Brett vorm Kopf, wer weiß?
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Wenn man auf dem Turn checkt, nachdem der Gegner gecheckt hat, dann realisiert man seine Equity einfach dadurch, dass man auf dem River ein Out trifft. Die free Card ist auf jeden Fall etwas wert und zwar Outs/46 * Pot am Turn. Checkt der Gegner, hat man oft 6 Outs. Selbst wenn man mit nur 4 Outs rechnet, sind diese 4/46 * 4,5 BB = 0,39 BB wert, was eine ganze Menge ist und zu dem Wert für die Outs von Flop bis Turn dazukommt.

      Die Alternative ist ein Bluff, den man natürlich nur spielt, wenn man sich Foldequity ausrechnet. Ich habe in meiner Rechnung den Wert der Outs im Blufffall rausgelassen, um es ganz konservativ zu rechnen. Streng genommen ist auch das ein Semibluff, nur mit viel weniger Outs.

      Die -0,02 BB kommen aus der EV-Rechnung wo der Bluff weggelassen wird. Es fallen die -0,6 BB und die 28/46 * Foldequity * 4,5 BB weg. Allerdings habe bei der Anzahl der Kartenhäufigkeiten bei der Foldequity einen Fehler gemacht. Richtig muss es heissen 29/47 * Foldequity * 4,5 BB und ausserdem ist 12 + 28 = 40 und nicht 30 (richtig ist 12+29=41). Den Fehler habe ich korrigiert. Jetzt bekommen wir leider nicht mehr das gleiche raus.

      Den Semibluff habe ich ohne eine Flopbet von Villain gerechnet, weil es eben einfacher zu rechnen war. In der Aufgabe gibt es die Bet. Wenn man den echten EV des Flopcalls ausrechnen wollte, müsste man Villain sowohl für check Turn als auch für bet Turn Wahrscheinlichkeiten zuordnen, was nicht einfach ist und die Rechnung sehr kompliziert macht. Prinzipiell illustriert die Rechnung meiner Meinung nach aber schon, dass der Call auf dem Flop gemacht werden kann.
    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.708
      wenn dem so ist, wie es sich hier darstellt, ...

      kann man dann im 3bettet Pot eigentlich (fast) immer den Flop mit (fast) allem callen?

      weil

      - der Pot ist so groß, dass wir alleine durch unsere Lifecards einen EV von irgendwas um die 0.4 BB haben
      - wir haben alleine durch die Freecard-Chance am Turn und die damit verbundene Equity-Realisierungschance am River noch einen kleinen EV-Boost haben, der zusammen mit dem "Pair-EV" die Kosten von 0.5 BB am Flop rechtfertigen.
      Frage: Ist es nicht in der Relität so, dass der PF3Better fast immer zu 100% auch den Turn betten wird? ... dann würde das ja hier wegfallen.

      Das soll tatsächlich alleine für sich ausreichen?
      Oder muß zumindest ein "Semibluff"-Draw sprich ein Backdoor-Draw dabei sein, den man dann auch gewillt sein muß am Turn zu semibluffen?

      Gruß, nopi

      P.S. [x] cjheigl soll einen Artikel darüber schreiben :D
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Es kommt schon noch etwas auf die Flopkarten an. Ein Ass im Flop ist eigentlich immer schlecht, weil das die 3-betting Range zu gut trifft. Ausserdem helfen backdoor Draws. Die sind oft der entscheidende Faktor zwischen call und fold. Auch eine wesentliche Rolle spielt der Gegner. In diesem Beispiel gehen wir vom aggressiven Spiel auf den hohen low Stakes / niedrigen mid Stakes aus. Das ist etwas anderes als das Spiel auf den Micros, wo man bessere Hände nach einer 3-bet erwarten kann.