Videoanachanalyse hilfreich?

    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.665
      Ich schreibe extra hier, weil das hier eigentlich der qualitativste Bereich des Forums ist, zudem sitzen hier wohl die meisten Videoproduzenten rum, an die mein Beitrag ja gerichtet sein soll.
      Selbstverständlich kann der Beitrag auch verschoben werden.

      PG (Phil Galfond) nimmt ja gerne Videos auf, um sie später zu reviewen und sie relativ Live abspielen zu lassen, um dann zu kommentieren, was er denkt.

      1. Ich erinnere mich an einen Spot, wo er etwas ergebnisorientiert sprach und ihm dann auch direkt auffiel, dass er das Ergebnis kennt und er vermutlich ergebnisorientiert denkt, weil er sonst anders argumentiert hätte. (Dieses Video, was er aufnahm war 1,5 Wochen alt, wenn ich mich nicht irre.)

      - Wenn er sich an diesen Spot genau erinnern kann, in dem er das Ergebnis kennt, erinnert er sich auch an die anderen Spots mit Ergebnis?
      - Ist es dann sinnvoll, Videos in dem Format aufzunehmen, wenn er quasi immer ergebnisorientiert denkt?

      2. Er erinnert sich auch oft an Spots, vergaß dann aber die Action, die er machte und erinnert sich beim Sehen dann erst daran, was er in der Situation dachte.


      Um nicht rumzulabern also meine Frage: Wie ist es bei euch; könnt ihr euch auch an die genauen Spots oftmals erinnern?
      Ich denke, dass oftmals das, was man in dem Moment spielen würde, quasi fast identisch zu dem ist, wie man es "damals" spielte, weil man seine gewohnheitsmäßigen Handlungen immer in sich trägt und oftmals ausführt, sodass das Erinnern eigentlich wegfällt, da man ja eh die gleiche Entscheidung traf.
      Analog also die Hauptfrage: Wenn ich mir als User Videos anschaue (Bücher lese), wieviel an Informationen nehme ich tatsächlich auf und setze Diese um, ohne mir intensive und bewusste Gedanken drum zu machen und wie schnell vergesse ich die wieder? Aber eben auch, wie es bei Leuten sind, die Videos produzieren, um zu sehen, wie Menschen, die aktiv reden/denken/klicken, sich also aktiv betätigten, erinnern können.

      Eine Studie, die mir gerade einfällt und einfach aufschreibe: Man testete einige Leute (100?), die eine Quizshow sahen. Einige Fragen wussten sie, Einige nicht. Es kam dann auch immer die Antwort. Lief also quasi genau wie bei "Wer wird Millionär" ab.
      6 Wochen später ließ man die Kandidaten exakt die selbe Sendung sehen und die Getesteten wussten diejenigen Antworten der Fragen, die sie vor dem 1. mal Sehen bereits wussten,
      erinnerten sich jedoch nicht an die Antworten, die sie auch bereits vor der Sendung bereits schon im Kopf hatten. Scheint eine Signifikanz existiert zu haben, sonst hätte man so eine Studie wohl verworfen.
  • 4 Antworten
    • Ulek
      Ulek
      Black
      Dabei seit: 01.02.2006 Beiträge: 3.684
      Ich finde es nicht immer schlecht, sich an den Spot und vorallem seinen Gedankengang in der Situation zu erinnern. Wenn man den Gedankengang beim reviewen als fehlerhaft identifiziert, und eine ähnliche Situation mit ähnlichem Gedankengang später nochmal auftritt, erinnert man sich "ah, diesen Gedankengang hatte ich ja schon einmal, und er hat sich als falsch herausgestellt". Das halte ich für effektiver, da man so seine Leaks bekämpft, anstatt eher allgemein sein Spiel zu verbessern.
      Bei Videos ist die Gefahr immer groß, sich einfach nur berießeln zu lassen. Ich versuche dann meistens, in allen interessanten Spots das Video zu stoppen, und mir selbst erstmal Gedanken zu machen, was ich hier tun würde. Danach kann ich dann den Gedankengang mit dem des Videoproduzenten vergleichen.
    • storge
      storge
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2005 Beiträge: 22.519
      kobeyard betrachtet in seinen Videos eine Hand ja auch häufiger ergebnisorientiert bzw. schaut sich zunächst seine Aktion an und versucht diese dann zu rechtfertigen und seinen Gedankengang zu rekonstruieren. Anfangs fand ich das merkwürdig und mich hat das gestört, aber ich denke mittlerweile, dass es bei einem Sessionreview eben nicht unbedingt darauf ankommt, die Hand/Situation neu zu analysieren, sondern zu analysieren, wie man Entscheidungen trifft und welche Entscheidungen man trifft - alles unter den Tischeindrücken und dem Zeitdruck. Es geht also weniger um die konkrete Hand (natürlich geht es auch darum, wenn man Equities nachrechnet und knappe Spots zukünftig anders einschätzen und spielen kann), als um das Spielverhalten an sich.
    • K4liman
      K4liman
      Black
      Dabei seit: 26.10.2008 Beiträge: 2.219
      Also zum ersten Teil der Frage: Wenn ich eine Sessionreview für mich selber aufnehme und nach 2 Wochen wieder ansehe und analysiere, dann kann ich mich an kaum konkrete Spielsituationen erinnern. Vielleicht die einer oder andere, meistens aber nicht, weil sie so knapp war, sondern eher weils ein krasser Read oder so ist, womit man den Spieler nun verbindet, oder so ein "game-breaking-point", was die gesamte Session beeinflusst hat.
      Insgesamt geb ich dir aber recht, wenn man eigene Sessions ansieht, dann kann man eigentlich am ehesten noch ergründen, ob man A-Game gespielt hat, oder nicht, bzw. woran es dann lag warum man kein A-Game mehr gespielt hat.

      Zu deiner Hauptfrage: Ich denke ohne ausführliche Beschäftigung, nimmt man aus einem Video wirklich recht wenig mit. Denke, man muss sich die Spots, wo man anders gespielt hätte, als im Video gezeigt, notieren und sich später eingehend damit beschäftigen, ansonsten, wird das zwar registriert, allerdings nicht ins eigene Spiel übernommen. Dabei geht es meiner Meinung auch nicht unbedingt nur um die (ev. ergebnisorientierte) Argumentation des Coaches, sondern vielmehr um den Vorgang des eigenen Auseinandersetzens mit der gezeigten Situation. Was noch immer nicht heißt, dass das gezeigte Video immer so toll ist und man das unbedingt ins eigene Spiel integrieren muss.
    • Sim87
      Sim87
      Black
      Dabei seit: 29.10.2006 Beiträge: 8.711
      hm bei mir ists komisch, ich vergesse zB. namen von leuten die mir vorgestellt werden insta oder sachen die ich lernen musste,mich aber nich interessierten auch super schnell. bei pokerhänden weiß ich aber oft noch nach nem haben jahr was da passiert ist.. allerdings nich nur die action am tisch, sondern auch in welcher konstellation ich gesesssen hab (also seat no.x) und auch ob der besagte tisch aufm monitor oben rechts oder unten links war weiß ich eigtl immer oO
      bin da wohl eher sinnlos konditioniert auf irgend eine art und weise -.-