Der Tod unserer Sonne und die Folgen für die Planeten

    • Oskarowitsch
      Oskarowitsch
      Silber
      Dabei seit: 21.01.2007 Beiträge: 68
      Hallo zusammen,

      wie ja vielleicht bekannt ist, wird unsere Sonne nicht ewig existieren, denn in ca. 4 Milliarden Jahren
      wird sie ihren Wasserstoffvorrat verbrauchen und sich zu einem "roten Riesen"aufblähen.
      Dabei wird sie die inneren Planeten Merkur und Venus verschlingen, von der Erde bleibt nur noch ein heißer Ball von
      geschmolzenem Gestein zurück.
      Nach weiteren Millionen Jahren wird die Sonne zu einem "weißen Zwerg",
      der Größe unserer Erde zusammenschrumpfen.

      Soweit erstmal das Zukunftsszenario.

      Mich interessieren jetzt besonders die Folgen für die Planeten.
      Denn nachdem die Sonne zu einem "weißen Zwerg" zusammengeschrumpft ist, würde sie doch auch
      den größten Teil ihrer Masse verlieren und somit auch viel von ihrer Anziehungskraft. Die verbliebenen Planeten
      müssten folglich ohne einer Gravitation ausgesetzt, aus ihren ursprünglichen Umlaufbahnen
      herausgeschleudert werden, oder nicht?

      Oder verliert der "weiße Zwerg" nicht die ganze Masse, ähnlich wie bei einem
      Neutronenstern?


      Wenn jemand mehr darüber weiß, würde ich mich über eine Antwort freuen.

      Gruß
  • 8 Antworten
    • KittenKaboodle
      KittenKaboodle
      Bronze
      Dabei seit: 29.01.2006 Beiträge: 3.527
      Na ja, der Übergang von Roter Riese --> weißer Zwerg läuft doch sicher mit einer gigantischen Explosion einher, oder? In diesem Fall würden die Planeten schon dabei in die weiten des Weltalls geschleudert.
    • Oskarowitsch
      Oskarowitsch
      Silber
      Dabei seit: 21.01.2007 Beiträge: 68
      Nein, unsere Sonne besitzt nicht genügend Masse, um in einer
      Sopernova-Explosion zu enden.
      Nur sehr massereiche Sterne (mit 10 facher und größer der Masse unserer Sonne) enden als Supernova.
      die Sterne der Masse unserer Sonne blähen sich zum roten riesen auf,
      also ohne Explosion.
    • Kerkener
      Kerkener
      Bronze
      Dabei seit: 25.11.2007 Beiträge: 3.475
      Die Masse der Sonne ändert sich doch nicht, nur weil sie größer/kleiner wird. Die Erdbahn sollte also nicht beeinflußt werden.
    • Oskarowitsch
      Oskarowitsch
      Silber
      Dabei seit: 21.01.2007 Beiträge: 68
      Doch, soweit ich weiß geht Masse dadurch verloren.
      Ähnlich wie bei einer Sopernova, wo danach ein Nebel aus Materie
      zurückbleibt (z.B. der Krebsnebel), stößt die Sonne bei diesem Prozess
      (Aufblähen zum roten Riesen) unmengen an Materie ins All ab.
    • garak2406
      garak2406
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2005 Beiträge: 1.283
      Die Sonne verliert ja ohnehin schon ständig an Masse. Zum einen durch den Sonnenwind, zum anderen durch die Strahlung (E=mc^2). Pro Sekunde sind das immerhin etwa 5 Millionen Tonnen Massenverlust (etwa 80% Strahlung, 20% Teilchen). Hört sich komisch an, ist aber so. Macht aber trotzdem nichts, sind im Laufe des Sonnenlebens nicht mal 1% der Sonnenmasse.

      Über das Sternsterben und -leben ist aber immer noch relativ wenig gesichert und so kommt es immer wieder zu Überraschungen. So hat man 1996 zum Beispiel Sakurais Stern entdeckt. Das besondere an ihm: er war ein Weisser Zwerg und wurde wieder zu einem Riesen.
      Oder: Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch aus einem Weissen Zwerg eine Supernova werden. Dies kommt besonders in Doppelsternsystemen vor.
      Oder wenn doch ein Magnetar entsteht, obwohl nach gängiger Theorie ein Schwarzes Loch hätte entstehen müssen (http://www.stern.de/wissen/kosmos/entstehung-schwarzer-loecher-magnetar-passt-nicht-in-gaengige-theorie-1594453.html)

      Zurück zum Weissen Zwerg: Als Roter Riese nimmt der Masseverlust aufgrund des immer stärker werdenden Sonnenwinds deutlich zu. Der Verlust pro Zeiteinheit steigt dabei um etwa den Faktor 1 Million. Irgendwann stößt der Stern dann noch die äusseren kalten Gasschichten ab. Bis zum Erreichen des Stadiums des Weissen Zwergs gehen dabei etwa 30% der Masse verloren.

      Was hat das jetzt für einen Einfluss auf die Umlaufbahn? Betrachten wir die Umlaufbahnen der Einfachheit doch mal als Zweikörperproblem. Dann halten sich die Gravitation und die Zentrifugalbeschleiunigung die Waage.

      F_g = G * m * M / r ^2
      F_z = m * v ^2 / r

      also:

      G * M = v^2 * r

      G ist konstant und kann damit bei der Betrachtung vernachlässigt werden. M (Masse der Sonne) wird kleiner. Wenn wir v (Geschw. der Erde um die Sonne) als konstant annehmen, dann wird ersichtlich, dass r ebenfalls kleiner werden muss um in eine stabile Umlaufbahn zu kommen. Ob das passiert, kann ich dir aber auch nicht sagen. Im roten Riesen Stadium wäre es für die Erde (Mars) definitiv kein Zweikörperproblem mehr, da die Sonne im Vergleich zum Abstand nicht mehr als Punkt betrachtet werden kann.
    • Oskarowitsch
      Oskarowitsch
      Silber
      Dabei seit: 21.01.2007 Beiträge: 68
      Danke für die ausführliche Erklärung garak2406, bei dir merkt man dass
      du in Physik einiges drauf hast =)
    • KittenKaboodle
      KittenKaboodle
      Bronze
      Dabei seit: 29.01.2006 Beiträge: 3.527
      Original von Oskarowitsch
      Nein, unsere Sonne besitzt nicht genügend Masse, um in einer
      Sopernova-Explosion zu enden.
      Nur sehr massereiche Sterne (mit 10 facher und größer der Masse unserer Sonne) enden als Supernova.
      die Sterne der Masse unserer Sonne blähen sich zum roten riesen auf,
      also ohne Explosion.
      Trotzdem ist es doch so, wenn der rote Riese sich zusammen zieht, wird Gravitationsenergie frei. Sollte doch ne ganze Menge sein.
    • SoWe
      SoWe
      Global
      Dabei seit: 10.01.2008 Beiträge: 2.397
      der größte teil der äußeren hülle wird durch solare winde weggefegt, aber dsa is keine explosion