Spiel gegen LAGs und Maniacs auf den Micros

    • JustMillion
      JustMillion
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2007 Beiträge: 1.679
      Hi,

      der Titel sieht sehr allgemein aus, soll er aber nicht sein. Ich möchte eine grundliegende Frage klären: Wie geht ihr in Sachen Adaption gegen genannte Spielertypen vor? (NL25 / NL50)

      Für mich ergeben sich zwei Ansätze:

      1.) Sehr tight spielen, "den Kopf einziehen" und geduldig sein.
      --> Funktioniert nur wenn Gegner das eigene Image überbewerten, ohne auf das Image ihres Gegners einzugehen (aka "sich selbst leveln")

      2.) Never-Back-Down-Modus. Man spielt Chicken-Run mit den Gegnern und aufgehört wird erst dann, wenn einer aufgibt / den Tisch verlässt.
      --> Sehr nervenaufreibend und varianzreich, spielt sich irgendwann auf persönlicher Ebene ab und pusht Tilt sowie die Fehlentscheidungen aufgrund emotionaler Gründe. Ist denke ich nicht wirklich nötig auf Micro sowie SSNL.

      Das Problem ist, dass man zum Teil überrant wird, obwohl die Spieler nicht wirklich stark spielen. Man wird doch im Grunde gezwungen Postflop-Edges aufzugeben und Preflop rumzuballern oder?

      Mir ist klar, dass man eine Mischung aus beiden Ansätzen finden muss. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mal beschreibt wie ihr mit Spielern umgeht die sehr aggressiv sind und wie ihr erkennt ob ein Gegner kontrolliert bzw. unkontrolliert aggro ist!

      Vielen Dank für die Zeit die ihr euch nehmt um mir zu antworten!
  • 12 Antworten
    • ThomasM21
      ThomasM21
      Bronze
      Dabei seit: 12.06.2008 Beiträge: 1.765
      würde mich auch interessieren...hab oft gehört dass man geduldig auf starke Hände warten soll und dann in die Action einsteigt oder aber sie pre isolieren sollte um möglichst viel heads up zu spielen und dann mit nem schönen hit ihnen den stack abziehen kann...is wahrscheinlich wirklich ne mischung aus beidem. nur man sollte in position sitzen^^

      und ob er unkontrolliert aggro ist siehste ja an den stats...also besonders wohl am Af...
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 13.916
      Ich denke die beiden Spielertypen, LAGs und Maniacs, unterscheiden sich schon sehr stark und es gibt auch starke und schwache LAGs. Daher kann man wohl nicht pauschal sagen, welche Spielweiße am Besten ist.

      Halb gewonnen hast du schon, wenn du Position auf diese Gegnertypen hast und sie isoliert hast. Wenn du gute, aber nicht sehr gute Karten hast, dann kannst du notfalls auch einfach mal durchcallen.
    • PLSDontCallMe
      PLSDontCallMe
      Bronze
      Dabei seit: 18.10.2007 Beiträge: 1.519
      ganz einfach...
      wenn seine bettingrange sehr weit ist, lockere deine callingrange...
      kj ist bei nem treffer dann = nuts
      wenn er viel raist, aber häufig auf reraises foldet, raise ihn halt mehr...

      bla bla blubb
    • JustMillion
      JustMillion
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2007 Beiträge: 1.679
      @ All: OK, das hört sich ja schon mal gut an. Ich habe bei 2+2 in einem Archiv-Post gelesen, dass ALLE LAGs auf den Micros schwach sind. Könnt ihr dem zustimmen?

      Und wie laggy spielt ihr selbst / wie gut funktioniert es ?
    • MrMarv89
      MrMarv89
      Bronze
      Dabei seit: 03.01.2009 Beiträge: 2.657
      das problem an den micros ist halt, dass der playerpool riesig ist und werte, welche im lag-battle von bedeutung werden (fold-2-4-bet zB) eine große samplesize brauchen.
      heißt also du musst schnell informationen bekommen und da brauchst du inforaises/infocalls.
      musst halt schnell wissen wo deine edge liegt, was villains leaks sind.

      heißt also overall dass es zu teuer wird sich in varianzreiche lagschlachten verwickeln zu lasssen, wenn die dich als tag trotzdem ausbezahlen :P


      außerdem ist der rake in bb/100 auf den micros höher als auf den midstakes. deswegen musst du das lagspiel schon sehr gut beherrschen um die varianz+rake zu beaten
    • PLSDontCallMe
      PLSDontCallMe
      Bronze
      Dabei seit: 18.10.2007 Beiträge: 1.519
      Original von JustMillion
      @ All: OK, das hört sich ja schon mal gut an. Ich habe bei 2+2 in einem Archiv-Post gelesen, dass ALLE LAGs auf den Micros schwach sind. Könnt ihr dem zustimmen?
      genau das hab ich vor 2 tagen auch in nem anderen forum gepostet^^
      also es kann schon sein, dass du auch schon auf nl50 den einen oder anderen guten lag triffst...
      das ist aber eher die ausnahme.
      wirklich gute lags haben für gewöhnlich n besseres spielverstädnis als n normaler 18/15/2.5 tag/ne nit und bewegen sich deshalb auch vorwiegend auf den höheren limits.

      ich selbst spiel relativ loose (meine avg-vpip shorthanded bei nl50/nl100 bewegt sich etwa im bereich von 26%, bei nl200 aber nur noch 24%) ...
      hängt halt auch von den gegnern ab und wie die adapeten...
      in einer meiner homerunde bin ich als lag verschrien und spiel da halt mehr oder weniger wie ne nit (fast nur noch nach startinghandcharts) und raise auch vom button (orl-online=>40%) meist nur noch 4 value.
    • JustMillion
      JustMillion
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2007 Beiträge: 1.679
      Original von MrMarv89
      das problem an den micros ist halt, dass der playerpool riesig ist und werte, welche im lag-battle von bedeutung werden (fold-2-4-bet zB) eine große samplesize brauchen.
      heißt also du musst schnell informationen bekommen und da brauchst du inforaises/infocalls.
      musst halt schnell wissen wo deine edge liegt, was villains leaks sind.

      heißt also overall dass es zu teuer wird sich in varianzreiche lagschlachten verwickeln zu lasssen, wenn die dich als tag trotzdem ausbezahlen :P

      außerdem ist der rake in bb/100 auf den micros höher als auf den midstakes. deswegen musst du das lagspiel schon sehr gut beherrschen um die varianz+rake zu beaten
      Sehe ich genauso, daher sollte es doch die beste Counter-Strategie sein, eher nittig zu spielen oder ?!
    • MrMarv89
      MrMarv89
      Bronze
      Dabei seit: 03.01.2009 Beiträge: 2.657
      außer du bist gut genug ;)
    • Kyroka
      Kyroka
      Bronze
      Dabei seit: 09.11.2006 Beiträge: 938
      Auf den Micros würde ich einfach nicht gegen einen LAG spielen.
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      zur not den tisch wechseln
    • JustMillion
      JustMillion
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2007 Beiträge: 1.679
      @kryoka und eselchris:

      table-selection ist von zeit zu zeit ziemlich schwer :) schafft ihr es denn regelmäßig gute tische zu finden (vor allem vormittags auf stars) ?! es ist nicht so, dass ich angst vor den games habe, es ist nur fakt, dass das rake zu hoch ist und man letztendlich keine wirkliche edge mehr gegen die regs hat!
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von JustMillion
      Hi,

      der Titel sieht sehr allgemein aus, soll er aber nicht sein. Ich möchte eine grundliegende Frage klären: Wie geht ihr in Sachen Adaption gegen genannte Spielertypen vor? (NL25 / NL50)


      Grundsätzlich herzeugt das Spiel gegen aggressive Gegner Varianz, da sie bereit sind dünne Edges zu pushen. Ich denke grade auf den Micros bis NL100/200 ist es relativ sinnvoll gegen sehr aggressive dünne Spots zu minimieren, da der Rake noch sehr hoch ist. Es ist dagegen sehr sinnvoll selber sehr aggressiv gegen schwache Spieler vorzugehen. (sowohl Fische als auch die 9-tablenden Regs)



      Für mich ergeben sich zwei Ansätze:

      1.) Sehr tight spielen, "den Kopf einziehen" und geduldig sein.
      --> Funktioniert nur wenn Gegner das eigene Image überbewerten, ohne auf das Image ihres Gegners einzugehen (aka "sich selbst leveln")


      Ist ein akzeptabler Ansatz, da sich viele dieser "Lags" halt selber leveln und deine 4-Bet dann als Konter zu ihrer eigenen aggressiven Spielweise einschätzen.
      Du musst aber grade bei Lags unterscheiden, ob sie nur Preflop sehr aggressiv spielen oder auch Postflop sehr aggressiv sind. Du wirst grade auf den Micros viele Spieler erleben, die Preflop wie die verrückten manchmal rumballern, aber Postflop dann 10 Gänge zurückschalten.


      2.) Never-Back-Down-Modus. Man spielt Chicken-Run mit den Gegnern und aufgehört wird erst dann, wenn einer aufgibt / den Tisch verlässt.
      --> Sehr nervenaufreibend und varianzreich, spielt sich irgendwann auf persönlicher Ebene ab und pusht Tilt sowie die Fehlentscheidungen aufgrund emotionaler Gründe. Ist denke ich nicht wirklich nötig auf Micro sowie SSNL.


      Ich weiss ehrlich gesagt nicht was du hier genau meinst. Aggressive Spieler besiegt man auf 2 Arten:

      i) du wirst noch aggressiver als sie und drückst sie aus ihrer Komfortzone. Allerdings glaube ich das die Aggressivität vieler Spieler auf Nl25/50 überschätzt wird, da die Spieler im Durchschnitt wirklich EXTREM passiv sind. Wenn du mal irgendwann NL1k spielen solltest, dann wird dir vielleicht bewusst wie passiv NL25/50 wirklich ist.

      ii) du lässt sie halt bluffen. Aggressive Spieler bluffen nunmal ungleich mehr als passive Spieler. Such dir geeignete Spots aus und demonstrier, dass du dich nicht bluffen lässt.




      Das Problem ist, dass man zum Teil überrant wird, obwohl die Spieler nicht wirklich stark spielen. Man wird doch im Grunde gezwungen Postflop-Edges aufzugeben und Preflop rumzuballern oder?



      Wenn die Spieler nicht stark spielen, dann haben sie irgendwo ein Leak. Die Frequenz in bestimmten Spots ist zu stark in eine bestimmte Richtung gewichtet und du musst das halt exploiten. Grade 100BB deep gibt es da sowieso nicht viel Spielraum.

      Kleines Beispiel: Dein Gegner 3-bettet dich zum 5x Preflop und du callst. Du musst dann halt auch mal bereit sein in geeigneten Spots einen Calldown zu machen oder halt einen 4-Bet Bluff.

      Wenn du dein 0815 Standardspiel runterreisst, dann überrennen dich die meisten aggressiven Spieler einfach. Da reisst es auch nicht raus, dass du zwischendurch mal AA hälst, weil sie dir im Vorfeld schon mehr Geld abgenommen hast als du mit AA gewinnen wirst.




      Mir ist klar, dass man eine Mischung aus beiden Ansätzen finden muss. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mal beschreibt wie ihr mit Spielern umgeht die sehr aggressiv sind und wie ihr erkennt ob ein Gegner kontrolliert bzw. unkontrolliert aggro ist!


      ausprobieren. Ohne Showdowns kannst du nichts über die Handrange sagen. Wenn dir ein Gegner auf die Nerven geht, dann nimm die nächstbeste die dir für einen Rückschlag geeignet aussieht und probierst aus.

      Du musst KQ nicht folden Preflop, wenn dein Gegner dich zum 5. mal in Folge 3-bettet. Du kannst es auch einfach mal callen und Postflop weiterspielen.
      Hierbei wirft sich aber natürlich auch die Frage auf, ob du in der Lage bist Postflop richtig weiterzuspielen. Wenn du 3-bets defendest, dann musst du in der Lage sein den Gegner richtig unter Druck zu setzen und das auch in Situationen in denen du evtl. kein Pair hast.

      Vielen Dank für die Zeit die ihr euch nehmt um mir zu antworten!