Ziele setzen und erreichen - Erwachsen werden

    • puma89111
      puma89111
      Global
      Dabei seit: 01.10.2007 Beiträge: 2.745
      Hallo miteinander,

      inspiriert durch "Blog" von pokerr4b3 hab ich mich mal hingesetzt und über meine Ziele und Produktivität nachgedacht und kam zu dem Schluss, dass beides eigentlich nicht vorhanden ist.Um ihm jetzt nich seinen Thread zuzuspamen, hab ich mich entschlossen hier sone Art Nachahmungsthread zu führen.
      Da ich Probleme bzw Termine, oder allein die Organisation dieser vor mich hinschiebe, mein Leben aber regeln möchte, um endlich mal wieder glücklich zu sein, werde ich hier ganz offen und ehrlich reden und bitte an dieser Stelle darum jeglichen Spam auch als diesen zu behandeln und zu löschen/sanktionieren.Ich bin mehr oder weniger anonym und daher sollte es kein Problem darstellen 100% ehrlich zu sein.Ich denke und hoffe, dass sich wenigstens hier noch halbwegs erwachsen verhalten wird.

      Zu mir:
      Ich bin 21 Jahre jung, arbeitslos und habe Zeit meines Lebens den Minimalismus gelebt, außer beim Fußball, den ich aufgegeben hab.Mit 16 hab ich die Schule mehr oder weniger geschmissen.Ich hatte zu Hause Probleme, alleinerziehende Mutter war Alkoholikerin, musste durch einen Umzug meine Freunde und erste Liebe aufgeben, die bisher auch meine einzige echte war und eine Gerichtsverhandlung aufgrund von schwerer Körperverletzung, an der ich nicht beteiligt und doch angeklagt wurde, taten ihr übriges.Ich musste nun also 40 Sozialstunden ableisten und 2 Wochen in einer Zelle absitzen.Ist nichts zum braggen, aber warum ichs erwähne, erklär ich später nochmal.
      Jedenfalls stellte sich damals eine riesengroße Überforderung ein und ich hatte quasi niemanden mit dem ich ernsthaft über Probleme reden konnte, das Jugendamt fühlte sich nicht verantwortlich und somit hab ich dann mein Leben frei zum Abschuss gegeben.Ich ging entweder nicht zur Schule, oder war nur körperlich anwesend, was dann das Nichterreichen der Endjahresziele zur Folge hatte.Im Nachhinein muss ich zugeben, dass einige Lehrer engagiert waren mir zu helfen, aber ich war zu naiv und engstirnig, als dass ich irgendwem erzählen lies wie ich mein Leben zu leben habe.
      Wenig später kamen dann Drogen hinzu, die daraufhin durch Poker ersetzt wurde.Ich zockte Tag und nacht und hab in dem kranken Wahn gelebt man könne easy mit Poker Geld verdienen.Zwischendurch gabs immer mal einen Umzug, weil meine Mutter jemand neuen kennenlernte und kurz darauf verließ.So ging das 3 Jahre.Mir wurden zwischendurch auch Bildungsmaßnahmen angeboten, die ich nicht wirklich ernstnehmen konnte."Ich war aufm Gymnasium und die bieten mir nen Hauptschlussabschluss an, pfff", war meine Einstellung und auch die Maßnahmen gingen in die Hose.Mir wurde nie beigebracht, dass man nur mit harter Abreit an sich selbst etwas erreichen kann, heute ist mir das klar, aber damals hab ich mein Leben einfach gehasst und habs vor mich hingelebt, ohne darüber nachzudenken was man dagegen tun kann.Naja...

      Eines Tages kam dann der Tag, der mein Leben maßgeblich verändern sollte.Meine Mutter hatte Streit mit ihrem damaligen Partner und da ich ja durch oben genannte Punkte auch genug Angriffspunkte geliefert habe, war ich sein Ventil.Er hat mich nich angepackt, aber Kommunikations-verweigerung kann, wenn man auf diesen Menschen angewiesen ist (es war sein Haus in dem wir wohnten), auch eine Art von Gewalt sein, passiv, aber es wirkt.Irgendwann reichte es ihm nicht mehr mich nur zu ignorieren und er setzte meine Mutter vor die Wahl: entweder flieg ich, oder wir (Meine Mom, mein kleiner Bruder (19) und Hund.Also hab ich meine Sachen gepackt und mal in der Gegend geguckt was es für Hilfen gibt, da diese Stadt, Rinteln falls das wem was sagt, jedoch über kein soziales Netz verfügt, hab ich mich gezwungenermaßen einfach mal in den Zug gesetzt und bin nach Berlin.Ich hätte meine Oma informieren können, aber der Kontakt war quasi nicht vorhanden und es hat was abenteuerliches solch eine Aktion zu starten, wenn man den ganzen Tag nur auf Stars war. :D

      Als ich in Berlin ankam, ehemals da gewohnt, hatte ich diese Gänsehaut, dieses Gefühl von Glück und den Mut etwas anzugehen.In der ersten Nacht musste ich in einem Treppenhaus pennen, war verdammt kalt weil Winter.Am nächsten Morgen hatte ich schon eine SMS aufm Handy mit einer Adresse, an die ich mich wenden konnte.Bin dann da hin und wurde ans Treberhaus verwiesen.Lange Rede kurzer Sinn: Treberhaus > betreute WG > eigene Wohnung.Da steh ich nun.

      Seit ich meine Wohnung bekommen habe ist nun ziemlich genau ein Jahr vergangen und ich habe in diesem einen Jahr nichts erreicht, wirklich nichts.Ich taumel im Moment von Sanktion zu Sanktion und weiß nicht wo ich hinwill in meinem Leben.Bisher hab ichs immer vor mich hingeschoben und dachte mir irgendwann würde ich plötzlich erleuchtet, aber die erhoffte Erleuchtung blieb irgendwie aus.Da ich jetzt quasi schon in einer 100% Sanktion bis auf Miete stehe, wie gesagt nichmal nen Abschluss habe, mich von meinen Freunden entferne, eig von der ganzen Gesellschaft und es vermisse ins Bett zugehen und mir einfach zu denken "Ich bin glücklich", will ichs anpacken.Kein Gammeln mehr, keine leeren Phrasen, kein Minimalismus und ich will aufhören alles schön zu reden bzw immer den Ausweg in die falsche Richtung zu suchen, man könnte es erwachsen werden nennen^^

      So genug vorgestellt.

      Um dem ganzen etwas näher zu kommen dieser Thread.Wer sich mit der Thematik auskennt, selbst in solch einer selbstkreierten Krise steckt, oder einfach die Daumen drücken will ist aufs herzlichste eingeladen, dies hier zu tun. =)


      Is ja wieder ne ganze Menge Text geworden, aber vielleicht liests ja der eine oder andere doch.Da es hier darum gehen soll, Ziele zu definieren und Schritt für Schritt zu erreichen, werd ich mir jetzt mal die Zeit nehmen und darüber nachdenken welche ich erreichen will und warum bzw in welcher Beziehung sie nützlich sind.
  • 3 Antworten
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Hi puma89111,

      die Daumen drücke ich Dir auf alle Fälle. Ich hoffe, Du kriegst Dein Leben so in den Griff, wie Du es Dir vorstellst.
      Da ich die Zeit, als Du von Rinteln > Berlin gegangen bist, auch schon mitbekommen habe, finde ich, dass Du schon einen guten und wichtigen ersten Schritt gemacht hast. Nun muss vermutlich der nächste Schritt folgen - und auch den wirst Du meistern!

      Viel Erfolg wünsche ich Dir!


      Gruß,
      michimanni

      P.S.: Der Thread wird selbstverständlich genauso vernünftig moderiert werden wie der von pokerr4b3.
    • mamanani2
      mamanani2
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2009 Beiträge: 1.013
      Finde das was du da erzählst echt mutig!
      Ich drück dir auch mal stark die Daumen, kann die Depressionen und die Unzufriedenheit sehr gut nachvollziehen, da es mir diesbezüglich auch schon sehr schlecht ging, ich aber wie du versuche daran zu arbeiten und inzwischen auch schon das eine oder andere Erfolgserlebnis da ist. Ich bin übrigens 26 und konnte mein "Loserleben" durch recht fürsorgliche Eltern halt länger durchziehen als du, dass ist aber nichts was mich jetzt sonderlich glückilch macht.
      Was du auf keinen Fall machen solltest ist das Vernachlässigen sozialer Kontakte.
      Dadurch wird alles nur noch schlimmer. Eventuell kennst du auch die Angst davor zu versagen, genau das ist es zumindest bei mir, was mich sehr stark gehemmt hat die Dinge überhaupt anzugehen. Es ist bei mir zwar inzwischen immer wieder aufs neue ein Kampf, mich meiner Angst zu stellen und die Dinge anzupacken, jedoch habe ich für mich persönlich einfach gemerkt, dass es meinen Lebensstandart und mein Wohlbefinden enorm steigert, wenn ich etwas durchgezogen hab.

      Keine Ahnung ob ich dir weiterhelfen konnte oder ich in Wirklichkeit ganz andere Probleme als du habe, dachte nur es tut mir vllt ganz gut hier was zu schreiben und es hilft dir eventuell, dass es auch anderen so geht bzgl. des erwachsen werdens.
    • puma89111
      puma89111
      Global
      Dabei seit: 01.10.2007 Beiträge: 2.745
      Also,

      @manni:
      Ich hab mir für den nächsten Schritt ein bisschen viel Zeit gelassen, aber ich geb mein bestes.Und danke :)

      @mama:
      Du triffst es eig ganz gut, wenn du sagst "Loserleben".Ich hab eig noch nichts erreicht und renn immer davor weg wenn ich kurz davor, oder auf dem richtigen Weg bin.Wenn ich denn irgendwann mal einen finden sollte, nehm ich mir auf jeden Fall nen Psychologen zur Hilfe und geh es an.
      Diese Angst zu versagen kenn ich auch, aber da ich quasi noch nie was beendet habe, ist das auch irgendwo meine Schuld, zumindest teilweise.Hattest du diese Probleme, oder bist du gerade noch aktiv dabei zu verändern?Ich dachte ich wär mit 21 zu spät dran, wird ja quasi von der Gesellschaft so vorgegeben, aber dass du sagst, dass du es mit 26 noch angehst find ich gut.Dir auch alles Gute und naja, wird schon :)


      Jetzt mal zu die Zielen, die ich mir stecke:

      • Ich möchte wieder mit dem Rauchen aufhören/mich sportlich betätigen
      • Ich möchte in irgendeiner Form mal wieder unter Leute, regelmäßig
      • Ich möchte mir nen Psychologen suchen
      • Ich möchte diverse Schulabschlüsse nachholen
      • Ich möchte den Zivildienst ableisten
      • Ich möchte, wenn ich mich Sachen widme, diese zielstrebig verfolgen
      • Ich möchte herausfinden wo meine Stärken/Schwächen liegen
      • Ich möchte herausfinden welcher Job zu mir passt



      Ist jetzt erstmal etwas grob und ungeordnet, aber ich geh denke ich später nochmal drauf ein.Das sind die Dinge an denen ich im Moment scheiter und die gilts anzupacken, wobei ich auch an anderen Sachen scheiter, aber wenn die abgehakt sind, bin ich auf dem richtigen Weg zum großen Ziel --> Glück.

      Es fällt mir nicht besonders leicht kleine Schritte zu gehen, weil ich sehr ungeduldig bin, daher werde ich mir kleine Checklisten machen, mit ganz banalen Sachen, die es zu erledigen gilt.Keine zu großen Schritte und keine von vornerein zum Scheitern verurteilten Vorhaben.

      Für heute:
      • Wohnung putzen + aufräumen


      Sollte durchaus machbar sein.Das wars dann erstmal.