"call 20 - Regel" ergänzen?

    • CuriosPoker
      CuriosPoker
      Global
      Dabei seit: 17.09.2010 Beiträge: 8
      Hallo,
      laut SHC solle man Preflop eine Erhöhung callen, wenn man ein niedriges Pärchen hat und der Gegner und ich noch mindestens das 20-fache der Erhöhung. Dabei hofft man i.d.R. ein Set zu treffen.

      Ist diese Strategie wirklich so sinnvoll? Man trifft das Set ja eher selten. Ich glaube irgendwo gelesen zu haben die Wahrscheinlickeit liegt bei 12%. Das bedeutet, ich müsste mit einem Gewinn die Verluste für die 9 anderen Versuche finanzieren.
      Oft sind die Gegner aber nicht bereit mich vollständig auszuzahlen, weil sie zu früh aus der Hand aussteigen. Unter dem Strich könnte sich also ein Verlust ergeben.

      Deswegen überlegte ich mir, ob es nicht sinnvoll wäre, die Call 20-Regel zu ergänzen:
      Ein call nur bei Limpern oder einem Raise bis max. 3BB. Dadurch spart man langfristig und hat trotzdem die Möglichkeit sich bei einem Set auszahlen zu lassen.

      Was spricht hier dagegen? Vergesse ich bei den Überlegungen irgendwas?

      LG
  • 8 Antworten
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Du triffst dein Set bei jedem 8ten mal. Deine Chance auf ein Set beträgt daher 12.5%.

      Auf Grund der von dir erwähnten Punkte und vielen anderen:

      - Man wird nicht immer mit dem Set ausbezahlt
      - Manchmal verliert man die Hand trotzdem (bspw. set over set)
      - etc. pp

      hat man die call 20 Regel gemacht. Dadurch sollen Verluste kompensiert und ein Gewinn erwirtschaftet werden können. Ausserdem soll man nicht bereits am Flop comitted sein.

      Die call 20 Regel bewährt sich seit Jahren (die gabs 2006 schon) sehr gut. Auf höheren Limits wirst du wohl von call 20 ein bisschen abweichen, aber das ist eine andere Geschichte.

      Das Set im Multiway-Pot zu treffen ist natürlich wesentlich schöner, als im HU, zumindest in der Theorie, allerdings musst dir auch bewusst sein, dass ein set 3er in nem 4way Pot natürlich massiv an Wert einbüsst. Irgendjemand hat immer mal einen Straight-/Flushdraw etc. pp. Wenn du das Set also nur mit Limper und Multiway spielen willst, wird Position um so wichtiger - was bei PPs aber sowieso eine gewisse Wichtigkeit hat.

      Weshalb du einen raise bis max 3bb mitgehen willst ist mir schleierhaft. Bei 100BB / Player würde ich persönlich eine 5BB-Opening-Bet (also genau 20 x Betsize behind) bevorzugen, da ich dort im Falle eines Sets die grösste Chance sehe Value zu extrahieren.

      /e hab gerade mal in PT3 meine Hände (Final Hand) gefiltet und der Value welchen ich mit meinen Sets gemacht habe dominiert alle andere Handarten. ;)
    • Mischu1
      Mischu1
      Bronze
      Dabei seit: 06.04.2007 Beiträge: 135
      xxx
    • Mischu1
      Mischu1
      Bronze
      Dabei seit: 06.04.2007 Beiträge: 135
      Hallo an alle, auch mir bereitet die call 20- Regel Probleme. Bp. ich spiele 0,02-0,05 BSS. Mein Gegner hat 3 $ und setzt mit 77 4 BB. Ich habe 10, 10 und kann nach der Regel nicht mitgehen, weil der Gegner nicht mehr den 20 fachen Wert seiner Erhöhung hat. Bgründung: Gegner könne nicht hinreichend ausbezahlen. Aber 3 $ sind doch auch nicht zu verachten??? Vielen Dank für die Antwort, Mischu1.
    • SirWiwell
      SirWiwell
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2007 Beiträge: 592
      Das Problem ist ja bei deinem Beispiel, dass du nicht weißt, dass er 77 geraised hat. WENN du es wüsstest (wegen Notes oder ähnlichem) dann würdest du die Hand auch anders spielen.
    • Mischu1
      Mischu1
      Bronze
      Dabei seit: 06.04.2007 Beiträge: 135
      Es geht doch darum, dass ich mit 10, 10 nur bei vollem Stack des Gegners mitgehen darf, bei Gegnern aber, die nicht das 20-fache des Einsatzes haben, nicht. Demzufolge haben die kleineren Stacks einen Vorteil. Im übrigen vielen Dank für die schnelle Antwort. Grüße, Mischu1
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Genau deshalb ist/war die SSS auch so verhasst. ;)
    • Lughor
      Lughor
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 296
      Deshalb ist es auch manchmal sinnvoll nicht zu callen, sondern zu 3-betten.
      Du bekommst die Initiative, wodurch du oft mit einer Contibet (die darf bei einem 3-bet pot auch etwas kleiner ausfallen) den Pot einsammelst.

      Du musst dir also die Frage stellen, ob deine Hand gut genug ist für eine 3-bet und ob die gegnerische Hand stark genug für einen call ist.
      Weiß man z.B., dass der Gegner KK oder AA auf der Hand hält, dann kann man gut die call20-Regel anwenden, denn er wird dich oft gut auszahlen.
      Raist der Gegner dagegen sehr viel, so muss man auch 3-bets in Erwägung ziehen.

      Notfalls darf man aber auch kleine bis mittlere Pocketpairs folden, bevor man sich in schrierige Situationen bringt.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von Mischu1
      Es geht doch darum, dass ich mit 10, 10 nur bei vollem Stack des Gegners mitgehen darf, bei Gegnern aber, die nicht das 20-fache des Einsatzes haben, nicht. Demzufolge haben die kleineren Stacks einen Vorteil. Im übrigen vielen Dank für die schnelle Antwort. Grüße, Mischu1
      Die Call 20 Regel ist eine Regel, damit Anfänger einen Orientierungspunkt haben wann sie mit Pairs Raises callen können.

      Z.b. sollte man TT nicht folden, weil in später Position ein Spieler mit kleinem Stack openraist, der aber bekanntlich aggressiv ist.

      Das Problem ist allerdings, dass grade Anfänger aber ihre Hände Postflop oft nicht gut spielen und dort Geld verlieren. Daher gibt es eine einfache Regel, um sie nur in wenige einfache Postflopsituationen zu bringen.

      In verschiedenen Videoserien und auch vielen Artikeln gibt es dann auch die Erklärungen wann und vor allem warum man von dieser Call "20" Regel abweicht.