PLO8 HU SnG: High-only-Hände

    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Ich denke zur Zeit über PLO8 HU SnGs nach. Die richtige Behandlung von High-only-Händen (KKQ2, AAJT) scheint mir dabei ein Schlüsselproblem zu sein.

      Preflop ergeben sich für mich folgende Eingangsgedanken:

      1. High-only-Hands sind nicht wirklich stark: KKQQ ist gegen eine beliebige Hand mit zwei Lowcards nur 50,5% vorn, insgesamt sind vier hohe Karten (J-A) gegen eine beliebige Hand mit zwei Lowcards sogar leichter Außenseiter.
      Vielleicht sollte man daher nur die stärksten Hände dieser Gruppe (z. B. AAxx und double-suited Hände mit vier KArten >T) spielen. Das Problem ist aber zum einen, dass wir nicht wissen, ob der Gegner wirklich zwei Lowcards hält und zum anderen, dass der Gegner, wenn er realisiert, dass wir fast nie High-Hände spielen einen Flop mit zwei Highcards zu 100% Contibetten kann, ohne dass wir eine erfolgreiche Gegenstrategie aufbauen können.
      Verzichten können wir auf das Spielen von Highhands also nicht.

      2. Aus 6max oder FR-Spielen wissen wir, dass wir mit High-only-Hands eigentlich den Flop billig sehen wollen, weil wir auf einem low-board fast immer gezwungen sein werden, die Hand wegzulegen. Das spräche eigentlich dafür, aus dem SB lediglich zu completen, doch kenne ich keine erfolgversprechende Methode, um das zu balancen. Auch mit High-only-Händen eröffnen wir also mit einer Erhöhung.

      Frage: Empfiehlt es sich, weil wir auch mit High-only-Händen erhöhen müssen, generell nur mit einer Minraise zu eröffnen, statt die maximale Erhöhung zu spielen? Aus Balancing-Gründen müsste das natürlich wiederum auch für die Starken Hände mit low-Potential gelten.

      Wenn wir Preflop erhöhen, um dann bei einem Flop wie 3,4,8 rainbow die Hand weglegen zu müssen, kann das bei kleinen effektiven Stacks unangenehm werden. Gleiches gilt, wenn der Gegner 3bettet.

      Frage: Ab wann sind wir mit unserer High-only-Hand committet? Zwingen uns die Commitment-Probleme mit kleinen effektiven Stacks auf das Spielen von high-only-Hands ganz zu verzichten?

      3. Speziell aus dem BB: Unterstellt, der Gegner spielt (zu) viele High-only-Hände, ist es dann eine sinnvolle Gegenstrategie, ihn quasi mit jeder Hand, mit der ein Low möglich ist, zu 3betten, um ihm in einer unangenehmen Situation nur die Wahl zwischen zwei Übeln zu lassen oder bringen wir uns dadurch selbst zu oft in schlechte Spots? Wie wäre das hier zu berechnen?
  • 4 Antworten
    • OrcaAoc
      OrcaAoc
      Gold
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 4.818
      Dein Problem mit dem balancing kann ich nicht ganz nachvollziehen. Aus meiner sicht ist ein preflop raise mit relativ guten Händen nicht unbedingt notwendig da man oft nur eine kleine equity edge hat und zudem die gegner wenn der Pot klein ist generell schlechter spielen.

      Zu 3)

      Das ist denke ich keine gute Idee da es selbst wenn es spieltheoretisch richtig sein sollte meines erachtens besser ist die schwächen der gegner postflop zu nutzen und das geht oft schwieriger wenn der Pot gross ist.
    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Vielen Dank für Deine Antwort. Der Hinweis, dass der Gegner Fehler vor allem postflop und dann wiederum vor allem bei kleinen Pötten machen wird, überzeugt mich, soweit die typischen Fehler der Gegner darin zu sehen sein werden, mit marginalen Händen zu viele Chips zu investieren.

      Wie ist die Preflop-Frage aber zu sehen, wenn im Verlauf des HU-SnG die Pötte durch die steigenden Blinds im Verhältnis zu den Stacks ohnehin recht groß sind?
    • ChrisA3
      ChrisA3
      Bronze
      Dabei seit: 25.08.2005 Beiträge: 6.481
      Original von OrcaAoc

      Das ist denke ich keine gute Idee da es selbst wenn es spieltheoretisch richtig sein sollte meines erachtens besser ist die schwächen der gegner postflop zu nutzen und das geht oft schwieriger wenn der Pot gross ist.
      Das ist nur so halb richtig. Es gibt viele Leute die in sehr kleinen Pötten leicht aufgeben und "sinnvoll" spielen weil sie ja nichts investiert haben, dafür dann aber in raised und 3bet pötten üble Fehler machen weil sie ja schon Chips drin haben. Gegen solche stimmt deine Aussage nicht. Gegen Vollfische aber normalerweise schon.

      Aber zur Ausgangsfrage: man darf auch limpen und man darf in PLO8 SNGs auch ungebalancte Ranges haben. Balancing ist völlig überbewertet in Situationen wo du gegen einen Gegner halt 30-40 Hände spielst und den nie wieder siehst. Warum solltest du da balancen? Viel besser ist es einfach max EV Lines zu fahren, auch wenn die dann exploitbar wären.

      Falls du es unbedingt balancen möchtest limp halt für deception ein paar 23** Hände und 10% deiner A2 und schon kannst du in dem Spot alles haben.

      Und zu 3) Nein, nicht any 2 low aus dem BB 3betten. Ganz schlechte Idee, du weißt nie ob er grade die Highhand hat oder doch grad A2K* gegen das deine Hand weit hinten ist und selbst wenn du wüsstest dass er grade eine Highhand hat kannst du ihn Postflop besser ausspielen und mehr Equity als 50,5% realisieren.
    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Original von ChrisA3

      Aber zur Ausgangsfrage: man darf auch limpen und man darf in PLO8 SNGs auch ungebalancte Ranges haben. Balancing ist völlig überbewertet in Situationen wo du gegen einen Gegner halt 30-40 Hände spielst und den nie wieder siehst. Warum solltest du da balancen? Viel besser ist es einfach max EV Lines zu fahren, auch wenn die dann exploitbar wären.

      Ich dachte, gerade auf PLO8 HU sei der Spielerpool so klein, dass man sich über kurz oder lang intensiv kennt?