[juristisches Problem] BGB - Kaufvertrag - Versendungskauf

    • Teute
      Teute
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2006 Beiträge: 1.596
      Ein Bekannter von mir hat mich um einen Rat gefragt und da meine paar Semester Jura schon eine Weile her sind, wollte ich mal hier die Experten nach ihrer Meinung fragen.

      Sachverhalt:

      V versteigert in einem bekannten Online-Auktionshaus Ware, die K für einen Euro ersteigert. Angegeben sind 5,90 € für Versand per "DXL".

      V stellt fest, dass das Paket zu schwer ist und weicht aus Kostengründen auf den Versanddienstleister "Götterbote" aus.
      Die auktionshauseigene Software zum Erstellen der Versandscheine ändert unbemerkt den Ortsnamen des Empfänger, weil unter der PLZ fünf verschiedene Orte registriert sind.

      V sieht in der Online-Sendungsverfolgung, dass das Paket nicht angekommen ist, mit dem Vermerk "Adresse nicht gefunden". Dort ist auch eine kostenpflichtige Telefonnummer angegeben (14ct/Min). V bittet nun K per Mail, sich mit der Hotline in Verbindung zu setzen, damit diese dem Zusteller "den Weg erklären" kann. K weigert sich und erklärt dem V per Mail "es sei unmöglich sie nicht zu finden."

      V setzt dich daraufhin mit "Götterbote" in Verbindung und weist noch einmal auf den richtigen Wohnort hin, doch auch der zweite Zustellversuch scheitert. V bitte K nochmalig sich mit dem Zusteller in Verbindung zu setzen, dies geschieht erneut nicht und letztendlich geht das Paket zurück zu V.

      Kurze Zeit später fragt K per Mail an, wo das Paket bleibe und V sagt, dass es zurückgeschickt wurde. K möchte nun die Telefonnummer von V haben, die er nicht herausgibt.

      Daraufhin stalkt K ein bißchen BBV-mäßig und bekommt die Telefonnummer eines Familienangehörigen heraus, den sie nach Nummer und Adresse des V fragt und kündigt dem V dann per Mail, an dass sie am Vormittag des Tages X die Ware persönlich abholen würde.

      V antwortet nicht auf diese Mail, da er zu gegebener Zeit nicht zu Hause ist. K fährt aber anscheinend auf gut Glück los und trifft den V nicht an.

      Sie will dann das Geld zurück oder die Ware, V bietet ihr an, nur den Kaufpreis zu erstatten (1 €).

      Nach einigem Hin und Her erhält nun der V ein Einwurfeinschreiben, in dem die K ihm eine Rechnung für Fahrtkosten (90 €), Anwaltskosten (20 €) und andere Auslagen präsentiert und den Betrag einfordert. Ansonsten drohe ein gerichtliches Mahnverfahren. Im letzten Satz weist K den V neben anderen lustigen "juristischen" Belehrungen noch auf Folgendes hin: "Lassen Sie sich beraten, bevor Sie Dinge tun, die Sie später bereuen. Eine Verurteilung auch mit geringer Strafhöhe / Bewährung beeinträchtigt Ihr zukünftiges Leben, Sie gelten dann als vorbestraft."

      Was soll V nun tun? Ich habe ihm gesagt, er soll entweder die Ware auf seine Kosten noch einmal schicken und dann eventuelle Ansprüche gegen den Zusteller geltend machen, wenn er den Nerv drauf hat oder der Alten ihre 6,90 € zurücküberweisen und über die restliche Forderung bzw. Drohungen lachen.
      Er ist zum einen aber doch ein bißchen eingeschüchtert und auf der anderen Seite pissig, weil er meint eben alles Mögliche getan zu haben, damit die Sendung ankommt und die Nichtzustellung nicht sein Verschulden ist.

      Danke für konstruktive Beiträge! :f_biggrin:
  • 4 Antworten
    • HoRRoR
      HoRRoR
      Black
      Dabei seit: 11.02.2005 Beiträge: 10.656
      Wann genau wurde die Adresse denn geändert? Hat K alles korrekt eingeben, dann akzeptiert und danach wurde es geändert oder hat er plz eingegeben, ort wurde geändert und dann akzeptiert?

      Ansonsten hat V eigentlich ordnungsgemäß alles getan indem er es dem Lieferdienst übergeben hat.

      Und Fahrtkosten 90€ ? kann er sicherlich nicht einklagen.
    • Teute
      Teute
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2006 Beiträge: 1.596
      Ja, da bin ich mir selbst nicht so sicher. Er hatte mir das nur per Mail vorhin geschrieben. So wie es scheint, hat die Software eben den Ortsnamen geändert, die PLZ ist geblieben.

      Ich kenne das so, dass man dann den Versandschein ausdruckt. Dann müsste er es eigentlich gemerkt haben. Könnte man jedenfalls unterstellen.
    • Coletrader
      Coletrader
      Bronze
      Dabei seit: 31.03.2008 Beiträge: 2.164
      Lol @ Hermes und lol @ Fahrtkosten + Anwaltskosten..

      Ganz einfache Handlungsweise: Überweis den Kaufpreis zurück und lach über die restliche Forderung.

      Wenn die Käuferin dann wirklich die juristische Auseinandersetzung möchte, kann man sich immer noch bei einem Anwalt beraten lassem.
    • brontonase
      brontonase
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2006 Beiträge: 16.958
      6,90 zurücküberweisen und gut ist

      verstehe nicht warum er es nicht gleich macht und stattdessen nur die 1 euro anbietet, es war seine schuld also muss er auch die portokosten erstatten oder glaubst du eine firma erstattet nur den warenwert wenn das paket nicht ankommt.

      ganz klarer fail vom versender
      erst die falsche adresse raufschreiben und dann noch nichtmal das porto zurückerstatten wollen. :rolleyes:

      Deutschland deine Vollidioten
      das gilt auch für den anderen, lol @stalken wegen 5,90.- und dann noch fahrkosten erstattet haben wollen

      die beiden sollten ihre story mal an irgendeine neuproduktion der tvsender verkaufen

      Titel "Deutschlands Vollidioten wie sie ticken"