NL200/NL400 FR SSS: AK limp/push

    • Wuermchen300
      Wuermchen300
      Bronze
      Dabei seit: 24.08.2006 Beiträge: 984
      Es geht hier erst mal um middle limit SSS; low limit Spieler können wahrscheinlich weghören ;) Angenommen wir sitzen mit AK UTG und machen unseren Standardraise. Auf höheren Limits gibt es folgende Outcomes: Reraise vom Gegner: selten, aber wenns passiert, liegen wir gegen seine Range hinten. Gegen Aces und Kings verliert man in aller Regel sowieso seinen Stack. Coldcall vom Gegner mit PP: Auf den höheren Limits coldcallen hier gerne kleine-middle PPs, die gegen andere eventuell callende Bigstacks implied haben. Die PPs schauen sich den Flop an und callen/raisen eine contibet, wenn nicht zu viele Highcards drinliegen. Insbesondere A und K sind hier Scarecards und sorgen häufiger für einen Fold dieser Hände. Ist der Flop jedoch ragged, gibt es genug Leute, die einen HU mit einem unimproved PP all-in setzen. Von diesen Typen kommt hauptsächlich das Geld, das ich mit Overpairs verdiene. Summa summarum ist diese Situation für AK ungeschickt, da das PP flopabhängig entscheiden kann. Wenn man AK hält, hat man im Regelfall noch 16BB behind in einem 9BB pot und ist nach einem contibetcall sowieso committed. Man sieht also den River hauptsächlich dann, wenn man am Flop hinten lag. Coldcall vom Gegner mit Trash/kleinen Aces: Wünschenswert, aber gerade auf höheren Limits eher selten. Zwar kann der Gegner hier auch flopabhängig entscheiden, aber es kann passieren, dass er etwas trifft und trotzdem hinten liegt. Kein Call, Blinds eingesackt Natürlich immer schön, aber das Nonplusultra? Was AK betrifft, fällt mir folgendes ein: 1. AK will möglichst all-in, insbesondere preflop 2. AK profitiert massiv von preflop dead money und folds 3. AK möchte daher immer der Aggressor sein Die ideale AK-Situation ist, dass man z.b. einen raise + caller all-in reraisen kann. Wird man nicht gecallt, hat man viel Gewinn gemacht, wird man gecallt, hat man in aller Regel einen Flip mit dead money, der auch +EV ist. AK ist die am häufigsten gespielte SSS-Hand, mir liegt also viel daran, mein Spiel mit ihr zu maximieren. Daher folgender Vorschlag: man streut ein paar limp/pushs in UTG ein. Die Outcomes: Raiser hinter uns, foldet auf Push Dies wird auf aggressiveren Tischen häufig passieren. Wir gewinnen 4BB+Blinds. Raiser+Caller hinter uns, folden auf Push Ideal für AK. Das dead money ist wesentlich wertvoller als die Edge gegenüber den gegnerischen Händen. Raiser +evtl Caller hinter uns, Push wird gecallt. In den allermeisten Fällen (ausser gegen AA/KK) werden wir hier von einer Hand gecallt, gegen die wir mindestens even money sind. Wir umgehen das ungeschickte Postflopspiel und bekommen einen reinen Flip. Gelegentlich werden wir auch von Händen gecallt, die unseren limp/push als Bluff interpretieren (Ace high), was ein riesen EV plus darstellt. Gegen AA und KK liegen wir wie immer hinten, egal wie gespielt wird. Raise + Reraise hinter uns Wir können statsabhängig folden, um eine AK vs AA, AK vs KK -Situation zu vermeiden. Für die Kosten eines Limps kriegen wir in diesem Fall die Information, dass jemand eine Range hat, gegen die wir hinten liegen. Limper hinter uns, 4+ handed Flop Die ungünstigste Situation, unser AK hat das meiste seines Values verloren. Keiner oder ein Limper hinter uns, 3-handed Flop Unser AK hat nach wie vor Value, weil es bei einem Hit gut disguised ist und kleinere Pötte für sich entscheiden kann. Was haltet ihr von dem Move?
  • 9 Antworten
    • Shinato
      Shinato
      Global
      Dabei seit: 13.07.2006 Beiträge: 1.111
      Ich glaube nicht, dass das so funktioniert, weil: 1. Du ermöglichst Small Pockets die richtigen Odds um auf Set Value zu spielen 2. Die Gegner werden irgendwann bemerken was du tust und Dich dann bei nem UTG Raise immer auf Pockets setzen und somit bekommst du keinen Value mehr von Small Pockets, da die Deception abnimmt 3. Du erreichst Multi-Way Pötte mir AK, da in vielen Fällen keiner raisen wird, wenn UTG jemand limpt (auf höheren Limits wird das ja häufig mit AA oder KK getan) Gut ist das nur wenn es Donk gibt, die mit schlechteren Händen nach Dir raisen und ich denke das werden doch auf den höheren Limits deutlich weniger.
    • KevinhoStar
      KevinhoStar
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2006 Beiträge: 5.672
      lern bss!! :tongue: :tongue:
    • praios
      praios
      Black
      Dabei seit: 30.07.2006 Beiträge: 7.355
      im prinzip keine schlechte idee, aber wenn die gegner den move nen paar mal gesehn haben, werden sie sich darauf einstellen, vor allem weil es bei einem guten soliden shortstack keinen sinn macht, dass er irgend ne hand utg limpt. aber wenn du neu auf dem limit bist ist das kein schlechter move besonders wenn du den tisch gerade gejoint bist und die noch keine stats über dich haben und sie dich für einen typischen loser halten der nen paar limits hochgemoved ist um verluste auszugleichen...
    • hasenbraten
      hasenbraten
      Bronze
      Dabei seit: 20.02.2006 Beiträge: 3.587
      ich denke es hängt hauptsächlich davon ab wie stark deine gegner den tisch beobachten. ich z.b. würde nen shorty den ich als solide einschätze und der UTG limpt nur mit einer sehr tighten range überhaupt raisen geschweige denn seinen push callen. es ist einfach zu offensichtlich das du hier nicht limpst um billig einen flop zu sehen. wenn du limpraise mit AK spielen willst musst du imo auch andere hände preflop aus UTG limpen. kleine bis mittlere pockets bieten sich halt auch an. du musst halt sehr gut abschätzen können wann du nen squeezeplay ansetzen kannst und wann du sie einfach foldest. evtl lohnt es sich hier auch hände wie evtl 99-jj preflop nur zu limpen, da du halt bei ner HU situation mit einer overcard selten weißt wo du stehst, was sich damit vermeiden ließe... wäre imo auf jeden fall nen denkansatz, häufiger nen preflop limpraise mit AK und mittleren pockets ein zu streuen, ab und an kleine pockets aus utg zu limp/folden.. hängt sehr stark vom table ab denke ich
    • Wuermchen300
      Wuermchen300
      Bronze
      Dabei seit: 24.08.2006 Beiträge: 984
      Erstmal danke für die Antworten. Darüber, dass der Move zu readable wäre, mache ich mir keine Gedanken. Man muss ihn ja nicht immer anwenden, und kann ab und zu auch andere Hände einstreuen (limp/push mit zB AA und bei fold der Gegner die Hand zeigen). Auf NL200/400 ist das aber in den seltensten Fällen notwendig, das Geld kommt meist eh nicht von Regulars. Gegen Villians, die mitdenken, hat man als Smallstack sowieso schlechtere Chancen. Sogar hier kann der Move Vorteile durch Fold Equity erreichen: Es ist durchaus möglich, dass ein mitdenkender Spieler geraiste Hände wie 99/TT/JJ auf einen limp/push foldet, obwohl er einen Flip hätte. Dass der Move an Wert zunimmt, wenn der durchschnittliche PFR am Tisch höher ist, dürfte klar sein. @hasenbraten Der Push soll vom Gegner gar nicht gecallt werden. Die Gewinne kommen hauptsächlich von Fold Equity und Misreads seitens der Villians. (s. meine Ausführungen)
    • uTz84
      uTz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2006 Beiträge: 2.336
      AK Limp/Push aus Early hat Ragen auch bei seiner 5k SSS gemacht. Absolut sinnvoll sowas ab und an einzustreuen.
    • Kofi
      Kofi
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2006 Beiträge: 2.324
      Vorweg: Ich spiel NL 25 und nichts höheres. Aber was mir dazu einfällt ist, dass ich halt Limp/Pusher grundsätzlich auf Pocket Pairs setze. Grundsätzlich gibt es zwei Typen:

      1.) Die, die ihre Aces nicht raisen wollen, weil ihnen die Blinds nicht reichen und die dann doch pushen, wenn sie sehen dass sie Action bekommen (natürlich scheiße, wenn dann der BB im Freeplay mit 63o das Two Pair floppt).

      2.) Die, die ihre kleinen Pockets limpen und dann den raisenden Gegner auf AK setzen und mal gehört haben, dass sie gegen Overcards mit Pocket Pairs positiv sind (was ja auch stimmt, 52-54%).

      Ich weiß halt nicht, was die Gegner in den höheren Limits von dir als Limp-Pusher denken werden, aber ich schätze, dass sie Typ 2 ausschließen, weils zu fischig ist und dich also auf Aces oder vielleicht auch Kings setzen. An einem sehr aggressiven Tisch, an dem sehr oft geraist wird, ist es ja vielleicht auch gar nicht so schlecht Aces zu limpen, wenn man relativ sicher sein kann, dass hinter einem geraist wird.

      Worauf ich also hinaus will, ist, dass deine Gegner dich oft auf Aces setzen werden, was ja genau das ist, was du möchtest, da du so sehr hohe Foldequity hast. Zudem ist die Foldequity von limp/push generell sehr hoch, da du durchschnittlich auf das fünffache des gegnerischen Raises reraist.

      Im großen und Ganzen finde ich es sehr interessant, diesen Move mal einzustreuen (macht natürlich nur Sinn auf höheren Limits). Mich würde interessieren, wie die Ergebnisse des ganzen ist. Könnte man ja ziemlich gut herausfinden, indem man 20k Hände spielt wo man den Move ab und zu mal macht und dann die Winrate der gelimpten Hände mit der der geraisten Hände zu vergleichen.
    • SeN
      SeN
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 600
      sehr gute idee eigtl
      du musst nur die line, wie schon angesprochen, ein bisschen balancen indem du das mit AA & KK auch machst
      hier stellt sich mir nur die frage:
      gleicht das, was man an value hier mit AK rausholt das, was man ggf an value verliert, weil man seine Aces nicht ausbezahlt bekommt, aus?

      wie gesagt werden die meisten haende auf den push schliesslich folden, und (zumindest bei mir) das meiste an winnings kommt mit extremem abstand (sprich: mehr als bei BSS) von AA, welche man i.d.r. nur bekommt, wenn man preflop glueck hat und jemand reraised (und damit automatisch commited)
    • Kofi
      Kofi
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2006 Beiträge: 2.324
      Naja, bei AK will man ja eigentlich eh dass die Gegner folden, denn gegen Pocket Pairs hat man ja automatisch ein leicht schlechtes Matchup. Von daher ist es immer ein wenig riskant, mit AK All-In zu gehen.