mal wieder QQ/AK und 3bet/fold

    • Quartz44
      Quartz44
      Bronze
      Dabei seit: 08.04.2010 Beiträge: 60
      Folgendes Szenario:

      a)FR mit AK oder QQ in UTG+2. UTG oder UTG+1 openraist. Ich will durch einen call niemanden animieren, mit guten odds einen multiwaypot zu spielen, openfold ist ja wohl zu weak, also bleibt ja nur die 3bet?

      b) Fortsetzung: Rest foldet, UTG 4bettet. Und wieder die alte Frage: Warum ist 3bet/fold dann falsch? Ich wollte durch die 3bet ja hauptsächlich den multiwaypot verhindern. Dazu würde ich gerne noch ghostmaster zitieren:


      Original von Ghostmaster
      Vor einer 3-Bet Preflop solltest du dir grade bei UTG Raises Gedanken über die Range machen.

      UTG Raises sind normalerweise ziemlich starke Ranges und 3-Bets auf UTG Ranges sind dementsprechend noch viel stärker. Eine 3-Bet ist unter folgenden Umständen gut hier:

      1. Der Gegner called schlechtere Hände wie z.b. JJ, TT, 99, KQs, QJs auf deine 3-Bet

      2. Der Gegner 4-bettet light und du kannst das Geld mit QQ gut in die Mitte bringen Preflop

      Wenn dein Gegner weder lighte Calls macht, noch lighte 4-Bets, dann ist es natürlich offensichtlich, dass deine 3-Bet keinen Sinn verfolgt und höchstwahrscheinlich schlecht ist, da sie den Gegner nicht zu einem Fehler zwingt, aber die möglicherweise zu einem Fehler zwingt. (wie z.b. eine 4-Bet zu callen ohne Ahnung über die Range des Gegners zu haben und einen riesigen Pot spielen zu müssen)
      Ich sehe aber viele Gegner auf den lowlimits ZUGLEICH schlechtere Hände auf 3bets callen (was für die 3bet spricht) UND nur ihre Toprange 4betten, die mich crushed hat (was gegen die 3bet spricht).
      Ich 3bette also aus dem obigen Grund, aber weiß ja erst nach der 3bet und seiner 4bet, dass er mich wahrscheinlich beat hat, und mir stellt sich damit wieder die Frage: Warum soll ich dann nicht 3bet/fold spielen?
  • 2 Antworten
    • toatreffnix
      toatreffnix
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 657
      Das ist doch genau der Punkt, den Ghostmaster unter 1. nennt. Wenn der erfüllt ist - wunderbar.

      Das Problem ist nur: Wie gesichert ist die Annahme, dass der konkrete Spieler Schlechteres auf die 3bet called? Damit steht und fällt halt der Sinn der 3bet.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Evtl. ist es nochmal wichtig, dass ich erkläre wer für mich unkown ist:

      Unkown hat folgende Eigenschaften

      1. unkown blufft nicht

      2. unkown ist relativ passiv

      3. unkown macht keine Moves, sondern hält die Hände die er repräsentiert


      Das Problem bei einer 3-Bet in der Situation gegen unkown ist, dass man überhaupt nicht abschätzen kann mit welchem Teil seiner Range der Gegner wie was macht, da man noch keine Showdowns gesehen hat und überhaupt nichts weiss.
      Vor allem da NL10 sehr passiv ist (im Gegensatz zu z.b. NL100 das schon wesentlich aggressiver ist) sieht man viele Spieler starke Hände auch limpen und somit sind ihre Openraises noch viel stärker.


      Natürlich kannst du unkown auch ganz andere Eigenschaften geben und einen anderen Spielansatz verfolgen. Z.b. das unkown ein aggressiver Reg ist der bluffen kann, lighte 4-Bets macht weil er annimmt das du lighte 3-bets macht etc.

      Das Problem: Der duchschnittliche Spieler auf NL10 ist schlichtweg passiv, also würde ich auch unknown diese Tendenz unterstellen.

      Ich persönlich extremisier polarisiertes 3-betting in meinen Strategieposts oft etwas. Ich mache das allerdings bewusst, um explizit deutlich zu machen das man zwischen value 3-bets und bluff 3-bets meiner Meinung nach eine deutliche Trennlinie ziehen muss, um jede Art von Fehler von vornherein auszuschliessen. (ich würde persönlich gegen UTG Raises FR allerdings weder AK noch QQ gegen unkown 3-betten - ich 3-bette dort allerdings auch nicht KK und AA, sondern habe erstmal ausschliesslich eine bluff 3-bettingrange. Und zwar WEIL ich weiss das meine 3-Bet eine unglaublich starke Handrange repräsentiert - auf NL10 wissen die meisten Gegner überhaupt nicht was eine 3-Bet auf UTG Raises bedeutet und deswegen kann man dort einfach seine Karten spielen imo. D.h. KK+ und Bluffs (sehr sehr wenige Bluffs empfehle ich) 3-bette ich, QQ und AK calle ich - das ist hammer exploitbar, aber wird sowieso keinem auffallen.

      Eine Abänderung der 3-Bet Range findet dann statt, wenn der Gegner anfängt auf seine Art und Weise zurückzuspielen oder wenn ich merke, dass der Gegner überhaupt nicht zurückspielt, sondern 80% folded etc.