TPGK vs LPA's Turn bzw Riverraise

    • extralong
      extralong
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2007 Beiträge: 522
      Ich spreche vom typischen 40/5-80/5 AF: 0-1 WTS 45+ Fisch. Dazu muss ich sagen, dass ich derzeit auf 0.25/0.50 unterwegs bin. Irgendwie habe ich das Gefühl gegen diese Gegner immer meilenweit beat zu sein wenn die mich am Turn oder River raisen. Gerade auf Boards auf denen Flushes und Straights möglich sind erwäge ich gegen diese Gegner zukünftig meine 2 BB zu sparen. Wenn das Board dry ist kann man natürlich am Turn zumindestens nochmal auf Trips oder besseres 2-Pair drawen. Nach einer Isolation kriegt man am River ca 1:9 Potodds um zu callen, allerdings (das mag selektive Wahrnehmung sein) habe ich nicht das Gefühl jemals etwas schlechteres als 2 Pair von diesen Gegnern zu sehen. Auf Turnraises kriege ich meist so um die 1:7 muss aber die zusätzliche Bet am River noch einkalkulieren womit es dann doch eher 1:4 (2:8) sind. Nehmen wir einmal ein einfaches Beispiel. Das Board ist J:diamond: 9:heart: 8:club: und 2:club: ... Wir halten A:diamond: J:heart: Villain raised den Turn. Vorstellen könnte ich mir hier folgende Range: JJ, 99-88, 22, QTs, J9s, J2s, T7s, 98s, QTo, J9o-J8o, J2o, T7o, 98o. Gegen diese Range liegen wir bei ca 6% Equity. Würde man Villain natürlich KJo mit in die Range packen lägen wir bei 13%. Allerdings sehe ich das praktisch nie. Natürlich werde ich jetzt nicht als default gegen unknown meine TPTK wegschmeissen aber sagen wir ich habe ca 100 Hände mit obig beschriebenen Stats von ihm. In den Coachings heißt es dann immer, dass ich hier nur folden kann wenn ich den Read auf ihn habe, dass er nur starke madehands raised. Aber der hier beschriebene Villain ist ja nunmal meistens kein Regular und bleibt meist nur ca 100-200 Hände am Tisch, sodass ich seine Raises auch nicht 11 Mal ausbezahlen kann um festzustellen, dass er doch jedesmal die Nuts hält. Wie macht ihr das called ihrs 2-3 Mal und macht euch dann eine Note or whats my line?
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    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.997
      Es ist unentbehrlich, ein gewisses Lehrgeld zu zahlen, um Informationen über den Gegner zu bekommen. Daher sollte man eingangs lieber einen etwas zu loosen Call, als einen zu tighten Fold machen. Informationen kosten Geld und in deinem Beispiel sind eben viele Straßenmöglichkeiten vorhanden, was die Equity so drastisch sinkt. Wären weniger Straßenmöglichkeiten vorhanden, wären die Toppair-Hände wahrscheinlicher und deine Equity besser.

      Man braucht nicht unbedingt 100 Hände oder mehr, um einen Gegner einordnen zu können. Du solltest dich nicht zu sehr auf die Stats verlassen. Also auch aber besonders wichtig ist es, den LPA am Tisch zu beobachten. Fische spielen ja normal unbalanced und nach allgemeinen Mustern. Wenn ich einen Fisch sehe, wie er Toppair am nach check/call x2 vom Gegner behind checkt, dann ist es relativ wahrscheinlich, dass er auch mit Händen wie KJ oder QJ am Turn nur callt. Jedoch kann man nicht auf Grundlage dieser Information im Heads-Up schon mit AJ folden. DIe Ungewissheit, dass er im HU aggressiver spielt und doch mit guten Toppairs raist, ist nach wie vor da, auch wenn ich denke, es ist unwahrscheinlich. Direkt folden wäre zu weak und erstmal solltest du downcallen.

      Wie ich schon gesagt habe, ist dieses Board auch ein extrem-Beispiel. Auf Boards mit weniger Straight- und mehr 2pair Möglichkeiten, hast du selber noch häufig 5 Outs und kannst alleine deswegen nicht folden. Angenommen das Board ist J863. Auf Boards wo wenig Straßen und keine Flushmöglichkeiten besteht, solltest du gerade mit TPTK mindestens noch den Turn callen und erst wenn sich der Read über mehrere male bestätigt hat, den River auf eine erneute Bet folden.

      Du kannst den Fisch ja auch beobachten, wenn du nicht in die Hand involviert bist. Das solltest du tun. Bei solchen Auffälligkeiten wie "checkt TPTK behind am River" mache ich mir schon eine Note und werde ihn die ersten 3-4x wohl schon im Heads-Up auszahlen. Wenn ein LPA 3handed am Turn raist, ist es normal immer besser als TPTK. 11x muss man normal nicht downcallen. 3-4x im Heads-Up sollte reichen. Je nach dem, wie intensiv man ihn in nicht involvierten Händen beobachtet hat. Wenn ich ihn beobachte und sehe dass er mit 2-3x mit TP+ nur downcallt, dann kann man auch TPTK auf einen Raise am Turn oder River folden. JE nach Board.

      Bin gespannt auf weitere Meinungen. :)
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Mit top Paar top Kicker kommt man auf dem Turn oft nicht um einen Call herum, weil man gegen ein 2-Pair bis zu 8 Outs hat. Das sind dann auch diskontiert (wegen noch besserer Monster) 4-5 Outs. In solchen Fällen hilft Kartenkombinationen zählen. Weil nur wenige Kombis in Frage kommen, kann man das am Tisch machen und damit Outs und Equities gut einschätzen. Ansonsten gilt das, was firsttsunami gesagt hat. Reads muss man erst einmal aufbauen, um sie nutzen zu können und das erfordert ein paar Showdowns.

      Mit den Stats muss man vorsichtig sein, wenn man noch keine grosse Samplesize hat. Dann sind ihre Werte noch unsicher und können täuschen. Man muss auch vorsichtig damit sein, von generellen Stats wie dem AF auf bestimmte Situationen abzuleiten. Es ist immer möglich, dass der Gegner bestimmte Streets/Situationen anders spielt als im Schnitt. Das gilt besonders für passive Spieler, deren Street für Street Aggression sich je nach Street deutlich unterschiedet. Die einen neigen z. B. zu slow Play, die anderen zu irrationalen Rivermoves.

      Situationsbezogene Stats wie won when raise River u. a. brauchen viele Hände, weil die Situation selten auftritt. Bis dahin hast du auch schon einige Reads gesammelt. Notizen machen ist sehr wichtig. Stats können die nicht ersetzen.