no set no bet?

    • KuchenFee
      KuchenFee
      Bronze
      Dabei seit: 29.12.2009 Beiträge: 878
      bzw no set no call?

      ist es profitabel, bei no set am flop nochmal die cbet zu callen um zu peelen?
      angenommen ich habe keine stats/reads über den pfr und ich weiß nicht, was seine betsize auf welcher boardstruktur zu bedeuten hat.
      lohnt es sich zb 1/2 psb zu callen?
      oder evtl noch 2/3?
      immerhin habe ich ja noch 10% durch die 2 outs (oder?)
      kann mir das leider nicht ausrechnen, weil ich mathematish benachteiligter bin
  • 3 Antworten
    • phil1312
      phil1312
      Global
      Dabei seit: 21.06.2008 Beiträge: 3.346
      Von den odds her ist ein call meistens -EV, auch wenn die Implieds anders aussehen zu scheinen. Es kommt hierbei auf das Limit, auf den Gegner und auf die Spieleranzahl (FR/SH) an denke ich. Wenn jemand zu 100% cbettet und das Board nicht in seine Range passt, ist ein call ggf. legitim, ausser er ist zu aggro, dann würde ich folden.

      Ich streue manchmal noch einen Raise mit ein gegen bestimmte Gegner, die gut sind, aber auch folden können, einfach als Bluff. Aber das mache ich nur bei Leuten mit denen ich schon einige 100 Hände gespielt habe, damit die auch mal meine guten Hände ausbezahlen.

      Ohne Stats/Reads würde ich meistens folden, wenn ich kein Set getroffen habe. Ausser es kommt ein dry board ala T52, dann calle ich die cbet und schaue, wie sich die Sache entwickelt, weil er ja immer noch overcards halten kann. Raise wäre gegen unknown auf jeden Fall overplayed.

      Eine 10% Chance bis zum River ist im Grunde immer schlecht, allerdings kannst du auf bestimmten Boards mit deinem Paar gegen die Range des Gegners immer noch eine bessere Equity als 10% besitzen.

      Warte mal auf Ghostmaster, da kommt bestimmt wieder ne Nut-Antwort.
    • KuchenFee
      KuchenFee
      Bronze
      Dabei seit: 29.12.2009 Beiträge: 878
      ahja, der ghostmaster...

      ja da warten wir nochmal ab ^^

      aber im grunde ist es ja ein float mit mehr weniger outs als mit overcards, dafür mit wesentlich besseren implieds und nahezu 0 reversed implieds

      denn mit overcards bzw dem aufgegabelten top pair, steh ich auf den micros ja meist dumm da, wenn v 3x ballert
      und wenn er eh aufgibt ist es auch wieder egal onb ich air/overcards oder ein lowpocket habe
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Das ist keine Frage die man einfach mal so beantworten kann.

      Relevant bei der Entscheidung ist

      a) die Range mit der dein Gegner cbettet

      b) die Range mit der dein Gegner 2nd Barrels macht

      => als Faustregel kannst du aufstellen -> je öfter ein Gegner 2nd barrelt/3-barrelt, desto öfter willst du eigentlich am Flop folden.

      c) deine Position => IP kannst du wesentlich einfacher zum Showdown kommen als OOP

      d) die Handstärke => mit 22 auf dem 45Tr Board ist ein Call um Längen schlechter als mit 88.


      Nehmen wir als einfaches Beispiel mal einen CO openraiser und wir sitzen im BU mit einer Hand X.

      CO openraist die Range

      22+,A2s+,K9s+,Q9s+,J9s+,T9s,98s,87s,76s,A9o+,KTo+,QTo+,JTo

      4h5dTs

      Am Flop wird er mit allen Overcards, allen Backdoordraws, dem meisten Pairs, den meisten Draws, Overpairs, Toppairs etc. cbetten.

      Text results appended to pokerstove.txt

      1,496,880 games 0.051 secs 29,350,588 games/sec

      Board: 4h 5d Ts
      Dead:

      equity win tie pots won pots tied
      Hand 0: 48.414% 48.21% 00.21% 721587 3109.50 { 22+, ATs+, Ad9d, Ah9h, As9s, Ad8d, Ah8h, As8s, Ad7d, Ah7h, As7s, Ad6d, Ah6h, As6s, A5s-A2s, KTs+, Kd9d, Kh9h, Ks9s, QTs+, Qd9d, Qh9h, Qs9s, JTs, Jd9d, Jh9h, Js9s, T9s, 9d8d, 9h8h, 9s8s, 87s, 76s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo }
      Hand 1: 51.586% 51.38% 00.21% 769074 3109.50 { 88 }


      Text results appended to pokerstove.txt

      1,514,700 games 0.009 secs 168,299,999 games/sec

      Board: 4h 5d Ts
      Dead:

      equity win tie pots won pots tied
      Hand 0: 58.980% 58.72% 00.26% 889458 3907.50 { 22+, ATs+, Ad9d, Ah9h, As9s, Ad8d, Ah8h, As8s, Ad7d, Ah7h, As7s, Ad6d, Ah6h, As6s, A5s-A2s, KTs+, Kd9d, Kh9h, Ks9s, QTs+, Qd9d, Qh9h, Qs9s, JTs, Jd9d, Jh9h, Js9s, T9s, 9d8d, 9h8h, 9s8s, 87s, 76s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo }
      Hand 1: 41.020% 40.76% 00.26% 617427 3907.50 { 22 }


      Du siehst also schon, dass du mit 22 wesentlich weniger Equity am Flop hast als mit TT, könntest aber selbst wenn er Potsize setzt eine Street callen.

      Das Problem ist jetzt der Turn. Er wird mit Teilen seiner Range (wenn er sehr aggressiv ist, das sind viele Gegner nicht - die spielen mit ihren Flushdraws lieber C/C oder "potcontrollen" ihr Overpair) 2nd barreln und bei jeder Overcard reduziert sich unsere Potequity so drastisch das wir folden müssen.

      => d.h. gegen Spieler die viel barreln willst du eher seltener peelen. Vor allem ist es wichtig, dass du bei Floats nicht einfach dumm aggressiv handelst.

      Z.b. mit der 88 Hand auf dem T45 Board. Es ist jetzt nicht unbedingt super sinnvoll den Flop zu callen und bei jedem Turncheck einfach mal zu betten, sondern du musst dir überlegen welche Handrange du da überhaupt repräsentierst und was der Gegner da machen soll.

      Wenn du jetzt nen Gegner hast von dem du weisst das er eh nicht viel blufft und auch nix schlechteres am Turn called, dann ist es vielleicht sinnvoller die Hand runterzuchecken. Gegen Gegner die auch mal am Turn c/raisen ist es wahrscheinlich auch sinnvoller die Hand runterzuchecken.

      Es ist also kritisch bei solchen Calls zu wissen wie du mit dem größten Teil deiner restlichen Flopcallingrange spielst. Problematisch wird es übrigens dann, wenn deine Preflopcallingrange ausschliesslich aus Pocketpairs besteht und du am Flop nur Sets und Midpairs/manchmal Overpairs callen kannst. Deine Turnbettingrange zerfällt dabei sehr sehr stark in Midpairs und Nuts. Gegen Spieler die drüber nachdenken wirst du sehr sehr exploitbar.