Leave your ego at the door

    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.471
      Im Rahmen meiner grandiosen -19 Stacks Session heute ist mir etwas aufgefallen.
      Oft ist mir bei bad beats das Geld egal, ich weiss, dass ich ne positive Erwartung hab und langfristig gewinne.
      Nur gegen bestimmte Gegner nen Stack zu verlieren kratz an meinem Ego. Das sind hauptsächlich die regs die sich für den captain halten und dabei blind aggro sind. Das sind diese LAGs die zu cool sind um tight zu sein und in dünnen Spots zu folden, stattdessen machen sie den Spot noch dünner und shoven einfach mal.
      Wenn sie sich dann nen extrem komplexen bluffshove am turn zurechtreden und dann auch noch hitten dann könnt ich manchmal :rage:
      Das liegt aber nicht am Geld, sondern an dem, der es gewonnen hat. Wenn ein fisch da nen schlechten shove macht weil er denkt sein 2nd pair ist vorne und dann aussuckt dann nervt mich das überhaupt nicht. Aber bei manchen stellt sich mein Ego doch dazwischen (gehen wir mal von der trivialen Ego-Definition aus, bevor hier breitgetreten wird, was Ego denn bedeute).

      Wie kann man dagegen vorgehen? Ich mein damit jetzt nicht sich einzureden, man ließe sich nicht davon beeinflussen. Tut man doch, man macht sich nur selbst was vor.
      Ich will wirklich am Kern ansetzen. Das Problem ist ja auf der persönlichen Ebene zwischen Hero und Villain, um das Geld gehts überhaupt nicht. Mich "tiltet" auch ein schlechter call für 20BB gegen diese regs mehr als einer für 50BB gegen nen Fisch.
      Mir hilft oft wenn ich sehe, wie diese Gedanken/Gefühle entstehen, praktisch wissenschaftlich erörtert. Kann das jemand aufzeigen?
  • 10 Antworten
    • amayaner
      amayaner
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2009 Beiträge: 2.267
      Du musst dich fragen, warum die LAG-Regs eine Resonanz in Dir erzeugen. Wie darf man die Formulierung "zu cool sind um zu folden" verstehen?

      Du bist nicht cool, das wissen wir ja schon. Oder Du glaubst, nicht cool zu sein.

      Emotionen sind gut, sie zeigen uns Leaks auf, atmet sie nicht weg - Jared Tendler

      Die Gegner sind nur Bäume, die wie beim Golf im Weg stehen - Tommy Angelo


      Das Ganze läuft darauf hinaus, dass Du weißt, dass Du dich selber blockierst und schon längst 1. höher spielen könntest und 2. besser. Und dann erzeugt es Resonanz, wenn Du siehst, was für Pfosten auf deinem Limit spielen und dass dich dieser Abschaum auch noch "cool" outplayen will, und sich obendrein dabei noch cool fühlt.
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      Wie du schon sagst ist dir ein schlechter call von nem Fisch der dich hinterher aussuckt gleichgültig. Sehr gut.. Level 1 ist geschafft. Diese Ebene erreichen schonmal sehr viele Pokerspieler nicht.
      Aber warum rasstest du aus wenn ein "schlechter" Reg moves macht und für sein vermeindlich schlechtes Spiel belohnt wird? Wie du schon erkannt hast ist dein Ego daran schuld - Ego hat ihm Poker aber eigentlich überhaupt nichts zu suchen. Schau einfach wie deine Gegner spielen, ziehe deine Schlüsse daraus und versuche mit den dir bekannten Informationen nahe am Optimum zu spielen.
      Mache dir einfach 2 Sachen klar:

      1. Jede Hand ist "ein neues Ereigniss". Du musst versuchen jede einzelne Hand möglichst gut zu spielen. JEDE!
      2. Wenn du gegen solche "coolen" wnb regs selber tiltest und schlechte plays machst bist du am Ende nicht besser als sie. Kein Stück.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.471
      Original von eslchr1s
      Aber warum rasstest du aus wenn ein "schlechter" Reg moves macht und für sein vermeindlich schlechtes Spiel belohnt wird? Wie du schon erkannt hast ist dein Ego daran schuld - Ego hat ihm Poker aber eigentlich überhaupt nichts zu suchen.

      1. Jede Hand ist "ein neues Ereigniss". Du musst versuchen jede einzelne Hand möglichst gut zu spielen. JEDE!
      2. Wenn du gegen solche "coolen" wnb regs selber tiltest und schlechte plays machst bist du am Ende nicht besser als sie. Kein Stück.
      Ich raste nicht aus, es ist nur so ein mieses Gefühl, das Ego ist angekratzt, wie wenn Schalke gegen Dortmund verliert :f_cool:

      Dass Ego nichts am felt zu suchen hat und dass jede Hand ein neues Ereignis ist, ist mir schon klar. Das meinte ich damit als ich schrieb, ich will den Kern des Problems angehen. Warum kratzt mich der Verlust an Spieler x mehr als der an Spieler y? Ich will nicht einfach das Gefühl verdrängen und mir einreden, ich würde davon nicht beeinflusst werden. Ich will wissen WARUM es so ist. Dann lässt sich das Problem auch (hoffentlich) tatsächlich lösen und nicht mit einem layer von "jede Hand ist neues Ereignis (tiiief durchatmen und nicht dran denken!)" überdecken.

      amayaners post geht da in die richtige Richtung denk ich. "zu cool um zu folden" meint einfach, dass es wohl "in" ist nach Möglichkeit die aggressivere Variante zu wählen wann immer es geht. Wenn ein fold und ein shove den selben EV hätten würden diese Leute immer den shove wählen, einfach weil ein fold nicht ihrem "style" (nicht Stil!) entspricht. Sie wollen aggressiv, gefährlich und unberechenbar wirken (was ja an sich nicht schlecht ist), schießen dabei aber weit übers Ziel hinaus.

      Tatsächlich komm ich mir dann auch öfter mal "uncool" vor wenn ich in knappen spots meist eher mal zum konservativen fold tendier als zum varianzlastigeren shove.
    • amayaner
      amayaner
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2009 Beiträge: 2.267
      Folden ist uncool, weil folden vom Spätprimaten als Rückzug, als Aufgabe interpretiert wird. Und gerade gegen Wannabes ist es somit ein doppelter Verlust, weil sie teilw. hirntot spielen.

      Ich würde mich mit diesem Abschaum garnicht befassen, das sind Stücke nichts und Du weißt das. Einfach braindead Rakesklaven, die meinen, sie hätten Poker drauf, genau wie diese ganzen Lifestylegeburten die hier im Forum rumlaufen.

      Du weißt, dass Du besser bist als die.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von Krach-Bumm-Ente
      Warum kratzt mich der Verlust an Spieler x mehr als der an Spieler y?
      Das ist imo relativ leicht zu beantworten: Auch wenn jede Hand ein neues Ereignis ist, so hast Du doch aufgrund der History, die Du mit Spieler x und y hast, ein Gefühl dafür entwickelt, wie "gut" sie sind.
      Wenn wir annehmen, dass Spieler x ein Vollspaten der ersten Kategorie ist und Spieler y Phil Ivey persönlich, dann juckt Dich der Verlust vs y vermutlich wenig - denn das hast Du ja erwartet (es sei denn, Du bist der Meinung, dass Du besser spielst als Ivey). Bei x verhält es sich dagegen anders herum. Gegen x musst Du "natürlich" gewinnen, denn er spielt einfach schlechtes Poker und ist Dir dementsprechend unterlegen. Wenn Du dann auch noch vs x aufgrund von Bad Beats etwas verlierst, meldet sich natürlich Dein Ungerechtigkeitsgefühl, denn "es kann doch einfach nicht wahr sein, dass der Fisch ausgerechnet vs mich immer trifft".
    • BLANKO
      BLANKO
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2006 Beiträge: 758
      es ist doch egal von wem du einen bad beats bekommst, es ist einfach prozentual bei diesem spiel vorgegeben, und sich damit zu beschäftigen zu wem die bananen gewandert sind ist verlorene zeit ! sehe einfach alle gegner als einen grossen an und schon stellt sich das problem nicht mehr.
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Ich glaube, dass dich Lags bzw. aggressive Spieler die viel bluffen psychologisch viel mehr aus der Reserve locken. Wenn man gegen solche Leute spielt, dann ist man dauernd in marginalen Situationen und es wird stressig, wenn man eh schon ein wenig Tiltanfällig ist. Ich kenn das von mir selber auch, dass ich gegen solche Leute mehr Fehler mache, weil man immer diese Spieler "besiegen" will. Ein Fisch spielt seine Hand dagegen meistens face up. Da kann man oft folden wenn er Stärke zeigt und es ist auch nicht schlimm gegen ihn Pötte aufzugeben, weil man weiss dass man fast immer beat ist.
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.560
      50BB an irgendeinen Fisch, nicht nett, aber schwamm drüber, armer Kerl, vielleicht bleibt er ja noch ein bischen.

      Aber von irgendeinem Idioten so extrem dummdreist bestohlen zu werden, dass es ein einziger Hohn ist...
      nicht jedem fällt es leicht, dabei milde zu lächeln wie der Dalai Lama.

      Und warum nicht?
      Weil wir verwundbar ist, aus Mangel an Selbstbewußtsein, Erfolgsdruck usw.

      Hätten wir in der Session bereits 100 Stacks plus, so wären es halt nur noch 99.
      Der Typ würde einfach an unserem fett gemästeten Bauch abprallen wie ein Luftballon.

      Und so ist alles ein Frage der Perspektive.
      Indem wir uns über ihn aufregen, machen wir uns klein und bemitleiden nicht ihn sondern uns selbst.
      Vielleicht hilft es, sich darüber klar zu werden.
    • harkonnen
      harkonnen
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2005 Beiträge: 2.029
      Vipassana Meditation oder andere Achtsamkeitstechniken.

      Da lernst Du Emotionen sehr bewusst wahrzunehmen und unreaktiv zu bleiben.
      In Mathieu Ricards " Glück" wird das auch gut erklärt.

      Ich könnte mich auch bei 99 Stacks ärgern das die schöne Zahl 100 futsch ist.
      Es gibt immer ein anhaften an eine geliebte,gerechte etc.... Vorstellung.
      Es gibt immer Grenzen für Umformulierungen und Mindtricks.


      "Auf lange Sicht wird alles gut" wissen zwar alle PS.de`ler.Aber eben nur auf theroretischer,gefühlsmäßig nicht verankerter Ebene.
    • SilverSurfer129
      SilverSurfer129
      Bronze
      Dabei seit: 06.11.2010 Beiträge: 863
      Original von Marvl

      Aber von irgendeinem Idioten so extrem dummdreist bestohlen zu werden, dass es ein einziger Hohn ist...
      nicht jedem fällt es leicht, dabei milde zu lächeln wie der Dalai Lama.

      Und warum nicht?Weil wir verwundbar ist, aus Mangel an Selbstbewußtsein, Erfolgsdruck usw.
      Is wohl echt der Hauptgrund.

      Habs auch immer wieder, gegen Fische oder wirklich gute Regs n Stack zu verlieren macht mir kaum was, gegen Regs zu verlieren die einfach dumme Moves machen und sich dannnoch für den Oberplayer halten zu verlieren, kackt einfach an ^^

      Spricht wohl nur noch mehr dafür sich in dem oben angesprochenem Punkt weiterzuentwickeln,
      das is imo einfach für Poker und auch sonst fürs Leben enorm wichtig, sich einfach immun für solche Situationen zu machen, durch Selbstsicherheit etc.