PLO SSS

  • 5 Antworten
    • dbthdo
      dbthdo
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2006 Beiträge: 2.116
      Und am besten noch mit SHC. THX
    • Moo2000
      Moo2000
      Bronze
      Dabei seit: 31.03.2009 Beiträge: 1.750
      Bleib bloß weg von PLO...
    • Mart1
      Mart1
      Bronze
      Dabei seit: 23.12.2006 Beiträge: 4.727
      glaub unter PLO 100-200 schlaegst da kaum den rake...
    • MickLarson
      MickLarson
      Black
      Dabei seit: 17.07.2006 Beiträge: 529
      also ich hab vor kurzer Zeit mal ca. 30K hands auf PLO200+ SSS getestet und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nicht schlagbar ist, egal wie fishig der Tisch ist.
    • semmel81
      semmel81
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2007 Beiträge: 6.483
      sss am shorthandedtisch funktioniert nicht...hab das selbst schonmal in einem mitlerweile toten forum auseinander genommen (nach meinen ansichten...)

      ich mach mal copy-paste da ich ja der autor bin, Dert zweite Absatz: "Wie mit welchem Stack spielen?" dürfte deine Frage treffen:

      Buy-Ins, Betting Lines, Stacksizes, Pot-Limit-Dynamik

      Um im Pot-Limit zu bestehen, sollte man sich grundsätzlich auch mit allem befassen welches sich um das Thema der Chips dreht. Hierbei ist alles ziemlich theoretisch. Ich hoffe ich kann ein paar treffende Hände simulieren oder aus meiner History kramen, die meine Überlegungen gut stützen. Die Starthandkategorien werde ich danach erst auseinandernehmen.

      Da hier ganz viele Faktoren eine Rolle spielen ist es relativ schwer allgemeine Überlegungen zu verfassen. Große Einflussfaktoren sind die Position, der eigene Buy-In sowie gegnerische Stacksizes, die Tischagression sowie das Potenzial der eigenen Hand.

      Es geht in diesem Artikel Thread auch darum ein Feeling für die Situation zu entwickeln um bestenfalls die optimale Betting Line zu finden.


      erstes Antasten:
        - umso mehr Stack aufeinander trifft, umso schwieriger die Entscheidungen
        - hat man einen kleinen Stack, möchte man mit einer starken Hand so eine Betting Line erzeugen/haben, dass man spätestens am Flop All-In ist
        - versucht eure Handstärke soweit es möglich ist zu verschleiern (benutzt immer einen Standard Open-Raise anhand Stack und Position)
        - steigt man im BB ins CashGame ein, empfiehlt sich immer mit dem Minimum Buy-In einzukaufen und gegebenfalls in besserer Position erst den Stack aufzufüllen


      Vorteile eines Minimum Buy-Ins
        - mögliche Fehler werden nicht so hart bestraft und man läuft nicht Gefahr zu ängstlich zu agieren (Scare Money)
        - Postflop wird man kaum in schwierige Situationen verwickelt, da man meist spätestens am Flop All-In ist (Slotboom sagt dazu "weniger Kopfschmerzen")
        - die Gegner werden looser gegen einen Small Stack agieren, da sie wiederum nicht so viel Angst vor dem Stack haben
        - In Multiway-Pots an loosen Tischen kann man schnell mit mittelmäßigen Händen (weniger connected aber doublesuited) sehr leicht eine positive Gewinnerwartung haben. In einem 4-Way Pot brauch man nur 25%Equity damit die Gewinnerwartung positiv wird. Mit Dead Money sinkt diese weiter. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor ist die Protection die man von Gegnern erhält. Ein potentieller Gewinner könnte bis zum Showdown längst aus dem Pot geraist worden sein.
        - die Gegner bekommen keine Implied Odds
        - man ist Resistent gegen mögliche Bluffs
        - eine höhere Tischanzahl kann gespielt werden (mit Deep Stack würde ich 2 Tische im Ring-Game nicht überschreiten)
        - die Varianz schlägt nicht so brutal zu


      Nachteile des Minimum Buy-Ins
        - Man kann einen Gegner nicht komplett schlagen
        - es fehlen die Chips um selbst erfolgreich (Semi-)Bluffs zu spielen
        - die Granatenhände werden nicht so gut ausbezahlt


      Wahl des Buy-Ins in Abhängigkeit der Gegner wählen

        - Wichtig ist: Wo sitzt der Maniac?
        - Hat man Position auf ihn, ist es sinnvoller einen großen Stack zu spielen um möglichst eben diesen Gegner komplett zu schlagen; bestenfalls sitzen hinter einem eher tighte Spieler
        - Sitzt dieser hinter einem ist der Minimum Buy-In bei Weitem vorteilhafter

      [hr]

      Vorüberlegung anhand eines praxisbezogenen Raiseablaufs (PLO-High)

      UTG (34BB):
      CO (350BB):
      BU (190BB):
      SB (340BB): der agressivste am Tisch
      BB (195BB):

      Preflop:
      UTG limps, CO calls, BU folds , SB raist potsize auf 5BB folds, BB calls, UTG raist potsize auf 21BB, CO calls, SBcalls, BB calls
      (Pot: 84BB)

      Bewertung anhand der Stacks:

      UTG hat eine starke Hand, die er schön limp-raisen kann. Er ist mit über 60% in der Hand drin und wird die Hand nicht mehr aufgeben.

      CO callt erstmal den UTG-limp, welcher im Grunde null zu sagen hat. Dann callt er im Sandwich den UTG-Raise, obwohl der Initial-Raiser hinter ihm noch einmal drüberhauen kann. Er hätte zu diesem Zeitpunkt auf (20+21+32) 73BB erhöhen können, was er nutzen kann, um die Small Stacks zu isolieren. Macht er diesen Move weiß der BU sicherlich, dass der CO Ässer haben muss. Da CO und BU beide deep sind, macht es für für den BU sehr profitabel selbst diesen starken Raise zu callen. Der CO kann hier auch ohne Ässer in der Intention callen, dass der SB es tatsächlich nur wagen wird mit Ässern weiter zu erhöhen. Somit ist in allem der ziemlich merkwürdige Call aus dem CO nicht immer als Unfug zu bewerten, da er auch Position auf den für ihn gefährlichen Stack hat. Man muss sich im Klaren sein, dass AAXX (fast) immer vorne liegt, wenn man Preflop All-In ist...andererseits kann dieser Wert sich auf dem Flop erheblich mindern.

      SB raist standardmäßig für seine Fälle, was nicht immer auf eine starke Hand hinweisen muss. Hält er tatsächlich die Ässer würde er sicherlich nach dem UTG-raise mit einem weiteren Raise auf den CO-call antworten. Die anderen Stacks sind für die Deepstacks nahezu nebensächlich geworden.

      Der BB bekommt scheinbar so gute Odds und kann auch mit schwächeren Händen sehr gut im MultiwayPot aussehen. Mit einem relativ dünnen Stack von so 70 bis 90 BB hätte er auch mit einer marginalen Hand easy das Geld in die Mitte schieben können.

      Flop: SB checks, BB checks, UTG ist All-In für 13BB, CO raist Potsize auf 123BB, SB folds, BB folds

      neue Bewertung:

      SB und BB scheint ein Anspiel OOP nicht zu Gefallen

      UTG geht natürlich mit seinen restlichen Chips für Traumhafte Pot-Odds All-In

      CO kommt aus der Deckung und stellt insbesondere dem SB die teure Frage

      SB und BB verneinen die Frage

      Was sieht man hier alles?

        - Richtiger Druck wird erst nach mehrmaligen Raise entfacht, bzw. mehr Leuten in der Hand
        - die Potgröße steigt dabei exponentiell an (erst flach ansteigend, dann immer steiler)
        - OOP haben SB und BB eine sehr schwierige Entscheidung zu treffen
        - der Small Stack kann ohne den Flop zu beurteilen einfach die Chips hinterherstellen und bekommt zusätzlich Protection vom CO, da dieser SB und BB aus dem Pot raist
        - man könnte jetzt sogar fachsimpeln und jedem Karten sowie das Board zuordnen und keiner hätte womöglich einen gröberen Fehler gemacht


      [hr]

      Wie mit welchem Stack spielen?

        Ich bin erstmal grundsätzlich der Meinung, dass man mit nahezu jedem Stack ordentliches Pot-Limit Poker spielen kann. Man muss halt sein Setzverhalten jedesmal der Situation anpassen und auch manchmal auf gegnerische Verhaltensweisen vertrauen. Selbst ein mittelgroßer Stack, der im No-Limit auf Dauer tödlich ist, kann im PLO/PLO8 gut spielbar sein. Rolf Slotboom meint zwar in seinen Strategieartikeln, dass es immer das Beste ist, entweder den größten oder den kleinsten Stack am Cashgame-Tisch zu haben... aber irgendwie habe ich fast das Gefühl er widerspricht sich indirekt in seinen Aussagen in dem er auch gute Ausführungen aufweist, die nach beispielweise einer Shortstackverdopplung entstehen. Im Endeffekt soll man immer als Favorit, (ob auf Flop, Turn oder sonstwo) sein Geld mit ordentlich Value und mit wenig Implied Odds für den Gegner reinschieben können. Und für MTT´s können solche Überlegungen sicherlich auch nicht schlecht sein, wenn man entsprechende Stacks aufweist.

        Das Einzige was überhaupt nicht geht, dürfte der Minimum Buy-In an einem ShortHanded Tisch sein. So zwischen 35 und 45BB dürfte die untere Grenze sein mit dem man sich an den Tisch setzt. Es ist einfach dem "Blindpressure" geschuldet und man kann nicht nur auf die Tophände warten. Man landet halt eher HeadsUp in einer Hand und wird somit selten verdoppeln. Einfaches Beispiel: Man kauft sich mit 20BB ein, muss in 3 Orbits 4,5BB legen ehe man "verdoppelt". Man bekäme 31BB raus und man hätte grade 55% mehr vom Startstack. Bei 40BB BuyIn ((40BB - 4,5BB)x2) hätte man in gleicher Situation 71BB was 77,5% entspricht. Kann man sicherlich auch in allen TexasHE Shortstackstrategien genauso lesen.



      Short Stack Strategie (weniger als 40BB) für PLO


        - man spielt sehr tight

        - man macht im Grunde nie den ersten Raise vor dem Flop, man versuch den Raiser zu Reraisen um das maximum aus der starken Hand herauszuholen, zu limpen ist hier also ein sehr adäquates Mittel

        - Position ist eher zu vernachlässigen, da die Hände, die man spielt eher eine innere Stärke besitzen und man schnellstmöglich den Pot gewinnen will

        - man spielt hohe Paare, hohe Karten und gute doublesuited Hände

        - diese müssen entweder mit einer Bet oder am besten gleich mit dem ganzen Stack gespielt werden

        - blanke Paare ohne was dazu (QQ85os), Offsuit-Rundowns und so Single-Suited Rundown mit oberen Gap (J987) sind allerhöchstens in Multiwaypot zu spielen...und auch nur gegen schwache Gegner

        - beim PLO8 sollte man eher auf die Low-Karten Setzen, ohne Low Karten seh ich nur AA mit 2 weiteren guten High Cards und einen sehr hohen Rundown als empfehlenswert, natürlich doublesuited



      Middle Stack Strategie (40- ca.100BB)

        - weiter tight aber nicht so tight wie als Short Stack

        - mehr die Postion spielen

        - man eröffnet mit kleinen Raises um die Handstärke zu verschleiern; reraist jemand kann man je nach Stack und Handstärke mit einem weiteren Raise (nahezu) All-In gehen um den Pot sofort zu gewinnen, bzw. mit der sicherlich besseren Hand Heads-Up zu spielen

        - v.a. Rundowns werden in Position sehr wertvoll

        - ein gutes Mittel am Flop dürfte der Check-Raise sein wenn man gute Draws floppt oder man eine Multiway-Hand hat




      Big/Deep Stack Strategie (ab ca. 100BB)

        - der Stack sollte niemals in irgendeiner Form Scare-Money beinhalten

        - POSITIONsspiel wird immens wichtig, in schlechter Position ist sehr tightes Spiel angesagt; in guter Position erleichtert allein das gegnerische Setzverhalten ihre Entscheidung...besonders gut wird dieses wenn andere Bigstacks eher vorhersehbar und schwach sind; eine Konfrontation gegen einen anderen Bigstack OOP kann verheerende Flogen haben

        - man versucht mit Raises in MP den Button zu kaufen

        - immer mit den gleichen Raise Openraisen um in keinster Form irgendwelche Info preis zu geben (z.B. 3BB)

        - immer auf den eigenen und gegnerische Stacks achten

        - Vorsicht bei kleinen Rundowns, sie können sich schnell von den aktuellen Nuts zu einer schlechteren Hand entwickeln (besserer Straight, paired Board, Flush)...da man Deep ist wird man sehr selten an Flop oder Turn genügend Geld hereinschieben können und man kommt sehr oft in schwierige Entscheidungslagen wenn Scare Cards auf dem Board erscheinen

        - mit einer guten Hand bzw. einem guten Draw sollte man am Flop setzen, wenn jemand raist kann sich ein Riesenpot entwickeln, mit einer Hand die sich als Beste herausstellt

        - am Turn kann es vorkommen, dass man mit der aktuell besten Hand (meinetwegen Top-Set-Ässer) (insbesondere OOP) Potsize betten könnte, man aber noch soviel Stack dahinter hat, sodass man dem Gegner gute ImpliedOdds gibt. Oft erscheinen am River mehr Scarecards als sichere Karten. Ein guter Spieler callt am Turn diese Riesenbet und macht am River einen ungeheuren Druck wenn eben eine Scarecard erscheint, da dieser weiß, dass man exakt dieses Topset spielt. Gegen einen guten aggressiven Spieler sollte man daher ein Check-Raise versuchen um zumindest als Favorit den Stack zu setzen; gegen schwache, ängstliche Spieler sollte man eher weiter Potsize betten. Diese Paradebeispiele werden regelmäßig in jedem Forum der Welt gepostet und falsch kommentiert. Vielleicht mach ich mal ein Experiment?!: Ich konstruiere entweder eine offensichtliche Hand oder finde eine die entsprechend gespielt wurde; und poste diese anschließend in verschiedenste Foren gleichzeitig. Ich bin mir sicher, dass selten die optimalste Lösung gefunden wird. Da könnte man auch gleichmal die Qualität verschiedener Internetforen testen ;-) Wäre gespannt, ob ein amerikanisches Omaha-Forum die Situation genau erkennt. What U Think?

        - gegen erfahrene Gegner und sehr aggressive Gegner mit dicken Stacks am Tisch hat man kaum eine Edge und man sollte einfach den Tisch verlassen, PLO ist Deepstacked ein extrem komplexes Spiel und nicht ohne Grund batteln sich die besten Pokerspieler regelmäßig mit Riesenswings bei den Nosebleeds auf FullTilt; man sollte daher eine gute Tableselection in den Vordergrund stellen. Gerade im Casino sollte man die Chance nutzen, den Tisch vorerst zu beobachten

        - beim PLO8 ist der Unterschied wiederum nicht so immens (aber dort wird auch weniger bei hohen Blinds ein Tisch zusammenkommen)