Ab welcher Equity bet/call/fold

    • Frab85
      Frab85
      Bronze
      Dabei seit: 18.12.2007 Beiträge: 61
      Eine einfache Frage:
      Ab welcher Equity, macht man welche Aktion?

      z.b. bei einem Gegner.
      Man hat 40%. Der Gegner macht am Flop eine CBet.
      Ich würde raisen, um zu gucken wo ich stehe und bei einer 3-bet seinerseits runtercallen, solange die Equity besser als die Potodds sind.

      wie siehts bei 4 gegnern aus?
      ich hab 28%, ein gegner 40% und zwei weitere 15%. Equity > Potodds runtercallen, oder setzen weil man 3% überm Durchschnitt liegt?
  • 3 Antworten
    • churib
      churib
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2006 Beiträge: 465
      Das laesst sich im allgemeinen nicht so einfach beantworten. Was einen wirklich interessiert, ist der Erwartungswert, den man so hoch wie moeglich gestalten moechte:

      Nehmen wir das Beispiel, dass Du in late Position die Blinds angreifst, der BB called und es kommt folgendes Board AAx, du haelst selber ein Ace und Villain donkt. Du kennst ihn und weisst, dass er 3barrels mit Purebluffs durchzieht.
      Obwohl deine Equity weit ueber 50% liegt, ist es hier sinnvoll, passiv runterzucallen, weil Villain auf jeden Raise folden wuerde.

      Anderes Beispiel: Du bist Heads Up am River und Villain bettet. Du hast 55% Equity. Ein klarer Raise? Kommt drauf an, ob Villain jede bessere Hand 3betten wuerde, denn dann verlierst Du mehr, als du gewinnst...

      Noch ein Beispiel: Du hast sowas wie 72o auf einem A88 Board, es gab Preflopaction (wie auch immer) und Villain haelt KQ. Hier kann ein Bluff sinnvoll sein, obwohl Du weniger als 50% Equity haelst.

      Nehmen wir Dein Beispiel mit mit den 4 Gegnern und 28% Prozent Equity. Man kann hier betten/raisen und es wirkt sich positv auf unseren Erwartungswert aus, aber nur solange auch alle callen. Foldet einer, steigt die Durchschnittsequity auf 33%.
    • AAFINgo
      AAFINgo
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2007 Beiträge: 3.075
      Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten:

      Also grob:
      - wenn du über der Durchschnitts Equity liegst, ist jede Bet theoretisch for value.
      - Ein call legst du aufgrund des Odds&Outs Spiel hin oder eben aufgrund deiner Equity und damit verbunden deinem Showdownvalue (Prinzip Potgröße im Verhältnis zur eigenen Equity betrachten).
      - Ein Fold legst du eben hin, wenn du nicht genügend Equity hast und auch keine Chance siehst Villain von genügend besseren Händen runterzubluffen

      Aber:

      Das ist wie gesagt nur eine grobe Formulierung. Es gehören zu jeder Aktion weitaus mehrere Entscheidungen dazu.
      zum Beispiel:
      - Typisches Beispiel ist, dass die Range vom Villain nicht gleich der Callingrange auf einer Bet ist. Das verschiebt die Equity. Genauso im multiwayPot. nicht jeder muss dann callen, was unsere Equity ggf verschlechtert.

      - Es gibt Situationen, wo man sich am Turn von der Equity relativ weit hinten sieht, aber aufgrund des Bluffcatchers callt, mit der Intention von Villain ein check behind zu bekommen.

      - Beim Fold fällt mir auf Anhieb keine Ausnahme ein, wo man trotz Equityedge einen Fold findet.


      Worauf ich alles in allem hinaus will. Jede Situation muss man mit mehr betrachten als der reinen Equity. Dazu sind dann eben die Handbewertungsforen ganz gut, wo du deine Hände mit den Fragen reinstellst und kompetente Antworten bekommst. Gerade wo man manchmal eine Valuebet verpasst.
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.997
      Ein Raise macht immer dann Sinn, wenn du eine überdurchschnittliche Equity hast. Die Equity alleine gibt nicht unbedingt Auskunft darüber, ob ein Raise for value ist oder nicht. Zu der normalen Equity die du hast, kommt noch die Foldequity dazu.

      Angenommen du hast 40% Equity im Heads-Up. Augenscheinlich reicht die Equity nicht für einen Valueraise. Jetzt musst du aber noch berücksichtigen, wieviel % an besseren Händen der Gegner foldet - man spricht hier allgemein von Foldequity und wieviel Outs er auf dein Raise folden kann, im Falle er hat Overcards. Du brauchst noch 10% Equity mehr um auf 50% zu kommen. Das sind, von 40% ausgegangen, noch 20% mehr Equity. Wenn dein Gegner also ca 20% an besseren Händen aus seiner Range foldet, ist ein Raise +EV. Es müssen nicht ganz 20% an besseren Händen sein, weil du auch noch vorne sein kannst, der Gegner mit Overcards aber trotzdem Equity foldet, was dir zu Gute kommt.

      Wenn du kein Raise hast, bleibt nur noch Call oder Fold übrig. Ob du einen Call oder einen Fold hast, ermittelst du folgendermaßen:

      Kosten bis zum Showdown / (Pot + Kosten bis zum Showdown + Bets vom Gegner)

      Beispiel:

      Preflop: Hero is BB with K:spade: , Q:spade:
      4 folds, SB raises, Hero calls.

      Flop: (4,00 SB) 9:club: , 7:club: , 3:diamond: (2 players)
      SB bets, Hero calls.

      Turn: (3,00 BB) 7:heart: (1 players)
      SB bets.

      Am Turn ist der Pot 3BB + 1BB (Bet von Villain) = 4BB groß. Du musst bis zum Showdown noch 2BB zahlen und im schlimmsten Fall bettet dein Gegner nur bessere Hände und checkt schlechtere am River, so dass du vom Gegner keine Bet mehr am River kalkulieren kannst.

      Die Rechnung ergibt sich dann wie folgt:

      2 / (3+2+1) = 2/6 = ~33% Equity.

      Du brauchst also 33% Equity für einen Calldown. Es ist natürlich wichtig zu wissen, wieviel EQ man in folgenden SItuationen braucht aber das schwierigste ist eigentlich, dem Gegner eine Range zu geben.

      Wenn du denkst, dein Gegner könnte auch mit schlechteren Händen am River noch bluffbetten, rechnest du 2/7 = ~29% Equity.

      Je nachdem auf welchen Wert du dich beziehst, ist es ein Fold, liegst du equitytechnisch darunter.