Overpairs

    • Hariolf
      Hariolf
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 462
      Hey, Leute!

      mal eine ganz allgemeine Anregung: Wie wärs mal mit einem speziellen Video oder irgendetwas über den reinen Strategieartikel hinaus zum Thema "Wie spiele ich overpairs" (vor allen Dingen wie gegen welche Gegner)?

      [Falls es das schon gibt, sorry, und bitte nen kurzen Hinweis statt Flames. der Suchbegriff overpairs ist in einem Pokerforum einfach so allgemein, dass die SuFu einem ohne konkrete Hinweise nicht viel weiterhilft.]

      Denn aus meiner Erfahrung gibts mit diesen Blättern die einfachen spots, in denen Villain auf die contibet foldet und ansonsten steht man mit diesen Händen im Endeffekt häufig vor relativ schwierigen push/fold Entscheidungen, die extrem Gegner- und Readabhängig sind, weshalb man auch im HB-Forum in recht ähnlichen Situationen Antworten von "klarere fold" bis "easy push" bekommen kann. Das sind für mich immer noch Spots, in denen ich vom Gefühl her relativ viel Geld verliere und von der Masse der entsprechenden Hände im HB Forum würde ich mal schließen, dass es wohl nicht nur mir so geht, so dass es sich vielleicht doch mal anbieten würde, sich diesem Thema etwas ausführlicher - vor allem mit praktischen Beispielen - zu widmen...
  • 4 Antworten
    • sher4real
      sher4real
      Bronze
      Dabei seit: 25.10.2009 Beiträge: 1.451
      Also im allgemeinen kann man sagen, dass man auf den Micros mit TP/Overpair eigentlich b/f b/f c/f spielen sollte. Natürlich ist das readabhängig und man kann auf gewissen Boards gegen gewisse Gegner auch mal b/push oder c/f spielen, aber die "Regel" sollte man sich wirklich zu Herzen nehmen, spart einem ne Menge Geld.
      Es ist halt schwer sich auf nem K67r5 Board gegen nen Turnraise von nem Reg von seinem AK zu trennen, aber man sollte es meist tun. Wenn Callingstations x/c Flop x/r Turn spielen, kannst du ohne nen Monster meist auch easy folden. Gegen Maniacs muss man TP/Overpair ab und an einfach runtercallen und auch manchmal für Stacks spielen, wenn man VIELE Hände (ich denke so 150-200) oder starke Reads hat. Wenn du nen 45/45 auf 15 Hände hast, der schon einmal gegen jemand anderes nen Turnraise gemacht hat, dann gilt das obv. nicht, folde und beobachte ihn weiter ... wer fehlt noch? Ach der Rock ... naja, da gilt eigentlich b/f b/f c/f.
    • Hariolf
      Hariolf
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 462
      joa, die "Regel" ist denk ich klar. Nur würde ich - gerade gegen schwache Gegner nen gewaltigen Unterschied machen ziwschen TP und overpair, weil letztere häufig schlicht nicht gesehen werden und die Fische durchaus in der Lage sind, TP massiv zu overplayen, weshalb gerade gegen so midstacks u.ä. ein Fold da leider auch häufig nicht korrekt ist.

      Auch gegen etwas bessere TAGs kannst du die Line nicht immer spielen, weil jemand der weiß, dass er deine overpairs immer spätestens am River zum Folden bekommt, dich nur noch bluffen wird.

      Die Frage ist da halt immer, wo gerade die Grenzen liegen, weshalb ich ja für ein paar kompliziertere Beispiele plädiere. Deine "Regel" ist sicher nicht völlig falsch, nur hilft sie einem für die relevanten Fälle leider wenig.
    • sher4real
      sher4real
      Bronze
      Dabei seit: 25.10.2009 Beiträge: 1.451
      Ja klar gibt es da Unterschiede, die sind aber nicht so groß, dass sie deutlich etwas an der Spielweise ändern würden.

      Fische (ergo Callingstations) overplayen TP aber nur in einer Weise: Calldown des Todes. Wenn du einen LAG/Maniac hast, hatte ich ja schon geschrieben, dass man ab und an mit TPTK/Overpair nen Downcall für Stacks finden muss. Gegen Midstacks ist nen Fold ja meistens auch schon Equitytechnisch nicht korrekt, ab und an kann man seine Brokerange schon auf TP/Overpair erweitern, gerade wenn noch einige Draws liegen. Auf nem Q39r6 Board auf nen Turnraise eines Midstacks kann man wohl immernoch folden, was schon wieder anders aussieht, wenn Q39s8 liegt.

      Du kannst btw. die Line auf NL10 wohl gegen jeden Regular spielen. (Hier sieht man btw. wieder schön wie geil Position ist) Ich glaube nicht, dass da einer nur in der Lage ist, diese Line zu exploiten, wenn er nicht gerade 10 Jahre mit dir 1 tabled. Das gilt wohl bis NL100.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Im Prinzip ist Thema denk ich in Crushing NL50 abgedeckt, da wir dort auch erklären wie man einfache Rangeanalysen macht.

      Fakt ist, dass die eigene Handstärke immer nur relativ im Verhältnis zur gegnerischen Range betrachtet werden kann.

      Z.b. haben wir TT auf einem 87hh2r Board und werden geraist (dieses Board erlaubt möglicherweise viele Draws - Flushdraw, Straightdraw, Gutshots, 3 Sets, Twopair).

      Abhängig davon mit welche Range (also die möglichen Hände die der Gegner halten kann) verändert sich unsere Handstärke.

      Text results appended to pokerstove.txt

      71,280 games 0.020 secs 3,564,000 games/sec

      Board: 8h 7h 2s
      Dead:

      equity win tie pots won pots tied
      Hand 0: 17.832% 17.83% 00.00% 12711 0.00 { TT }
      Hand 1: 82.168% 82.17% 00.00% 58569 0.00 { 88-77, 22, 87s }


      Text results appended to pokerstove.txt

      109,890 games 0.002 secs 54,945,000 games/sec

      Board: 8h 7h 2s
      Dead:

      equity win tie pots won pots tied
      Hand 0: 28.639% 28.58% 00.06% 31404 67.50 { TT }
      Hand 1: 71.361% 71.30% 00.06% 78351 67.50 { 88-77, 22, AhQh, AhJh, AhTh, Ah9h, KhJh, JhTh, Th9h, 87s, 6h5h }


      Text results appended to pokerstove.txt

      181,170 games 0.003 secs 60,390,000 games/sec

      Board: 8h 7h 2s
      Dead:

      equity win tie pots won pots tied
      Hand 0: 46.530% 46.41% 00.12% 84078 220.50 { TT }
      Hand 1: 53.470% 53.35% 00.12% 96651 220.50 { 88-77, 22, AhQh, AhJh, AhTh, Ah9h, A8s, KhJh, K8s, JTs, T9s, 87s, 65s }


      D.h. also je mehr Hände der Gegner in seiner Range hat gegen die wir vorne sind (du kannst dir im Equilator das ganze mal selber in Ruhe anschauen und damit rumexperimentieren), desto sinnvoller wird es mit einem Overpair weiterzuspielen. Je weniger Hände aus der Range gegen uns hinten liegen, desto besser wird es NICHT weiterzuspielen.

      Woran macht man fest, ob man gegen einen Spieler weiterspielen kann? Grundsätzlich ist das relativ schwierig, wenn man noch wenig Erfahrung hat. Deswegen arbeite ich persönlich mit mehreren einfachen Faustregeln in solchen Fällen:

      1. Meine unbekannten Gegner sind

      a) passiv
      b) bluffen (auch semibluffen) relativ wenig
      c) spielen "fair" -> d.h. die Handrange die sie vorgeben zu haben, haben sie auch

      und habe somit eine relativ starke Grundrange beim Gegner, wenn er SELBSTSTÄNDIG aktiv wird (d.h. raist)

      2. sobald ich irgendetwas bei meinem Gegner sehe, dass diese 3 Punkte verletzt fange ich an mit dieser Information die Range des Gegners abzuändern. (prinzipiell führe ich die oben als Beispiel genannte Rangeerweiterung im Kopf durch und mit Übung kannst du das dann im Kopf abschätzen wo du grade ungefähr stehst)

      Als Faustregel gilt hier: Sobald du ungefähr 50% gegen die Range des Gegners hast kannst du weiterspielen.

      Aber auch hier musst du beachten, dass es grade gegen passive Gegner oft gar nicht so schlecht ist bei so knappen Entscheidungen erstmal zu folden, da man z.b. nach einem Flopraise ja ncoh einen Turn und River spielen muss und ein Fehler danach teuer wird und sich lieber erstmal auf klare Entscheidungen verlassen.


      Wenn du hier allerdings so Spots ansprichst wie "AA im 3-Bet Pot auf Q35hh Board 100BB deep", dann ist das wirklich relativ einfach, da

      a) der Pot schon sehr groß ist
      b) du bei einer Handrangeanalyse des Gegners sehen wirst, dass der Spot im Prinzip klar ist

      Problematisch sind für viele Spieler wahrscheinlich eher die Hände TT- JJ/QQ. Und hier kannst du als einfache Anfangsfaustregel folgendes wählen: Spiel die Hände wie 99 und du überspielst sie schon nicht mehr.