Mathematisch korrekte 3-Bet PF bei einem best. Gegnerischen Fold-to-3Bet Wert

    • Tjoma
      Tjoma
      Bronze
      Dabei seit: 25.04.2007 Beiträge: 849
      Hier möchte ich die mathematisch korrekte 3-Bet PF bei einem best. Gegnerischen Fold-to-3Bet Wert (auf eine natürl. große Samplesize) berechnen bei verschiedenen Einsatzhöhen. Ich wäre über unterschiedlichste Meinungen erfreut, vllt. habe ich ja etw falsch berechnet oder Ihr seid der Meinung, dass man die Aussagen so nicht verallgemeinern kann...

      Als erstes die Rahmenbedingungen:
      1. Wir haben über den Gegner eine ausreichende Samplesize (z.B. 1k+)
      2. Wenn unsere 3-Bet gecalled wird geben wir am Flop auf.
      3. A=Fold-to-3-Bet
      B=Call/Raise-to-3Bet


      Gegner bettet 3BB & wir 3-Betten auf 9BB:
      A*4,5BB=B*9BB
      A=2*B
      A=1-1/3 --->Wenn Gegner einen Fold-to-3Bet-Wert von über 66,67% hat, hat unsere 3-Bet einen pos. EV.


      Gegner bettet 4BB & wir 3-Betten auf 12BB:
      A*5,5=B*12
      A=2,18*B
      A=1-1/3.18 --->Wenn Gegner einen Fold-to-3Bet-Wert von über 68,57% hat, hat unsere 3-Bet einen pos. EV.


      Gegner bettet 3BB & wir 3-Betten auf 7,5BB:
      A*4,5=B*7,5
      A=1,67*B
      A=1-1/2,67 --->Wenn Gegner einen Fold-to-3Bet-Wert von über 62,5% hat, hat unsere 3-Bet einen pos. EV.


      Gegner bettet 4BB & wir 3-Betten auf 10BB:
      A*5,5=B*10
      A=1,81*B
      A=1-1/2,81 --->Wenn Gegner einen Fold-to-3Bet-Wert von über 64,52% hat, hat unsere 3-Bet einen pos. EV.


      Nun kann man also allg. festhalten, dass eine 3-Bet mathematisch korrekt ist sobald der Gegner einen Fold-to-3Bet-Wert von ungefähr 66% hat.
  • 3 Antworten
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      prinzipiell ja, aber der foldto3bet-wert gibt den durchschnitt aller positionen an. jemand der 66% hat, wird utg weniger oft auf 3bets folden wie am bu.
      zudem machst du es dir viel zu einfach:

      1. gerade wenn du oop bist und villain ip auch mal auf 3bets callt, spielt deine eq gegen seine callingrange eine wichtige rolle und du musst 3 fälle beachten:
      -er foldet und du gewinnst dead money
      -er callt und du hast eq
      -er 4bettet und du foldest
      dann musst du die ranges gewichten und kannst den ev abschätzen/ausrechnen

      2. spielen auch seine postfloptendenzen, wie foldtocbet eine rolle. wenn jemand 0% auf 3bets foldet, dafür aber 90% auf cbets (extrembeispiel) dann ist das für uns wesentlich profitabler, als jemand der 68% auf 3bets foldet und uns ein slighly +ev play ermöglicht.

      3. musst du auf deine frequenz achten: selbst wenn jemand oft genug auf 3bets foldet, um ihn theoretisch mit any 2 zu 3betten, sollte man schon cardselection betreiben (außer niemand am tisch würde jemals adapten)
      wenn du zb doppelt so oft bluff- wie value3bettest, ist es wiederum profitabel dich mit any 2 zu 4betten, etc

      4. musst du abschätzen, ob der coldcall nicht den höheren ev hat (fische behind, villains range weithalten mit händen wie AQ, AJ, KQ, etc)

      anderes beispiel ist der fold2cbet wert. wenn der groß genug ist, ist es +ev jedes board gegen villain zu cebtten, max ev ist es aber nicht, da es durchaus auch board gibt, wo die cbet an sich entweder -ev oder schlechter als checkbehind, c/r whatever ist.
      lange rede kurzer sinn: poker ist zu komplex, um anhand eines einzelnen stats das perfekte play abzuleiten.
    • Tjoma
      Tjoma
      Bronze
      Dabei seit: 25.04.2007 Beiträge: 849
      Da stimme ich dir voll und ganz zu. Deswegen wollte ich auch mal alles ausblenden und nur den "mathematisch" korrekten Spielzug auszurechnen, um ein Gefühl zu bekommen, wann mann ungefähr lighter 3Betten kann.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Original von Tjoma
      Da stimme ich dir voll und ganz zu. Deswegen wollte ich auch mal alles ausblenden und nur den "mathematisch" korrekten Spielzug auszurechnen, um ein Gefühl zu bekommen, wann mann ungefähr lighter 3Betten kann.
      ich habe zu dem Zweck vor einiger Zeit mal ne Tabelle erstellt und schon mehrfach gequotet - auf die Defizite hat Benzo ja schon hingewiesen, wenn man das bedenkt kann's ja eigentlich nicht schaden nen Blick drauf zu werfen :)

      Original von Scooop
      habe auch schon mal rumgerechnet... ;)

      ... ist ne Weile her, aber hier ist das Ergebnis für das preflop 3bet, 4bet und 5bet game, ich hoffe die Tabellen sind selbsterklärend.

      Eine Min3bet braucht natürlich weniger FE als ne Potsize 3bet (von der ich ausgegangen bin), aber es hat sich etabliert, dass 3bets im Bereich von Potsizebets (bei 100bb stacks) ideal sind, weil man ansonsten Villain einfach zu gute odds gibt, dafür aber 4bets nur 2-2,7fach maximal sind (ich habe mit 2,25x gerechnet), da man ansonsten eine zu großen Teil seines stacks schon preflop investiert und der leverage Effekt auch durch die kleinere 4bet auch erzeugt wird.
      [Wenn du MTTs oder SnGs spielst wo man oft mit einem deutlich kleineren stack als 100bb spielt, können kleinere 3bets wieder interessant werden, Logik ähnlich der kleinen 4bet bei 100bb stacks - leverage]

      Edit:
      nur noch mal zur Sicherheit: die Equitywerte in der Tabelle beziehen sich immer auf die Calling Range von Villain, nicht auf die Range gegen die wir raisen.

      Daher ist die Tabelle nur eine Näherung, die insbesondere spots aufzeigen kann in denen 3bets oder 4bets an und für sich schon profitabel sind, weil Villain zu oft folden wird.
      Wenn man einen Spielzug ganz genau ausrechnen will, muss man exakt abschätzen wieviel % er 4betten wird, wiviel % er callen wird und sehen, dass unsere Equity nur im Falle eines calls relevant ist, denn wenn wir auf eine 4bet folden wollen, ist es ja egal wieviel Equity unsere Hand gegen seine 4bet Range hat.






      [/quote]