Razz - HU

    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Ich versuche gerade eine Annäherung an das Razz-Heads-Up Spiel und habe hier zunächst zwei Fragen zur Situation auf 3rd Street (weitere Fragen werden möglicherweise noch folgen):

      1. Sehe ich es richtig, dass es keinesfalls sinnvoll ist, irgendeine Hand mit voller Bet zu eröffnen, weil ich jedenfalls zuviel über meine Hand verrate, wenn ich einen Teil meiner spielbaren Hände mit dem Bring-In und einen anderen Teil mit Bet eröffne? Eine Alternative wäre es, die besten und schlechtesten Hände zu betten und den Rest mit Bring-In zu eröffnen. Hat jemand Erfahrungen damit?

      2. Ähnliche Situation, nachdem der Gegner das Bring-In gesetzt hat. Gibt es hier Konstellationen, in denen es ratsam ist, lediglich zu callen? Ich kann mir das eigentlich nicht vorstellen, da ich vielfach auch mit der schlechteren Hand noch Fold-Equity haben sollte und so eigentlich nur die Wahl zwischen "Complete" oder "Fold" bestehen sollte.
  • 6 Antworten
    • GodsSon
      GodsSon
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 19
      Habe wenig Razz HU gespielt, versuche aber mal dir zu helfen.


      zu 1) Falls du hier deine Range polarisieren möchtest, musst du dich ja immer nach der gegnerischen Doorcard/deiner Doorcard richten (es macht ja keinen Sinn, mit einem K vs. einer 6 zu completen). Falls du nun (KK)8 gegen (xx)6 opencompletest und das mit (23)8 balanced macht das aus folgenden Gründen wenig Sinn:

      im ersten Falle geht deine Equity gegen Null und der Gegner wird häufig genug defenden damit es ein -EV play wird.
      Im 2. Fall kannst du nur callen und verleihst deiner Hand eine gewisse deception, kannst aber auch 4 value reraisen.
      Somit erreichst du in beiden Beispielen mehr als mit einem Opencomplete.
      Mittelstarke Hände wie zB (95)8 zu opencompleten macht dann auch nur wenig Sinn, da du es schlecht balancen kannst

      zu 2) Da du hier immer die Höhere Doorcard hast, hast du meist genug FE um schwache Hände zu raisen. Starke Hände nur zu callen finde ich wiederum schlecht da
      1) Du es kaum balancen kannst
      2) Du häufig Equity verschenkst

      Der 2. Punkt ist deshalb problematisch, da du nur den BI callen würdest wenn deine Doorcard dem des Gegners sehr nahe kommt. (vs. 6 vs. 8)
      Mit einer 3 gegen einen K zu callen macht wenig Sinn, da selbst der dümmste Gegner merkt das du ihn trappen möchtest.
    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Danke für Deine Antwort. Der erste Punkt (Polarisierung der Openrange) ist glaube ich überzeugend erledigt. Zur zweiten Frage vollziehe ich Deine Argumentation durchaus nach, mein Problem besteht aber etwa in der Konstellation, dass ich QJ-3 halte und mein Gegner mit einer offenen 8 das Bring-In bezahlt. Raise ich hier muss ich die Hand auf der 4. Straße mit einer Karte >8 aufgeben, wenn mein Gegner eine Lowcard zieht. Auch sonst ist mir dei Hand eigentlich zu schwach, um hier viel investieren zu wollen - sie hat aber 30% Equity, was einen Call eigentlich rechtfertigen würde. Ich kann aber, wie Du zurecht anmerkst, unmöglich mit schwachen Holecards callen und mit starken Holecards raisen, weil ich mein Blatt dann gleich im Chat notieren könnte. Also werde ich die Hand trotz der vorhandenen Equity aufgeben müssen, was ich eigentlich auch nicht so gern tue.
    • GodsSon
      GodsSon
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 19
      Die 30% Equity hast du ja nur bei der Annahme, dass dein Gegner 100% seiner Range callt.

      Hand Equity Wins Ties
      QJ3 31.28% 2,180 1
      K-K-8 68.72% 4,791 1

      Schon bei einer leicht tighteren Callingrange hast du nur noch 25%

      Hand Equity Wins Ties
      QJ3 25.52% 780 0
      T-T-8 74.48% 2,277 0

      Ein Steal wäre dennoch richtig, da der Gegner meiner Meinung nach häufig genug foldet.
      Zudem kann man auf 4th street bei guter Board Entwicklung noch einmal setzen.

      Edit: Habe gerade gesehen, dass du dich auf einen Call deinerseits auf 3rd Street bezogen hast. Da das kaum zu balancen ist, kann es gegen Gegner die mitdenken nicht gut sein.
      Zudem glaube ich, dass die Hand mit einem Complete leichter zu spielen ist.

      Falls du nun (J3)Q hast und die 8 completet, müssten 30% Equity (je nach Ante/Bring In Struktur) auch für einen defend reichen. (Bei der Annahme das der Gegner 100% completet, was in dieser Situation eigentlich immer gegeben ist)
      Trotzdem wäre die Hand ein einfacher Fold, da die playability sehr schlecht ist.
      Dies gilt auch für (QJ)3, jedoch hast du hier aufgrund der guten Doorcard Foldequity. Deshalb denke ich das hier Complete > Call IMMER zutrifft.
    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Original von GodsSon

      ...

      Ein Steal wäre dennoch richtig, da der Gegner meiner Meinung nach häufig genug foldet.
      Zudem kann man auf 4th street bei guter Board Entwicklung noch einmal setzen.

      ...

      Falls du nun (J3)Q hast und die 8 completet, müssten 30% Equity (je nach Ante/Bring In Struktur) auch für einen defend reichen. (Bei der Annahme das der Gegner 100% completet, was in dieser Situation eigentlich immer gegeben ist)
      Trotzdem wäre die Hand ein einfacher Fold, da die playability sehr schlecht ist.
      Dies gilt auch für (QJ)3, jedoch hast du hier aufgrund der guten Doorcard Foldequity. Deshalb denke ich das hier Complete > Call IMMER zutrifft.
      Das mit der Foldequity ist so eine Sache. Wenn der Complete bei (QJ)3 das richtige Spiel ist, kann Villain davon ausgehen, dass ich mit Doorcard 3 gegen Doorcard 8 100% meiner Hände complete, weil ich mit sehr schlechten Händen auf die Foldequity vertraue. Bei der Struktur eines HU-SnGs auf FullTilt liegen zu diesem Zeitpunkt 50 Chips im Pot (Ants (5 Chips x2) + 10 Chips Bring In + 30 Chips für das Complete). Villain muss 20 Chips setzen um einen 70 Chips großen Pot nach Hause zu holen, benötigt für seinen Call also eine Equity von ca. 28,5%. Wenn er mich auf (**)3 setzt, gilt dies für alle Holecards außer (KK)8, (QQ)8, (JJ)8, (KQ)8 und (KJ)8. Ist das wirklich ausreichend, um Chips auf meine (QJ)3 zu investieren?
    • GodsSon
      GodsSon
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 19
      Ich denke das die Playability der Hand ähnliche wichtig ist wie die Eqiuty.
      Selbst wenn der Gegner weiß wie weit deine Complete Range ist, wird er nicht eine Hand wie (KT)8 oder (99)8 defenden, da die Hand auf den späteren Straßen fast unspielbar ist bzw er in sehr schwere Situationen kommt.
      Ein guter Gegner würde wohl eher looser 4 Value reraisen. Außerdem könnte er Mittelstarke und evtl. sogar schlechte Hände reraisen um Foldequity aufzubauen bzw. dich direkt zum folden zu bringen. (Wenn er vorher schon mal gesehen hat, dass du Complete/Fold spielst)

      Falls der Gegner dahingehend adapted, könntest du einige Hände aus deiner Complete Range rausnehmen, wie zB QJ3.

      Wie gesagt, ich bin kein Experte für Razz HU, hoffe jedoch das meine Annahmen nicht vollkommen falsch sind.
      Wäre schön wenn hierzu noch jemand was schreiben könnte.
    • michaelg5pro
      michaelg5pro
      Bronze
      Dabei seit: 18.12.2006 Beiträge: 2.628
      Original von GodsSon
      Ich denke das die Playability der Hand ähnliche wichtig ist wie die Eqiuty.
      true,

      also ob nun ähnlich wichtig, manchmal sogar wichtiger oder so, auf jeden Fall besonders wichtig, wird oft vernachlässigt.
      Wenn man (für hu-sngs: noch) deep ist, im cg ja in aller Regel, sollte man ohnehin nicht das Haupt-Augenmerk auf die Equity, die man 3rd street hat, geben. Freilich, gerne kennen und Bescheid wissen, aber nicht für maßgeblich halten.