Odds/PotOdds/Implied Odds u.s.w. auf NL2?

    • eCeX2k
      eCeX2k
      Bronze
      Dabei seit: 15.10.2010 Beiträge: 46
      Hallo,

      ich steh ja total auf Mathematik, was mich auch ursprünglich zum Pokern brachte. Gestern versuchte ich mal nur nach diesem Prinzip zu spielen, nach dem ich einen heftigen Downswing hatte und wieder auf mein Startguthaben runterfiel.

      Mir fiel auf dass die ganze Berechnung echt Spass macht. Das Problem auf diesem kleinen Limit ist nur dass jeder meint Pokern=Bluffen. Daher bin ich nie in der Lage nach diesem Prinzip zu spielen. Leider. Die Range der Meisten liegt eh bei AnyTwo da ich mir nie sicher sein kann wo ich stehe. Im durchschnitt gibt dir jeder auf NL2 PotOdds von 2:1, 3:1. Und mal ehrlich. Soviel gibt es dann nicht was ich spielen kann.

      Ist es überhaupt möglich auf diesem Limit anhand von Mathematik was zu reißen? Ich glaube mit 80% Psychologie 10% Mathematik und 10% Glück fährt man hier besser oder täusche ich mich mal wieder?

      Oder sollte ich einfach Rockverhalten an Tag legen und wirklich nur Hände spielen bei denen ich mir 100% sicher bin vorne zu liegen?

      Danke schonmal für eure Antworten.
  • 4 Antworten
    • Kraese
      Kraese
      Bronze
      Dabei seit: 20.09.2009 Beiträge: 8.819
      Original von eCeX2k
      Hallo,

      ich steh ja total auf Mathematik, was mich auch ursprünglich zum Pokern brachte. Gestern versuchte ich mal nur nach diesem Prinzip zu spielen, nach dem ich einen heftigen Downswing hatte und wieder auf mein Startguthaben runterfiel.

      Mir fiel auf dass die ganze Berechnung echt Spass macht. Das Problem auf diesem kleinen Limit ist nur dass jeder meint Pokern=Bluffen. Daher bin ich nie in der Lage nach diesem Prinzip zu spielen. Leider. Die Range der Meisten liegt eh bei AnyTwo da ich mir nie sicher sein kann wo ich stehe. Im durchschnitt gibt dir jeder auf NL2 PotOdds von 2:1, 3:1. Und mal ehrlich. Soviel gibt es dann nicht was ich spielen kann.

      Ist es überhaupt möglich auf diesem Limit anhand von Mathematik was zu reißen? Ich glaube mit 80% Psychologie 10% Mathematik und 10% Glück fährt man hier besser oder täusche ich mich mal wieder?

      Oder sollte ich einfach Rockverhalten an Tag legen und wirklich nur Hände spielen bei denen ich mir 100% sicher bin vorne zu liegen?



      Danke schonmal für eure Antworten.
      dieses
    • eCeX2k
      eCeX2k
      Bronze
      Dabei seit: 15.10.2010 Beiträge: 46
      kurze knappe antwort....danke ^^
    • Wobbler90
      Wobbler90
      Bronze
      Dabei seit: 10.07.2010 Beiträge: 202
      Man kann den Lehrsatz wahrscheinlich nicht oft genug zitieren:

      Wenn deine Gegner looser werden, spiele tighter;
      sind deine Gegner tight, spiele looser.


      Der Satz zielt darauf ab, deinen Gegnern auf diese Weise einen kleinen
      Schritt voraus zu sein.

      Wenn du also an einem Tisch sitzt, an dem immer geblufft,
      ge3bettet und gecheckraised wird, dann nimm dir deine stärksten
      Karten und mach deine Gegner damit platt wenn du was triffst,
      auszahlen werden sie dich.
      (Vergiss aber die Strategie dahinter nicht ^^)

      Wenn du an einem tighten Tisch looser spielst, musst du aber aufpassen,
      dass du es nicht übertreibst mit Blindsteals/Resteals usw...
      Gerade unter den tighten Spielern sind manche, die Strategien verfolgen
      und auch durchaus in der Lage sind, sich deinem Spiel anzupassen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wenn du NL spielst, dann ist es relativ sinnlos sich nur anhand von Odds, Potodds und Implied Odds zu entscheiden, ob man Hände weiterspielen will.

      Im SHC sind schon viele Situatione von vornherein ausgeschlossen in denen du dich in der passiven Rolle befindest mit spekulativen Händen. Du kannst also nur mit dem drawen meistens anfangen, wenn dein Gegner in dich reindonkt oder dich raist.

      In diesem Fall sind meistens nicht die direkten Potodds relevant, sondern die Implied Odds (im Prinzip das Geld was es noch zu gewinnen gibt auf späteren Straßen, wenn du hinten liegst).

      Kleines Beispiel:

      Du hast AdTd auf einem 2d4d8h Board und cbettest und dein Gegner raist dich Potsize. Du bekommst also nur noch 2:1 Odds, aber bräuchtest laut deiner Flushdrawtabelle ungefähr 4:1 Odds.
      Wenn du jetzt berücksichtigst, dass du möglicherweise noch den restlichen Stack des Gegners gewinnen kannst am Turn, wenn du triffst, dann kannst du plötzlich doch sinnvoll callen.

      Aber auch grade in dem Beispiel erkennst du, dass die Odds Kalkulationen hier eigentlich nur ein grober Orientierungspunkt sind. Denn zusätzlich zu unserem Flushdraw haben wir noch 2 Overcards und den Nutflushdraw. D.h. die effektive Anzahl unserer Outs steigt extrem an und jetzt muss man den fliegenden Wechsel in die equitybasierte Denkweise durchführen (die in NL im wesentlichen relevant ist).

      Fixed Limit Holdem ist ein Drawinggame. Du kennst in jeder Situation den maximal nötigen Preis für einen Showdown. In NL hängt der maximal nötige Preis für einen Showdown auch vom Gegner, den effektiven Stacksizes etc. ab.

      Das bedeutet im Prinzip, dass du mehr darauf achten musst welche Range dein Gegner halten kann und ob die Möglichkeit auf zukünftigen Straßen Geld zu gewinnen ist gegeben ist. (z.b. kannst du von jemandem der 100BB im Stack hat mehr gewinnen als von jemandem der 50BB im Stack hat)


      Ich persönlich coache meinen Schülern schon von Anfang an ein relativ komplexen Ansatz. Das mag zwar grade am Anfang zu vielen Fehlern führen, aber die sind auf den Micros nicht teuer und vor allem werden sie mit vielen Situationen vertraut gemacht, die wir dann gemeinsam lösen.

      D.h. der Ansatz rockig zu spielen mag zwar funktionieren, aber für einen raschen Lernvorsprung ist der er in meinen Augen ziemlich kontraproduktiv.

      Wenn deine Gegner looser werden, spiele tighter; sind deine Gegner tight, spiele looser
      .

      Grade bei solchen Merksätzen muss man enorm aufpassen. Wenn meine Spieler loose UND schlechter spielen, dann versuche ich auch möglichst oft gegen sie zu spielen. Ich kann nämlich kontrollieren wann große Pötte gespielt werden.
      Grade so Merkregeln drängen den eigenen Denkprozess viel zu schnell zu starr in eine Richtung. Das ist natürlich gut für mich, weil solche Spieler neben Fischen relativ simpel auszuspielen sind, weil sie sich an ein relativ simpel aufgebautes Spiel halten.


      Wenn du also ein sehr stark mathematisch gestützes Spiel spielen willst 8in der man mit einfacher Mathematik direkt sehr viel erreichen kann), dann empfehle ich dir Fixed Limit zu spielen.

      Die Mathematik in NL kann aufgrund vieler Faktoren sehr kompliziert werden und ich persönlich bevorzuge eher intiutive Ansätze um NL Probleme zu lösen.