Offene Rechnungen - Rechtliche Schritte

    • Twirex
      Twirex
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 3.524
      Hey,

      folgendes:

      Mein Opa Vermietet ein kleines Wohnhäusschen, die Mieter sind jedoch bereits 8 Monate mit der Miete im Rückstand.

      Kündigen will er ihnen jedoch noch nicht ("die sind ja so arm dran & haben selbst einiges am haus gemacht" etc).


      Welche Schritte sollte man dennoch, ohne einen Anwalt einzuschalten, unternehmen, um bei einem späteren eventuellen Verfahren besser da zu stehen oder sonstige Vorteile zu bekommen?

      Mahnung (wohl nicht, da es eine feste Zahlfrist gibt und nach 2 Wochen automatisch Verzug eintritt?!) ? Mahnbescheid? etc ?



      Ich bin prozessrechtlich leider noch nicht sehr fit ;)

      herzlichen Dank
  • 13 Antworten
    • TheKami
      TheKami
      Global
      Dabei seit: 01.03.2009 Beiträge: 31.579
      Alte Menschen..
      Sorry, aber da hab ich wenig Verständnis für deinen Opa. ;)
      Er soll ihnen einfach eine Frist setzen für die Nachzahlung der Miete und ihnen sonst fristlos kündigen. Er muss zwar keine Frist setzen, aber es wäre natürlich humaner den Mietern gegenüber.

      Und wenn er ihnen nicht mit Kündigung droht, dann wüsste ich nicht, warum die Mieter die Miete jetzt bezahlen sollten, schließlich können sie in dem Haus ja für Umme leben.
      Übrigens auch die Verjährungsfristen beachten, irgendwann kann dein Opa die Miete nicht mehr einfordern.
    • Tezet
      Tezet
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      sehe ich ähnlich wie kami.
      Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre und fängt mit Ende des Jahres an, in dem der Anspruch entstanden ist.
    • pollox
      pollox
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 314
      kündigen und rechtliche schritte einleiten.
      kenn die mieter von deinem opa natürlich nicht persönlich, aber die meisten verstehen es einfach nicht anderes
    • nornof
      nornof
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 2.397
      Denke ein Mahnbescheid (bzw. anschließender Vollstreckungsbescheid) wäre durchaus sinnvoll. Wenn sie dagegen nichts unternehmen hält er schonmal einen Titel in den Händen.

      Die Kosten für ein Mahnverfahren sind auch einigermaßen überschaubar. Sofern das Verhältnis zwischen ihm und den Mietern dann irgendwann völlig aus dem Ruder laufen sollte könnte er ggfs. Mietrückstände im Wege der Zwangsvollstreckung geltend machen.
    • Paxmain
      Paxmain
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.059
      Normalerweise geht man so vor, dass alles was keine Miete zahlt auch raus muss, da ja der wirtschaftliche Schaden sehr hoch ist.

      Anscheinend hat der Opa die Mieter gern im Haus. Dass die Mieter noch Arbeiten am Haus erledigen ist untypisch für Mietnomaden (die richten normalerweise erheblichen Schaden an).

      Man könnte mit den Mietern sich zusammen setzen und eine Lösung finden. Es ist halt die Frage wie die finanzielle Lage aussieht. Sollten es Harz 4 bezieher sein, dann kann man mit dem Amt vereinbaren, dass die Miete direkt auf das Konto des vermieters eingeht. Dies kann der Mieter allerdings jederzeit wiederrufen, also Vorsicht.

      Am besten nimmt man den offenen Betrag und rechnet den geschätzten Wert der Instandhaltungsarbeiten des Mieters dagegen. Auf jeden Fall das Ergebnis per Unterschrift bestätigen lassen. Ebenfalls könnte ein Schuldnerberater durch die Mieter in Anspruch genommen werden.

      Haben die Mieter ein geregeltes Einkommen und sind zur Zeit in finanzieller Notlage? Dann wärs möglich einen Termin fest zu legen ab dem die Miete mit den Rückständen weiter bezahlt wird, sollte die Krise dann auch überstanden sein. Sollten die sich das Haus grundsätzlich nicht leisten können, dann ist es das Beste sich was bezahlbares zu suchen. Sonst wird das ein Fass ohne Boden.

      Vom Rechtlichen her

      alle vom Mieter geleisteten Arbeiten am Haus, die über die Pflichten eines Mieters hinaus gehen den Mietschulden gegenrechnen und sich dies bestätigen lassen. Dann hat man vor Gericht einen Streitpunkt weniger. Durch die Bestätigung hat man noch zusätzliche Sicherheit der Mietschulden.

      Ein Mahnbescheid holt den Gerichtsvollzieher ins Spiel, der holt sich dann nach abgeschlossenem Verfahren alles was pfändbar ist vom Mieter.

      Man muss dem Gericht nur vorlegen ab welchem Zeitpunkt keine Miete mehr bezahlt worden ist (Kontoauszug), die Höhe ist aus dem Mietvertrag ersichtlich. Sollte der Mieter behaupten, dass er die Miete z.B. in Bar bezahlt hat, dann muss er dies auch belegen.

      Jede Vereinbarung der Mietrückzahlung und bestätigung der Mietschulden kann nicht schaden, dürfte aber kein großer Vorteil sein.

      Achtung: die hinterlegte Mietkaution darf nicht mit den Mietschulden verrechnet werden.

      Großzügigkeit und Wohlwollen wird in solchen Fällen meist gnadenlos bestraft.
    • nornof
      nornof
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 2.397
      Original von Paxmain
      Jede Vereinbarung der Mietrückzahlung und bestätigung der Mietschulden kann nicht schaden, dürfte aber kein großer Vorteil sein.
      Naja eine solche Vereinbarung wird sich meist (bzw. lässt sich so ausgestalten) darauf auswirken, dass die Ansprüche nicht verjähren.
    • micha1100
      micha1100
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 1.860
      Original von Paxmain
      Ein Mahnbescheid holt den Gerichtsvollzieher ins Spiel, der holt sich dann nach abgeschlossenem Verfahren alles was pfändbar ist vom Mieter.
      Nicht ganz. Mit dem Mahnbescheid bzw. dem nachfolgenden Vollstreckungsbescheid beschafft man sich erstmal einen Titel. Ob und wann man danach einen Gerichtsvollzieher einschaltet, ist jedem freigestellt.

      Man muss dem Gericht nur vorlegen ab welchem Zeitpunkt keine Miete mehr bezahlt worden ist (Kontoauszug), die Höhe ist aus dem Mietvertrag ersichtlich.
      Vorlegen muß man nur den Mietvertrag. Ab wann keine Miete gezahlt wurde, wird einfach mitgeteilt.


      Achtung: die hinterlegte Mietkaution darf nicht mit den Mietschulden verrechnet werden.
      Nein, das gilt nur für Mieter. Vermieter können durchaus aufrechnen.
    • Twirex
      Twirex
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 3.524
      okay danke schonmal für die hilfe.

      update übrigens: die sollen jetzt doch raus.

      so whats my line?

      -> Mahnbescheid. das sollte ja np sein.

      dann?

      Räumungsklage kostet ja Unsummen. Gibts da auch andere Wege?
    • micha1100
      micha1100
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 1.860
      Ein Mahnbescheid hilft bei der Räumung nichts, dadurch wird nur de rZahlungsanspruch tituliert.
      Auf rechtlichem Wege bleibt nur die Räumungsklage (vorher natürlich fristlos kündigen, falls noch nicht geschehen). Bei den Kosten und der Dauer von Räumungsklagen wäre allerdings jede gütliche Einigung vorzuziehen.
    • Tezet
      Tezet
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      Wenn die Mieter nicht freiwillig verschwinden, dann gibts wohl nur die Räumungsklage. Wenn du die hast, dann gehts zum Gerichtsvollzieher. Gerichtsvollzieher arbeiten normalerweise erst gegen Vorschuss und Kosten eine ganze Stange Geld, da sie bei der Räumung Spedition etc gebrauchen.
      Daher ist zu überlegen, ob man den Gerichtsvollzieher nicht anweist, die Wohnung zu räumen, sondern ihm nur aufträgt, die Herausgabe der Wohnung zu vollstrecken. Im Folgenden macht man von seinem Vermieterpfandrecht an den vom Mieter eingebrachten Sachen gebrauch.
      Das reduziert die Kosten enorm, da der Gerichtsvollzieher keinen Vorschuss für den Abtransport der Möbel verlangen kann.
    • Harlekien
      Harlekien
      Bronze
      Dabei seit: 03.11.2010 Beiträge: 195
      Stimme hier bei einigen zu

      Wer keine Miete Zahlt Ünterschläg etwas

      je eher ihr die mieter rausbekommt desto besser.

      erst etliche abmahnungen
      Quasie ohen anwalt gericht und notar

      danach schnell den rechtlichen Schritte einleiten um Die Räumungs kosten und anwalts kosten klein zu halten

      viel erfolg

      ps.: gute rechtschutz kann auch helfen
    • domman40
      domman40
      Silber
      Dabei seit: 09.03.2006 Beiträge: 688
      Mit einem Mahn- und später Vollstreckungsbescheid kriegt man keine Mieter raus, da hilft nur eine Räumungsklage. Bei so hohen Mietrückständen dürfte es keine Probleme geben, aber es dauert halt...
    • micha1100
      micha1100
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 1.860
      Original von Harlekien
      erst etliche abmahnungen
      Quasie ohen anwalt gericht und notar

      danach schnell den rechtlichen Schritte einleiten um Die Räumungs kosten und anwalts kosten klein zu halten
      Abmahnungen braucht man bei Mietschulden nicht, es sei denn, die Gesamtumstände sind ausnahmsweise so, daß der Mieter damit rechnen konnte, auch bei Nichtzahlung der Miete nicht gekündigt zu werden.

      Wenn ein eindeutiger Mietvertrag existiert und die Mietrückstände unstreitig sind, braucht man eigentlich keinen Anwalt. Einfach beim für den Ort, in dem die Wohnung liegt, zuständigen Amtsgericht Räumungsklage einreichen, Anträge beispielsweise wie hier: http://www.datentransfer24.de/Raeumungsklage-Muster.html , Begründung ist dann nur: Seit [Datum] besteht Mietvertrag mit Monatsmiete ... € (Kopie Mietvertrag als Beweis beifügen), Miete wird nicht gezahlt seit ... .
      Das reicht in solchen offensichtlichen Fällen völlig aus und spart erhebliche Anwaltskosten. Die Gerichtskosten sind im Verhältnis zu den Anwaltskosten relativ gering. Ggf. kann man mit dem Mietvertrag auch direkt zum Amtsgericht gehen und dort sagen, daß man eine Räumungsklage erheben möchte, dann wird das dort in der Rechtsantragstelle aufgenommen, ohne daß man selbst eine Klageschrift verfassen muß.