Theorie pauken - wo sollte das Verhältnis am "Anfang" liegen?

    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Hallo Zusammen

      Obig genannte Frage stelle ich mir gerade. Ich bin ja erst vor ~2 Wochen von SNGs wieder auf CG NL BSS SH umgestiegen und da ich mir dort den Goldstatus erspielt habe liegt nun sozusagen reichlich ungelesener Content rum. Die Frage welche ich mir aber immer wie mehr stelle ist; wie sinnvoll ist es denn überhaupt am Anfang stur Theorie zu pauken?

      Auf der einen Seite denke ich mir:
      - Junge, was willst du spielen, da liegt Content rum......LESEN.....LERNEN!!! Sonst bist du ja nicht auf deinem *optimalstmöglichen derzeitigen Wissensstand*
      Andererseits denke ich:
      - Theorie ist ja schön....aber zum lernen gehört nunmal auch die Anwendung, willste wirklich 60 Artikel pauken und nur 3k Hände spielen?

      Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich diese Punkte ein bisschen gegenseitig blockieren, da ich in beiden Ansätzen eine gewisse Berechtigung sehe. Wie geht ihr mit solchen Situationen um welche quasi einen 'mental Zwiespalt' schaffen?

      Danke im Voraus für den Input ;)

      Grüsse
      R
  • 7 Antworten
    • SteveWarris
      SteveWarris
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2007 Beiträge: 5.802
      Würde sagen wenn du spielst, maximal 3 Tische spielen. Kurze Sessions von ca. ~1h machen und bei jeder Hand wo dir ein k.a. durch den Kopf schießt, die Hand in HEM markieren (damit man sie später schneller findet) machen und irgendjemanden damit nerven.
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Das sind gute Tipps aber...
      ... ich komme mit 4 Tischen gut zu recht
      ... habe vor den SNGs ja auch schon CG gespielt
      ... haben die Tipps keinerlei Bezug zu meiner Frage was das Theorie pauken angeht¿

      Das mit dem markieren mache ich längst so....lieber eine Hand zu viel als eine zu wenig ;)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      70% Theorie, 30% Praxis. ;)

      Aber die Grenzen sind ja fließend!

      Du findest hier Artikel, Kolumnen, Videos und Strategiethreads zu fast allen Themen.

      Wenn du mal Zeit hast und 1-2 Stunden spielst, fängt es mit einem Session-Review an.

      Während der Session markierst du Hände die für dich knappe Entscheidungen beinhalteten, nach der Session schaust du sie durch und die 4-5 fragwürdigsten lässt du in den Handbewertungsforen diskutieren.

      Wenn dabei immer gleiche Probleme auftreten (Preflop-Play, Blind-Defense, Drawing hands etc.) konzentrierst du dich auf das Thema und lernst dabei die Theorie (Kol./Art./Videos etc), um es direkt im Anschluß in der Praxis umzusetzen und wieder bewerten zu lassen.

      So kannst du Aspekt für Aspekt abarbeiten und kommst trotzdem zu ausreichender Praxis, die zudem noch immer unter deiner eigenen (Session-Review) sowie einer Fremd-Kontrolle (Handbewertungen) steht.

      So kannst du Stück für Stück weiter arbeiten.

      Und "nebenbei" kannst du dann mal allgemeine Videos anschauen, Artikel/Kolumnen zu speziellen Themen lesen oder selbst fremde Hände mitbewerten und diskutieren, das bringt auch eine Menge. ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Pauken ist das falsche Wort. Es geht ums Verständnis in meinen Augen. Es bringt dir recht wenig, wenn du irgendwelche Zahlen auswendig gelernt hast und Lines kennst, wenn du nicht verstanden hast was du da überhaupt gelernt hast.

      Ich habe das in der Uni gemerkt, dass viele meiner Mitstudenten für die Klausuren stupide Dinge auswendig gelernt haben und grade in den Transferaufgaben massiv versagt haben. Ich hab irgendwann angefangen Lernmethoden zu lernen, die nur noch auf Verständnis und Zusammenhängen erzeugen basieren.

      Es geht im Endeffekt im darum das du unbekannte Situationen im Spiel schnell erfassen und analysieren und vor allem lösen kannst und das schaffst du nicht, wenn du Spots nur auswendig lernst. (grade am Anfang ist es natürlich evtl. sinnvoll, dass du ein paar Basics auswendig kennst um überhaupt einen Ansatz zu haben - geht auch andersrum also übers experimentieren)
      Der Punkt ist aber das stupides runterrattern von Artikeln, Videos und Konzepten nichts bringt.
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Hallo MiiWiin & Ghostmaster

      Besten Dank für eure Antworten ;) .
      Ghostmaster; das Wort Pauken habe ich verwendet weil es gewissen Content gibt, welcher an sich nicht verfeinert wird, sondern neu angeeignet wird. Da es relativ viel offene 'Pendenzen' gibt, habe ich dieses Wort 'Pauken' gewählt und genau das was du bei deinen Mitstudenten bemerkt hast ist ja das was mich in den selbst zugegeben Zwiespalt gebracht hat.

      Ich will natürlich den Berg erklimmen und alle 100 Meter eine schweizer Fahne in den Boden stecken und nicht wissen, dass auf 3285 Meter der höchste Punkt ist. Weil ich mir eben durchaus bewusst bin, dass ich verstehen muss, kolidierte dies mit dem Spiel an sich - da ich eben wusste, dass es ncoh viel offenen Content gibt.

      Deshalb habe ich mich hier ja auch an erfahrenere Spieler gewandt um mich zu erkundigen was für ein Theorie/Praxis-Verhältnis vorgeschlagen wird. Ich will es ja nicht vorgekaut haben, sondern nur eine grobe Richtlinie haben, damit ich dann auch überprüfen kann wie sich das für mich in der Praxis bewährt ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Also ich spiel persönlich nicht professionell, sondern ungefähr 10 - 15h in der Woche. Es gibt allerdings auch Zeitpunkte in denen ich nicht spiele, sondern ausschliesslich mein Wissen erweitere. Es ist halt wichtig, dass du den Fokus nicht aus den Augen verlierst, weil es schnell (innerhalb weniger Monate) passieren kann, dass deine Gegner dich abhängen.

      Ich mein wenn du jetzt Microlimits spielst, dann sollte die Priorität auf dem Aufbai der Bankroll liegen und weniger auf der Theorie (die sollte man sich dann halt im Vorfeld aneignen), da du viel Volumen brauchst um auf die nötige Bankroll zu kommen. Sobald die Limits aber finanziell interessanter werden, werden deine Gegner auch schlagartig besser und der Fokus sollte stärker in der dauerhaften Verbesserung des Skills liegen.

      Ich habe am Anfang den Fehler gemacht und mir zuviel "unnützes" Wissen angeignet. Es ist halt wichtig, dass du selber erkennst was für dich notwendig ist (z.b. ist gezieltes regular exploiting für dich wichtig oder willst du dich erstmal an den unsoliden Spielern orientieren?).
      Nichts ist schlimmer als zu erkennen, dass die investierte Zeit in den letzten Stunden, Tage oder Wochen im Prinzip überflüssig waren.
      Natürlich kann man dieses "unnütze" Wissen später irgendwann mal wieder verwenden, aber ob man davon einen Vorteil hat weiss ich ehrlich gesagt nicht.
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Danke, genau sowas meinte ich Ghostmaster! :)