Angst nach Winningsession?

    • schnuffelchen88
      schnuffelchen88
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2009 Beiträge: 43
      Hey Leute,

      ich hab folgendes Problem:
      Ich spiele seit ca 1/2 Jahr FL SH und hab mich von 0.10/0.20 auf 0.50/1$ hochgearbeitet (br ca 1,3K atm). Ich spiele definitiv nicht auf scared-money wenn ich am verlieren bin, tilte selten und wenn ich mal 100 bb in ner Session verliere, höre ich auf und spiel erst am nächsten Tag wieder. Ich mach mir dann auch keinen Druck o.ä.
      ABER: Wenn ich am gewinne bin, fällt es mir auch recht schwer weiter zu spielen. Ich hör dann nach 70-80 BB auf und spiele dann erst am nächsten Tag wieder, obwohl ich gut runne und nur 300 Hände gespielt hab (beispielsweise).
      Irgendwie total komisch, irgendwas ist da in meinem Kopf was mir sagt: "Hör auf, du hast genug gewonnen, sonst verlierst du gleich wieder alles"
      Kann daran liegen dass ich in der Vergangenheit 3-4 heftige Downswings hatte (300-600BB). Komischerweise kann ich dann aber nach dem Downswing solange am Tag grinden bis der Arzt kommt, bis ich dann das Down überwunden hab.

      Beispiel heute: hab im Moment den FDB bei FTP am laufen (60$ cleared atm) und hab mir fest als Ziel gesetzt, 500 FTPunkte täglich zu erspielen. Es sind heute aber nur 200 geworden, weil ich ca 60$ up bin. Sitze jetzt hier und gammle im Forum, obwohl ich die Zeit hätte noch 2-3 Stunden zu spielen.

      Bin für jeden Rat dankbar
      Lena
  • 14 Antworten
    • Gustl55
      Gustl55
      Silber
      Dabei seit: 03.02.2008 Beiträge: 775
      Hi Lena,
      also mach Dir einfach klar: Wenn du fit bist, nicht müde und konzentriert, fokussiert spielst, und Fische an den Tischen hast, hast du offenbar eine Edge. Siehst du ja daran, dann du aufgestiegen bist. Dann solltest du auf jeden fall weiter spielen, weil du gerade während einer erfolgreichen session wohl dein bestes poker spielst. Das solltest du dir klar machen. losses chasen ist meistens begleitet von kleinen fehlern aus ungeduld usw.
      btw ich als nl-spieler schmunzle bei deinen "swings" von paar 100 bb...
      Versuche dich von den tageswinnings zu verabschieden als kriterium, sondern spiele wenn du dich gut fühlst und du fische findest. wirst sehen, das wirkt sich pos. auf die br aus.
      Alles Gute!
    • schnuffelchen88
      schnuffelchen88
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2009 Beiträge: 43
      Original von Gustl55
      btw ich als nl-spieler schmunzle bei deinen "swings" von paar 100 bb...
      hehe, als NL-Spieler würd ich das auch ;)

      Versuche dich von den tageswinnings zu verabschieden als kriterium, sondern spiele wenn du dich gut fühlst und du fische findest.
      Was mir noch eingefallen ist: Irgendwie MUSS ich immer meinen Cashier im Hintergrund laufen haben, ich muss zwangshaft sehen, ob ich gewinne oder verliere. Auf mein Game scheint es sich imo nicht auszuwirken, bin eigentlich recht solide Gewinnerin mit ca 1,5 BB/100h. Aber trotzdem irgendwie doof. Hab mir schon sämtliche Artikel zu diesem Thema (Mindset, scared-money) durchgelesen, aber irgendwie kann ich nicht die Finger vom Cashier lassen.
      Habs mal krampfhaft versucht, aber spätestens nach ner 2 Std Session musste ich draufgucken. SICK!!!

      Alles Gute!
      Danke ;)
    • Gustl55
      Gustl55
      Silber
      Dabei seit: 03.02.2008 Beiträge: 775
      Was mir noch einfällt: Schau in den Foren, dass Du Kontakt mit anderen Spielern deiner variante bekommst, wenigstens per Skype, besser sogar aus deiner gegend. die sollten halt mindestens genauso gut sein wie du. und dann zusammen zocken, das hilft bei solchen etwas irrationalen geschichten. habe mir während eines krassen downs öfter unterstützung von highstakes-spieler geholt, um zu prüfen, ob ich noch gut spiele. is zwar ein anderes problem, aber kann ich nur empfehlen. hilft bei objektivem vorgehen. dann würdest du ja nicht sagen ich muss jetz aufhören, weil ich gewonnen habe... oder?
      Gl
    • Sim87
      Sim87
      Black
      Dabei seit: 29.10.2006 Beiträge: 8.703
      das problem liegt im spielmotiv. wenn deine "geistige aufgabe" darin liegt, gewinn zu machen, ist es klar, dass du nach 70BB up o.Ä. aufhörst und bei downs lange durchgrindest.

      das motiv sollte aber einfach sein, EV zu erwirtschaften. dabei ists egal ob du up oder down gehst, solang du gut spielst erfüllst du die aufgabe auch. quitten solltest du dann, sobald du schlecht spielst und damit keinen oder negativen EV produzierst.

      und auf den cashier zu schauen istn leak. egal wie das ergebnis aussieht, es wird dein spiel immer auf negative weise beeinflussen und lenkt dich vom eigentlichen ziel ab.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Hi schnuffelchen88,

      ich denke, meine Vorredner haben den Kern des Problems erfasst, insbesondere Sim87s Beitrag lässt kaum Platz für Ergänzungen. Mir bleibt daher eigentlich nur die Bestätigung, dass Du das Motiv Deines Handelns überdenken musst: Solange Du den Fokus nicht darauf legst gute Entscheidungen zu treffen sondern Gewinn zu machen, wirst Du Dein "Cashier-Leak" auch nicht los.

      Zu einem guten Mindset gehört IMMER auch der Fokus auf den EV und nicht auf das Ergebnis.

      Da es sich hier zweifelsohne um eine Frage des Selbstmanagements handelt, habe ich den Thread in das Subforum "Selbstmanagement und Gegnerpsychologie" verschoben.


      Gruß,
      michimanni
    • violin89
      violin89
      Gold
      Dabei seit: 29.05.2007 Beiträge: 6.341
      Original von michimanni
      Hi schnuffelchen88,

      ich denke, meine Vorredner haben den Kern des Problems erfasst, insbesondere Sim87s Beitrag lässt kaum Platz für Ergänzungen. Mir bleibt daher eigentlich nur die Bestätigung, dass Du das Motiv Deines Handelns überdenken musst: Solange Du den Fokus nicht darauf legst gute Entscheidungen zu treffen sondern Gewinn zu machen, wirst Du Dein "Cashier-Leak" auch nicht los.

      Zu einem guten Mindset gehört IMMER auch der Fokus auf den EV und nicht auf das Ergebnis.

      Da es sich hier zweifelsohne um eine Frage des Selbstmanagements handelt, habe ich den Thread in das Subforum "Selbstmanagement und Gegnerpsychologie" verschoben.


      Gruß,
      michimanni
      ###
      exakt

      hab früher dasselbe Problem gehabt mit dem Cashier bzw. zwischendurch gucken wieviel up/down, es reizt einen auch in gewisser Weise wenns einem INGAME ums Geld geht, wenn man allerdings das ausblendet und fokussiert auf das Game/Gegner/Entscheidungen ist, passiert dies nicht.

      gl dass du das in den Griff bekommst ;)
    • Najs2009
      Najs2009
      Bronze
      Dabei seit: 10.06.2009 Beiträge: 670
      Original von Sim87
      das problem liegt im spielmotiv. wenn deine "geistige aufgabe" darin liegt, gewinn zu machen, ist es klar, dass du nach 70BB up o.Ä. aufhörst und bei downs lange durchgrindest.

      das motiv sollte aber einfach sein, EV zu erwirtschaften. dabei ists egal ob du up oder down gehst, solang du gut spielst erfüllst du die aufgabe auch. quitten solltest du dann, sobald du schlecht spielst und damit keinen oder negativen EV produzierst.

      und auf den cashier zu schauen istn leak. egal wie das ergebnis aussieht, es wird dein spiel immer auf negative weise beeinflussen und lenkt dich vom eigentlichen ziel ab.
      Den gleichen Gedanken hatte ich auch als ich deinen Post gelesen hatte.
      Einfach nicht mehr zwischendurch nach dem Geld schauen, du merkst doch
      beim spielen ob du gut spielst und die richtigen Entscheidungen triffst oder
      eben nicht. Nur davon solltest du Abhängig machen wie lang du spielst.

      Ein weiterer Nebeneffekt der bei mir ab und zu auftritt ist, dass man sich am
      Ende der Session viel mehr freut weil man doch mehr Gewinn gemacht hat
      als man gedacht hätte. Wenn man verliert ist das auch einfacher zu
      verkraften da man ja weiß das man wirklich sein bestes Spiel gezeigt hat. :f_p:
    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 7.987
      Original von Gustl55
      Hi Lena,
      also mach Dir einfach klar: Wenn du fit bist, nicht müde und konzentriert, fokussiert spielst, und Fische an den Tischen hast, hast du offenbar eine Edge. Siehst du ja daran, dann du aufgestiegen bist. Dann solltest du auf jeden fall weiter spielen, weil du gerade während einer erfolgreichen session wohl dein bestes poker spielst. Das solltest du dir klar machen. losses chasen ist meistens begleitet von kleinen fehlern aus ungeduld usw.
      btw ich als nl-spieler schmunzle bei deinen "swings" von paar 100 bb...
      Versuche dich von den tageswinnings zu verabschieden als kriterium, sondern spiele wenn du dich gut fühlst und du fische findest. wirst sehen, das wirkt sich pos. auf die br aus.
      Alles Gute!
      600bb ist NL ist nicht das Gleiche wie 600BB in FL. 600BB in FL ist hart und tut weh, ich fühle mit dir!
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Original von Gustl55

      btw ich als nl-spieler schmunzle bei deinen "swings" von paar 100 bb...


      Original von MyLady17


      600bb ist NL ist nicht das Gleiche wie 600BB in FL. 600BB in FL ist hart und tut weh, ich fühle mit dir!
      So ist es, weil du den Verlust in Beziehung zu deiner Bankroll setzen musst. Während du bei NL in Stacks (zu normalerweise 100 big blinds bzw. 50 PTBB) denkst, ist im FL eben die Big Bet das Maß aller Dinge.

      Aber wir wollen uns nicht streiten, wo herbe Verluste mehr weh tun. Wahr ist und bleibt, dass sich auf lange Sicht ein Vorsprung an spieltechnischen und mentalen Skills durchsetzt. Dazu auch von mir: viel Erfolg!

      wespetrev
    • schnuffelchen88
      schnuffelchen88
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2009 Beiträge: 43
      danke für eure posts.

      werd mich jetzt mal mehr auf das "cashier-leak" fokussieren und erorieren (was fürn wort^^)

      mal sehen obs klappt, ist aber mittelfristig mein ziel.
      danke
    • baschtiii
      baschtiii
      Bronze
      Dabei seit: 12.12.2009 Beiträge: 576
      Was haltet Ihr von diesem Buch:

      http://www.amazon.de/Das-Poker-Mindset-Ian-Tylor/dp/3940758051

      oder gibt es evtl was besser bzw. lohnt sich so ein Buch erst garnicht ?
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Moin baschtiii,

      wespetrev hat sich mal hier zu dem Buch geäußert.


      Gruß,
      michimanni
    • ameisenmann
      ameisenmann
      Bronze
      Dabei seit: 01.12.2007 Beiträge: 2.787
      Habe auch das Problem, dass ich oft Gewinne absichern will und früh aufhöre.
      Ich merke aber, dass ich nach einem Stack up änsglicher und zu passiv spiele. Evtl. gebe ich Pötte zu leicht auf oder verpasse value bets aus angst vor raises. auch ärgere ich mich dann über verlorene pötte mehr, weil das meinen gewinn schmälert, der mir ja zusteht :rolleyes: Die Gefahr für Tilt ist dann schon höher.
      Ich kann dann nicht mehr mein A-Game liefern, weshalb ich lieber aufhöre...
      Nur auf den EV zu achten, ist ein guter Merksatz, den ich in Zukunft beherzigen werde.

      Nicht mehr im HEM auf meinen Stand in der Session zu gucken hilft auch etwas. Wenn ich weiß, ich bin ca. break even oder leicht up/down, spiele ich komischer weise am besten.
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo Leute,

      Irgendwie drängt es mich, an dieser Stelle noch etwas Grundsätzliches einfügen.

      Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut

      Das klingt wieder wie so eine altväterliche Schulweisheit. Aber die Sprüche der alten Opas müssen ja nicht von vorn herein falsch sein. Was meine ich damit?

      Kein Mensch käme auf die Idee, dass ein Anfänger gleich die Theorie eines Squeeze Play im NL oder von mir aus eines Raise for free Showdown im FL beherrschen und anwenden muss. Ich habe bewusst zwei Beispiele gewählt, die nach meiner Einschätzung durchaus zum Basis-Werkzeug in den Low Stakes gehören sollten, aber eben nicht in den kleinsten Micros.

      Nur wenn es um das Poker Mindset geht, meint jeder, dass das Durchlesen eines Strategieartikels oder eines Buchs genügt. Dabei ist der Weg vom Lesen über das Verstehen bis hin zum Überzeugtsein und Verinnerlichen sehr weit.

      Ihr wisst doch, dass es eine Sache ist, von einem Downswing zu lesen, und eine andere, darin zu stecken.

      Ein stabiles Poker Mindset muss man sich erarbeiten. Man kann sich auf eine kritische Situation vielleicht vorbereiten. Aber man kann ihr nicht immer ausweichen. Jede Krise, die ihr annehmt, statt ihr auszuweichen, sie durchsteht und bewältigt, macht euch stärker. Das ist an den Pokertischen nicht anders als im sonstigen Leben.

      Deshalb rate ich euch einerseits zur Geduld mit euch selbst. Und andererseits zur Entschlossenheit an euch zu arbeiten. Genau so, wie ihr auch an eurer Spieltechnik arbeitet.

      Viel Erfolg dabei!

      wespetrev