DJElas - Turnier-Tagebuch

    • DJElas
      DJElas
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2005 Beiträge: 131
      Nachdem es in der letzten Zeit nicht so gut lief mit meiner Bankrol, ahbe ich mich entschlossen heute einmal ein Turnier zu spielen, natürlich Freeroll.

      Vorausschicken muß ich noch, daß ich bisher immer Limit gespielt habe, und wenig bis keine Ahnung von den No-Limits Betting-Sequenzen habe. Aber da ich aus anderen gründen heute einen Tag Urlaub habe, wollte ich den nicht ungenutzt verstreichen lassen :)

      Was bei uns vormittag ist, ist jenseits des Teiches spät in der Nacht. So hatte ich mir zumindest als Hauptziel gesetzt, unter die verschlafenen 500 zu kommen, bei 4500 Spielern.

      Es ging gleich ganz gut los, die erste Hand war KK, und da sofort einer All-In ging, habe ich das gecallt, und gewonnen. Mit doppelt soviel Chips wie alle anderen war ich ganz kurz Chipleader des Tournaments (Yeah!) und konnte es etwas ruhiger angehen. In der Folge kamen die üblichen Folds und zum Ende des ersten Levels lag ich am Tisch noch an 2. Stelle.
      Danach wurde ich 2x an andere Tische verfrachtet und nach einem verlorenen All-In (TT gegen JJ) kam ich immer mehr unter Druck. Der Großteil der Gegner hatte inzwischen 4x soviel Chips und die leichten Erhöhungen preflop kosteten mich immer mehr, sofern ich callen konnte/durfte/mußte (22, 33, KJs ...).

      Im 5. Level konnte ich mich nochmal etwas erholen, als ich mit 55 wieder All-In ging, und 2 Spieler dies callten, und am Turn eine 5 kam. Aber nach einer weiteren Tischverfrachtung im 6. Level, hatte ich mehrere Spieler mit über 80000 Chips gegen mich, während ich nur 5000 vor mir liegen hatte.
      Ein weiteres All-In mit 66 postflop (Flop 2,8,9) bescherte mein Aus, da jemand eine 8 hatte, und sogar eine weitere am River kam.

      Ich beendete die Sache nach 90 Minuten Spielzeit als 483., also knapp innerhalb meines gesetzten Ziels.

      Insgesamt fand ich es als interessante Erfahrung und ich hätte gerne gleich das nächste gespielt, aber PP ist da nicht sehr Europa-freundlich. Das nächste Freeroll Turnier startet erst um 23 Uhr MEZ, dann allerdings alle 30 Minuten eines.

      Ich werde mal das Forum durchforsten nach Infos über Turnier, bzw. No-Limit Spielweisen und bei nächster Gelegenheit wieder mal spielen.

      I'll keep you posted. :D
  • 11 Antworten
    • Erzwolf
      Erzwolf
      Bronze
      Dabei seit: 25.01.2006 Beiträge: 2.470
      IM NL-Turnier-Forum gibt es einen netten Artikel von Korn zur Spielweise bei Turnieren. Musste angezeigte Beiträge auf alle stellen und dann auf der letzten oder vorletzten Seite. Damit ist man schon recht gut gerüstet.
    • DJElas
      DJElas
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2005 Beiträge: 131
      Meintest Du diesen? Korn's little Tourney Guide

      Den habe ich eben durchgelesen, sind ja nur ein paar Zeilen.
      Im Vergleich zum Artikel habe ich viel zu viele Hände gespielt :-)

      Da ich momentan 'nur' Freeroll spiele, ist es aber nicht schlimm, wenn ich rausfalle.
      In dem Artikel fehlen mir ein wenig die Richtlinien, wie man sich verhalten muß, wenn der eigene Chipstapel sehr groß ist (Druck ausüben), oder wie bei mir, wenn er schrumpft. So oft kommen die Monsterhände nun mal nicht, und wenn einem wegen des Drucks der anderen und der Blinds langsam die Chips ausgehen.
      Slow-Play postflop muß ich auch noch lernen. Zumindest bevor ich harte Dollars für ein Tourney investiere.

      Aber Rotterdam wurde auch nicht an einem Tag erbaut (oder war das Rom?) :D
    • DJElas
      DJElas
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2005 Beiträge: 131
      Heute war mein 2. Feeroll-Turnier.

      Die ersten 4 Level spielte ich an einem 10er Tisch Heads-Up mit dem einzigen anderen Spieler, der am Tisch saß. Leider saß dieser genau einen Platz nach mir.
      Es ging Runde um Runde eigentlich nur, wer sich mit Raise die Blinds holt, und da hatte er den Vorteil, abwarten zu können, ob ich folde. Trotzdem konnte ich durch aggressive Spielweise (und vielleicht bessere Karten), jedoch weit jenseits des SHC viel abkassieren. Denn er glaubte mir meine Raises nicht immer, doch fast immer hatte ich dann doch die besseren Karten
      ich habe keine Ahnung ob mein Spiel in dieser Situation richtig war :rolleyes:

      Ich kam im 5. Level, als alle nicht vorhandenen Spieler ihre Chips bei den Blinds verloren hatten, mit 25k an einen neuen Tisch. Bevor ich umschaltete, daß da mehr als nur ein gegner sitzt, hatte ich schon meine erste schlechte Hand geraised. Mit 2Pair gegen AA konnte ich nochmal 10k Chips dazu tun und hate damit ein ruhiges Polster, das ich so nach und nach auf 45k ausbauen konnte.

      Der kommende Tisch war wesentlich tighter und ich agierte wesentlich vorsichtiger. Eine Pocket3 mit Treffer am Flop hatte es mir angetan und ich bettete 5k, doch dummerweise kam ein Raise. Es lagen nur niedrige Werte am Tisch, und ich hoffte, die Caller zu verscheuchen. Als mein Call auch noch von einem dritten gecallt wurde kam ich ins grübeln. Doch da lagen plötzlich über 30k Chips im Pot. Mit meinen All-In konnte ich zwar gegen den Raiser gewinnen, denn der hatte nur AA, aber der nach mir schlug mich mit Trip7.
      Vermutlich war der All-In mit Trip3 gegen 2 Spieler nicht korrekt. Aber egal, der Pot war groß und schließlich übe ich ja noch :)

      Abgeschlossen habe ich diesmal als 485., also fast gleich wie beim ersten Mal. Ich hatte zwar den Eindruck, durch das NL-Coaching gestern abend etwas dazugelernt zu haben, aber offenbar nicht genug, um mich zu verbessern.
    • EddieNewman
      EddieNewman
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 490
      Sehr wichtig, meiner Meinung nach, ist es, seine Einsätze an die Größe des Potts anzupassen. Man sollte auf keinen Fall anfangs den Pott overbetten, das heißt mit mittelmäßig bis mittelguten Karten all in gehen oder ähnlicher Kram (Ausnahmen gibts immer). Potsized bet ist immer ein gutes Mittel zu zeigen, dass man was ordentliches hat. Ein Drittel oder die Hälfte vom Pott, wenn man was hat, was zwar nett ist, aber glaubt, jemand hinter einem könnte leicht was besseres haben. Minimum bets sind schlecht, weil man schwachen Draws so die Odds gibt, zu callen und es allgemein schwächeren Händen ermöglicht, günstig einen effektiven Reraise zu starten, gegen den man dann ins Grübeln geraten muss. Check/call ist, außer in slowplaying situationen, eigentlich immer schlecht, weil die Folge davon ist, dass Gegner im Grunde mit allem betten können.
      Deshalb ist Check/Fold auch oft die falsche Wahl, zumindest solange man auch nur irgendetwas vorzuweisen hat. Man muss Betten benutzen, um Informationen über das gegnerische Blatt zu erlangen.

      Eine andere wichtige Sache ist, dass man als large stack möglichst versuchen sollte, sich die kleineren Stacks vorzunehmen. Man möchte nicht gegen andere große Stacks spielen - es sei denn, es ist früh im Turnier und man hat gut beobachten können, dass die large stacks nur large sind, weil sie mit schlechten Calls und abartigem Glück verdoppelt oder -dreifacht haben.

      Weiter sollte man, sobald man einen großen Stack hat oder gar Chipleader ist, nicht auf einmal anfangen, übertrieben loose zu spielen. Man kann viel mehr Druck entwickeln, wenn man überlegt und stark seine erfolgversprechenden Hände spielt, als wenn man mit schwachen Händen den Flop anguckt, weil man es sich ja eh leisten kann.

      Zu guter Letzt - wenn das auch bei Freerolls nicht übertrieben wichtig oder ratsam ist - sollte man sein Spiel variieren. Hin und wieder bluffen, mit mittelmäßigen Startkarten raisen, AA oder KK nur callen bzw. sanft raisen, usw. Das macht sich meiner Erfahrung nach oft bezahlt.

      Ganz abgesehen davon: Man braucht ne gehörige Portion Glück, um in einem MTT am Final Table zu landen, vor allem bei denjenigen, die weit über 2000 Teilnehmer haben. Meine besten Ergebnisse waren 28. (von ca 2000) in einem PS-speed $0.30 MTT, 52. (von 3500) in nem $1 PP-MTT, 110. in einem von deinen Freerolls und (gestern nacht) 1. (von ca 3000) bei nem WSOP-Qualifier Freeroll. Vor allem im letzten hatte ich ne Menge Glück mit meinen Draws.

      Viel Glück also.
      Eddie
    • DJElas
      DJElas
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2005 Beiträge: 131
      Original von EddieNewman

      Weiter sollte man, sobald man einen großen Stack hat oder gar Chipleader ist, nicht auf einmal anfangen, übertrieben loose zu spielen.

      Viel Glück also.
      Eddie
      Im allgemeinen hast Du sicher recht, aber was tut man im meinen Fall mit dem Quasi-Heads-Up.
      Der Spieler hat sich logischerweise jedesmal die Blinds der anderen 8 Spieler geholt, wenn ich gefoldet habe. Wenn ich nur mit guten Karten mitgehe, also bei etwa 30%, holt er sich 70 %, egal was für Karten er hat.

      Auch wenn es natürlich ein Unding ist, wenn 8 von 10 Leuten am Tisch gar nicht am Tisch sitzen, wie spielt man das, wenn man zudem immer out of Position ist?
    • EddieNewman
      EddieNewman
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 490
      Hab ja nur vom Allgemeinen geredet. :)
      Solche Fälle wie deiner kommen in Freerolls oft vor. Kommt bei mir drauf an, ob ich es mit dem übriggebliebenen aufnehmen will oder kann (oder glaube es zu können). Viele werden in solchen Situationen übertrieben aggressiv, und gegen die erspare ich es mir des öfteren, wirklich hart zu spielen, weil mir das zu gefährlich ist.
    • DJElas
      DJElas
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2005 Beiträge: 131
      Heute vormittag nun das 3. Turnier, das dem 2. sehr ähnlich war.
      Denn wieder mußte ich die ersten 4. Levels im Heads-Up out of position spielen (wäre schön, wenn mir ein Fachmann erklären könnte, wie man das spielt). Auch wenn ich es nicht weiß, aber so wie der andere spielt man es sicher nicht, :-) Jeden 2. Raise von mir checken, und dann am Flop mit Nichts bis zum River spielen. Auf alle Fälle hatte ich bald alle seine Chips, und bekam an seiner Stelle einen neuen Heads-Up Gegner. Ich konnte auch viel Raisen, weil die Karten ganz gut waren.

      Aber diese Glück hat mich dann verlassen. Nachdem die Nicht-Mitspieler alle weg waren, und der Tisch aufgefüllt wurde, hatte ich zwar knapp 60.000 Chips aber kein Kartenglück mehr. Eine ganze Stunde kam nichts mehr, kein hohes Pocket Pair, kein Flush und nur eine einzige Straight - und das war dann auch noch ein Split-Pot.

      Meine Bankroll verringerte sich in dem Maße wie die Blinds stiegen. Mein letztes Spiel im Big Blind (=2000 Chips) mußte ich mit QTs All-In gehen, da ich nicht mal mehr genügend Chips für den anschließenden SB gehabt hätte, und verlor gegen ein höheres Paar.

      Ein spannender Zeitvertreib, bei dem ich feststellen mußte, daß ich eigentlich immer noch keine Ahnung habe, wie man NL gegen gleichwertige Gegner spielt - ganz zu schweigen von den Besseren :)

      Der einzige Trost heute war, daß ich wesentlich weiter kam, und auf Platz 160 sogar den riesigen Gewinn von $ 0,40 einstreichen konnte. :D
    • DJElas
      DJElas
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2005 Beiträge: 131
      Heute war mein 5. Turnier und mein zweites auf PS. Der Bericht des 4. mußte leider ausfallen mangels Forumszugriff.

      Auf PS sind die Spieler beim Freeroll-Turnier wesentlich tighter als bei PP. Hier sind von Anfang an 10 Spieler am Tisch, die sehr schnell folden, wenn man preflop mehr als die Blinds raised.
      An sich gibts beim Turnier nicht zu gewinnen, außer einen Platz bei der wöchentlichen 2. Runde. Erst dort werden 1.000 Dollar verteilt. Diesen Platz bekommen die ersten 27 von den etwa 5.000 Angemeldeten.

      Klar, daß da viele Fische dabei sind, aber weit weniger extrem wie bei PP, wo (wenn mal 10 Leute aktiv sind) jede dritte Hand ein All-In kommt. Aber auch hier waren am ersten Tisch 2 Leute, die offenbar wenig Lust hatten, und ihr gesamtes Kapital gleich weitergegeben haben. Auch wenn damit gleich zu Anfang 2 am Tisch doppelt so viele Chips hatten, ging es danach fast in Limit-Manier weiter. Insofern war es für mich auch nicht schwer, mittels SHC ein wenig plus zu machen, vor allem, weil man am River seine Hand mit großen Einsätzen sehr effektiv verteidigen kann. Schon bei 3 Big Bets Einsatz foldeten alle.

      Im Gegensatz zu meinen Limit-Spielen auf PP, wo ich mich manchmal aus Verzweiflung am River ertränken möchte, weil 3 Flushes hintereinander verloren gehen wegen Fullhouse, kamen heute im Turnier keine derartigen Gefühle hoch. Sollte ich das Kartenglück nennen?

      Es lief und lief und lief, und mein Chipstapel wuchs.
      Als nach 2 Stunden Spielzeit die Maniacs rausgefolgen waren, nur nur noch etwa 2000 Spieler im Turnier waren, durfte ich mich durch 2 gecallte All-Ins als Chipleader am Tisch bezeichnen und konnte so Druck auf die anderen. Da preflop nach wie vor grundsätzlich nur den SB gecallt wurde, konnte ich bei fast jeder Hand den Flop anschauen, und entweder folden oder gut verteidigen, wenn ich mein A oder K oder Q getroffen habe. Danach war etwas Zeit, das ganze wieder ruhiger anzugehen, und wieder streng nach SHC spielen.

      Inwischen hatte ich fast 200k Chips und damit ein großes Polster. Die Zeit verging, und meine Standardmarke "Platz 500" war auch erreicht, ohne daß ich wie in den 4 vergangenen Turnieren kurz vor dem Ende stand. Also durchatmen, in der 5 Minuten Pause schnell ein Frühstück zubereiten und weiter auf Chip-Jagd gehen. Dann war die 200er Grenze erreicht, und aus der reinen ßbungseinheit sah ich die Qualifikation in weiter Ferne auftauchen.

      Jetzt war das Ziel, die Spieler mit wenig Chips herauszufordern und vom Tisch zu nehmen. Leider hatte das der 2. am Tisch nicht so ganz verstanden und griff mich immer wieder mit überhöhten Einsätzen an, was die Kleinen zum Folden veranlasste.
      Also raiste ich nur noch wenn er (vor mir) foldete, damit wir uns nicht in die Quere kamen. Die ganz Kleinen waren aber doch dann bald veschwunden, und noch noch 100 Leute im Turnier. Mehrere versuchten ihren Chipstand einfach auszusitzen, was nicht immer klappte, weil auch die anderen sehr rückhaltend spielten, um nicht durch Pech aus dem greifbaren Rängen herauszufallen. Der zweite Chip-starke Spieler am Tisch nervte noch einige Zeit, doch mit etwas Glück konnte ich die Hälfte seines Guthabens auf meine Seite ziehen. Damit war ich der Drittplazierte im Turnier und ich lehnte mich jetzt wirklich zurück. Ich hat rein gar nicht und viel auf Platz 15 zurück.

      Aber nach 5 Stunden war es geschafft, und der 28. aus dem Turnier geflogen - die ßbriggebliebenen waren qualifiziert.
      Der Rest war nicht mehr aus dem Lehrbuch, alle wollten es zu Ende bringen und warfen in Geld in die Tischmitte. An 14. Stelle war ich dann dran, mit 2 Königen meinen Einsatz gegen AA zur Verfügung zu stellen.
      Aber egal - Sonntag abend ist das Folge-Turnier, und ich hoffe, daß ich danach genauso viel und positiv schreiben kann.
    • bahmrockk
      bahmrockk
      Bronze
      Dabei seit: 10.09.2005 Beiträge: 6.769
      @DJElas nur mal so: Am River ist es fuer Protection zu spaet *g*
      Viel Glueck aber auf jedenfall bei den 1k $ :)


      tschuessi,
      georg
    • DJElas
      DJElas
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2005 Beiträge: 131
      Original von bahmrockk
      @DJElas nur mal so: Am River ist es fuer Protection zu spaet *g*

      tschuessi,
      georg
      Eigentlich ja.
      Aber an diesem Tisch war 90 % der Action erst am River. Bei jeder Action vorher wurde gefoldet. Also mußte ich, um die Leute am Tisch zu halten, wie alle anderen bis zum River callen. Natürlich nur mit einer starken Hand. Bei schwachen Händen gab es am Flop eine satte Erhöhung und ich hatte die Einsätze.. bis auf die 10 % wo jemand am Flop die Nuts hatte, dann kam das unvermeidliche All-In. Aber die zu callen, überließ ich den anderen. ;)

      Natürlich weiß ich, daß das so normalerweise nicht funktioniert. Aber hier ging's. :D

      Das Ganze soll auch 'nur' (m)ein Erlebnisbericht sein und keine Anleitung für gutes, erfolgreiches Turnier-Spielen. Dafür wäre ich eh zu unerfahren und nicht gut genug. Ich bin mir auch sehr sicher, daß jenseits der Freeroll Turniere nicht so gespielt wird. :rolleyes:
    • EddieNewman
      EddieNewman
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 490
      Original von DJElas
      Heute vormittag nun das 3. Turnier, das dem 2. sehr ähnlich war.
      Denn wieder mußte ich die ersten 4. Levels im Heads-Up out of position spielen (wäre schön, wenn mir ein Fachmann erklären könnte, wie man das spielt). Auch wenn ich es nicht weiß, aber so wie der andere spielt man es sicher nicht, :-) Jeden 2. Raise von mir checken, und dann am Flop mit Nichts bis zum River spielen. Auf alle Fälle hatte ich bald alle seine Chips, und bekam an seiner Stelle einen neuen Heads-Up Gegner. Ich konnte auch viel Raisen, weil die Karten ganz gut waren.

      Aber diese Glück hat mich dann verlassen. Nachdem die Nicht-Mitspieler alle weg waren, und der Tisch aufgefüllt wurde, hatte ich zwar knapp 60.000 Chips aber kein Kartenglück mehr. Eine ganze Stunde kam nichts mehr, kein hohes Pocket Pair, kein Flush und nur eine einzige Straight - und das war dann auch noch ein Split-Pot.

      Meine Bankroll verringerte sich in dem Maße wie die Blinds stiegen. Mein letztes Spiel im Big Blind (=2000 Chips) mußte ich mit QTs All-In gehen, da ich nicht mal mehr genügend Chips für den anschließenden SB gehabt hätte, und verlor gegen ein höheres Paar.

      Ein spannender Zeitvertreib, bei dem ich feststellen mußte, daß ich eigentlich immer noch keine Ahnung habe, wie man NL gegen gleichwertige Gegner spielt - ganz zu schweigen von den Besseren :)

      Der einzige Trost heute war, daß ich wesentlich weiter kam, und auf Platz 160 sogar den riesigen Gewinn von $ 0,40 einstreichen konnte. :D

      Das Geheimnis, sobald die Blinds wirklich proportional zu den Stacks ordentlich hoch werden, ist Aggressivität auch mit mäßigen Händen, vor allem, wenn man mehr Chips hat und die Shortstacks kurz davor sind, ins Preisgeld zu kommen. Selbst Jack high reicht dann zum Blinds stehlen aus, ebenso wie 65s oder ähnlicher Müll. Man muss nur aufpassen, dass man idealerweise die Stacks attackiert, die ein gutes Stück weniger Chips haben als man selbst, die aber noch mindestens 4-5 mal den Big Blind setzen können. Ansonsten werden sie mit jeder marginalen Hand callen.

      Allgemein funktionieren aggressive Moves besser, je weiter das Turnier fortgeschritten ist - so zumindest meine Meinung. Erstens sind die Callingstations ausgesiebt, zweitens sind die Bets, Reraises und Checkraises eindrucksvoller, weil sie sehr oft bedeuten, dass man mehr als die Hälfte seines Stacks aufs Spiel setzt bzw. für einen Call aufs Spiel setzen muss.

      Gibt dieses nette Beispiel von der WSOP 2004, wo an einem der letzten 5 Tische Phil Ivey auf dem Button saß und Greg Raymer im Big Blind. Fold zum Button, Phil Ivey bettet 5x den Big Blind, Greg Raymer hält A2o und denkt, Ivey will ihn bestehlen. Er reraised also auf 20x den Big Blind. Phil Ivey schiebt daraufhin ein Viertel seiner Chips in die Mitte, reraised also widerum auf gut 100x den Big Blind. Greg Raymer denkt, er will ihn immernoch bestehlen und raised Phil Ivey nochmal auf die Hälfte seiner Chips. Phil Ivey folds. Womit, weiß ich allerdings nicht. :)

      Solche Beispiele zeigen mir immer wieder, dass es noch unwahrscheinlich viel zu lernen gibt - und was man für Nerven braucht, um wirklich gutes Poker zu spielen. Natürlich ists gleichermaßen frustrierend, dass man mit jeglichem "schönen Spiel" bei den Mini-Buyin-Turnieren und bei den Freerolls ziemlich auf Granit beißt, zumindest, bis die Chaoten sich verabschiedet haben.
      Bis dahin hofft man halt, dass jemand bei 20/40er-Blinds und Top Pair aufm Flop gegen das eigene Set all in geht, was ja jede Menge Leute machen. Dieses ständige Overbetten nervt zwar gehörig, aber wenn man Geduld hat, macht sichs bezahlt. Genauso nervt mich übrigens dieses merkwürdige Minimumbetten die ganze Zeit. Kann mich nie entscheiden, ob die Leute nun zu faul sind, irgendwas einzutippen oder ob sie einfach schwache Hände haben.