Freundschaften in der heutigen Zeit

    • RuthlessRabbit
      RuthlessRabbit
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 9.531
      Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber mein Freundeskreis verändert sich zur Zeit alle paar Monate. Es kommt mir so vor, als ob kaum jemand heutzutage noch für längere Zeit an ein und dem selben Ort bleibt.
      Kaum hat man sich mal etwas besser kennengelernt und die Freundschaft intensiviert, zieht die Person schon wieder weiter. Sei es berufsbedingt, Erasmus, oder weil es ihnen einfach nicht mehr in der Stadt gefällt.
      Einerseits finde ich das gut, denn so kann ich ständig neue Leute kennenlernen (mir wird auch nicht langweilig) und habe auch die Zeit auf sie einzugehen. Bei einem festen Freundeskreis muss man natürlich viel Zeit aufwenden um die Freundschaften zu pflegen und dann keine Lust / Bedürfnis nach Abwechslung.
      Aber andererseits ist das auch sehr Zeit- und Energieaufwendig (Oberflächlichkeit überwinden, Gruppenhierarchie festlegen, etc). Ich frage mich, ist es das überhaupt wert, oder sollte man seine Zeit und Energie nicht besser in Freunde investieren, die die nächsten paar Jahre bleiben?

      Wenn mir zur Zeit jemand sagt, er bleibt nur noch bis Ende des Jahres oder ist nur für ein Praktikum da, investiere ich nicht mehr viel um diese Person besser kennenzulernen. Was nützt mir ein guter Freund 800km entfernt, den ich maximal 1-2 mal im Jahr sehen werde bzw. nie wieder sehe. Richtige oder falsche Einstellung? Wie seht ihr das?

      Ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel gelesen, in dem hieß es, das Gehirn ist nur fähig, maximal sieben wirklichen Freundschaften gleichzeitig zu haben. Hat jemand diesen Artikel zufällig gelesen? Würde mir das gerne nochmal durchlesen aber finde ihn nicht mehr.
  • 41 Antworten
    • larseda
      larseda
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 9.299
      mit dem alter verändert sich auch der freundeskreis ...
      is halt nimmer wie früher als man inner schule war

      als student sieht man halt viele kommen und gehen und das auch auch normal
      später wirst du irgendwo bleiben und wenn du dann 2-3 als gute Freunde bezeichnest, dann hast du schon viel erreicht ...


      guck dir einfach mal Leute an, die äter sind als du ... dann wirst du verstehen, was ich meine
    • RuthlessRabbit
      RuthlessRabbit
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 9.531
      Original von larseda
      mit dem alter verändert sich auch der freundeskreis ...
      is halt nimmer wie früher als man inner schule war

      als student sieht man halt viele kommen und gehen und das auch auch normal
      später wirst du irgendwo bleiben und wenn du dann 2-3 als gute Freunde bezeichnest, dann hast du schon viel erreicht ...


      guck dir einfach mal Leute an, die äter sind als du ... dann wirst du verstehen, was ich meine
      Ja klar, das weiß ich. Aber es muss ja nicht so sein. Also ich möchte mit 40 nicht nur 3 Freunde haben.
      Macht es denn Sinn, als Student zwischen 20 und 30 viel Zeit in Freundschaften zu investieren, die nach paar Monaten oder spätestens einem Jahr wieder in die Brüche gehen? Die Zeit und Energie könnte ich auch ins Studium stecken oder Sport, Lesen, soziale Projekte, usw. usw.
    • MaWaA
      MaWaA
      Bronze
      Dabei seit: 07.11.2008 Beiträge: 1.600
      Freunde kannst du dir nicht aussuchen.Des passiert einfach, du lernst die Person kennen und "klick". Die besten Freundschaften muss man auch nicht Pflegen.
      Ich hab jetzt zzt. 2 Freunde die ich seit ~15 Jahren kenne (bin 22) und hab die zwischen drin mal n paar Jahre nicht mehr gesehen, obwohl wir nie weit auseinander gewohnt haben.
      Aber sobald wir wieder "vereint" waren war der übliche Flair wieder da und alles war beim Alten.


      Ich halt mich da an Trainspotting: "He's a mate, so what can you do?"
    • vandaalen
      vandaalen
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 5.348
      Also ich bin 34 und bin vor ca. 10 Jahren aus meiner Heimatstadt weggezogen.

      Als echte Freunde würde ich nur noch einen von dort und einen hier bezeichnen. Man merkt mit der Zeit, daß Blut tatsächlich dicker ist als Wasser, denn meinen Bruder habe ich, auch wenn er am anderen Ende der Republik wohnt (und zwischenzeitlich sogar am anderen Ende der Welt), nie aus den Augen verloren und er ist einer wenigen Menschen auf der Welt, denen ich voll vertraue und der mir vollkommen vertraut.

      Generell bin ich froh, daß ich zwei Freunde (+ meinen Bruder) habe, die aber wirkliche echte Freunde sind, die auf mich zählen und auf die ich zählen kann. Das ist mir wichtiger, als einen möglichst großen "Freundes"kreis zu haben, der aber eher ein Bekanntenkreis ist.

      Je älter ich werde um so schwerer tue ich mich auch echte Freundschaften aufzubauen, weil ich einfach immer mehr merke, daß die Welt voller Arschlöcher ist, die eine "Freundschaft" nur zu ihrem eigenen Vorteil sehen und wenn's hart auf hart kommt nicht für einen da sind.

      Henry Rollins - I know you
      You don't trust people - You know them too well.


      €: Da verbringe und investiere ich viel lieber Zeit mit meiner Tochter... ;)
    • maechtigerHarry
      maechtigerHarry
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2007 Beiträge: 5.596
      Freundschaften sind so eine Sache über die ich auch oft nachdenke in letzter Zeit.

      Früher hatte ich eine andere Defintion von Freundschaft. Jeder mit dem ich viel Zeit verbrachte und Spaß hatte war für mich ein Freund. Aber diese Sicht der Dinge hat sich im Laufe der Zeit geändert. Viele - leider vor allem negative - Erfahrungen die ich persönlich gemacht habe oder die ich im Freundeskreis beobachtet habe haben dazu geführt das ich viel nachgedacht habe. Freundinnen wurden ausgespannt von "Freunden", Leute entfernten sich aus dem Freundeskreis aufgrund von Nichtigkeiten usw..

      Heute bin ich der Meinung das sie Anzahl wahrer Freundschaften sehr beschränkt ist und die meisten Leute die ich kennenlerne und auch die meisten Leute mit denen ich viel Zeit verbringe, Spaß habe, Party mache usw sind keine echten Freunde sondern Kumpels oder sowas in der Art. Freunde zweiten Ranges womit ich nicht die Person herabsetzen will sondern die Beziehung die zwischen der Person und mir besteht.
      Wahre Freundschaft hat nichts mit Entfernung zu tun oder mit der Frage wie oft man sich sieht.

      Es ist schwer das wirklich zu definieren. Wenn man in eine Stadt fährt und der erste Gedanke ist "Oh da wohnt X, ich muss ihn anrufen um was zu unternehmen" dann ist das ein Zeichen von Freundschaft.
      Wenn man sich ein Jahr nicht gesehen hat und sofort wieder einen Draht zueinander hat und sich sofort "wie in alten Zeiten" fühlt dann ist das ein Zeichen von Freundschaft.
      Wenn´s dir scheiße geht und X sagt ohne zu Zögern nen Partyabend ab und kommt mit ner Flasche Schnaps zu dir um einfach nur den Abend gemeinsam zu gammeln ohne das er etwas dafür erwartet dann ist das ein Zeichen von Freundschaft.

      Du musst unterscheiden zwischen Leuten mit denen du einfach nur Zeit verbringst um Spaß zu haben weil du zb. weißt das derjenige einen guten Humor hat, das derjenige gute Cocktails macht, das man mit demjenigen feiern kann oder den Leuten mit denen du Zeit verbringst einfach nur aus dem Grund um mit ihnen Zeit zu verbringen.
      Auf die zweiteren kannst du dich verlassen wenns drauf an kommt und nur auf diese. Und diese zweite Sorte ist etwas sehr sehr rares und man kann froh sein solche Leute zu kennen.
      Die ersteren würden dir ohne zu zögern die Frau ausspannen wenn´s drauf ankommt. Die zweiteren würden sowas niemals tun.
      Das sind die wahren Freunde.

      Das ganze heißt imo nicht das man keine "Freunde zweiten Ranges" haben sollte. Auch die braucht man, man muss Leute kennenlernen, man muss Spaß haben, man muss das Spektrum seiner Interessen abdecken können. Soviele echte Freunde kann man gar nicht haben das die "anderen" unnötig werden würden.
      Das wichtige ist nur das man die beiden Gruppen unterscheiden kann damit man im ernstfall weiß auf wen man sich verlassen kann.

      Von daher denke ich das deine Entscheidung nur Zeit in Leute zu investieren wenn sie lange in der Nähe bleiben nicht unbedingt die richtige ist.

      Btw: Ich bin 25 und wohne noch in meiner Heimatstadt, ein Teil meiner alten "Freunde" ebenfalls, ein Teil ist inzwischen weg oder war einige Jahre weg und ist wieder da. Einige Freundschaften sind zerbrochen obwohl die Leute hier geblieben sind und andere blieben erhalten obwohl die Leute weit weg waren oder es immernoch sind.
    • larseda
      larseda
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 9.299
      Wieviele 40 jährige kennst du, die mehr als 3 gute Freunde haben ?

      das is vollkommen richtig, nur entweder tust du es aus überzeugung oder du tust es halt nicht
      carpe diem ...
      geniesse den eigenblick oder halt nicht

      aber grundsätzlich kenn ich das, was du sagst
      hab mich früher auch mit vielen leuten auseinander gesetzt und viel gelabbert ... viele gingen dann
      und dann fragt man sich halt ... bringt es das

      mittlerweile bin ich da sehr selektiv
      zB mitfahrgelegenheiten
      ich kläre direkt am anfang, was die so machen ... wenn das interessent ist, dann labber ich bissle und lass mir bissle was erzählen
      wenn mir das egal ist ... hör ich die ganze fahrt mp3-player

      man kann Freundschaften eh nicht erzwingen oder "aufbauen" ...
      das ist wie liebe ... entweder passt es nach 5min oder es passt nie (also 5min 1on1)
    • vandaalen
      vandaalen
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 5.348
      Original von maechtigerHarry
      ...
      signed

      €: BTW



      ;)
    • MaWaA
      MaWaA
      Bronze
      Dabei seit: 07.11.2008 Beiträge: 1.600
      Original von maechtigerHarry
      Wenn´s dir scheiße geht und X sagt ohne zu Zögern nen Partyabend ab und kommt mit ner Flasche Schnaps zu dir um einfach nur den Abend gemeinsam zu gammeln ohne das er etwas dafür erwartet dann ist das ein Zeichen von Freundschaft.
      Nur da muss ich wiedersprechen.

      X kommt mit ner Flasche Schnaps und zerrt dich mit auf die Party und dann gammelt man den Tag danach zusammen rum weils beiden scheiße geht. :s_biggrin:
    • larseda
      larseda
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 9.299
      ich glaube es ist auch nen fehler zu sagen "freund" "guter freund" "bekannter"
      jeder mensch ist anders und jede beziehung ist anders ...

      viele sachen hängen auch von typ ab
      es gibt menschen, da kannst du der beste kumpel ever sein, wenn du ne frau sieht, dann kennt er dich nimmer ...
      dann gibt es leute, die dir bei stress(schlägerei) helfen würde, auch wenn sie dich nur flüchtig kennen ... andere können dein bester freund sein, aber wenn leute auf dich einschlagen, haben sie einfach nicht den arsch in der hose was zu machen
      bei anderen dingen is sowas ähnlich ...
      wenn die dich nur flüchtig kennen würden, würde die dir trotzdem 20 stunden nachhilfe zu irgendwas geben ... andere machen das nicht mal nen fuffi

      man muss einfach den menschen sehen und was er für nen weltbild hat ... was für ihn wichtig ist ...

      ich finde das wichtigste ist, dass man nicht enttäuscht wird
      dabei ist es halt wichtig andere leute richtig einzuschätzen
      aber auch selbst zu erkennen, wenn jemand anderem etwas sehr wichtig ist
    • larseda
      larseda
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 9.299
      Original von vandaalen
      Original von maechtigerHarry
      ...
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      €: BTW



      ;)


      this !!!
    • MaWaA
      MaWaA
      Bronze
      Dabei seit: 07.11.2008 Beiträge: 1.600
      @ larseda

      N Bester Freund macht halt alles davon.

      Aber vor Enttäuschungen is man nie bewahrt. Man muss einfach früh lernen die Leute richtig einzuschätzen, dann wird man später seltener enttäuscht.
    • RuthlessRabbit
      RuthlessRabbit
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 9.531
      Original von MaWaA

      Ich hab jetzt zzt. 2 Freunde die ich seit ~15 Jahren kenne (bin 22) und hab die zwischen drin mal n paar Jahre nicht mehr gesehen, obwohl wir nie weit auseinander gewohnt haben.
      Aber sobald wir wieder "vereint" waren war der übliche Flair wieder da und alles war beim Alten.

      Das liegt aber daran, dass du mit diesen zwei Freunden aufgewachsen bist. Fast dein ganzes Leben. Das ist so wie mit Cousins. Man sieht sich 3 Jahre nicht und hat trotzdem wieder einen Draht zueinander, weil man eben als Kind zusammen aufgewachsen ist.

      Solche "Freunde" habe ich auch einige. Jedoch habe ich in den letzten Jahren gemerkt, dass nur weil man sich über 20 Jahre kennt und vieles zusammen erlebt hat, es nicht heißt, dass es wirkliche Freunde sind. Wenn du mal in eine Situation kommst, in der es dir über Monate hinweg sehr schlecht geht, wirst du eventuell merken, dass nur noch Familie für einen da ist.
    • MaWaA
      MaWaA
      Bronze
      Dabei seit: 07.11.2008 Beiträge: 1.600
      Kommt drauf an wie man "schlecht" und "da" definiert.
    • larseda
      larseda
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 9.299
      Original von MaWaA
      @ larseda

      N Bester Freund macht halt alles davon.

      Aber vor Enttäuschungen is man nie bewahrt. Man muss einfach früh lernen die Leute richtig einzuschätzen, dann wird man später seltener enttäuscht.
      wenn du so denkst, wirst du nie nen besten freund haben ... oder dir selbst etwas vormachen
      weil du etwas erwartest, was der andere einfach nicht leisten kann
    • RuthlessRabbit
      RuthlessRabbit
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 9.531
      Original von MaWaA
      Kommt drauf an wie man "schlecht" und "da" definiert.
      Schlecht: z.B. Depressionen
      Da sein: Interesse zeigen, zuhören, Energie / Zeit investieren

      Wie gesagt, vor circa drei Jahren hatte ich die gleiche Einstellung wie die Meisten hier; beste Freude = Freunde aus der Kindheit. Das hat sich aber mittlerweile verändert. Man merkt, dass diese Freundschaften oft auf Abhängigkeit basieren bzw. basiert haben.
    • vaniilla
      vaniilla
      Bronze
      Dabei seit: 02.11.2009 Beiträge: 3.743
      die posts von harry und larseda gefallen mehr sehr gut :)
      bin der meinung die wahren freunde helfen einem auch in einer krise depression o.ä. von denen hat man denke ich auch maximal 3-4. diesen leuten sollte man aber auch selbst helfen wenn sie eine krise haben. wirklich gute freundschaften sind für mich einfach ein geben aber auch nehmen.
      Zu der sache mit schulfreunden: ja klar ist da sofort alles wieder wie früher und man hat auch spaß zusammen sind aber für mich keine guten freunde mehr, sondern einfach kumpels, kollegen w/e
    • MaWaA
      MaWaA
      Bronze
      Dabei seit: 07.11.2008 Beiträge: 1.600
      Original von larseda
      wenn du so denkst, wirst du nie nen besten freund haben ... oder dir selbst etwas vormachen
      weil du etwas erwartest, was der andere einfach nicht leisten kann
      Hä?
      Versteh ich nicht, wir reden ja von der gleichen Sache.

      Ich meinte mit "alles" ja nur alles aus deinen Beispielen. (Mädl, Prügel, Nachhilfe)
    • vaniilla
      vaniilla
      Bronze
      Dabei seit: 02.11.2009 Beiträge: 3.743
      er meint wohl, dass du superman nie kennenlernen wirst.
    • MaWaA
      MaWaA
      Bronze
      Dabei seit: 07.11.2008 Beiträge: 1.600
      Wenns um seine Beispiele geht kenn ich sogar 4 davon.