Schwächen des equitybasierenden Spiels von ps.de

    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 7.975
      Moin, mir sind in letzter Zeit einige Gedanken durch den Kopf gegangen. Es geht um das Gründgerüst eines jeden PS.de TAG´s, das Spiel nach Equities, genauer gesagt dem Approx-Chart. Ich würde gerne eine Diskussion darüber entfachen, ob und warum ich mit meinen angestellten Vermutungen falsch liege. (aus dem Grund poste ich nicht bei den Comments, weil ich mir dort nicht genug Feedback erwarte)

      http://de.pokerstrategy.com/strategy/fixed-limit/506/1/


      Dieser Artikel ist wohl die Basis für jeden Spieler von hier, der 1/2 oder höher spielt. Dennoch gibt es hierbei imo einige Schwächen, die mir vor allem bei dem Spiel aus dem Small Blinds aufgefallen sind.

      Als Beispiel die 3-betting-Range vs einen BU Open:


      22+, A2s+, K9s+, QTs+, A3o+, KTo+

      Die Range enthält 318 Handkombinationen. 180 (55,21%) davon sind Ax. Playability wird ja ebenfalls als Kriterium für die Ranges genannt, genauer gesagt hat sie einen Einfluss von -3,5 bis +3,5%. Einsehbar ist das Ganze im "Endos-Chart" (wenn auch dort die Equity von -3 bis +3 geht). Ich denke, hierbei wurden jedoch Fehler gemacht. Die Playability geht nicht auf Ranges ein.

      Bsp: 3-bette ich mit A8s (-0,4) einen BU-Opener, dominiere ich A2-A7, von einem MP2 Open (auch wenn ich ihn natürlich nicht 3-bette), dominiere ich keine Hand. Dementsprechend ist die Playability gegen BU besser als gegen MP2.

      Um das ganze auf die BU vs SB Situation zu übertragen: 3bette ich A2s vs BU, bin ich IMMER dominiert und dominiere selbst nie A-High. (Sofern Villain ein TAG ist besteht, besteht seine BU-Range ja selbst zu 37,50% aus A-High (28,12% wenn wir ein Ass haben), knapp 1/3 von Villains Range dominiert Hero also.)

      Ein weiterer Aspekt ist der Anteil an A-High Händen (55,21%). Hält Villain eine Hand wie 66, 77 oder ein anderes PocketPair, sinkt seine Equity bei einem A auf dem Board so dramatisch, dass Hero in der Regel kaum Value extrahieren kann. Eine Range, die zu 55,21% aus A-High besteht und ein A am Flop erscheint, hält dort zu 41,41% Top-Pair. Das ganze übertragen auf die Equity von z.B. 66 auf den bestmöglichen Boards mit einer jeweiligen Highcard:

      A :heart: 2 :club: 2 :spade: => Equity: 29,64% mit 66

      K :heart: 2 :club: 2 :spade: => Equity 53,75% mit 66

      Eine satter Sprung von 24,11%. Mit 29,64% hat Villain gegen diese Range mit einem A auf dem Flop immer eine einfache Entscheidung.



      Nächstes Problem: Kommt ein K oder eine Q auf dem Board, enthält Heros Range nach einer 3barrel keine Bluffs (außer Hero verwandelt dann A-High in einen Bluff, doch hierbei wandelt man auf einem schmalen Grad zwischen einer Bluffcatching-Hand und einer Bluffing-Hand)


      Und noch ein Problem: Da Heros Range zu einem so großen Anteil aus A-High besteht, besteht im Umkehrschluss dazu die Range bedeutend oft weniger aus K- oder Q-High Händen. (20,85%, bzw. 12,26%).

      Auf Flops wie Q :heart: 5 :diamond: 8 :club: Boards ist Hero extrem angreifbar weil er dort nur zu 9,2% Top Pair hält. (die Overpairs oder 2nd Pairs mal außen vorgelassen).


      Die Playability von kleinen PocketPairs wie 22 oder 33 ist ebenfalls ein Minuspunkt.

      Desweiteren wurde der Aspekt des Wertes der Initiative weggelassen.

      Lösungsvorschlag für alle Probleme:

      - Die Range aus dem SB generell tighter gestalten
      - Mehr deceptive Hände einbauen um auch bei einer Riverbet Bluffs in der Range zu halten
      - Weniger dominierte Hände spielen


      Habe ich denn Recht mit meinen Annahmen? Wie seht ihr das? Wie weit sollte man gehen? Discuss =)
  • 2 Antworten
    • tzare
      tzare
      Black
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 5.316
      1. Playability bezieht sich afaik nur auf passives defenden, wenn du selbst 3bettest , im Schlimmsten fall wie hier auch noch oop , dann ist die Auswirkung der Playibility imo deutlich geringer da du eh in ner FBS steckst.

      Du MUSST ja quasi Flop ,Turn und meistens auch River barreln mit diesen Händen.

      2. Die 3betting range sollte man sehr gegnerabhängig gestalten. Wenn der Gegner eh >45 wts hat (und gegen Hero nicht adepted) dann machts keinen Sinn da großartig mit deceptiv Händen rumzuballern.
      Ist Villain dagegen n normaler Tag mit ~40wts oder sogar weniger, dann kann man die range ruhig etwas mit deceptiv Händen auflockern.
      Die anderen Stats wie Villains Openraising range, seinen af und seine Postflop spielweise + eventuelle reads sollte man natürlich ebenfalls einbeziehen.


      tighter zu werden halte ich allgemein für keine gute Idee, da dann noch häufiger gestealed wird und Hero dadurch viel Value verliert.
    • SanWogi
      SanWogi
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2008 Beiträge: 2.259
      @MyLady17: Ich denke nicht, daß man die Ranges nun extrem balancen und damit schwächen muß, um weniger oft das Ass zu repräsentieren. Vielmehr hilft es ja schon, sich dessen bewußt zu sein, daß ein thinking Villain unsere Prefloprange kennt und wir deshalb dann z.B. in bestimmten Situationen z.B. öfter A high repräsentieren als die getroffene Q.

      Gegen einen thinking player kann das z.B. in erster Näherung heißen, sein Postflopspiel zu modifizieren, z.B. A high etwas weniger oft zum Showdown zu tragen (weil er auf günstigen Boards dagegen jedes Pair hart valuebettet) und andersherum mit K high, Q high Händen oder kleinen Pockets öfter A als Scarecard zu nutzen, also zu bluffen.