Hundertausendste Frage zum SHC

    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Nach knapp anderthalb Monaten Spiel nach SHC und viel rumspielen mit dem Equilator sind mir einige Dinge deutlich klarer geworden. (Zum Beispiel warum ich gegen einen Openraiser immer folde oder 3-bette, aber niemals calle.) Dennoch gibt es eine Sache die ich einfach nicht verstehe.

      Es betrifft die beiden Charts "Mitgehen/Erhöhen bei raise und call vor dir" und "Aktionen gegen Caller vor dir".
      Nach diesen Charts werden ich bei mehr Callern LOOSER zum selber callen, aber TIGHTER beim erhöhen.

      Ein Beispiel:
      Paare bei Callern vor mir.
      Nach Chart soll ich bei zwei Callern mit 55+ callen und mit 99+ erhöhen.
      Bei drei Callern soll ich schon mit 22+ callen, aber erst mit JJ+ erhöhen.

      Das selbe Muster zieht sich für aller Karten durch beide Charts.

      Kann mir jemand erklären woher dieser Unterschied looser callen / tighter 3-betten kommt?
  • 3 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.767
      Looser callt man deshalb, weil die Odds und die implied Odds besser werden, je mehr Spieler im Pot sind. Du brauchst nicht mehr so häufig eine gute Hand auf dem Flop haben, weil du mehr gewinnst, wenn du mal triffst. Auch hier gibt es Qualitätsuntersciede: gute Hände mit vielen Spielern im Pot sind Hände, die Monster treffen können. Das sind vor allem die Pockets (treffen Sets) und die suitec Connectors (treffen Straights und Flushes). Danach kommen die suited Hände und die Connectors. Ein 2-Pair ist in dem Sinne kein gutes Monster, weil ein top Paar oder ein Overpair dagegen recht viele Outs hat. Ein Overpair hat gegen ein 2-Pair immer 5 Outs auf dem Flop und 8 Outs auf dem Turn. Sets und Straights sind dagegen nicht so leicht einholbar. Flushes nur dann, wenn sie niedrig sind.

      An Raises muss man erhöhte Anforderungen stellen, weil die sich nur lohnen, wenn man häufig gewinnt. Je mehr Gegner dabei sind, desto öfter muss man die beste made Hand auf dem Flop haben. Gegen wenige Gegner gewinnst du auf dem Flop oft mit einer Contibet, gegen mehrere kannst du unter Umständen nicht mehr contibetten.

      Wenn du ein Pocket hast, dann können Overcards auf dem Flop kommen. Je mehr Gegner du hast, desto öfter treffen sie diese Overcards. 99 z. B. hat 5 potentielle Overcards gegen sich. 2 Gegner haben 4 Karten, mit denen sie die Overcards treffen können. JJ hat 3 potentielle Overcards gegen sich 3 Gegner haben 6 Karten, mit denen sie sie treffen können. Das Risiko, dass jemand auf dem Flop ein besseres Paar hat, ist für 99 bei 2 Gegnern ähnlich hoch wie für JJ bei 3 Gegnern. Für Asse ist der Kicker entscheidend. Der Kicker muss ebenfalls die Chance haben, das beste Paar auf dem Flop treffen zu können, deshalb sollte der Kicker um so höher sein, je mehr Gegner im Pot sind.
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Ah danke, jetzt versteh ich es besser. Ich fasse die Kernaussage mal so zusammen: Mit den Calling-Händen hab ich einfache Folds, falls ich das Board schlecht treffe. Ich kann aber viel gewinnen wenn ich treffe. Und die Raising Hände müssen besser sein, weil ich mit mehr Gegnern wahrscheinlich in schwierige und ggf. teure Situationen komme.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.767
      Ja, und bei Raises geht es auch darum, dass man nicht zu oft eine schwierige Situation hat.