Zu hohe Erwartungshaltung

    • Thilo87
      Thilo87
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 901
      Hallo!

      Das Sache ist, dass ich momentan finanzielle Probleme habe, die ich wohl in Kürze nicht werde lösen können. Das weckt bei mir eine ganz große, wahrscheinlich viel zu große Erwartungshaltung beim Poker.

      Ich war früher auch in einem Schachverein ein sehr guter Spieler und habe dort extrem schnell gelernt. Meinen Schachlehrer hatte ich nach 2 Jahren schon regelmäßig geschlagen, wodurch der Anspruch an mich selbst beim Pokern auch sehr groß geworden ist und ich - wie damals - von 0 auf 100 beschleunigen und am Besten nach kürzester Zeit Profi sein und Poker zu meinem Hauptberuf machen möchte. Dass das nicht bei jedem Spiel klappt bzw. nur seeeehr selten ist mir klar, aber irgendwie sage ich mir dann trotzdem: "Du hast das doch schonmal geschafft. Jetzt musst du das auf jeden Fall wieder schaffen, sonst bist du zu dumm für das Spiel!"

      Durch die hohe Erwartungshaltung bin so sehr schnell frustriert und wütend, wenn ich wieder mal etwas verliere, obwohl ich genau weiss, dass das völlig normal ist und zum Spiel dazugehört. Ich gebe mir zum Beispiel sogar oft selber die Schuld, wenn ich einen Push gecallt und verloren habe, auch wenn es +EV war.

      Außerdem habe ich so überhaupt keine Freude an Erfolgen. Ich denke dann: "Was bringt es mir, NL2 zu schlagen? Mit NL2 kann man nicht genug Geld verdienen."

      Ich denke, dass es mit dem Limitaufstieg für mich immer schwieriger werden wird, damit umzugehen, weil in den Pötten eben viel mehr Geld liegt und die Angst, zu versagen noch viel größer und der Frust, nachdem ich einen größeren Betrag verloren habe, stärker wird.

      Habt ihr irgendwelche Tips für mich, wie ich das in den Griff bekommen kann?

      Vielen Dank!

      P.S.: Ich spiele nicht seit 2006 (Anmeldedatum). Ich spiele seit 2 Monaten NL2, 35k Hände, 10BB/100.

      Grüße,

      Thilo
  • 2 Antworten
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo Thilo87,

      ich habe leider keine guten Nachrichten für dich.

      Wenn du finanzielle Probleme hast, ist Poker ein sehr schwieriger und riskanter Weg, diese zu lösen.

      Poker ist nicht nur ein Wettstreit der Spieltechnik. Poker ist auch ein Kampf der Persönlichkeiten gegeneinander. Schon auf den Low Stakes setzt sich oft die stabilere Psyche durch. Auf den höheren Limits wird sie noch wichtiger.

      Wenn du bei Misserfolgen leicht wütend wirst - gegen besseres Wissen, dann zeigt das, dass du innerlich (noch) nicht bereit bist für Limits, in denen es um höhere Summen geht.

      Der Druck, eigentlich gewinnen zu müssen, macht das Ganze keineswegs leichter. Deswegen rate ich dir dazu, die Aufstiege in den Limits mit Augenmaß anzugehen.

      Geduld ist eine wichtige Pokertugend, ohne die du nicht bestehen kannst. Gegen das Scared Money-Problem hilft vor allem eine große Bankroll.

      Gruß

      wespetrev
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Hallo Thilo87,

      da es in Deinem Thread thematisch um das Thema Selbstmanagement geht, verschiebe ich ihn mal in das dafür vorgesehene Forum.

      Zum Kern Deines Beitrags: wespetrev hat es auf den Punkt mit folgender Aussage gebracht:
      Original von wespetrev
      Wenn du finanzielle Probleme hast, ist Poker ein sehr schwieriger und riskanter Weg, diese zu lösen.
      Wenn ich Chancen und Risiken gegeneinander abwägen würde, käme ich persönlich nicht auf die Idee, finanzielle Schwierigkeiten durch Poker in den Griff kriegen zu wollen. Um Dir aber eine andere Form der Hilfe zukommen zu lassen, fehlen einfach entsprechende Informationen bezüglich der Problematik von Dir.


      Gruß,
      michimanni