Session Analyse

    • Gamasche
      Gamasche
      Bronze
      Dabei seit: 18.09.2010 Beiträge: 36
      Moin zusammen,

      Ich wollte mal nachfragen wie man seine Session analysieren sollte. Ich habe immer 1-2 Hände dabei, die ich dann auch in´s Handbewertungsforum poste, aber ich würde gerne mal nachfragen, worauf man bei seiner Analyse achten sollte.

      Also, welche Hände sollte man sich genauer angucken, nur die, die man verloren hat? Oder eventuell auch die Hände, wo man Value hat liegen lassen (oder das zumindest meint). Wann ruft man den Equilator z.B. zur Hilfe? Wenn es AI Situationen gibt, oder wenn man generell eine enge Entscheidung zu treffen hat?

      Das sind jetzt erstmal die Fragen, die mir so "adhoc" eingefallen sind, aber ich bin natürlich über jeden weitern Tipp dankbar. Ich spiele noch nicht lange auf NL-4 und verliere in letzter Zeit viele Sessions. Es gibt also wohl reichlich Verbesserungspotenzial, obwohl ich mein Geld im Moment den Maniacs in den Rachen schmeisse, weil ich mit AK preflop broke gehe und er mich mit J9 sui schlägt (zum Beispiel, 23off hab ich auch schon gehabt :f_cry: )
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    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 23.694
      Die intensivste Methode, bei der man am meisten lernt ist natürlich auch gleich die aufwändigste. ;)

      Hierbei würdest du dir jede einzelne Entscheidung angucken und diese überprüfen.
      Sprich: wenn du preflop gefoldest hast sich nochmal in Ruhe den Tisch inkl. der Spieler im Replayer angucken, falls vorhanden den Openraiser und seine HUD Werte angucken und schauen ob dein fold wirklich der beste Spielzug war oder ob man an diesem Tisch mit diesen Gegnern nicht doch hätte openraisen/callen/3betten sollen.
      Bei den Händen die du selbst gespielt hast auch wieder jede einzelne Entscheidung überprüfen, wobei man hier den Gegner jeweils auf eine Range setzen sollte und gegen diese spielen (dazu ist der Equilator unerlässlich). Preflop, am Flop, am Turn und am River (sofern vorhanden).
      Dann noch Alternativlines durchüberlegen, z.B. ob unter der Annahme dass die Range so richtig ist ein checkraise am Turn nicht besser war als selber zu betten, usw.

      Das ist natürlich ein immenser Aufwand, aber nur so kann man wirklich intensiv und viel lernen.

      Auf NL4 kommt dir allerdings das Problem in die Quere, dass du nicht sonderlich gut darin sein wirst Ranges der Gegner genau und gut zu schätzen. Das liegt zum einen daran, dass die Gegner oft so hochgradig irrational spielen, dass es schwer bis unmöglich ist sie auf Ranges zu setzen und zum anderen daran, dass man für das Einschätzen von Ranges viel Erfahrung braucht und die hat man als Anfänger natürlich nicht.

      Zudem kommt an Schwierigkeiten hinzu, dass eine so ausführliche Analyse vermutlich 5x so lange dauern würde wie die Session selbst und man sollte als Anfänger durchaus Wert auf Theorie und Sessionsreviews legen, aber dennoch sollte man mMn mehr Zeit ins Spielen selbst investieren als in die Nachbereitung.

      ***

      Von daher folgender Vorschlag um es unter einen Hut zu bringen:

      du gehst alle von dir gespielten Hände im Schnelldurchlauf durch suchst dir die 3-6 Hände raus die dir insgesamt am meisten Probleme bereitet haben - das kann ein preflop fold sein oder eine Hand wo du ein River all in gecallt hast - machst bei diesen Händen die oben vorgestellte ausführliche Analyse und stellst eben genau diese, inkl. der Rangeüberlegungen, deinen Gedanken und Fragen ins Handbewertungsforum.
      Dort sind viele Spieler die mehr Spielerfahrung haben und können dir (wenn du Glück hast^^) zeigen, wenn deine Rangeüberlegungen oder sonstigen Überlegungen fehlerhaft sind - zudem geben sich alle HAndbewerter mehr Mühe, wenn man erkennt, dass der Threadersteller sich selber schon viel Mühe gemacht hat ;)

      Wenn du selbst über eine Hand lange nachgedacht hast und diese bearbeitet hast und dir dann jemand sagt: an der und der Stelle sind deine Überlegungen aus den und den Gründen nicht stichhaltig, so kannst du enorm viel daraus lernen. 100x mehr als jemand der nur die Hand einfach so reinstellt und sich sagen lässt: "bet/fold Turn."

      Je mehr Hände du so analysieren kannst/willst umso mehr wirst du lernen und umso besser wirst du werden, ist wie gesagt ne Abwägung zwischen Aufwand und Ertrag.
    • Overseer10
      Overseer10
      Bronze
      Dabei seit: 24.08.2010 Beiträge: 321
      http://de.pokerstrategy.com/strategy/others/1811/1/ :s_thumbsup:
    • Gamasche
      Gamasche
      Bronze
      Dabei seit: 18.09.2010 Beiträge: 36
      Vielen Dank Scooop für die detallierte Beschreibung (sensationell!) und Overseer für den Link :f_thumbsup:
    • vandaalen
      vandaalen
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 5.348
      Falls Du den Holdem Manager hast, kannst Du während der Session auf dem Kasten, wo die letzten Pötte eingeblendet sind einen Doppelklick machen. Da geht dann ein Fenster auf, wo die Handhistory drin steht.

      Oben links neben der Dropbox ist dann ein Kästchen. Wenn Du da einen Haken machst, dann kannst Du hinterher im HEM im Session Fenster "Only show marked Hands" antickern und Du hast halt die Hände die Du markiert hast.

      Geht ganz gut, wenn man mal ne schwere Entscheidung hatte, oder sich nicht mehr so sicher ist, das direkt während der Session zu machen.

      Ich für meinen Fall hab nämlich wenig Lust >1000 Hnds durchzuschauen... ;)