Webdesign rechtliche Frage [vorsicht tl;dr]

    • docjulian
      docjulian
      Bronze
      Dabei seit: 15.12.2006 Beiträge: 7.008
      Ich habe eine größere Website für ein kleines Unternehmen gebaut, stehe auch noch in gutem Draht zu denen, einer der Inhaber ist auch so halb in meinem Freundeskreis.

      Nun ist ein anderes (etwas professionelleres Unternehmen) an mich herangetreten, die quasi genau die gleiche Dienstleistung anbieten wollen. Sie fanden die Website super und wollen auch eine, die quasi das gleiche kann. Soll natürlich anders aussehen und so weiter. Also sicherlich keine 1:1 Kopie oder sowas. Aber meine Güte, Websites sind halt alle irgendwie etwas gleich.

      Ich habe das, weil ich ein ehrlicher Mensch bin, mit den Inhabern der ersten Seite kurz angesprochen. Die sind natürlich nicht begeistert. Falls ich den Job annehme, würden sie keine Folgeaufträge mit mir machen und bla bla glauben, sie könnten irgendwie die anderen verklagen, weil Ideenklau oder sowas. Halte ich für aussichtslos.
      Sie wollen mir evtl. ein paar andere Aufträge beschaffen als Ausgleich, so dass ich den Auftrag mit den zweiten nicht annehme. Aber finanziell kommt das wohl nicht auf das Gleiche raus.

      Bin etwas in der Zwickmühle. Sehe eigentlich nicht ein, wieso ich den Auftrag nicht annehmen sollte. Ist ja nicht so, als würde ich irgendwelche krassen Firmengeheimnisse ausplaudern oder sowas. Klar werden die das nicht toll finden, aber so ist das Business halt.

      Wie würdet ihr euch entscheiden? Gibt es hier irgendwelche rechtlichen Bindungen?
      Finanziell reden wir hier von Aufträgen, die halt ein paar k€ wert sind, also gewissermaßen schon nicht unerheblich.

      Danke für euren Input. Und ja sry tl;dr
  • 6 Antworten
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.529
      Rede doch nochmal mit dem Unternehmen und sag denen, dass du auch Geld verdienen musst.
      Ist natürlich eine doofe Situation, aber wenn der Chef schon halb dein Freund ist, dann sollte gerade der sich nicht so haben.

      Ich weiß ja nicht, wie speziell die Seite ist, aber wenn sie eher 08/15 gestaltet ist, dann soll der sich nicht so haben. Wenn es allerdings etwas spezielles ist, dann kann man ihn schon verstehen, denn es geht ihm sein Alleinstellungsmerkmal verloren. Aber das hast du ja eigentlich eher ausgeschlossen.


      Ich würde mit dem Chef (Halbfreund) reden, dass er sich nicht so haben soll und den Auftrag annehmen.
      Du kannst dich ja nicht für alle neuen Kunden sperren, nur weil ein alter Kunde das will.
      Wenn du gut bist (fachlich, als auch rhetorisch und verhandlungsmäßig), dann kannst du dem Halbfreund auch verkaufen, dass ein anderer Webdesigner nicht zu deinem Preis deine Leistung erbringen wird. Du bist immerhin halb mit ihm befreundet und hast ein paar Extraleistungen erbracht, die andere nur auf Rechnung gemacht hätten.
    • docjulian
      docjulian
      Bronze
      Dabei seit: 15.12.2006 Beiträge: 7.008
      Danke für die Einschätzung schonmal, spiegelt so ungefähr meinen Gedankengang wieder.

      Ich bin ja auch loyal, daher habe ich das dem Halbfreund überhaupt erzählt, hätte ich ja auch verschweigen können. Ich habe damals sogar extra meinen normalen Stundenlohn für die reduziert, sie waren eben ein Start-Up. Andererseits haben die mir blind bei den Abrechnungen vertraut. Es gab also auf beiden Seiten Vertrauen fand ich. Nun auf einmal sehen die einen Vertrauensbruch und finden es schade, dass ich solche Entscheidungen von Geld abhängig mache (lol?).
      Du hast Recht, hätte eine Agentur deren Website gebaut, wäre der Preis sicherlich 3x so hoch gewesen.

      Ich habe denen auch gesagt: wenn die Konkurrenten nur so ein Winzprojekt machen wollen würden, wäre mir das egal, würde ich absagen. Aber wir reden hier halt von einer Website, die bei ca 3k€ rauskommt. Das ist mir zuviel, um es einfach in den Wind zu schießen.
      Zudem, wenn ich den Auftrag nicht annehme, dann macht es halt ein anderer, den Konkurrenten werden sie eh nicht los. Und ist jetzt nicht so, als hätte ich da irgendwie ein Weltwunder reinprogrammiert. Deren "Alleinstellungsmerkmal" ist ein sehr detailliertes Kontaktformular, das könnte nun wirklich jeder mit entsprechenden Kenntnissen nachprogrammieren.

      Nur um sicherzugehen: rechtlich könnte mir hier keiner was, oder? Habe weder irgendwelche großen Firmeninterna über die, noch habe ich vor, da irgendwas weiterzu erzählen.

      Expert Line wäre wohl einfach zu sagen, man hätte den Auftrag abgelehnt, ihn aber dann ohne Erwähnung meines Namens doch zu machen, habe ich das Gefühl. :f_p:

      Meine Einschätzung ist vor allem: wenn deren Business mal gut anlaufen würde, wäre ihnen das Ganze extrem egal. Das tut es aber nicht.
      Und jetzt kommen da halt welche her, die in meinen Augen das Ganze erheblich besser mit besseren Connections und Businessplan angehen (habe ich natürlich so nicht gesagt).
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.529
      Kommt drauf an:
      Wenn du in dem Vertrag den Code an die Firma (Halbfreund) abtrittst, dann darfst du den Code natürlich nicht mehr für andere Seiten verwenden (müsstest den quasi umschreiben :rolleyes: ). So ist mein Rechtsverständnis, und das ist keine verbindliche Aussage.

      Aber sowas wird ja eigentlich nicht gemacht, da man sich 08/15 Code überhaupt nicht rechtlich sichern kann. (Nur sehr speziellen Code, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.)


      Ich würde den Auftrag vermutlich annehmen und auf die Folgeaufträge des schlecht laufenden startups verzichten. Der neue Auftraggeber wird dir eventuell auch Folgeaufträge liefern, die sich für dich mehr lohnen.
      Deine Halbfreundschaft kannst du am Monatsende auch nicht essen.

      edit: Und wenn das startup dann irgendwas braucht und sich woanders erkundigt ist es gut möglich, dass es doch wieder auf dich zurückgreift ;)
    • docjulian
      docjulian
      Bronze
      Dabei seit: 15.12.2006 Beiträge: 7.008
      Code würde zu keinem Zeitpunkt weitergegeben werden, würde eh alles quasi "neu" machen.
      Das einzige, was ich quasi wiederverwerten würde, wären meine Erfahrungen auf dem Sektor. Aber da habe ja wenn eher ich das Copyright drauf.

      Die Jungs haben dann wohl schon etwas Panik gekriegt und haben in ihren Bekanntenkreis rumgefragt, ob sie nicht da einen Kunden generieren können. Prompt hat sich dann auch einer bei mir gemeldet, der "einen kleinen T-Shirt Shop" auf machen will. Du kannst dir meine Begeisterung wohl vorstellen. :rolleyes:

      Hat mir aber schon sehr geholfen hier. Ich bespreche das noch einmal mit ein paar anderen, aber werde wohl den Auftrag annehmen. War jetzt auch nicht so, dass die vorher die leichtesten Kunden gewesen wären in ihren Vorstellungen.
    • heiko78
      heiko78
      Bronze
      Dabei seit: 24.04.2006 Beiträge: 552
      Konkurrenz belebt das Geschäft!
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Das ist ne ganz normale Dienstleistung. Gestalte halt die ursprüngliche Page n bisschen um und verkauf die noch wem.

      Kann dir ja keiner verbieten.....ich meine was willste im gleichen Sektor schon groß anders machen......social networks haben ja im wesentlichen auch die gleichen features und nur unterschiedliche designs(was die Websiten angeht).

      Denke mal, solange es ne Firma ist, die ihre Ware verkaufen will, gibt es auch nicht soviele Alleinstellungsmerkmale.