Petition zur Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten

    • Mathiss
      Mathiss
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2008 Beiträge: 3.707
      Der deutsche Hanf Verband hat eine Online Petition im deutschen Bundestag eingereicht, die man seit gestern mitzeichen kann.

      Unter dem Titel "Suchtgefahren - Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten" fordert der Hauptpetent Georg Wurth eine Überarbeitung des Betäubungsmittelgesetzes, mit dem Ziel konsumbedingte Cannabisdelikte weniger repressiv zu handhaben.

      An der Petition teilnehmen kann man hier:
      https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=14613

      (dort findet sich auch der etwas ausführlichere Petitionstext.)

      Sollten innerhalb von 3 Wochen 50.000 Stimmen zusammenkommen, wird sich der Petitionsausschuss mit diesem Anliegen in einer öffentlichen Debatte (welche auch im Parlamentsfernsehen ausgestrahlt wird) mit diesem Bürgerbegehren sachlich auseinander setzen, wobei auch der Deutsche Hanf Verband Rederecht erhalten wird und so den Abgeordneten seine Argumente darlegen kann.
      Auch wenn am Ende vielleicht, trotz der zahlreichen Argumente, keine Gesetzesänderung zustande kommt, so wäre es doch ein entscheidender Fortschritt auf dem Weg zur freien Selbstbestimmung. Und sollte auch nur ein Bundestagsabgeordneter im Laufe der Debatte seine Ansichten überdenken, wäre dies schon ein großer Erfolg.

      Es geht in der Petition nicht darum Cannabis zu legalisieren, sondern darum, dass die Konsumenten (in Deutschland haben 26.6% aller 18-64 jährigen in ihren leben schonmal Cannabis konsumiert, das sind 13.812.000 Menschen. Quelle) nicht mehr als Straftäter gelten.
      Der Handel/Schmuggel bliebe weiterhin illegal.

      Ich möchte hier eigentlich niemanden zur Unterzeichnung überreden, sondern lediglich die konkrete Möglichkeit zur politischen Partizipation kommunizieren, um vielleicht den Einen oder Anderen, der seine Meinung bisher nur auf die, oft leider sehr einseitige, Berichterstattung der Massenmedien stützte, zur Versachlichung seiner Postion anregen.
      Falls dies geschehen ist und man zu der Ansicht gelangen sollte, dass die Kriminalisierung des individuellen Konsumbedürfnisses nicht der richtige Weg zur Lösung der sehr komplexen Drogenproblematik ist, hoffe ich hier einige Mitunterzeichner mobilisieren zu können.

      Um zu unterzeichnen muss man sich einmalig namentlich registrieren. Ich persönlich habe mit meinen echten Namen unterzeichnet, da ich keinen Grund sehe mich für meine Meinung zu schämen oder der Gleichen. Ich denke es steht aber auch jedem frei mit Hans Dieter zu signieren. Was die Datenschutzproblematik angeht, vertraue ich da einer offiziellen Seite des Bundestages mehr als jedem Pokeranbieter, welche sogar meine Kontodaten haben.

      Anbei nochmal einige Informationsquellen, wobei ich hier natürlich ausdrücklich darauf hinweisen will, dass es sich meist um Seiten handelt die einer Liberalisierung positiv eingestellt sind und man so wohl nicht drummher kommt, für sich selbst das Für und Wider abzuwägen. Oft ist es jedoch so, dass auf den ersten Blick eindeutige und jedem geläufige Contra-Argumente, sich bei genauerem Nachdenken als vollkommen haltlos und logisch einfach falsch heraustellen.

      Zunächst die offizielle Seite der Petition:

      http://cannabispetition.de/

      und Andere:

      http://www.cannabislegal.de/argumente/contra.htm#harmlos

      http://www.hanfjournal.de/

      http://wiki.gruene-jugend.de/index.php/Argumente_f%C3%BCr_eine_Legalisierung

      und hier aus dem Forum, auch mit Videos für die Lesefaulen^^:

      Cannabis Info Thread
  • 299 Antworten
    • kappe69
      kappe69
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2006 Beiträge: 7.456
      nö, Hanf
    • karamasow
      karamasow
      Silber
      Dabei seit: 11.02.2007 Beiträge: 1.501
      Bisher 941 Mitzeichner?! Kiffen kann wohl doch gleichgültig machen.
    • tischspiel
      tischspiel
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2010 Beiträge: 546
      lol.. Kiffer :facepalm:
    • juliorn
      juliorn
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2008 Beiträge: 821
      Original von tischspiel
      lol.. Kiffer :facepalm:
      Man muss nicht zwangsläufig ein Kiffer sein, um soetwas unterstützenswert zu finden...
    • maRRRco
      maRRRco
      Bronze
      Dabei seit: 01.07.2007 Beiträge: 4.442
      Ich hab gedacht die Sache wird endlich mal legal es geht hier ja nur um die Strafverfolgung + Strafen.
    • juliorn
      juliorn
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2008 Beiträge: 821
      Original von maRRRco
      Ich hab gedacht die Sache wird endlich mal legal es geht hier ja nur um die Strafverfolgung + Strafen.
      Anscheinend wurde die Petition zur kompletten Legalisierung abgelehnt.
      Aber eine Entkriminalisierung wäre schonmal ein guter Anfang und würde vielen Konsumenten das Leben um einiges erleichtern.
    • BrEaKdOwNpG
      BrEaKdOwNpG
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.293
      Original von tischspiel
      lol.. Kiffer :facepalm:
      ranzige facepalmer sind die schlimmeren.

      signed.
    • wusah
      wusah
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 15.792
      Original von kappe69
      nö, Hanf
      #2

      nur weil alk und tabak schlimmer sind, braucht man was schlechtes noch lange nicht legalisieren.
    • Mathiss
      Mathiss
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2008 Beiträge: 3.707
      Original von wusah
      Original von kappe69
      nö, Hanf
      #2

      nur weil alk und tabak schlimmer sind, braucht man was schlechtes noch lange nicht legalisieren.
      auch ein Einwand der immer wieder kommt und der auf den ersten Blick auch naheliegend ist, doch wenn man mal überlegt kommt eher folgendes dabei heraus:


      "Wir haben mit Alkohol und Nikotin schon genug Probleme"
      Dieses Argument nimmt stillschweigend an, dass das Verbot den Konsum minimiert und dass es dabei weniger Probleme verursacht als der Konsum selbst. Es nimmt weiterhin an, dass Cannabis nur zus&aumltzlich und nicht anstelle von anderen Drogen wie z.B. Alkohol konsumiert wird. Alle drei Annahmen sind falsch.

      * Cannabislegalisierung bedeutet keine Einführung einer neuen Droge, wie das immer dargestellt wird, sondern eine Entkriminalisierung einer alten Droge. 45 Millionen EU-Bürger haben Cannabiserfahrung. 3 Millionen Deutsche (nach offiziellen Schätzungen) kiffen hier und heute, Gesetz hin oder her, seit Jahrzehnten. Sie ignorieren das Gesetz weil niemand ihnen seinen Sinn verständlich machen kann. Das ist die Realität.

      * Die Erfahrung der Niederlande zeigt, dass Strafbefreiung zu keinem markanten Anstieg des Konsums führt. Das Verbot hat keine präventive Wirkung. Die meisten Cannabiskonsumenten verwenden Cannabis nicht übermässig, genauso wie die meisten Alkoholkonsumenten keine Alkoholiker sind. Sicher gibt es ein einige Leute die nicht damit klarkommen, aber die gibt es auch heute schon, bei Alkohol nicht anders als bei Cannabis. Strafandrohung hält Problemkonsumenten nur davon ab, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

      * Legalisierung würde viele Gefahren verringern. Man erinnere sich nur an die amerikanische Alkoholprohibition. Vor der Legalisierung von Alkohol 1933 bereicherte der Schwarzmarkt die Mafia mit ihren Maschinenpistolen, nachher den Finanzminister. Vorher gab es nur schlechten Schnaps, nachher auch Bier und Wein von vernünftiger Qualität. Vorher betranken sich auch Kinder und Jugendliche, weil in illegalen Kneipen niemand an Altersgrenzen dachte. Nachher hielt man sich wieder an Jugendschutzgesetze beim Alkoholverkauf.

      * Nicht die Legalisierung führt zum steigenden Konsum sondern der gestiegene Konsum zur Legalisierung. Die Alkoholprohibition wurde abgeschafft nachdem der illegale Alkoholkonsum 12 Jahre lang kontinuierlich gestiegen war. Irgendwann kann man sich einfach nicht mehr vor der Realität verstecken: Die Alkoholprohibition und die Cannabisprohibition waren zwar gut gemeint aber trotzdem ein Fehler.

      * Der Gesetzgeber versucht mit dem Cannabisverbot, der Bevökerung eine weniger riskante Alternative zu Alkohol vorzuenthalten. Viele Probleme die in Verbindung mit Alkohol auftreten sind nämlich im Zusammenhang mit Cannabis praktisch unbekannt. So gibt es z.B. einen deutlichen Bezug zwischen gewalttätigem Verhalten und Alkoholkonsum, während Cannabis eine eher entspannende Wirkung hat:

      Anteil der Straftaten unter Alkoholeinfluß (in Prozent) an der Gesamtzahl der jeweiligen Straftaten

      Straftat 1994 / 1995
      Gefährliche/schwere Körperverletzung 29,0% / 27,5%
      Vergewaltigung 29,1% / 32,4%
      Raubmord 32,0% / 32,7%
      Sexualmord 33,0% / 35,0%
      Körperverletzung mit tödlichem Ausgang 37,6% / 38,0%
      Totschlag 39,2% / 38,8%
      Gewaltkriminalität insgesamt 26,9% / 25,0%
      Widerstand gegen die Staatsgewalt 57,9% / 56,3%
      aus http://www.cannabislegal.de/argumente/contra.htm#zusaetzlich
    • wusah
      wusah
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 15.792
      Diese Diskussion gabs hier ja schon zig mal und keiner von uns wird den anderen von seiner Meinung abbringen können.
      Ich persönlich halte bis auf den zweiten Punkt alle für falsch, bzw. total aus dem Kontext gerissen, übertrieben oder einfach nicht vergleichbar, aber das führt eh wieder zu nem Endlosthread.
    • beg0r
      beg0r
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2006 Beiträge: 2.948
      Original von wusah
      Original von kappe69
      nö, Hanf
      #2

      nur weil alk und tabak schlimmer sind, braucht man was schlechtes noch lange nicht legalisieren.
      wer sagt denn, dass bier und gras was schlechtes sind? substanzmissbrauch is natürlich was schlechtes, aber maln bierchen oder einen hanfkakao? was gibts dagegen einzuwenden? is doch schön?
    • BigBiber
      BigBiber
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2006 Beiträge: 3.279
      Man sollte mit solchen Statistiken sehr vorsichtig sein zu Cannabis gibt es solche wohl nicht weil wohl keine empirischen Daten dazu vorliegen.
    • beg0r
      beg0r
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2006 Beiträge: 2.948
      löschen büdde. alternativ einfach ignorieren.
    • toLgatus
      toLgatus
      Bronze
      Dabei seit: 11.01.2010 Beiträge: 1.155
      Original von wusah
      Original von kappe69
      nö, Hanf
      #2

      nur weil alk und tabak schlimmer sind, braucht man was schlechtes noch lange nicht legalisieren.
      wenn man keine Ahnung hat von irgendwas, einfach mal... ;)
      Jetzt schwimmt schön weiter mit dem Strömchen kleine Fischis.
    • wusah
      wusah
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 15.792
      @beg0r:
      Das ist ja vorbildlich, dass du mit den Dingen gut umgehen kannst und verantwortungsbewusst bist. Ich selbst bin das auch, aber ein großer Teil der Gesellschaft kann das leider nicht und davor muss er geschützt werden, auch wenn mir persönlich es manchmal schwer fällt das einzugestehen.
      Der Staat darf halt nicht sagen dass die alle selbst schuld sind wenn sie den Bach runter gehen.
    • maechtigerHarry
      maechtigerHarry
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2007 Beiträge: 5.596
      Original von BigBiber
      Man sollte mit solchen Statistiken sehr vorsichtig sein zu Cannabis gibt es solche wohl nicht weil wohl keine empirischen Daten dazu vorliegen.
      Ernsthaft...hast du schonmal gekifft? Warst du schonmal besoffen?
      Wenn du beides schonmal erlebt hast weißt du das die Statistiken einfach stimmen. Auch ohne große Datensammlungen.

      Ich hab vor ~9 Jahren das letztes mal gekifft und habs auch nicht wieder vor weil ich persönlich den Alkoholrausch lieber mag wenn ich einen Rausch erleben möchte aber an Cannabis ist absolut nichts schlimmes.
      Klar wenn mans übertreibt ist es schlecht aber dann ist pratksich alles schlecht. Alkohol, Schokolade, Steaks, Poker....absolut alles was irgendwie Spaß macht ist schlecht wenn man es übertreibt. Das heißt aber nicht das man es allen verbieten sollte nur um einige Personen die es übertreiben daran zu hindern. Der Grundgedanke dahinter ist das man Menschen vor sich selbst schützen muss und dieser Grundgedanke ich einfach falsch und total reaktionär.
      Nebenbei bemerkt hindert ein Verbot diese Personen bekanntermaßen nichtmal an übermäßigem Konsum.

      Es spricht einfach kein einziges vernünftiges Argument für dieses Verbot.

      Von daher von mir als Nicht-kiffer ein ganz klares Ja zur Legalisierung!!!
    • wusah
      wusah
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 15.792
      Dann musst du auch betrunken Auto fahren legalisieren, denn soo viele Unfälle passieren in der Relation ja gar nicht....

      Am Ende scheiden sich die Geister halt schon bei der Frage wie stark und wie schnell Canabis abhängig machen und wie sehr so eine Sucht ein Leben beeinträchtigen kann. Und ich bin davon überzeugt, dass sehr viele Leute die Gefahr unterschätzen.
    • BrEaKdOwNpG
      BrEaKdOwNpG
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.293
      Original von wusah
      @beg0r:
      Das ist ja vorbildlich, dass du mit den Dingen gut umgehen kannst und verantwortungsbewusst bist. Ich selbst bin das auch, aber ein großer Teil der Gesellschaft kann das leider nicht und davor muss er geschützt werden, auch wenn mir persönlich es manchmal schwer fällt das einzugestehen.
      Der Staat darf halt nicht sagen dass die alle selbst schuld sind wenn sie den Bach runter gehen.
      dann beschütz sie doch bitte gleich auch vorm bösen alkohol und vor den lungen zerstörenden kippen und vor internetsucht und und und. thx.
    • beg0r
      beg0r
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2006 Beiträge: 2.948
      Original von wusah
      @beg0r:
      Das ist ja vorbildlich, dass du mit den Dingen gut umgehen kannst und verantwortungsbewusst bist. Ich selbst bin das auch, aber ein großer Teil der Gesellschaft kann das leider nicht und davor muss er geschützt werden, auch wenn mir persönlich es manchmal schwer fällt das einzugestehen.
      Der Staat darf halt nicht sagen dass die alle selbst schuld sind wenn sie den Bach runter gehen.
      die gesellschaft schützen, eine vorbildfunktion ausüben, etc etc. jo, das sind die argumente. aber es ist doch fakt, dass es in holland weniger abhängige kiffer gibts als in deutschland. desweiteren bedarfen nicht nur die nichtkonsumenten des schutzes, sondern auch die konsumenten, die straßengras rauchen, das zu großteilen mit gefährlichen mitteln gestreckt wird (extrem feiner sand ist absoluter standard gewesen, als ich vorn paar jahren noch in deutschland gekauft hab).

      und zu diesen leuten sagt man dann: ja pech, wir haben ja gesagt, dass ihrs nicht rauchen dürft.

      ja pech, wir haben ja gesagt, dass wirs trotzdem tun! :p