Non-4bet OOP

    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.996
      Als Anmerkung vor ab: Den Non-4-bet mit Premiumhänden-artikel habe ich erst im Anschluss nocheinmal gelesen und verinnerlicht. Meine Erkenntnisse überschneiden sich stark mit dem Artikel. Evtl. findet ihr aber Ungereimtheiten. ei den rechnungen habe ich viel gerundet. Bspw. 8/25 = 1/3

      Um die Rechnungen zu vereinfachen, lege ich folgende Voraussetzungen fest:
      Villain macht sehr loose 3bPF. Foldet auf cap PF zu 50% auf jeder Street und raised bessere Hände erst am River. Er macht bei 3b PF 100% Cbet auf F und T. Am River cb mit Air (33%), bc mit MHs (50%) und br mit besseren Händen 17% (Anmerkung: jetzt habe ich die Rechnung schon gemacht. Sinniger ist natürlich, dass er Air b/f spielt und weake MHs mit etwas SD-value cb). Unsere Equity sei 83% gegen beide Ranges.

      BvB AA OOP
      a) rc PF cF cT crR passive Spielweise
      b) r/capPF bF bT bR Standardspielweise

      Zu a) (passiv)
      Investment: PF 3 SB, Flop 1 SB, Turn 1 BB, River wenn vorne: 1/3*0 + 1/2*2 = 1 BB, River wenn hinten 3BB
      Investment Villain identisch (River umgekehrt)
      EV = Gewinn – Verlust = 1,6
      Gewinn = 0,8 * Investment(Gewinn) = 0,8 *4 = 3,2
      Verlust = 0,2 * Investment (Verlust) = 0,2 * 8 = 1,6

      Zu b) (Standard)
      Investment:
      PF 4 SB, Flop 1 SB, Turn 1BB, River wenn vorne 1 BB, wenn hinten 3 BB
      Gewinn = 2 BB + 1 SB * 1/2 + 1BB * 1/4 + 1BB * 1/8 =~ 2,6 BB
      Verlust: 1 SB mehr PF, eine BB weniger am River = 5,5
      Gewinn = 0,8 *2,6 = 1,4 BB
      Verlust = 0,2 * 5,5 = 1,1 BB
      EV = 0,3 BB

      Demnach wäre die passive Spielweise deutlich besser. Das liegt natürlich an den extremen Cbet-Werten und der hohen Foldequity bei einem Cap. Wie hoch dürfte die FE nur sein, damit die Standardspielweise die bessere ist? Da mir eine allgemeine Formel zu hoch ist, versuche ich es mit ausprobieren:
      FE (Flop): 1/5 (20%)
      FE (Turn): 2/5 (40%)
      FE (River): 1/3 (33%)
      Gewinn = 0,8 (2 + 4/5 * 0,5 + 2/5 * 4/5 * 1 + 2/5 * 4/5 * 1/3 * 1 = 2 + 2/5 + 1/3 + 1/9) =~ 0,8 * (2 + 2/5 + 1/3 + 1/9) = 0,8 * 2,8 = 2,4
      Verlust: 1,1 BB
      EV = 1,3 < passive Spielweise

      FE (Flop): 0
      FE (Turn): 1/3
      FE (River): 1/3

      Gewinn = 0.8 (2 + 0,5 + 2/3 *1 + 2/3 * 2/3 *1) =~ 0,8 * 3,6 = 2,9
      Verlust = 1.1
      EV = 1,8 > passive Spielweise

      Spieler, die also Caps viel credt geben, ein bc PF allerdings als billigen Stealversuch werten, sollten demnach besser passiv gespielt werden. Eine Grundsatzfrage könnte sein: kann Villain in einem capped Pot den Flop manchmal folden?! Wenn ja sollte man mehr deceptive Caps machen und weniger Premiumhände cappen. Andersrum: Ist Villain mit AK oder sogar AQ ui am SD? Dann definitiv PF cappen.

      Ich bin jetzt noch dabei eine grobe Formel zu erstellen, um zu überschlagen, welche Spielweise besser ist. Irgendwie sowas wie FE(Flop)*3/10+FE(Turn)*2/10+FE(River)/10 > 30 dann passiv spielen. Oder irgendwie sowas.
  • 3 Antworten
    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 8.001
      Ich hab mir deinen Post jetzt 3mal ganz durchgelesen und wollte keine kurze Antwort geben, aber mir fällt leider keine lange Ausführung ein. Du solltest bei deinen EV-Berechnungen unbedingt beachten, dass das ganze nicht im Preflop-Vakuum erklärbar ist.

      Hier fehlen:

      1. Die Postion der Spieler
      2. DAS BOARD

      Ich behaupte einfach mal, dass man nach einem Cap auf einem Kxx Board die meiste FE hat. Die meisten 3-Betting-Ranges bestehen zu über 40% aus Ax und nur zu ~20% aus Kx.

      Gleichzeitig hat man auf A-High Boards die geringste. Dies liegt daran, dass die 3-betting-Range eben so A-High-lastig ist. Das wiegt die Tatsache auf, dass kleinere PocketPairs auf A-High boards gegen deine perceived-capping-Range nur sehr schlecht performen.

      Viele gute Regulars werden ihr AQ, dass sie ge3bettet haben auf Boards wie 65292 3mal for Value betten, wenn du cappst ist die Hand nur noch ein Bluffcatcher.


      Wie du siehst solltest du etwas unkonventioneller an das Problem herangehen, der EV durch FE lässt sich pf einfach nicht bestimmen, bzw ist unendlich komplex. (wenn ich hier total daneben liege bitte sagen)
    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.996
      1. Ups, ganz vergessen: Es geht um BvB SH, also man ist als first in und möglicher Capper OOP im SB.

      2. es geht um PF.

      3. Finde ich kurze Antworten gut.

      4. Kann man aber doch sagen, dass gegen jemanden mit 100% Fold to Cbet Flop aber 100% Cbet Flop ein Cap mit AA nie gut sein kann (mit T9s hingegen schon).
    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 8.001
      Zu4: Bei AA gebe ich dir Recht, bei T9s nicht. Gerade wenn er 100% Cbet am Turn hat kannst du deine Hand c/c c/r for Value oder eben auch als bluff spielen. Es braucht dazu jedoch ein besseres Spielverständnis