Pfusch bei Operation: Krankenhaus verklagen?

    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.185
      vor ca. einem halben jahr hab ich mir beim fussballspielen das kreuzband gerissen. nachdem festgestellt wurde dass sich das KB im knie verkeilt hat und sofort entfernt werden muss wurde relativ kurzfristig eine OP durchgeführt, gleichzeitig wurde auch der meniskus fixiert.

      anschließend wollte ich mir einen termin für die eigentliche KB-OP ausmachen, und selbstverständloch wollte ich diese bei einem erfahrenen arzt durchführen lassen. ich hab mir daraufhin bei dr. 1 (bester arzt auf diesem gebiet in diesem kranknhaus) einen termin geben lassen. die lange wartezeit von 7 wochen wars mir wert, da ich davon ausgehen konnte dass dieser arzt die OP komplikationslos durchführen werden wird.

      2 tage vor der anberaumten OP wurde diese kurzfristig abgesagt, da zu viele frischverletzte operiert werden müssen - die OP wird um eine woche verschoben. gut, kann vorkommen, also eine woche später ins spital.
      zu meinem überraschen operierte mich aber nicht dr. 1, sondern ein mir unbekannter, junger arzt. die lange wartezeit auf die OP war also umsonst, bei einem x-beliebigen arzt hätte ich das KB schon viel früher bekommen können. lt. angaben des operateurs sei die OP gut verlaufen.

      ich hatte aber den eindruck dass etwas im knie blockiert und "spiesst". auch hatte ich schmerzen beim gehen, die unnatürlich stark waren. andere KB-patienten aus meiner physiogruppe waren viel schneller auf den beinen also ich.
      an einem samstag abend waren die schmerzen so stark, dass ich ins krankenhaus musste und das knie untersuchen ließ. man stellte eine schwellung fest, es wurde aber vermutet dass diese aufgrund eines sich auflösenden fadens entstanden ist - das sei völlig normal. ich wurde ohne weitere untersuchung wieder entlassen.

      bei einer geplanten untersuchung vergangenen donnerstag klagte ich noch immer über schmerzen, und es wurde 1,5monate nach der OP das erste röntgen gemacht. dabei wurde festgestellt dass ein 6,5cm langer draht gebrochen ist und im knie "vergessen" wurden. bin gleich am freitag zum 3.mal operiert worden und der draht wurde entfernt.

      nun zur frage: wie soll ich vorgehen um eine entsprechende entschädigung zu bekommen? ich hatte über die 1,5monate starke schmerzen im knie, ausserdem konnte ich die physiotherapie nicht regelmäßig besuchen und hab nun streckdefizite im knie, die vielleicht nie wieder weggehen.

      cliffs:
      - geplante kreuzband- OP bei einem speziellen arzt
      - OP wird kurzfristig verschoben, irgendein arzt operiert mein knie
      - starke schmerzen nach OP, die ärzte meinen das sei normal
      - 1,5 monate nach OP wird das erste röntgen gemacht -> 6,5cm draht wurde im knie vergessen
      - sofortige OP (vollnarkose + 3tage krankenhaus) um das drahtstück zu entfernen
      - eingeständnisse und entschuldiugungen der ärzte (auf das routinemäßige röntgen nach der KB-OP wurde vergessen)
      - offensichtlich fahrlässigkeit seitens des arztes

      hier noch zur veranschaulichung die fotos und röntgenbilder:








      PS: ich möchte das krankhaus in keinster weise abzocken, ich denke aber trotzdem dass mir eine entschädigung zusteht.

      edit: ich hab mich bereits mit einem patientenanwalt in verbindung gesetzt, den termin hab ich aber erst mitte jänner.
  • 99 Antworten
    • Spearmi
      Spearmi
      Global
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 11.188
      [editiert]

      Edit by Albatrini:

      Mit Verweis auf die Forenregeln 2: Kein Spam habe ich den Beitrag editiert.
    • wusah
      wusah
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 15.791
      WTF?
      Wenn es wirklich so ist, dass dieses Ding da vergessen wurde, dann steht dir selbstverständlich eine Entschädigung zu.
      Das hat imo auch nichts mit abzocke zu tun, sondern ganz einfach mit vermeidbaren Schmerzen und ner Fahrlässigkeit.
      Auch wenns in diesem Forum viel zu oft gesagt wird, aber in diesem Fall würde ich mir wirklich mal nen Termin bei nem Anwalt geben lassen.

      Fehler passieren immer wieder, aber wenn du nochmal wegen Schmerzen dort warst, dann muss sowas doch auffallen o_O
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.185
      Original von Spearmi
      *edit by Albatrini*
      erzähl mal mehr... die OP war vorgestern, glaubst da rennt mir bis zum 21.1. was davon?
    • SEdoubleP
      SEdoubleP
      Bronze
      Dabei seit: 23.06.2006 Beiträge: 6.676
      Original von feinheit
      PS: ich möchte das krankhaus in keinster weise abzocken, ich denke aber trotzdem dass mir eine entschädigung zusteht.

      edit: ich hab mich bereits mit einem patientenanwalt in verbindung gesetzt, den termin hab ich aber erst mitte jänner.
      Ich denke auch (ohne Fachwissen), dass dir eine Entschädigung zusteht, besonders wenn langfristige Beeinträchtigungen entstehen sollten. Hat mMn auch nichts mit Abzocke zu tun, wenn man Fehler macht, muss man halt dafür gerade stehen, das KH wird sicher eine gute Versicherung für solche Fälle haben. Dir werden vmtl >50% der Antwortenden raten zum Anwalt zu gehen, im Ggs zu >98% der Leute hier, hat der auch Ahnung. Musst jetzt halt noch den 1 Monat warten.
      Gute Besserung!

      Edit: Damnit zu langsam wegen Essen :D
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.185
      muss vl noch ergänzen dass es mir nach letzten OP gut geht. die entfernung des drahtes war problemlos, und ich kann auch das knie schon wieder voll belasten.
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 11.718
      Original von feinheit
      Original von Spearmi
      *edit by Albatrini*
      erzähl mal mehr... die OP war vorgestern, glaubst da rennt mir bis zum 21.1. was davon?
      Wer ist "jänner"?
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.185
      jänner = januar in Ö
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 11.718
      Original von feinheit
      jänner = januar in Ö
      Danke, noch nie gehört, auch wenn man es sich ein wenig denken kann. Aufjedenfall verklagen.
    • Phoe
      Phoe
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2006 Beiträge: 6.668
      bah wie mirs knie weh tut wenn ich das bild nur seh.
      würde aufjedenfall das krankenhaus verklagen.
      btw wärs nett, wenn du die bilder vlt nur so verlinken würdest, gibt bestimmt leute die bei sowas sehr empfindlich sind ;)
    • masterfu
      masterfu
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2006 Beiträge: 4.895
      auf jedenfall solltest du noch bei gutefrage.net und evtl im quake-forum oder so nachfragen. glaube n pokerforum ist nicht unbedingt die beste adresse für solche komplizierten rechtsberatungen. anwalt auf keinen fall, das ist viel zu teuer und kost bestimmt mehr als die 10k die du vom krankenhaus kriegst
    • lori
      lori
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2005 Beiträge: 1.175
      würde beim anwalt auch gleich mit angeben dass du n echt extremen psychischen knacks abbekommen hast der sogar soweit geht dass du in nem pokerforum rechtsberatung suchst
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.185
      lest euch doch bitte meinen beitrag nochmal durch, aber nochmal für die witzigen:

      fakt: termin mit anwalt im jänner.
      frage: was tun bis dorthin?
      erwartete antworten: chronologie der ganzen geschichte bzw. was weiß ich, deshalb frag ich ja
    • Gunius
      Gunius
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2009 Beiträge: 13.296
      überleg dir halt nur genau was du sagst beim Anwalt. Schreib dir genau das auf wie es war, Einzelheiten nicht vergessen. Den Rest macht dann der Anwalt kann man annehmen.
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.185
      hab schon versucht so gut es geht die chronologie zusammenzustellen. da sich die ganze angelegengeit aber schon seit 6 monaten zieht (und ich nicht damit gerechnet hab dass das noch mal wichtig sein kann) fehlen mir natürlich ein paar daten. CD mit röntgenbilder und fotos hab ich bekommen, meine krankenakte werd ich mir noch besorgen.
    • Gunius
      Gunius
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2009 Beiträge: 13.296
      Original von feinheit
      hab schon versucht so gut es geht die chronologie zusammenzustellen. da sich die ganze angelegengeit aber schon seit 6 monaten zieht (und ich nicht damit gerechnet hab dass das noch mal wichtig sein kann) fehlen mir natürlich ein paar daten. CD mit röntgenbilder und fotos hab ich bekommen, meine krankenakte werd ich mir noch besorgen.
      Ich mache dann mal zu hier
    • Spearmi
      Spearmi
      Global
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 11.188
      Original von feinheit
      Original von Spearmi
      lol jänner
      erzähl mal mehr... die OP war vorgestern, glaubst da rennt mir bis zum 21.1. was davon?
      Hast Recht - das war ein blöder Kommentar anlässlich der Situation und der Tatsache das wir uns ja nicht im BBV befinden.

      Ich persönlich finde das schon eine sehr krasse Geschichte, die Dir da passiert ist und ich finde das klingt wie eine Horrorstory an die man vor einer Operation nicht denken möchte. Sehr beunruhigend, auch wenn man das gelegentlich mal im Fernsehen sieht, finde ich das immer wieder erschreckend wie nachlässig die Götter in Weiss sind. Jaja, ich weiß - lange Arbeitszeiten, auch nur Menschen, Stress, blabla..

      So ganz versteh ich aber noch nicht, was der Sinn Deines Thread ist, den Besten Tip hast Du Dir ja schon selbst gegeben: Chronologie aufschreiben!
      Mach das ausführlich in Tagebuchform, schön mit Datum und Uhrzeit, wann wie welche Schmerzen auftreten und in welchem Umfang. Möglicherweise hilft es Dir Dein Schmerzempfinden zu skalieren (1-10 o.ä.).

      Ansonsten wird Dir Dein Arzt ja anständige Genesungstipps gegeben haben: ruhig stellen und/oder belasten. Keine Ahnung, ich bin kein Arzt, also kann ich Dir dabei nicht weiterhelfen. Was die juristische Schiene angeht könnte es Dir helfen noch eine Zweit - Meinung eines anderen Arztes einzuholen, der Dir potentielle zukünftige Probleme attestieren kann um auch noch einen eventuellen Folgeanspruch durchsetzen zu können.
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.185
      Original von Spearmi
      ...könnte es Dir helfen noch eine Zweit - Meinung eines anderen Arztes einzuholen, der Dir potentielle zukünftige Probleme attestieren kann um auch noch einen eventuellen Folgeanspruch durchsetzen zu können.
      sicher ein guter ratschlag.
      hab mit einigen ärzten (aus diesem krankenhaus...) gesprochen, die meinten alle dass keine folgeschäden zu erwarten sind. aber wenn ich daran denke dass ich den draht 1,5 monate im knie spazieren und welche übungen ich in der physiotherapie damit schon gemacht hab wird mir ganz anders.

      hatte von euch schon mal wer einen ähnlichen fall - also klage gegen krankenhaus aufgrund fahrlässigkeit? würd mich interesseieren wie lange sich so ein prozess ziehen kann, bzw. mit welcher wahrscheinlichkeit man da überhaupt entschädigt wird, und wenn ja wie hoch?

      immerhin sichert sich das krankenhaus vor jeder OP ab, der patient muss ein protokoll mit möglichen risiken unterschreiben (nervenschäden, thrombosen, etc.).
    • Blecheimer
      Blecheimer
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2006 Beiträge: 910
      Original von Spearmi
      lol jänner
      lol spital
      fyp
    • Spearmi
      Spearmi
      Global
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 11.188
      Original von feinheit
      Original von Spearmi
      ...könnte es Dir helfen noch eine Zweit - Meinung eines anderen Arztes einzuholen, der Dir potentielle zukünftige Probleme attestieren kann um auch noch einen eventuellen Folgeanspruch durchsetzen zu können.
      sicher ein guter ratschlag.
      hab mit einigen ärzten (aus diesem krankenhaus...) gesprochen, die meinten alle dass keine folgeschäden zu erwarten sind. aber wenn ich daran denke dass ich den draht 1,5 monate im knie spazieren und welche übungen ich in der physiotherapie damit schon gemacht hab wird mir ganz anders.

      hatte von euch schon mal wer einen ähnlichen fall - also klage gegen krankenhaus aufgrund fahrlässigkeit? würd mich interesseieren wie lange sich so ein prozess ziehen kann, bzw. mit welcher wahrscheinlichkeit man da überhaupt entschädigt wird, und wenn ja wie hoch?

      immerhin sichert sich das krankenhaus vor jeder OP ab, der patient muss ein protokoll mit möglichen risiken unterschreiben (nervenschäden, thrombosen, etc.).
      habs mal dick gemacht.. ärzte sind wie polizisten, die halten zusammen.