Coldcalling im micro SH CG

    • SnowrollerX
      SnowrollerX
      Global
      Dabei seit: 20.01.2010 Beiträge: 559
      Ich frage mich momentan welche Hände ich PF Coldcallen sollte was haltet ihr von dieser grundlegenden Überlegung:

      Je früher die Position des openraisers, und je weiter hinten ich sitze dest mehr Suuuuted Connectors und weniger Toppaircombos sollte man spielen

      Je looser der Openraiser dest mehr sinn macht es Toppairhände anstat von Conectors zu coldcallen, da man gegen stations auch mit einem Toppair massiv value bekommt.

      Ist das so richtig? Und welche Ranges kann man da nehmen?

      Ein Beispiel:

      Im Button sitzt eine 53/5 Station und openraised, ich hab AQ im BB, was mach ich nun ? Coldcall oder 3bet?
  • 12 Antworten
    • scrattini
      scrattini
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 125
      mit 5% openraist er ja nicht gerade loose...

      aber ums nicht dabei zu lassen. Kommt auf die blinds an, wenn sie viel squeezen macht nen call keinen sinn und du solltest zur 3bet tendieren. Squeezen sie nicht kannst du mal callen und mal raisen. Mit einem raise besteht aber die gefahr dich weiter zu isolieren.
    • HockeyTobi
      HockeyTobi
      Bronze
      Dabei seit: 03.12.2005 Beiträge: 23.227
      Thread ins entsprechende Strategieforum verschoben.

      Viele Grüße
      Tobi
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Original von SnowrollerX
      Ich frage mich momentan welche Hände ich PF Coldcallen sollte was haltet ihr von dieser grundlegenden Überlegung:

      Je früher die Position des openraisers, und je weiter hinten ich sitze dest mehr Suuuuted Connectors und weniger Toppaircombos sollte man spielen

      Je looser der Openraiser dest mehr sinn macht es Toppairhände anstat von Conectors zu coldcallen, da man gegen stations auch mit einem Toppair massiv value bekommt.

      Ist das so richtig? Und welche Ranges kann man da nehmen?

      Ein Beispiel:

      Im Button sitzt eine 53/5 Station und openraised, ich hab AQ im BB, was mach ich nun ? Coldcall oder 3bet?
      Vielleicht solltest du dich zuerst fragen, warum du überhaupt coldcallst. Was bezweckst du damit ( Sichworte: Preflopvalue vs postflopvalue etc)? Von da aus kannst du dich dann fragen, gegen welchen Gegner in welcher Situation du welche Hände coldcallen solltest.
    • SnowrollerX
      SnowrollerX
      Global
      Dabei seit: 20.01.2010 Beiträge: 559
      ich hab angst das ich mich mit suited connectors ect. gegen besseeres isoliere, deswegen coldcalle ich...

      Aber auch AQ will ich halt nicht gegen premiumhände stehen haben wenn ich dann die Q floppe oder so
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Mit suited connectors bist du fast immer dominiert, wenn du sie callst.

      Das Ziel hinter Coldcalls mit diversen Händen ist genau der gleiche wie hinter 3-Bets. Du willst deine Range undurchsichtiger machen und Geld gewinnen, weil deine Gegner Fehler gegen dich machen.

      Wie exploite ich Preflop einen Gegner der zuoft auf 3-Bets folded? Richtig ich 3-bette ihn. Welche Hände nutze ich dafür? Hände die gegen seine playbackrange keine Probleme habe.

      Wenn ich z.b. weiss das mein Gegner mit AK, JJ+ 4-bettet und sonst extrem viel folded auf 3-bets, dann macht eine 3-Bet mit AQ oder KQ vielleicht doch nicht soviel Sinn, aber mit 56s oder 47s schon.

      Mittelstarke Hände (also Hände die Postflop akzeptable Pairs, Straights, Flushes etc. machen) wie z.b. T9s, 89s, QJs, JTs, QTs, KJs kann man auch callen, WENN man einen Plan mitbringt.

      Es bringt nichts solche Hände zu callen, wenn dein durchschnittlicher Postfloplan vorraussieht Volltreffer wie OESD, Flushdraws oder Pairs zu floppen. Es geht bei solchen Calls vielmehr darum den Gegner auszuspielen und z.b. seinen Positionsnachteil zum eigenen Profit auszunutzen (d.h. du machst Preflop einen -EV Call, um ihn dann Postflop ++EV zu machen).

      Es ist extrem schwierig dieses Konzept irgendwie auf eine praktikable Ebene herunterzubrechen und konkrete Ranges zu nennen, da es stark mit dem Skill des Spielers korreliert (Handreading, in der Lage sein zu verstehen wie der Gegner denkt etc.).

      Weiterhin will man die eigene Preflopcallingrange depolarisieren. Viele Spieler haben nach wie vor Coldcallingranges, die weder mal ein Monster, noch genug spekulative Hände enthalten, um ihre Calls mit Pocketpairs +EV zu machen. Ich mein klar, wenn der Gegner nicht über die Range nachdenkt, dann ist es schnurzpiepegal womit man coldcalled, aber sobald es etwas klügere Gegner gibt wird das sehr relevant.


      Zu deinem Beispiel mal kurz:

      Einige Autoren erstellten in der Vergangenheit recht interessante Konzepte dazu.

      1. Überleg dir wie die Playbackrange auf die 3-Bet aussieht und wie sich deine Hand gegen diese Range verhält und kategorisier deine Hand in
      a) schwach
      b) mittelstark
      c) stark

      Gegen Gegner die zuviel callen und wenig bluffen willst du starke und mittelstarke Hände 3-betten.

      Gegen Gegner die zuviel folden (auch Postflop früh) und/oder 4-betten können mit einer etwas weiteren Range, willst du starke und schwache Hände 3-bette.

      Was sind schwache Hände? Hände mit irgendwelchem Potential, die allerdings zu schwach für einen Call sind. z.b. K2s oder 45s

      Was sind mittelstarke Hände? Hände die gegen die Openraisingrange eine gute Edge haben, sich gut Postflop spielen lassen ohne Initiative (das ist sehr individuell).

      Was sind starke Hände? Hände die wahrscheinlich stark genug sind für ein All In Preflop.


      Original von SnowrollerX
      ich hab angst das ich mich mit suited connectors ect. gegen besseeres isoliere, deswegen coldcalle ich...

      Aber auch AQ will ich halt nicht gegen premiumhände stehen haben wenn ich dann die Q floppe oder so
      Stichwort sollte hier die Range des Gegners und nicht einzelne Hände sein.
    • SnowrollerX
      SnowrollerX
      Global
      Dabei seit: 20.01.2010 Beiträge: 559
      Ein klasse post der zum nachdenken anregt, ist natürlich immer sonne sache ob light 3bets auf NL5 sinn machen, aber ich werd sicher mal mein spiel überdenken :)
    • otb11
      otb11
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 3.862
      Hi, hätte da nochmal eine Anschlussfrage @Ghostmaster.

      Wenn ich dich richtig verstehe empfiehlst du, gegen Gegner die viel auf 3-bets folden polarisiert zu 3-betten.
      Ich spiele derzeit NL20 und habe in meinen Stats gesehen, dass ich ca 75% auf 3-bets folde und 5 Prozent 4-Bette ich wäre dann ja wohl so ein Kandidat.
      Meine Frage ist jetzt, wie kann ich mein Spiel gegen einen sagen wir 18 16 Reg mit 6% 3-bet Balancen. Ich sehe auf meinem Limit zur Zeit nicht den Sinn im Balancing und spiele meist nur meine Valuerange weiter. OOP meist 4-bet, IP flatte ich durchaus auch mal oder 4-bette.
      Welche Range wäre deiner Meinung nach geeignet hier noch IP weiterzuspielen. 10er+ (wobei ich 10er und JJ da schon fast nur auf setvalue calle) sowie AK+ wäre zur Zeit meine Range callingrange.
    • otb11
      otb11
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 3.862
      Wollte die Frage nochmal pushen oder ist sie zu blöd gestellt?
    • KuchenFee
      KuchenFee
      Bronze
      Dabei seit: 29.12.2009 Beiträge: 878
      wie kommen die 6% 3bet zustande?
      sind 5% davon aus den blinds? oder hat er die sauber über alle posis verteilt?
      das ändert die sache komplett.
      das eine bedeutet er 3bett seine toprange die in diesem falle recht weit ist.
      da hast du dann einen kandidaten der auch mit KQ und AJs 3bettet.

      im anderen fall will er aus den blinds den stealer bestrafen bzw exploiten.
      auf diese 3bets kannst du natürlich ganz anders reagieren, weil er da viel mehr folden wird, da seine range weaker ist und er oop spielt.
      daher bieten sich 4bet bluffs an.
      sofern er folden kann. ansonsten wird gegen den einfach weniger gestealt.

      der reine 3bet wert sagt nicht allzuviel aus, man muss halt wissen wie er sich zusammensetzt, und wie er postflop weiterspielt.
      macht er in 3bet pots immer ne cbet?
      oder gibt er einfach auf wenn er nicht trifft?
      etc pp.
      im grunde gibts dafür wie auf jede pokerfrage eigentlich nur die eine antwort
      kommt drauf an

      aber generell kann man halt sagen, je mehr jemand 3bettet, umso mehr kannst du backplayen. jemand mit 2% 3bet hat halt nur premiums.

      aber die mp2 3bet eines regs mit 10% 3bet kann wiederum stärker sein als die eines spielers mit 4%, wenn ersterer 9 von 10% aus den blinds 3bettet.
      dann bleibt für den rest ja nur KK+, während der 2. aus jeder position TT+/AQ+ 3bettet.

      deswegen kann man nicht sagen ob es gegen deinen beispiel reg besser ist TT+ zu 3betten und den rest zu flatten, weil die position und seine verteilung den unterschied macht.
      jede hand ist unique
    • learntoloose
      learntoloose
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2011 Beiträge: 1.326
      Die erste Frage die du dir stellen musst, ist, wie ist mein eigenes Spiel?
      D.h. spielst du ein sicheres Spiel nach dem Flop oder liegen deine Stärken eher vor dem Flop? Das heißt soviel wie, bist du ein besserer Preflopspieler, musst du viel vor dem Flop feuern. Oder umgekehrt ;)
      Desweiteren kommt es auf deinen Gegner an. Gegen einen durchschnittlichen TAG, spiele ich mit Connectors, kleinen Pairs, (lieber wie mit AQ) einen Cold Call. Ich setzte darauf, dass ich gut treffe und mein Gegner seine gute Hand nicht loslassen kann.
      SS raise ich mit halbwegs Vernünftigen Karten immer!
      Dann kommt es auf deine Reads an. Es kommt auf viele Sachen an, d.h. du musst ganz einfach lernen und dein eigenes Gefühl für jede einzelne Situation entwickeln :f_cool:
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von otb11
      Wollte die Frage nochmal pushen oder ist sie zu blöd gestellt?
      Oh sorry ich habe die Frage übersehen zu dem Zeitpunkt, da ich da grade etwas zu erledigen hatte.


      Wenn ich dich richtig verstehe empfiehlst du, gegen Gegner die viel auf 3-bets folden polarisiert zu 3-betten.
      Korrekt. Es macht keinen Sinn gegen jemanden mit AJ zu 3-betten, wenn seine Callingrange aus TT+, AQ+ besteht. Ich will ja gegen schlechtere Hände spielen und mich nicht gegen eine bessere Range mit guten Händen isolieren.


      Ich spiele derzeit NL20 und habe in meinen Stats gesehen, dass ich ca 75% auf 3-bets folde und 5 Prozent 4-Bette ich wäre dann ja wohl so ein Kandidat.


      Ja du foldest viel und 4-bettest wenig. Ich kann dich relativ gut exploiten, da du einfach nicht gegen meine 3-Bets gegenspielst. Auf den Micros ist das übrigens sehr sinnvoll viel auf 3-Bets zu folden und wenig zu 4-betten, da schlichtweg fast niemand light 3-bettet.


      Meine Frage ist jetzt, wie kann ich mein Spiel gegen einen sagen wir 18 16 Reg mit 6% 3-bet Balancen. Ich sehe auf meinem Limit zur Zeit nicht den Sinn im Balancing und spiele meist nur meine Valuerange weiter. OOP meist 4-bet, IP flatte ich durchaus auch mal oder 4-bette.
      Die Frage ist warum willst du dein Spiel gegen so jemanden balancen? Glaubst du er exploitet dich gezielt mit 18/16? Seine 3-Bet Range ist in den meisten Fällen einfach stark.
      Wenn du glaubst er 3-bettet dich wirklich light, dann würde anfangen große Teile meiner Range zu callen, die ich normalerweise 4-betten würde. Ausserdem würde ich die 4-Bet Bluffrange IP erweitern, ich würde nicht anfangen großartig OOP gegenzuspielen mit 4-Bets; da würde ich dann eher tighter openraisen.
      Es ist für den gesamten Spielplan dann relativ sinnvoll mit einer Hand wie AA oder KK 3-Bets zu callen, da du einerseits Hände wie JTs dann balanced (mit denen du semibluffen musst und wenn du AA und KK und sowas nicht in deiner Preflopcallingrangrange hast, dann kannst du gar nicht so oft eine starke Made Hand halten wie du vorgibst, wenn du anfängst zu semibluffen).
      Auf der anderen Seite willst du auch deine Hände z.b. 99 auf einem K72r Board vernünftig weiterspielen können ohne planlos in der Hand zu stehen, weil niemals KK oder AA oder KQ in deiner Range hälst.
    • otb11
      otb11
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 3.862
      Vielen Dank für Eure Gedanken. Es ist wohl einfach so, dass ich auf den Micros grundsätzlich, dass Balancing vernachlässigen werde und zusehe ohne große Moves ABC-Poker weiterzuspielen. Ich spiele bei 888 und man läuft schon häufig den selben Nasen über den Weg. Aber ich denke das Ihr recht habt, wenn ihr davon ausgeht, dass dort wenig light gedreibettet wird und die Gegner eher auf die eigene Handstärke als auf ihren Gegenspieler reagieren.