Problem mit mindset/tilt

    • fanaticox64
      fanaticox64
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2006 Beiträge: 96
      Hallo Zusammen,

      also Vorweg, spiele schon seit Jahren Poker, habe auch alle Varianten (von der SSS über BSS bis hin zu MTTs) durch, spiele aber seit einer geraumen Zeit nur noch Cashame HU und würde behaupten, dass ich eine gewisse Edge auf den Midstakes habe.
      Habe im HU Game sogut wie alles gesehen, riesige Ups/Downs, Suckouts, perfect played Hands/missplayed hands, herocalls ...

      Aber nun zum springenden Punkt, eine mühevoll aufgebaute Bankroll wird mangelnds mindset/tilt Problem wenn es schlecht kommt an einem Abend oder sogar gegen einen Spieler weggeballert.

      Das Mindset Buch, zich Theorieartikel dazu wurden schon durchgearbeitet, und theoretisch sollte eine professionelle Pokereinstellung vorhanden sein, doch in der Praxis sieht es leider anders aus (Pokern aus langeweile; Pokern während man unkonzentriert ist und der Tv läuft, Freunde da sind; viel zu emotionales Spiel gegen einen Gegner, der mich vielleicht gerade ausgesuckt hat; Gegner gegen den ich keine/kaum eine Edge hab wird nicht gequittet; Pokern im (voll)suff ... die Liste könnte man noch um einiges fortsetzen.

      Also ich stehe nun vor der Frage, quit poker ?!
      Fände es halt wirklich schade, da ich theoretisch und in der "praxis" das HU Spiel behersche und es mir auch wirklich viel Spaß macht, nur dann kommt dann halt der Punkt, wo ein "guter" Spieler Poker für ein paar Stunden/den Tag quittet und ich ...

      Also wenn da vielleicht jemand ein paar Tipps oder Empfehlungen zu hat, wäre ich euch wirklich dankbar, und bitte nicht so Kommentare wie "Netzstecker ziehen", "rausgehen" etc. denn dieses klappt im beschriebenen Zustand leider einfach nicht mehr.

      Gruß ...
  • 17 Antworten
    • Toerke79
      Toerke79
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 6.133
      Vielleicht ein paar Limits runter gehen, wenn du tiltest und dir mal alles von der Seele ballern?
      Oder mal ne andere Variante spielen? Als tilt für mich noch ein Problem war, habe ich zwischendurch gerne mal PLO gespielt. Da hatte ich genug mit nachdenken zu tun, so dass ich gar keine Zeit zum tilten hatte.
    • HockeyTobi
      HockeyTobi
      Bronze
      Dabei seit: 03.12.2005 Beiträge: 23.227
      Hey fanaticox64,

      ich glaube, dass der Thread besser im Selbstmanagement und Gegnerpsychologie-Forum aufgehoben ist und habe ihn mal nach dort geschoben.

      Na ja, was du suchst, wäre doch quatisch ein automatischer Stopp-Loss-Prozess, da du selbst nicht in der Lage bist, einfach zu quitten?

      Ich befürchte, außer einem automatischen System kannst du nicht viel anders machen, als an dir zu arbeiten, bzw mir fällt sonst nichts anderes ein.

      Viele Grüße
      Tobi
    • f0xi
      f0xi
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2008 Beiträge: 189
      Hört sich für mich nicht nach einem Problem mit dem Pokern, ich glaube du bist einfach zu arg ausgebrannt und musst mal aus deinem Alltagstrott ausbrechen.

      Wenn du dann ein bisschen runtergekommen bist wird dein Mindset auch wieder passen.
    • fanaticox64
      fanaticox64
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2006 Beiträge: 96
      @Toerke

      mit den Limits runtergehen kommt halt im tiltzustand bei mir kaum vor, eher werden die Limits gesteigert :(
      und PLO ist ansich nicht verkehrt, wenn man merkt das man in holdem nicht mehr sein a-game abruft, nur leider auch nicht das varianzarmste game.


      @Tobi

      ok,danke.
      ja du hast es eig. auf den Punkt gebracht mit dem Stopp-Loss Prozess der nicht vorhanden ist.
      Es wird lieber ein Gegner solange gespielt bis die Bankroll (fast) futsch ist, anstatt nach einigen verlorenen Stacks sich einzugestehen dass man (gerade) keine Edge gegen den Gegner hat.


      @foxi

      mmh, was meinst du denn genau damit?
      bin natürlich in nem altagstrott, aber wie soll ich da raus, ausser im urlaub/wochende ?(
    • Toerke79
      Toerke79
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 6.133
      Original von fanaticox64
      @Toerke

      mit den Limits runtergehen kommt halt im tiltzustand bei mir kaum vor, eher werden die Limits gesteigert :(
      und PLO ist ansich nicht verkehrt, wenn man merkt das man in holdem nicht mehr sein a-game abruft, nur leider auch nicht das varianzarmste game.

      Dann spiel FR PLO auf den Micros. Da bekommst du im showdown mit fünf Leuten die Varianz gar nicht mit. Ist halt dann auch spannend, wo die chips hinwandern. Darfst nur die Session hinterher auf keinen Fall aufarbeiten, denn dann bist du sofort wieder auf tilt ;)

      Ansonsten hat mir echt der Tipp geholfen, dass man sich mal vor Augen führen muss, wieviele Hände/Turniere man bei seiner aktuellen Winrate/ROI spielen muss, um das was man jetzt gerade verballert, oder verballern könnte, wieder rein zu holen, wenn der Tiltanfall vorbei ist.
    • Johnnybi
      Johnnybi
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2010 Beiträge: 232
      Hallo,

      die 3 Stackdown-Regel wirst du sicherlich kennen..und vieles mehr.
      Die Frage ist, wie es kommt, dass Du weiterspielst. Du weißt ja in diesen Situationen, dass du tiltest, oder keine Edge hast oder deine Umgebung störenden Einfluß hat. Also es hat je für dich einen positiven Nutzen weiterzuspielen. Worin liegt dieser? Mit der ERkenntnis kannst Du dann auch besser auf zukünftige Situationen reagieren und schon vorher planen und Alternativen suchen....
    • freddydeebster
      freddydeebster
      Einsteiger
      Dabei seit: 20.12.2010 Beiträge: 60
      Also mir geht es so ähnlich und ich habe deswegen ein Thread hier gestartet.

      ICh habe zwar nicht das Problem aufzuhören, aber wieder anzufangen oder mich überhaupt mit Poker zu beschäftigen. Ich bin immer noch oder wieder wütend oder lustlos oder in schlechter Stimmung. Ich habe jetzt auch schon so oft gelesen, dass Leute die Pschologie-Artikel hier gelesen haben und auch Mindset-/ attitude Bücher, aber keiner zieht daraus praktisch funktionierende Lehren, keiner berichtet Veränderungen....
      Es wäre wirklich toll, wenn jemand seinen Veränderungsprozeß schildert!
    • fabulous312
      fabulous312
      Bronze
      Dabei seit: 12.11.2009 Beiträge: 236


      Ansonsten hat mir echt der Tipp geholfen, dass man sich mal vor Augen führen muss, wieviele Hände/Turniere man bei seiner aktuellen Winrate/ROI spielen muss, um das was man jetzt gerade verballert, oder verballern könnte, wieder rein zu holen, wenn der Tiltanfall vorbei ist.
      find ich schwierig, weil "wieder reinholen wollen" neu zu Tilt führt --> Teufelskreis
    • Toerke79
      Toerke79
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 6.133
      Original von fabulous312


      Ansonsten hat mir echt der Tipp geholfen, dass man sich mal vor Augen führen muss, wieviele Hände/Turniere man bei seiner aktuellen Winrate/ROI spielen muss, um das was man jetzt gerade verballert, oder verballern könnte, wieder rein zu holen, wenn der Tiltanfall vorbei ist.
      find ich schwierig, weil "wieder reinholen wollen" neu zu Tilt führt --> Teufelskreis
      Der Gedanke soll ja dazu führen, dass ich gar nicht erst dahin kommen, etwas wieder reinholen zu müssen. Das ist eine gedankliche Reissleine, die zum Einsatz kommt, bevor die Kohle weg ist.
    • Apfelschorle77
      Apfelschorle77
      Gold
      Dabei seit: 23.09.2010 Beiträge: 947
      als ich noch häufig am tilten war hab ich iwann angefangen vor den Sessions mich mental/körperlich ein wenig auszupowern(Sandsack und laut Musik :heart:)
      und für mein mindset wars/ists nicht verkehrt. Würd immer versuchen locker zu bleiben und positiv denken, wenn mir das nicht mehr gelingt weiß ich aufjedenfall das ich quitten sollte.
    • fanaticox64
      fanaticox64
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2006 Beiträge: 96
      @johnnybi

      ja klar, kenn ich die Regel.
      Also ich spiele weiter, weil ich mir denke "Der Typ hatte doch nur Glück", "Ich will nur kurz noch 1,2 stacks mir zurückholen" ... und sowas halt.
      In denen Situationen ist die professionelle haltung parse und es ist eigentlich nur noch emotional.

      Was kann man denn sonst noch tuen um ein gutes mindset zu bekommen ?! Also dauerhaft eine professionelle Einstellung zu haben ?

      Will erst wieder anfangen, wenn ich mich mental so fit fühle wie pokertechnisch.

      Bin weiterhin für jeden tipp dankbar.
    • Johnnybi
      Johnnybi
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2010 Beiträge: 232
      Genau mit negativen Emotionen weiterspielern ist nicht gut und trotzdem mach auch ich es so oft!

      Ich denke es gibt kein quck fix mittels eines Ratschlages! Es ist eine Hlatung, die man sich durch ständige Wiederholung aneignen muss. Wie diese HAltung aussieht, kann man durch die Artikel hier und durch Mindset-Bücher erahnen.
      Aber wer hat wirklich einen WEchsel durchgemacht.
      Bitte beschreibt das doch mal!!!

      @Apfelschorle: Du tiltest also nicht mehr oder hörst dann auf zu spielen. Wieviele Hände spielst du im Monat? Was hat sich innerlich bei Dir zu früher geändert und wie? Also Sandsack boxen ist halt nur ein Tipp, kein Werdegang. Eine Änderung kann ja nur von innen kommen und das ist ein langer Prozeß!!!!
    • scotty23
      scotty23
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2005 Beiträge: 58
      grad durch langeweile eigentlich nur hier ins forum gestossen und die schilderungen kommen mir alle bekannt vor, hatte schon länger mal bei gelegenheit vor ein tagebuch zu eröffnen und eher den psychologischen aspekt in den vordergrund zu stellen. vielleicht besteht ja daran interesse.

      so ein haltungswechsel ist definitiv möglich und ich würde fast von mir behaupten das irgendwie hinbekommen zu haben, zumindest stehe ich dem thema tilt mittlerweile anders gegenüber als ich es am anfang meiner pokerkarriere getan habe.
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo fanaticox64,

      das Wundermittel gegen Tilt gibt es nicht.

      Die Frage, ob man in der Ausbildung eines Poker-Mindsets vorankommen kann, beantworte ich mit einem klaren Ja. Allerdings braucht das Zeit und Arbeit bzw. Training. Im Prinzip ist das nicht anders als bei der Fortentwicklung deiner spielerischen Fähigkeiten.

      Ich weiß nicht, wie du deine spielerischen Leaks angehst. Vermutlich wirst du auf irgendeine Weise feststellen, dass z. B. dein River Play verbesserungswürdig ist. Du wirst dann versuchen, dazu Material zu finden. Du wirst es durcharbeiten und dein Spiel nach den neu gewonnenen Erkenntnissen ausrichten.

      Das gelingt nicht durch einmaliges Lesen eines Artikels oder eines Kapitels in einem Buch. Du musst das Gelernte anwenden und deine Sessions im Nachhinein überprüfen. Vielleicht nutzt du dazu auch die Handbewertungen. Im Lauf der Zeit wirst du immer sicherer und besser in deinem Spiel.

      Grundsätzlich kannst du mit deinen psychischen Leaks genau so vorgehen. Du stellst fest, wo du Fehler machst. Du forschst nach der Ursache. Oft steht dahinter eine falsche Einstellung wie z. B.: Ich muss jede Session mit Gewinn abschließen, oder: der Fisch darf für sein falsches Spiel nicht belohnt werden.

      Greife dir eine solche falsche Aussage heraus und stelle dagegen die richtige Aussage. Im Buch "Poker Mindset" hast du dazu z. B. mehr als genug Material.

      Überlege, wie du dich aufgrund der falschen Aussage verhalten hast. Stelle dir nun vor, wie du dich verhältst, wenn du der richtigen Aussage folgst.

      Dieses Paar - richtige Aussage und das daraus folgende richtige Verhalten - nimmst du mit in deine nächste Pokersession. Von mir aus klebe dir einen Hinweis gut sichtbar hinter deinen Monitor. Wenn du merkst, dass du dich nicht (mehr) daran halten kannst, hörst du mit der Session auf. In jedem Fall fragst du dich nach dem Pokern (evtl. auch am nächsten Tag), wie weit du dich an dein Ziel gehalten hast.

      Keine Resignation bei Fehlern. Wie gesagt, auch eine Erweiterung deiner Spielstrategie musst du erst einmal einüben. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, gerade was schlechte Gewohnheiten angeht. Du musst dir bessere Gewohnheiten antrainieren, indem du immer wieder bewusst die richtigen Entscheidungen triffst.

      Es wundert mich übrigens nicht, warum hier bisher noch niemand seine Geschichte von der Wandlung zu einem positiven Poker-Mindset beschrieben hat. Der Prozess ist nämlich nie abgeschlossen. Es gibt immer etwas zu verbessern.

      Es würde mich freuen, wenn ich euch ein paar Denkanstöße vermitteln konnte.

      Gruß

      wespetrev
    • Johnnybi
      Johnnybi
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2010 Beiträge: 232
      Hallo wespetrev,

      Danke für Dein ausführliches Feedback.
      Ich finde es gut, dass Du Beispiele nennst und auch klar sagst, dass das Lernen nie aufhört, also auch der Umgang mit Tilt!

      Mit Werdegang meinte ich nicht, dass etwas abgeschlossen ist. Mich interessiert der Prozeß, die schon erreichten Etappen, der Kampf mit sich selbst, der ja nie aufhört. Ein Spieler, der diesen Prozess ernsthaft durchmacht und seine Fortschritte festgestellt hat und auch seine Regressionen und Einfallslöcher, genau so einem Menschen würde ich gerne zu hören. Seine Geschichte, die gerade nicht in der Anwendung von durch Vernunft geprägten Regeln besteht, sondern in dem alltäglichen Kampf. Wie hat er eine sich positiv auswirkende Routine etabliert, wie lange ging so etwas gut, was löste eine Regression aus, wie ist er mit privaten Problemen umgegangen...konnte er sie ausblenden und wenn ja wie..hat er weniger gespielt, wie ist er mit Selbstzweifeln umgegangen a la stimmt meine Mathematik, habe ich leaks am Turn, habe ich betsizing tells; wie lange brauchte er, um festzustellen, dass ein neuer Glaubenssatz, eine neue Strategie, eine neue Vorübung etc hilft oder bullshit ist......

      Wenn jemand seinen Kampf beschreibt und dann berichtet, was in einer konkreten schwierigen Situation ihm geholfen hat, finde ich das tausendmal besser als wenn jemand abstrakt erzählt, was so hilft, was man so machen kann, was man mal ausprobieren könnte.....

      Da der Prozeß lange dauert und viel Selbstreflexion dazu gehört, denke ich kann sich nur ein sehr erfahrener Spieler odr Profi dazu äußern...

      Klar, die Schilderung wäre ziemlich persönlich, aber dafür sind wir doch hier! ;-)
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Dann schaust du vielleicht einmal hier hinein. Dort findest du sicher einiges von dem, was du suchst.
    • Johnnybi
      Johnnybi
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2010 Beiträge: 232
      Original von wespetrev
      Dann schaust du vielleicht einmal hier hinein. Dort findest du sicher einiges von dem, was du suchst.
      Danke! Ein sehr guter Thread. ;-)